Athas

Von dem Eingang der Höhle bis zu den verschlossenen Toren der alten Zwergenstadt Kammerlock

Die Tür ist verschlossen. Und selbst Goar kann sie nicht aufbrechen. Verstärkt mit viel Metall und gewiss mit Magie. Hier sind wir also in der Sackgasse angelangt. Und wie geht es weiter? Es sind schwerwiegende Entscheidungen zu treffen. Es werden Kompromisse sein und Fehler können wir uns nicht erlauben. Ich glaube, es ist Zeit, die Geschehnisse noch einmal zu reflektieren, um keine Fehler zu machen.

Der Eingang in die Höhle führte uns schnell auf eine weiße Wand zu. Lynch sagte, sie sei magisch, aber mehr wissen wir bis jetzt nicht. Wir folgten also dem einzig möglichen Weg, einem Gang, wie in den Stein gebrannt, solange bis auch dieser nicht mehr weiter ging und wir durch ein Loch klettern mussten, um weiter in die Höhle zu gelangen. Todesmutig verwandelte ich mich in eine Spinne, um die Höhle zu erkunden. Immerhin waren es fünfzehn Meter, die die anderen per Seil überwinden mussten, da wollte ich sicher gehen, dass dort unten kein offensichtlicher Hinterhalt lauerte. Der sonst so geniale Lynch, Tüftler aller Pläne, zeigte hier mal wieder, dass seine Vorliebe für Chaos doch größer ist als sein Sinn für Sicherheit, vor allem sein Sinn für MEINE Sicherheit. Vielleicht sollte ich mein Versprechen nochmal überdenken, ob ich nach der Rettung meines Waldes mit der Gruppe weiterziehen will. Es gäbe bestimmt sicherere Möglichkeiten. Aber ich werde einen Teufeln tun, ihnen das zu sagen. Und außerdem sollte ich mich jetzt erstmal auf dringendere Fragen konzentrieren.

Also, Lynch rief, er rief LAUT, ob bei mir alles in Ordnung war. Und natürlich rief er damit den Drake auf den Plan, der dadurch gewarnt war. Ich flüchtete zurück zu dem Loch, doch der Kampf mit dem Minidrachen war nicht mehr zu umgehen. Natürlich hab ich mal wieder alles abbekommen. Und das, weil ich so nett war, Goar einen Beschützer an die Seite zu stellen, der die Angriffe abfing. Wenn ich so zerbrechlich bin, sollte ich vielleicht demnächst zunächst an mich denken.

Letztendlich wurde ich ohnmächtig, so dass ich den glorreichen Sieg über den Drake nicht selbst miterleben konnte. Reichlich mitgenommen wachte ich kurz darauf wieder auf und wir untersuchten den Raum. Wir fanden ein bisschen Metall, einige Knochen und WASSER, sauberes, kühles, gut schmeckendes Wasser. Als ich davon probierte, ging es mir gleich wieder besser. Und, als ich dort an dem Wasserloch saß, hörte ich ein unbekanntes Rauschen. Es klang wie ein Plätschern, doch gehört hatte ich so was noch nie. Gleichwohl klang es freundlich und nicht im geringsten gefährlich.

Wir gingen weiter, und nachdem wir Azlan aus einer komischen Masse klebrigen Zeugs befreit hatten (er hat wohl nicht richtig geguckt), sahen wir ein wahrlich großes Wunder und ich schöpfte zum ersten Mal seit meinem Traum Hoffnung, dass ich meinem Wald wirklich helfen kann.
Wir fanden eine große Menge Wasser von der gleichen Qualität wie das Wasserloch in der Höhle. Und es floss, das heißt, wo es herkommt, da gibt es noch mehr. Und es lebten kleine Tiere dort drin, die sich im Wasser bewegten wie Vögel in der Luft. Es war so schön an diesem Ort. Lynch fiel natürlich sofort die Profitabilität einer solchen Menge Wasser auf. Doch wird konnten den Lauf des Wassers nicht verfolgen, denn es floss direkt durch den Berg.

Also machten wir uns schweren Herzens auf und landeten schließlich hier, vor dem großen Tor der Stadt Kammerlock. Um uns herum liegen Leichen, Zwerge, die starben bei der Verteidigung ihrer Stadt. Ich weiß nicht, warum diese Stadt untergehen musste. Mit so viel Wasser muss es sich doch gut leben lassen.
Wir haben eine Rolle gefunden, Zwergisch, dort steht vielleicht die Lösung, wie wir die Stadttore aufkriegen.
Doch wir müssen uns auch darüber Gedanken machen, was wir Grom und Baranos sagen. Wollen wir das Wasser selbst nutzen, dürfen wir davon nichts erzählen. Und wir müssen verhindern, dass die Zwerge eine neue Expedition losschicken, die dann nicht mehr von dem Drake aufgehalten werden. Azlan meinte, wir sollen das Eingangsloch verstecken. Doch wenn sie viele sind, wird vielleicht einer reinfallen und die anderen folgen.
Wir können auch den Eingang zum Wasser nicht für uns gefahrlos einstürzen lassen.
Wenn uns nicht schnell was besseres einfällt, müssen wir uns auf Lynchs Fähigkeiten verlassen, den Zwergen einen vom Kanck zu erzählen.

Die Fackel ist ausgegangen. Jetzt sind wir schon einen ganzen Tag hier unten im Dunkeln, das schlägt mir sehr aufs Gemüt. Wenn es einem fehlt merkt man doch ganz schön, wie sehr man sich an Sonne, Licht, Wind, Tieren und Natur orientiert. Ich fühle mich zeitlos und unorientiert.
Es wird Zeit, dass wir hier heraus kommen.

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Und plötzlich war es dunkel
Die neunte Aufführung

Leise schließt Lynch die Tür hinter sich bevor er sich Goar zuwendet, der mit einem verdrießlichem auf den Boden guckt.
„Schläft er endlich Lynch?“
„Meine Fresse! Goar. Das kann so nicht weitergehen mit Freki.“ Der junge Mann wischt seine Haare aus dem Gesicht und hinterlässt dabei blutige Spuren auf seiner weißen Haut. „Hätte Kylan sich mit seiner klaffenden Wunde nicht in die Menge der kleinen Kinder gestürzt dann …“ Lynch seufzt „…Nun, naja. Das war ne Scheißidee von ihm. Aber trotzdem Goar. Das was Freki hier abzieht, dass kann einfach nicht angehen. So sehr ich dein Vieh auch –„mag“? –„respektiere“?- Nein „fürchte“ passt besser. Also, so sehr ich Freki auch fürchte. Dein Schuppenwolf muss aufhören mich, meine Freunde oder harmlose Passanten zu verletzen.“
Goars Blick wandert zu dem ein wenig hysterischen wirkenden Magier. Immer wieder erstaunlich, wie der kleine Mensch so in Rage geraten konnte. Aber ein klein wenig recht hatte er ja schon.
„Tschuldigung Lynch. Tut mir leid Lynch. Es wird nicht mehr vorkommen Lynch. Wolltest du das hören?“
Lynch lächelt seinen alten Freund müde an, als er vergeblich versucht ihm auf seine Schulter zu klopfen „Oh Mann Goar . Ich werde zu alt für diesen Mist.“ Er beruhigt sich ein wenig bevor er weiterspricht. „Ich wünschte mit Freki könnte man sich so unterhalten wie mit dir. Du zeigst wenigstens den Willen dich für das Chaos zu entschuldigen.“
„Freki hat sich auch entschuldigt bei der Frau.“
„Ich glaube nicht, dass es die angemessene Form für eine Entschuldigung ist, jemandem die eigene soeben abgebissene Hand vor die Füße zu legen und dann schwanzwedelnd sich am Bein des Betreffenden zu reiben.“
„Was soll er denn tun Lynch? Der Kleine kann wohl schlecht ein Entschuldigungsschreiben aufsetzen. Freki fühlt sich echt mies wegen der gesamten Aktion auf dem Markt. Und außerdem: Der Kleriker sprach davon, dass die Chancen dafür, dass die Hand wieder anwächst nur deswegen so hoch sind, weil Freki sie so sauber geleckt hat.“
Lynch gibt einen gequält wirkenden Ton von sich. Warum musste er immer in solche Situationen geraten.

