Athas

Tagträume

Die vierzehnte Aufführung

…Nun noch eine letzte Weisheit den Leuten mit auf den Weg geben und Lynch würde auch heute wieder einmal eine großartige und für die Kinder lehrreiche Show gegeben haben. Was hatte ihm doch gleich noch einmal Sein Foliant heute um die Ohren gehauen?… Lynch überlegt gebannt einen Augenblick, bevor es ihm wieder einfällt. Perfekt!
Er holt ein letztes Mal tief Luft und hebt zu seinem großen Finale an als
„…und so werte Spektarores möchte ich euch nur noch folgende letzte Lebensweisheit mit auf eure Wege geben; Zieht niemals mit… Urgh!“

Das vom Dach über ihn geschleuderte Geschoß trifft ihn am Schädel und Lynch geht zu Boden wie ein Sack Brachlandrüben.
Alles um ihn herum wird auf einen Schlag finster. Der noch eben prall gefüllte Stand auf dem Marktplatz wird kleiner, irrelevant, verliert an Schärfe und reiht sich zu den zahlreichen in den Schatten liegenden Erinnerungen des Zauberers. Erinnerungen…
Was war eigentlich damals direkt nach ihrer Ankunft in Nibenay passiert?
Einzelne Passagen sickern aus Lynchs Unterbewusstsein hervor und bringen Bunte Bilder vor dem inneren Auge von ihm zum Erscheinen.

Azlan tauchte wieder auf… dafür verschwand Lafeya in den Schatten der Stadt. Ach wie angenehm es doch damals für ihn war. Sowohl der Schurke als auch der Barbar wurden damals umgehend zu den Arenakämpfen angemeldet und alle Vorbereitungen für umfangreiche Wetten wurden getroffen.
Auf dem Markt hatten sie sich dann daran gemacht, ein wenig mehr harte Münzen für die Wetten zu organisieren, wobei gerade der Verkauf eines metallenen Langschwertes sich als recht lukrativ herausstellte. Neben einer hohen Summe Keramik wurden der Gruppe von dem reichen Sklavenhändler Vitor auch zwei Sklaven überschrieben. Zu der allgemeinen Verwunderung handelte es sich um zwei Goliaths, die Goar erst nach kurzem Nachdenken erkannte. Zwei Stammesmitglieder, welche er für tot gehalten hatte. Lynch überlies die beiden Goliaths Goar Obhut und erkundigte sich in der Zwischenzeit nach dem Wohnsitz von Vitor, der allem Anschein nach der erste Trittstein seien konnte um Goars verlorenen und verschleppten Stamm wiederzufinden.
Azlan organisierte während all dies geschah ein Medaillon eines Ehrenbürgers von eben diesem um etwaige Ansprüche der Gruppe in der Stadt auch offiziell mehr Gewicht verleihen zu können.
Später wurde der Elfenmarkt unsicher gemacht. Schwarzmarktware wurde aufgetan und verborgenes Wissen wurde erworben. Letztlich gab es nur noch eins zu tun. Die Wetten abschließen und Azlan als auch Goar dabei zusehen, wie sie das Kapital der Gruppe vermehren.
Während Lynch sich damals standesgemäß in den hohen Tribünen der Besserbetuchten niederlies, kämpften seine Freunde unter ihm erbittert um ihr Leben gegen zwei blutgierige Halblinge. Doch dieser Kampf barg auch Gefahren. Lynch verschluckte sich damals beinahe an einem Stück gebratenem Fleisch als Azlan bewusstlos nieder ging und Goar den kampf alleine beendete…
Azlan bewusstlos…
Bewusstlos… Da war doch was.

Lynch öffnet wieder die Augen und blickt in den Himmel über dem Marktplatz, an dem er vor wenigen Augenblicken die Menge unterhalten hatte.
Über ihm sieht er Lafeya kopfüber über die Dachkante zu ihm hernieder blicken. Sie lächelt ihn von oben herab böse an und nun erkennt Lynch, dass die Druidin in ihren hoch über ihren Kopf befindlichen Händen ein beachtliches Stück gelöstes Mauerwerk hält. Sie holt Schwung und schleudert es beherzt auf ihn herunter…
Ein Schatten legt sich über Lynchs in Panik und Unglauben gefrorenes Gesicht.
„Oh, oh…“

Comments

Mikeman

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.