„Kannst du mir einen Gefallen tun Goar?“
„Vielleicht. Worum geht’s?“
Lynch drückt dem Goliath eine Münze in die offene Hand.
„Geh los, kauf ein wenig Wasser, gutes Essen, etwas Schmuck und guck nochmal bei der Frau und ihrer Tochter nach dem Rechten. Ich glaube wenn du dich nochmal bei ihr in Frekis Namen entschuldigst kommt das besser an.“
„Lynch du weichlicher Menschenfreund.“ Goar lacht seinen Kameraden an. „In Ordnung. Ich sammel nur eben Freki ein und dann…“
„Whoa! Halt! Stop! Nix da! Bitte bitte Goar. Lass dein Haustier für heute hier im Gasthaus. Ich denke dein Kleiner hatte fürs Erste genug Aufregung. Bitte lass Freki und vor allem die Situation sich einfach ein wenig entspannen.“
Der Goliath zeigt sich einsichtig. Gelegentlich hat der kleine Mann ja recht was das Leben und die Regeln in solchen Städten angeht.
„Okay Lynch. Ich mach mich mal auf den Weg. Bitte schau nachher aber nochmal nach Freki wenn ich weg bin.“ Goar packt die Münze weg und wendet sich dem Ausgang des Gasthauses zu. „Oh, und wenn Kylan aufwachen sollte Lynch. Bitte richte ihm meine Entschuldigung dafür aus, dass ich bei dem Versuch Freki von ihm runter zu ziehen seinen Arm zweimal gebrochen habe.“

Nachdem der Goliath sich auf den Weg gemacht hat geht Lynch zurück an das Krankenbett seines alten Bekannten.
„Du hast schon mal besser ausgesehen Kylan.“
-Stille
„Naja aber auch nicht viel.“ Lynch wechselt einmal den Verband um die Stirn des Mannes und überprüft die Vitalfunktionen des Bewusstlosen. „Vielleicht hättest du doch was von Flo´s Red-Kanck trinken sollen. Eventuell hättest du Freki dann abhängen können. Trotzdem eine akzeptable Leistung von dir gewesen.“
-Leises Stöhnen gefolgt von einem tiefen Atemzug
„Naja mit dem Drink intus wärst du aber wahrscheinlich einfach abgehoben oder stumpf in Brand geraten.“

Lynch setzt sich auf den Stuhl neben dem verschlossenen Fenster. Durch die hölzernen Lamellen dringen leicht gefiltert die Geräusche der lebendigen Stadt.
„Was hältst du von der Aktion Eve?“
Der kleine Sukkubus materialisiert und setzt sich mit überschlagenen Beinen auf die Fensterbank neben ihrem Meister.
„Was soll ich denn davon halten Meister? Das aus dem Maul stinkende Vieh hat es mal wieder verbockt…“ Das kleine Wesen streckt sich. „…und sein Haustier hat die arme Sau die du Kylan nennst übel zugerichtet. Was gibt’s da zu meinen? Wenn du mich fragst, ob wir der Type da im Bett einiges an Leid ersparen wollen und es mit einem einfachen Dolchschnitt einfach zu Ende bringen sollten… nun dann ist meine Antwort: Nur zu!“
Lynch guckt seine Vertraute böse an.
„Du hast nach meiner Meinung gefragt. Sei nun nicht eingeschnappt, wenn ich ehrlich bin.“
Lynch schließt die Augen und lehnt auf dem Stuhl zurück.
„Eigentlich habe ich mir erhofft, dass du so etwas sagst wie: Lass uns einfach ein wenig warten. Kylan wird das schon überleben, Goar wird unterwegs keine Menschen töten, Freki stirbt gleich an Altersschwäche, Lafeya hört auf die ganze Zeit rumzunörgeln und Azlan hat nicht schon wieder deine Geldbörse geklaut.“
„Ach du willst dass ich schamlos lüge Meister.“ Der kleine Dämon räuspert sich. „Du bist so attraktiv und unwiderstehlich Meister. Du bist eine Ausgeburt der Integrität und deine Handlungen zeugen von solcher Weitsicht wie es kein sterbliches Wesen zuvor je auch nur zu träumen wagte. Dein…“
Weiter kommt sie nicht. Ein gut gezieltes Kissen trifft sie und das folgende Kommentar geht in einer wütend hervor gepiepste Kanonade aus Schimpfworten unter. „Ich wollte grade über deine Libido sprechen Meister.“
In Lynchs Augen flackert kurz der Zorn auf. Das einzige verbliebene Kissen, stützt momentan allerdings Kylans Kopf. Sein Blick wandert durch das Zimmer. Nein, nichts in direkter Greifweite, was sich als Wurfgeschoß eignen würde.
„Belassen wir es dabei Eve. Eigentlich wollte ich dich fragen, was du denkst was unsere nächsten Schritte sein sollten.“
„Meister. Ich will nun wirklich einen Augenblick ernst sein. Ich glaube nicht, dass meine Ansichten deine künftigen Aktionen im Geringsten beeinflussen könnten. Du hast bereits alles geplant und möchtest lediglich eine Bestätigung von mir erhalten. Aber da du nicht eher Ruhe geben wirst, bevor du diese Bestätigung erhältst, sage ich dir hiermit, dass du deinen Weg trotz der noch kommenden Probleme weiter beschreiten solltest. Goar, Gotan, Dalet, Lafeya, Azlan und all die anderen werden deinen Plan ohne Zweifel weiter erschweren, dennoch solltest du weitermachen. Zufrieden?“
„Danke Eve.“
„Und nun überleg dir, was du bei deiner nächsten Vorstellung zeigen wirst. Wenn ich mich recht erinnere, solltest du das was in Kemelok geschah nicht so wiedergeben, wie es wirklich war.“
„Wohl wahr Eve.“
Lynchs Gedanke schweifen vom Krankenbett ab und reisen zurück in die Vergangenheit.

Nach dem Tot von Tugadei und ihrem fünfstündigen Weg von Kled in Richtung Norden standen sie nun, gemeinsam mit Baranos, seiner Leibwache und dem seltsamen Sonnenpriester Grom vor dem gigantischen Eingang zu der unterirdische Stadt Kamelok.
Da unter der Erde stets ein recht großer Mangel an Licht herrscht, baten die Abenteurer um die Hilfe des Priesters und erhielten seinen mystischen Segen, der für etwa einen halben Tag dafür sorgte, dass das Licht, auf einer Fackel von Goar ruhend, sie begleitete.
Bevor dann letztlich die kleine Gruppe unter die Erde ging vereinbarten sie mit den Zwergen, dass sie ihre Reittiere mit nach Kled nehmen und nach zwei Tagen sie wieder am Eingang der Höhle abholen würden.
Der Tunnel unter der Erde war lang und finster… zumindest so lange, bis er von einer weißen Wand versiegelt wurde. Das weiße Zeug verschloss den originalen Gang vollkommen und zeigte starke magieabweisende Fähigkeiten, die auf einen mystischen und vor allem unnatürlichen Ursprung schließen lies.
Allerdings befand sich ein in den Fels geschmolzener Weg neben der weißen Wand, der parallel zum eigentlichen Tunnel verlief. Irgendjemand oder etwas hatte eine Unmenge an Magie verwendet um sich durch den massiven Fels einen Weg an der weißen Barriere vorbei zu brennen.
Natürlich folgten sie damals dem freigeschmolzenen Gang in das Gestein. Immer noch dröhnte aus der Finsternis gelegentlich ein Brüllen hervor, dessen Ursprung vollkommen schleierhaft war.
Letztlich endete der geschmolzene Gang in einer Sackgasse, in deren Boden ein Rund 15 Meter tiefes Loch klaffte, welches wiederum den Eingang zu einer natürlich Höhle darstellte.
Lafeya verwandelte sich in eine große widerliche Spinne, während der Rest der Gruppe auf ein mondänes Seil zurückgriff um den Abstieg zu wagen.
Die Höhle stellte sich als ein gigantischer kavernenartiger Unterschlupf heraus. Ein Nistplatz angefüllt mit metallenen Fragmenten, Geröll, toten Zwergen, ebenfalls toten Menschen, einer kleinen Pfütze mit kristallklarem Wasser und einem Feuerdrake, der sehr ungehalten auf die ungebetenen Besucher reagierte.
Es entbrannte ein wahrhaft hitziger Kampf in dem Lafeya schwer verletzt wurde. Letztlich triumphierten allerdings doch erneut die Abenteurer über das Ungetüm und es wurde ausgiebig nach Beute gesucht, Verletzungen geheilt und nach weiteren Passagen geschaut.
Und tatsächlich gab es zwei weitere Passagen. Eine führte zurück in den von der Oberfläche her versiegelten Hauptgang und erlaubte den Weg in den Bereich hinter der weißen Barriere, wo sich die Überreste eines größeren Scharmützels vor einem gigantischen verschlossenen Tor befanden. Das Tor selber war mit einem zwölfkantigen Einsatz versiegelt und bei einer ersten Untersuchung der Umgebung fand sich kein möglicher Schlüssel. Dafür fand sich aber einiges an Kriegsbeute und ein seltsames Pergament welches mit alten Zwergenrunen beschrieben war.
Die andere Passage führte allerdings zu einem deutlich größeren Schatz. Hinter einem Galertwürfel, in welchen Azlan zunächst unwissend hineinlief fanden die Abenteurer eine Ansammlung von fließendem Wasser. Eine solche Menge an Wasser, wie sie noch nie jemand von ihnen zuvor gesehen hatte. Genug für mehrere Leben, genug für eine ganze Stadt und genug um damit Profit jenseits aller Vorstellungskraft zu machen. Und in diesem unermesslichen Schatz existierte sogar Leben. Leben in einer Form, die Lafeya als Fische bezeichnete. Wesen, die im Wasser leben und atmen.
Nach einer kurzen Überlegung entschied sich die gesamte Gruppe dafür, Kled zunächst nicht von ihrem Fund zu berichten und eine Lügengeschichte zu erfinden um die Bewohner der Zwergenstadt davon abzuhalten sich dem Eingang zu der verlorenen Stadt Kemelok zu nähern.

Lynch blickt von seinen Gedanken auf.
Wirklich keine besonders heroische Fortführung der bisherigen Geschichte. Der Kampf mit dem Drake würde allerdings zweifellos Eingang in seine Geschichte finden. Das Wasser hingegen… nun … das Wasser. Hierfür würde er sich noch etwas überlegen müssen.
„Eve?“
Lynch schaut sich im Raum um. Irgendwo muss sich seine kleine Vertraute doch finden lassen.
„Hör auf dich zu verstecken Eve! Wir gehen und lassen Kylan seine Ruhe.“
Eine kleine Gestalt taucht hinter dem Kopf von Kylan auf und schaut Lynch traurig an.
„Noch fünf Minuten Meister. Bitte.“
„Was treibst du da?“ Lynch erhebt sich vom Stuhl und schaut sich an was sein 20 Zentimeter großer Vertrauter mit seinem Bekannten macht.
„Sind das Hundekuchen Eve? Warum stopfst du ihm Hundekuchen in seine Beinkleider?…“
Vor der Tür hört man schwere Schritte.
„Klopf! Klopf! Ich komm mal rein Lynch. Ich habe mich in Frekis Namen bei der Frau entschuldigt und finde nun sollte sich Freki noch einmal bei Kylan entschuldigen…“ Goars Stimme donnert durch die dünne Tür. „…Ich komm mal mit ihm rein.“
Ungläubig und panisch huscht Lynchs Gesicht zwischen der sich langsam öffnenden Tür, dem bewegungslosen Körper seines Freundes, den Hundekuchen und dem diabolischen Grinsen seiner Vertrauten die sich ihre Hände reibt.
„Was hast du Freki?… Warum bist du so aufgeregt?“
Lynch´s Pupillen weiten sich in Entsetzen als er registriert was gleich geschehen wird sobald Freki den Raum betritt.
„…Oh Oh…“

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Elfen tot - alles tot… äh gut
Die achte Aufführung

“…Und so meine werten Spectatores besiegten wir letztlich das garstige Wesen in der unbekannten Gruft. Unsere Klingen troffen vom Blut des mehr als wehrhaften Gegners und die Erschöpfung schlich sich in unser Gebein.“
Lynchs Stimme scheint die Aufmerksamkeit der Menge gefesselt zu haben und ein vor allem die jüngeren Kinder wirken über die Maßen begeistert von den heroischen und vor allem recht brutalen kleinen Bildern des so eben aufgeführten Kampfes in Lynchs Kistenmanege.
Aber nicht alle Personen sind so gebannt wie das vorpubertäre Publikum. Eine verhüllte Person sitzt in der zweiten Reihe und beginnt damit seine Pfeife zu stopfen und leise vor sich hin zu murmeln..: „Da haut er einen Käfer um und verkauft sich als sei er der Retter der Wüste“
Die ältere Frau neben ihm sieht ihn böse an und er bekommt zeitgleich von dem Mann hinter ihm einen leichten Schlag ins Genick. „Halt die Fresse du Labertasche! Der Gaukler erzählt weiter.“
Kylan, der soeben seinen Tabak auf seine Kleidung verschüttet hat, stöhnt kurz resigniert auf, gibt dann aber doch nach und versucht die Show von Lynch zu genießen. Eines muss er dem Wichtigtuer da vorne lassen: Er weiß wie man mit den Leuten umgehen muss.

Lynch beobachtet die Anfuhr, die sein alter Freund so eben erfahren hat mit einem Lächeln und fährt weiter mit seiner Geschichte fort.
„Und so befanden wir uns dort. Umgeben vom Tot welcher in den vergangenen Tagen unser Treuer Begleiter geworden war. Wir kümmerten uns um unsere Verletzungen und drängten nach einer kurzen Erkundung der Gruft mit all ihren verborgenen Geheimnissen zurück an das Tageslicht. Allen voran eilte Lafeya unsere treue Eladrin Druidin, welche so schnell wie möglich aufbrechen wollte. Und so war sie auch die erste, die der unangenehmen Überraschung entgegentrat, die an der Oberfläche auf uns lauerte.
Gotan, welcher mit dem Abbau des Lagers beschäftigt gewesen war, während wir uns in die Tiefe wagten, stürzte an ihr vorbei schwer verletzt die Treppe hinab und kam vor meinen Füßen zu liegen.
Azlan und Goar bezogen, trotz des frisch zurückliegenden Kampfes, umgehend eine Verteidigungsposition am Treppenabsatz, während Lafeya sich in der Form einer kleinen Wüstenkreatur durch den Sand davon stahl um nach dem Druiden zu schauen, den wir nur kurz zuvor aus den Händen der Juradai befreit hatten. Jenen Juradai, die von Tugadei dem Elfenfürsten angeführt wurden und der nun zwischen den vom Wind vernarbten Säulen uns auflauerte und unseren treuen Freund Dalet das Schwert an die Kehle setzte. Ich selber versorgte zunächst noch Gotan, der sich bewusstlos aber lebend darstellte. Azlan, der in dieser Situation den Mut eines Feuerdrakes und den Verstand eines Kancks bewies schlich sich verstohlen zum Fuß der Treppe, schätzte die genaue Lage ein, erspähte ein Dutzend Feinde und bereitete sich auf einen direkten Angriff aus der Gruft heraus vor. Inzwischen huschte Lafeya unbemerkt durch das gesamte Lager auf der Suche nach Klicktschiklack, welcher es geschaft hatte, durch seine mystischen Fähigkeiten der Gefangennahme durch Tugadei zu entgehen.
Zum großen Pech von Dalet muss ich euch nun leider berichten werte Spectatores. Denn im Zorn über seine eigene Unfähigkeit wand der Elfenfürst seine Klinge in die Kehle des begabten Troubadours, der aus seinen Diensten schied uns sich unserer Gruppe angeschlossen hatte. Als Azlan mit ansah, wie der ihm freundlich gegenüberstehende Dalet zu Boden ging richtete er seine Fähigkeiten im diskreten Beseitigen von Problemsituationen gegen die sich langsam auf die Grabkammer zubewegenden Elfen.
Bis heute bin ich mir unsicher, wie die langbeinigen Dünenläufer es geschafft hatten uns durch den Sandsturm hindurch zu verfolgen. Denn sie nahmen ihr Geheimnis mit sich in ihr sandiges Grab. Angetrieben durch die Frustation und die schiere Ausweglosigkeit unserer Lage fielen Angreifer für Angreifer Goars mächtiger Schneide, Azlans präzisen Würfen, Lafeyas mystischen Gaben und meinen bescheidenen Fähigkeiten zum Opfer bis plötzlich nur noch Tugadai dort stand.
Für einen Aristokraten zeigte er wahrlich einen hohen Einsatz, da er selber uns verfolgt hatte. Nun,… leider hielt der Eindruck nicht sonderlich lange vor, da er mit aller Macht nun versuchte uns zu entkommen. Der brillante Wüstenstratege hatte sich massiv verrechnet und musste nun für all das Leid, welches er gebracht hatte zahlen. Lafeya, geblendet durch ihren Hass durch all den Tod und die Verseuchung, die Tugadei über das Land gebracht hatte, beendete letztlich mit ein wenig Hilfe den Alptraum und sandte den Geist des Elfenfürsten auf eine immerwährende Reise in die Finsternis.“

Das Publikum vor Lynch beginnt zu klatschen und die Kinder Jubeln. Ein Happy End wie es scheint. Kyran, der weitere Hiebe aus der Zuschauermenge befürchtet klatscht versuchshalber und mit leicht schmerzverzehrtem Gesicht nun auch in seine bandagierten Hände, die vor nur geringer Zeit die Begegnung mit einem brutalen Schläger gemacht hatten. Lynch lässt seine kleinen Figuren auf der Bühne sich in Richtung des Publikums verbeugen und beendet damit seine Vorführung für heute.
Die Menge ist begeistert. Blut, Tragik, Hoffnung und die gnadenlose Zurschaustellung falschen Heldentums sind wie Lynch es schon vor einer Weile bemerkt hatte der Stoff aus dem die Freigetränke sind.
„Aber aber werte Spectatores. Verschreckt mich armen Geschichtenerzähler nicht mit all eurer Freundlichkeit. Ihr gabt mir die Ehre euch unterhalten zu dürfen. Nun beschämt mich nicht noch mit eurer gnadenlosen Freundlichkeit. Wir taten dereinst nichts, was nicht auch andere Streiter für das Recht getan hätten. All ihr wertes Volk hier: Blickt nicht nur auf die Heldentaten anderer. Werdet selber zu den Helden der Geschichte! Steht für das Recht anderer ein, helft wo ihr gebraucht werdet. Doch seid nicht so dumm wie wir es seiner Zeit waren. Schätzt die Gefahren ein und begebt euch nicht blind in diese. Denn nur wenige, die sich solch unbekannten Ausgängen stellten, haben später das Vergnügen, wie ich es habe, und können solch prächtigen Leuten wie euch von ihren Taten berichten. Und gerade dies möchte ich morgen wieder für euch tun. Weiter berichten von unseren folgenden Ereignissen. Denn dies, war erst der wirkliche Auftakt zu der Reise auf der wir noch so manch Großes erlebten.“

Lynch verlässt den Platz hinter der Kiste und geht vor den kleinen Kindern in der ersten Reihe in die Hocke. „Hey ihr kleinen Rabauken. Hat euch die Geschichte gefallen?“
Ein Mädchen von vielleicht 7 Jahren mit kurzen roten Haaren und einem Stofftier, welches Lynch an einen Mekkilot erinnert strahlt über das ganze Gesicht, als sie mit einem leicht lispelnden Tonfall zu dem Magier spricht.
„Oh ja! Das war super toll. Vor allem die Stelle als Lafeya dem hässlichen Elfen den brennenden Kopf von den Schultern geschlagen hat und das Blut in alle Richtungen spritzte. Lafeya ist meine Lieblingsfigur bei dir. Die ist sooooo cool und die hat so supertolle Kräfte.“
Lynchs Lächeln wirkt ein wenig steif
„Ja. Lafeya ist schon echt cool…“ er räuspert sich „Wisst ihr war ihr kleinen Racker? Hier habt ihr ein wenig Geld. Geht mal rüber zu Guck und kauft euch ein wenig Zuckerzeug.“ Er wuschelt dem Mädchen vor ihm noch einmal kurz durch das Haar, bevor sich das halbe Dutzend Kinder schreiend einen Weg zu Guck bahnt. Wenn der Händler es richtig anstellte, würde er den Eltern der Kleinen sicher ein paar Sachen andrehen können.
Lynch gibt ein Seufzen von sich als er sich langsam erhebt. Es sah ganz so aus, als würde er Lafeyas Rolle in Zukunft ein wenig in seinen Geschichten umgestalten. Naja…

Der nach wie vor verhüllte Kylan tritt auf Lynch zu
„Werdet selber zu den Helden der Geschichte!“ wiederholt er in gespielt theatralischem Ton die Worte von Lynch. „Solche Worte hören die Templer hier in der Stadt gar nicht gerne. Ich weiß, dass du immer weiter versuchst Leute für deinen großen Putsch zu sammeln Lnch, aber denkst du, dass du damit schon an die Öffentlichkeit gehen solltest?“
Lynch wirkt leicht abwesend als er in den Gedanken mögliche Optionen durchgeht, wie er Lafeya in den kommenden Geschichten eine Spur weniger heroisch erscheinen lassen könnte.
„Lass das meine Sorge sein Kylan. Ich bereite hier lediglich fruchtbaren Grund vor. Das hier ist kein werdender Aufstand. Es ist lediglich das Gerede eines harmlosen Gauklers, der ein wenig Geld verdienen möchte und kleinen Kindern große Geschichten erzählt.“ Lynchs Blick klärt sich und er lächelt den verhüllten Mann vor ihm an. „Lass uns was trinken gehen. Meine Kohle ist wie ausgedörrt. Du zahlst!“
Unter der Kapuze setzt Kylan ein Lächeln auf.
„Nun gut Lynch. Einen Drink auf den Untergang des mächtigen Tugadei.“ Er lässt seine Augen über den Marktplatz wandern und sucht einen passenden Stand. „Aber sag mal Lynch. Da war doch noch mehr oder? Warum habt ihr den Elfen wirklich umgehauen und was habt ihr dann gemacht?“

Also hatte Kylan wirklich aufmerksam zugeschaut. Lynch kann nicht anders und lacht als er seinen alten Freund an der Schulter ergreift und zum Stand von Flo schiebt.
„Du kennst mich wirklich noch gut. Ja da gab es noch mehr. Natürlich war ich, wie der Rest von uns damals mordsmäßig angefressen von dem Kerl. Tugadeis Wüstenelfen rannten uns ja nun schon lange immer wieder über den Weg und mehr als einmal hatte ich statt einem freundlichem Hallo, einen unfreundlichen Pfeil in meiner Schulter stecken. Solche Sachen häufen sich einfach. Aber außerdem versprachen wir uns natürlich auch eine große Belohnung durch die Bürger von Kled. Aber sei mal ehrlich Kylan. Würdest du die Chance dir entgehen lassen und einen mächtigen Typen am Leben lassen, dem du fast alles genommen hast? Tugadei hätte uns nie in Ruhe gelassen.“
„Auch wahr. Aber nun hast du, wenn ich deiner Geschichte richtig gefolgt bin, doch seine Tochter, deren Verlobten du selber getötet hast, als Gegner. Ist das so viel besser?“
„Nun zumindest lebe ich noch. Aber sagen wir es mal so. Die Bürger von Kled zeigten sich mehr als dankbar. Du weißt wie sehr ich eigentlich…“ an dieser Stelle flüstert Lynch „…diese kleinen pelzlosen Pestratten hasse. Aber wenn du von einer ganzen Stadt als Held gefeiert und dazu noch mit Münzen überhäuft wirst,… nun… dies lässt so manch ekligen Zeitgenossen zu einem famosen Saufkumpanen werden.
Nebenbei Kylan. Lass die Finger von dem roten Kanknektar. Vertrau mir, der wird dir nicht bekommen.
Aber zu deiner Frage zurück, was sonst noch so passierte. Wir hatten den Druiden, der sich einfach stumpf im Sand versteckt hatte, während Tugadei in unserem Lager wütete, wieder. Dalet und Gotan wurden von mir notdürftig zusammengeflickt. In Kled angekommen wurden wir Zeugen, dass Yi´are von den Ansässigen wegen seinen Essgewohnheiten in einen Käfig gesteckt worden war und wurden letztlich wegen des Beseitigens von Tugaei wie Volkshelden gefeiert. Es gab eine riesige Feier zu unseren Ehren, die wir allerdings nicht wirklich genießen konnten. Die beiden Druiden die wir dabei hatten machten uns einen ordentlichen Zeitdruck. Lafeya sprach von einem Traum in dem sie von ihrem sterbenden Wald fantasierte und wollte umgehend aufbrechen um Hilfe für ihre Heimat zu suchen und Klicktschiklack ratterte pausenlos den Wunsch seine Oase zu reinigen rauf und runter. Also keine gute Ausgangslage für ausgelassene Festivitäten wie du dir vorstellen kannst.
Letztlich schafte ich es damals doch Lafeya wenigstens noch davon zu überzeugen die verschollenen Zwergenruinen zu erkunden, welche Baranos versprochen hatte uns zu zeigen.
Naja, was war sonst noch? Der Thri-Keen Druide wurde von uns zu seiner Oase gebracht wirbelte mit seinen Hokuspokusarmen herum und begann das Wasser zu reinigen. Ein seltsamer Sonnenkleriker namens Grom verarztete den von mir schlecht zusammengeschusterten Dalet. Und nach einer kurzen Feierei trennten wir uns kurzzeitig von Yi´are und Gotan, denen ich das Geld gab um Lianne aus der Sklaverei freizukaufen. Später sollten die drei uns dann in Nibeney treffen. Dalet sollte uns auf unserer weiteren Reise begleiten, da ich es als hilfreich empfand, jemanden dabei zu haben, der alte Überlieferungen der Nomaden der Wüste zumindest rudimentär kannte.“
Lynch stürzt sein Getränk herunter und ordert bei Flo ein weiteres.
„Und was passierte dann Lynch?“
„Ungeduldig was? Nun gut. Ich gebe dir einen kleinen Vorgeschmack auf meine morgige Geschichte.
Ich habe also Yi´are und Gotan 300 Gold von meinem Anteil der Belohnung gegeben um die Verlobte von Gotan freizukaufen. Unsere nächsten Schritte führten uns wie vereinbart zum Eingang der verlorenen Zwergenruinen, aus denen die Bewohner von Kled ihren riesigen Vorrat aus Metal gewonnen hatten.
Ich kann dir sagen Kylan, das war kein angenehmer Ort. Überall die Spuren von zügellos freigesetzter Magie. Je näher wir dem Eingang der großen Höhle kamen, die den Zugang zu einem gigantischen unterirdischen Labyrinth darstellte, desto dunkler wurde der Sand um uns herum. Ausgepresst und leergesogen und von sämtlicher arkanen Energie gelöst lag die Umgebung tot und reglos um uns. Kaum fünf Wegstunden von Kled entfernt fanden wir so die ersten Spuren der von Borys aus Ebe zerstörten Vergangenheit: Fundamente, Ruinen, Bruchstücke.
Und von tief unter der Erde drang gelegentlich ein dunkles Donnern aus der Finsternis empor.“

Lynch setzt das nächste Trinkgefäß an seine Lippen und leert es
„Hm..“ Kylan betrachtet misstrauisch den Inhalt seines Bechers und kontrolliert dessen Viskosität. „Klingt ganz so als hätten die Zuschauer bei dir noch einiges zu erwarten Lynch. Aber genug mit deiner Show. Lass uns endlich zum Geschäftlichen kommen.“
Der verhüllte Mann gibt seinen Becher halbgefüllt zurück an die Getränkemagd und führt Lynch langsam durch die Menge gen Westtor.

Unbemerkt von den beiden schleicht sich ein etwa zwei Meter langes und stark gepanzertes Raubtier durch die Menge und unter den Ständen hindurch um sich ihnen Schritt für Schritt zu nähern.
Freki hatte eine große Menge an Geduld bewiesen. Der Mensch der so ekelig nach Duftwasser stank und selbst auf diesem Marktplatz so leicht in der Menge zu verfolgen war, wie ein einbeiniger brennender Kank, war zunächst seine eigentliche Beute gewesen. Dieses Stück Fleisch hatte ihm mit seiner respektlosen Handlung am gestrigen Tag mehr deutlich gezeigt, dass er gefressen werden wollte.
Aber diese neue Gestallt mit der seine Beute umherging,… Ihr Geruch erinnerte Freki an Blut, saftiges Fleisch, den Zorn seines Meisters und der Aussicht auf eine ausgelassene Balgerei.
Noch drei Meter und keines der beiden Beutetiere hatte ihn bemerkt. Ein tiefes Grollen, ähnlich einer unbekannten Bedrohung in einer finsteren Höhle, dringt aus Frekis Kehle hervor und seine Muskeln spannen sich an…

„Was zum…?“ Lynch dreht sich um. Dieses Grollen hatte er bereits zu oft gehört und er weiß, was es bedeutet. Beinahe sofort erfassen seine Augen die rotglimmenden Pupillen des Schuppenwolfes der unter der Auslage eines Schmuckladens kauert… sprungbereit und seine Zähne gebleckt. „Oh…oh…“
Lynch wendet sich um und macht sich bereit zum rennen, als ihn etwas Schweres an den Beinen trifft, ihn hochwirbelt und mit einem leisen „Plumps“ zu Boden gehen lässt.
Lynchs Blick ist verklärt. Was war gerade geschehen?
Freki war hervor geprescht, hatte ihn getroffen und zu Boden gerissen… aber er war nicht in seinem charakteristischen Schüttelbiss gefangen. Nun blickt Lynch sich um. Eine Person rennt schreiend vor einem aschfarbenden Monster davon, welches ihm in langen Sätzen hinterher springt.
„Kylan? Meine Fresse! Stell dich um Himmelswillen nicht tot! Stell dich NICHT tot! Lauf!“
Lynch versucht sich zu erheben und seinem alten Freund zu folgen, als er von einem vorbeieilenden Goliat stumpf in die Höhe gerissen und mitgezogen wird.

„Goar?“
„Klar Lynch. Was hast du nun schon wieder mit Freki gemacht um ihn so zu ärgern?“
„Dein durchgeknalltes Kuschelmonster hat uns am helllichten Tag angefallen Goar.“
„Wer ist UNS?“
Die beiden rennen der wie panisch schreienden Person nach, die gerade versucht auf einige Stände zu klettern um so den Klauen des Schuppenwolfes zu entkommen.
„Hey Lynch den Typen den Freki da fressen will kenn ich doch.“
„Ja.“ Lynch seufzt „Du kennst die Person. Er hat bereits ausgiebig mit deiner freundlichen Persönlichkeit Bekanntschaft gemacht. Darf ich ihn dir trotzdem vorstellen? Das ist unser Kontaktmann, der da grade von Freki mittelschwer verletzt wird.“
Der Goliat schubst mehrere Passanten auf dem Marktplatz beiseite und macht sich eine breite Gasse.
„Aus Freki! AUS!… Oh, dann war der das Arschloch, der mich für nen miesen Schläger gehalten hat. Aber hey Lynch. Das muss man ihm lassen. Er ist echt schnell. Selten hab ich jemanden so rennen und klettern gesehen, den ich vor zwei Tagen vermöbelt habe. Freki lass sein Bein los!“
„Ich glaube wenn wir ihn noch lebend erreichen, solltest du dich bei ihm entschuldigen Goar.“
Der Goliath hält einen Moment inne
„Wofür denn?“ …

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Von der Ruine in der Mitte der Wüste bis zu den Eingängen der Stadt Kammerlock

Alles um mich herum ist schwarz und verbrannt. Mir ist regelrecht schlecht, keine Lebewesen im Umkreis von einigen hundert Metern außer meiner Reisegruppe. Es ist einfach falsch. Es ist verkehrt, so sollte die Welt nicht aussehen. Es wird Zeit, dass jemand was dagegen unternimmt. Solch totes Land habe ich noch nie gesehen.
Vor uns ist ein Eingang, ein riesiges Loch, wie ein Schlund, groß, dunkel, unheimlich. Wir rasten ein letztes Mal, bevor wir uns hinein wagen. Alles in mir strebt von diesem Ort weg, ich will gar nicht hier sein. Ich will in die Schlickmeere. Jetzt sofort. Ich will fliegen, ich will sprinten, ich will dort sein. Doch in den wenigen Wochen fort aus dem Halbmond Wald habe ich viel gelernt. Alleine werde ich nicht weit kommen. Und ich habe eine Gruppe, die mit mir reist, die mir hilft, meinen Stamm zu retten. Ich kann Goar dann endlich Bäume und den Wald zeigen… wenn es ihn dann noch gibt….

Mein Traum lässt mich nicht lost. Mein Wald stirbt und ich bin nicht etwa dabei, nach einer Lösung zu suchen, sondern begebe mich gleich selbst in größte Lebensgefahr. Aus dem Schlund grollt und rumpelt es unheimlich….

Vor dem Eingang in die untergegangene Zwergenstadt sitzend, rastend, werde ich auf einmal so müde. Die Zeit, einmal in Ruhe nachzudenken, hatte ich in den letzten Tagen nicht.
In der Ruine, mitten in der Wüste, waren wir nicht etwa sicher, nachdem wir den riesigen Käfer besiegt hatten. Nein, ich weiß nicht wie, aber die Elfen sind auch während des Sandsturms weiter gereist. Gerade als wir die Höhle verlassen wollten, wurden wir erneut in den Kampf verwickelt. Doch das recht schnelle Ende zeigte uns, dass wir die ganze Zeit nicht wirklich viel Angst vor den Elfen hätten haben müssen. Die hatten echt nichts drauf. Kurzfristig hatte ich angst um Klick, doch der Druide, vielleicht kann ich schon sagen, neuer Lehrmeister, passte sich seiner Natur an und ward nicht gefunden.

Wir rächten uns an den Juradai UND stellten sicher, dass sie die Stadt Kled nicht angreifen. Sie werden erstmal damit beschäftigt sein, einen neuen Anführer zu finden.

Auf der Reise konnte ich Lynch, Goar, Gotan, Azlan und Dalet endlich von meinem Traum erzählen. Mein Plan war klar, ich wäre auch ohne sie gegangen. Doch letztendlich haben sie doch alle ein gutes Herz und erklärten sich bereit, mich zu begleiten. Ich tat so, als würde ich mit ihnen handeln, dabei bietet mir alles eigentlich nur Vorteile. Ich sagte, wenn sie mir helfen, werde ich mit ihnen reisen, bis meine Ausbildung endlich abgeschlossen ist. Da ich keinen Lehrmeister mehr habe, muss ich dafür sowieso durch die ganze Welt ziehen. Ich habe also nur gewonnen. Aber das müssen sie ja nicht wissen.

Erst hatte ich gehofft, Klick könnte mein neuer Lehrmeister werden. Mächtig genug ist er in jedem Fall. Aber seine Aufgabe, das Wasser sauber zu halten, ist nicht das, was ich lernen muss, bzw. das wichtige Ritual dafür habe ich dann ja später bei ihm gelernt.

Aber zuerst gingen wir zurück nach Kled und holten unsere Belohnung ab. Sie fiel noch größer aus als erwartet. Yi’are hatten sie in einen Käfig gesteckt, da gehört er auch hin. Und da war noch so ein neuer Zwerg, Grom heißt er, ein Sonnen-Elementarmagier. Der war mir ziemlich unsympathisch, aber er halt Dalet geheilt, auch wenn ein herkömmlicher Magier dies wohl schonender geschafft hätte.

Wir wurden insgesamt sehr freundlich empfangen und uns zu Ehren wurde ein großes Fest veranstaltet. Nach meinem Traum konnte ich das nicht so ganz genießen, denn das Fest war nichts im Vergleich zu der wahrhaft gigantischen Freude meines Stammes, sollte ich ihnen eine Rettung bringen. Und dieses Zwergen-Getue hielt mich nur auf.

Doch nach einer guten Nacht in einem gemütlichen Bett trennen wir uns von Gotan und Yi’are, die Lianne in Tyr suchen wollten und folgten Klick am nächsten Morgen zu der Oase, die er in einem wahrlich beeindruckenden Ritual zu reinigen begann. Ich hatte die große Ehre, ihm assistieren zu dürfen und darf jetzt stolz von mir selbst behaupten, dieses Rituals fähig zu sein, welches das Gift dem Wasser entzieht.

Wir warteten nicht, bis er das Ritual beendete, das würde mehrere Tage dauern, und machten uns auf, zum Eingang dieser Geisterstadt. Ich kann nur hoffen, dass Lynch weiß, was er sucht, damit wir die Reise schnell fortsetzen kann….. mein Baum stirbt.

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Geschichte am Feuer

„Das darf doch nicht war sein. Wieso ausgerechnet dieser Vollidiot. Diese Verschwendung von Leben war der Informant auf den wir solange gewartet haben“…. wild in seinen Gedanken schimpfend ging Goar durch Tyr Richtung des kleinen Gebietes in dem die Stadtgoliaths ihr Lager aufgeschlagen hatten.
Goar machte ein Gesicht als wäre sein Kanknektar sauer gewesen. Selbst die üblichen Straßenhändler ließen ihn in Ruhe. Keiner wollte ihm original Waffen von erfundenen Helden, Originalpläne der neusten Geheimverstecke oder eine Schwester verkaufen.

„Wieso nur musste ich ausgerechnet ihn verhauen. Menno die anderen hatten irgendwie kein Verständnis dafür. Entschuldigen sollte ich mich beim diesem Fehlzünder. Pfff selber Schuld was macht er mich von der Seite mit so einem Scheißangebot an. Egal darauf kann der Knirps lange Warten. Los komm Freki wir gehen ins Goliathviertel einwenig Feier und auf andere Gedanken kommen. Morgen sehen wir weiter.“

Auf einmal fängt der große Goliath an zulachen als er an das Gesicht von Lynch und dem ach so großartigen Informanten denken muss. Das Durcheinander als Freki auf einmal Lynch nach der Show anstürmte und er hinter ihm her um ihn aufzuhalten.

In dem Viertel angekommen begibt sich Goar auch in die Kneipe die er schon von letzten Tagen kennt. Der Wirt versucht auch gar nicht erst Freki raus zuwerfen und ergibt sich einfach dem Schicksal. Die Geschäfte in der Vergangenheit mit Goar hatten ihn längst gezeigt das es sich lohnt und der große Kämpfer nicht allzu viel Ärger macht und einigen Ärger verhält.
Als es langsam in die nähe der Sperrstunde geht lädt der Wirt Goar und seine Hausbestie ein mit ihm zusammen zu einem der versteckten Hinterhöfe zugehen wo noch einige Personen den Tag feiern und Geschichte erzählen.

Wenn Goar richtig sah war auch die Kriegerin von letzter Nacht hier.
Nach einiger Zeit erklärte sich Goar bereit ein wenig von seinen Abenteuer zu erzählen, das wie er fand Prahlen mit seinen Taten war noch nie seine Stärke. Aber was sollte es und so begann er am Feuer von den Ereignissen nach dem Kampf in der Grabstätte zu berichten.

Die Geschichte:

Als wir mit dem Durchsuchen der alten Grabstätte fertig waren fing Lafeya auf einmal an uns zum Aufbruch zuhetzen. Sie wollte unbedingt zurück zur Oase und dann weiter. Als wir ihr erlaubten schon mal das Lager einzupacken während wir ein paar Teile der Grabbeilagen einpackten stürmte sie den Aufgang zur Oberfläche hoch und blieb abrupt stehen. Als sie nach uns rief machten sich der Schurke und ich auf den weg zu ihr nur um Grotan auf den Treppen liegen zusehen. Die Elfen hatten uns irgendwie gefunden.
Diese verdammten Langohren hatten uns zusammen mit diesem Kankliebhaber der sich ihr Anführer nennt durch den Sturm verfolgt. Wissen die Geister wie diese Sandflöhe das geschafft hatten.
Auf jedenfall standen sie nun vor dem Eingang der Gruft und warteten mit einer kleinen Übermacht darauf das wir uns ergeben.

Lafeya machte sich sofort zu einer Spinne um wie sie sagte nach dem Tri-Keen zusuchen.
Lynch versuchte uns zu überzeugen doch schnell durch die Tunnel des Gaj zu fliehen. Ohne Vorräte, Kanks und unseren ganzen Sachen. Es gibt Momente da frage ich mich was wirklich hinter seinen Gehabe steckt.

Der Schurke und ich machten uns bereit die Elfen erstmal aufzuhalten. Das Gelände war schließlich auf unserer Seite und nachdem die ersten Elfen am Boden lagen unterstützte auch Lynch uns.
Auf einmal war auch Lafeya wieder da um die stark geschrumpfte Elfenbande außer Gefecht zusetzen.

Turadai, diese feige Fehlgeburt, versuchte sich aus dem Staub zu machen, wurde aber von Lafeya aufgehalten. Nach einen schnellen und brutalen Kampf, an dessen Ende unsere leicht erzürnte Druidin ihn das Gesicht zerfetzte, lag er auch im Dreck.

Wir packten nachdem Kampf unsere Sachen schnell ein und machten uns zusammen mit Turadai`s Kopf auf Richtung Kled.

Während wir Richtung Kled ritten erzählte uns Lafeya von ihren Ängsten und einen prophetischen Traum den sie hatte. Ich hatte mir damals einwenig Sorge gemacht ob sie nicht bei einem der Kämpfe ein paar zu harte Schläge abbekommen hatte. Man hört ja immer wieder mal Geschichten über Kämpfer die nach so was die merkwürdigsten Sachen sahen.
Naja sie schien aber ansonsten ganz normal, also glaubten wir ihr. Aber wir erklärten ihr das man auf jedenfall die alten Zwergenruinen aufsuchen sollten. Schließlich war das mal eine große Stadt der Bergmaden und irgendwie müssen sie die versorgt haben. Vielleicht wäre da was zu finden was ihrer Heimat helfen könnte.

Was wir fanden erzähle ich euch später mal.

Als wir in Kled ankamen begrüßten uns die Zwerge stürmisch und unter lautem Jubel. Selbst Lynch machte ein halbwegs fröhliches Gesicht zu diesem Empfang. Da sieht man es mal kaum wird man gefeiert vergisst man selbst seine Feindschaften.

Der Jubel wurde sogar noch größer als die Kleingeratenen den Kopf des großmäuligen Turadais sahen.

Nachdem wir mit dem Oberhaupt der Stadt Ziegenbärtchen geredet hatten, machten wir uns sofort auf den Weg zur Oase des Druiden Klickklackkrickchack.
Dort ankommen wurden wir zeugen eines wunderbaren Beispiels wie uns die Natur Wege zeigt ihr zu helfen und gleichzeitig ihre Einzigartigkeit vor Augen zuführen.
Durch seine Künste die ihm von den Geistern gewährt wurden vollführte er ein Ritual welches das Wasser der Oase vom Gift reinigte.
Er sagte uns noch das das Ritual 3 Tage dauern würde bevor er in Trance versank, nach einiger Zeit machten wir uns wieder auf den weg nach Kled.

Als wir wieder dort waren feierten natürlich mit den Zwergen auf unseren Sieg und erwarteten am nächsten Tag den Wegeplan zu den Ruinen.
Wie ich später erfuhr hatten Lynch und Lafeya die Chance genutzt um mit erfunden Heldentaten zuprahlen.
Hmm wer es nötig hat.
Am nächsten Morgen hatte der Anführer der Zwerge eine Überraschung für uns. Es gab keine Karte mit einem Weg oder so . Statt dessen hieß es auf einmal sie führen uns zum Eingang wo schon seid Jahren Expeditionen von ihnen einen Weg suchen und noch nie zurückgekehrt waren.

So sind sie die Zwerge lassen mal das eine oder andere Detail weg.

Bei diesen Worten schaut Goar auf „ So das war meine Geschichte für heute den Rest erzähle ich euch das nächste Mal. Jetzt habe ich erstmal was anderes vor“ bei diesen Worten schaut Goar auf zu seiner linken liegt Freki der gerade zufrieden auf einen Knochen rumkaut.
Die anderen Personen am Feuer gratulierten ihn zu seiner Geschichte und seinen Abenteuern und freuten sich auf das nächste Mal. Auch wenn der Goliath nicht zu den ausgefeiltesten Erzählern gehörte. Als ihn von rechts eine Hand auf die Schulter klopfte merkte er das Rechts von ihm die Goliathkriegerin, mit der er schon in der letzten Nacht nähere Bekanntschaft gemacht hatte, sahst. Sie war irgendwann während der Geschichte ans Feuer gekommen. Ihrem Gesichtsausdruck nach schien sie heute noch ein paar Stunden mit ihm verbringen zu wollen.
Er wusste zwar noch nicht was der morgige Tag bringen würde und wie die Pläne seiner Freunde weiter aussahen aber der heutige Abend versprach noch lang und erfüllend zu werden.

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Verschwommene Erinnerungen
Verschwommene Erinnerungen

Goar bewegte sich vergnügt und zielsicher durch die Stadt um zu seinem Beobachtungsposten zu kommen, wo schon seine Kameraden warten. Irgendwie musste der Anblick eines riesigen Goliaths, der lächelte auf die meisten Städter noch beängstigter wirken als sonst. Man ließ ihn noch mehr in Ruhe als sonst.
Während er so durch die Gassen streifte ging er nochmal die letzten 24 Stunden durch…
Was war gestern nur für ein verrückter Tag. Nachdem Lynch mit seiner Show fertig war musste ich schnell hinter Freki hinterher, der Lynch anknabbern wollte. Ich erwischte Freki zwar in einer schattigen Gasse. Aber wirklich in letzter Sekunde.
Freki rannte gerade einfach über Eve hinweg, die mit einem Plopp und einer kleinen rosaroten Wolke sich in Luft auf löste. Lynch versuchte während dessen Fersengeld zu geben, aber ein kleiner Müllhaufen brachte ihn aus dem Gleichgewicht und der wieselflinke Magier bremste spontan seinen Lauf, indem er den Boden näher in Augenschein nahm.
Freki setzte zum Sprung an als ich ihn einfach packte und zu Boden drückte. Anstatt mir zu danke humpelte Lynch fluchend davon.
Menschen!!!
Als Freki sich wieder beruhigt hatte packte ich ihn mir und besuchte erst mal das Lager der Goliaths in der Stadt. Naja sie sind verweichlicht aber ab und an hat Weichheit auch Vorzüge.
Was für eine Nacht. Hmm in der Stadt kann man doch Spaß haben. Verdammt ich hasse doch nicht alles an diesem Ort.
Wie hieß nur die Kriegerin gestern?

Als Goar noch am Überlegen ist, wie seine Abendbekanntschaft und Morgenvergnügen hieß, bemerkt er dass er den bekannten Aussichtspunkt erreicht hatte.
Eigentlich sollten hier schon seine Gefährten auf ihn warten aber irgendwie sind er und Freki alleine auf dem Dach.
„Wo bleiben die nur??? Mist, der kleine Schmierenkomödiant ist auch noch nicht auf dem Markt erschienen. Du hast ihn gestern wohl doch etwas verletzt. Ach was sollst dann warten wir halt bis das Elend beginnt.“
Während Goar auf die anderen wartet kommen die Erinnerungen schon zu ihm. Die letzte Nacht schienen nicht nur seine Fantasie sondern auch seine Erinnerungen angeregt zuhaben.

Seine Erinnerungen:
Nachdem wir den Schoßelfen von Lynch getroffen hatten ging die wilde Jagd auf den Kancks weiter.
Den Druiden hatten wir aber die verdammten Zwerge waren weg. Oder ich hatte sie damals einfach übersehen. Zwerge sind ja fast so klein wie diese Kniescheibennager namens Halblinge.
Auf unserer Flucht vor dem wütenden Stamm rannte uns eine kleine Patrouille in die Arme. Meine Kameraden hatten den Plan einfach über sie hinweg zu reiten und den Kanck in der Mitte der Gruppe mitzunehmen. Auf dem Kanck war ein Mensch zu einem schönen Paket verschnürt verstaut. Wieso meine Reisegefährten den unbedingt mitnehmen wollten… keine Ahnung.
Aber es zeigte sich bald, dass es keine schlechte Idee war.
Während meine Kameraden über die Elfen hinweg ritten, erschlug ich einfach den ersten von den Spitzohren der mir zu nah kam. Das sollte auch meine einzige Tat sein die wie von mir geplant laufen sollte.
Lynch gefiel anscheinend das Gefühl ein Stachelschwein zu sein weil er sich schon wieder mit mehreren Pfeilen spicken ließ. Er lamentierte deshalb während unserer ganzen Flucht über diesen Zustand.
Als wir während unserer zügigen Reise wegen eines Sandsturm in einer Ruine Unterschlupf suchten fanden wir auch endlich Zeit uns mit dem befreiten Paket zu unterhalten.
Der Mensch hörte auf den Namen Azlan aus der Stadt Tyr. Komisch Lynch kommt auch aus Tyr aber sie kennen sich nicht. Ich kannte damals alle aus meinen Stamm und auch die meisten der umliegenden Stämme. Menschen scheinen da anders zu sein. Oder Tyr ist anders.
Das waren damals meine Gedanken dazu. Heute kenne ich Tyr nur zu gut und verstehe warum sie sich nicht kannten.
Azlan war ein Abenteurer auf der Suche nach Reichtümern. In Tyr sorgte er als Dieb für seinen Lebensunterhalt und ein paar missglückte Aktionen trieben ihn wohl in die Wüste. Lynch verstand sich auf Anhieb mit dem Menschen. Es hatte wohl damit zutun das sie ein wenig gleich sind der eine kommt aus den Schatten und bei dem anderen befindet sich der Verstand in den Schatten.
Während der ganzen Zeit war ich ziemlich wortkarg die neuen Stimmen in mir lenkten mich zu sehr ab. Neue Geister wollen erstmal richtig verstanden werden.
Als der Sandsturm langsam abflaute untersuchten wir einen Eingang in die Ruinen den Azlan kurz bevor wir uns vor dem Sand schützen mussten erspäht hatte. Die Ruine entpuppte sich als ein Grabmal für gefallene Krieger. Was für Krieger oder welche Schlacht wussten wir nicht. Nur das sie schon sehr lange hier begraben sein mussten.
Ihre Knochen waren zu 6 Haufen aufgeschichtet mit jeweils einem Stammeszeichen. Anscheinend waren es Menschen mit verdammt starkem Überbiss,… aber für Menschen beeindruckender Statur.
Natürlich musste Lynch etwas Glitzerndes unter einem Knochenhaufen herziehen und an sich nehmen. Ist dieser dünne Mensch etwa mit einer Wüstenelster verwandt?
Irgendwie brachte er damit nicht nur den Haufen zum Einsturz sondern auch einen riesigen Gaj dazu sich für uns zu interessieren.
Nach meinem ersten Angriff auf den Käfer verschwammen meine Erinnerungen an den Kampf.
Bis heute kann ich mich nur an Schmerzen, die gigantischen Kiefer des Käferwesens und Blut erinnern.
Als meine Sicht sich wieder klärte sah ich damals die „abschätzenden“ Blicke meiner Reisebegleiter auf mich.
Lynch und Lafeya hatten Wunden am Leibe die mir irgendwie bekannt vorkamen.
Außer den Blicken meiner Kameraden konnte ich aber auch spüren, dass tief in mir drin sich etwas verändert hatte. Ich konnte damals fühlen wie die Geister mir ein weiteres Geschenk ihrer Gunst hatten zukommen lassen. Welches es war sollte ich später erfahren.

Als Goar an diesen Punkt seiner Erinnerungen ankommt nimmt er langsam wieder seine Umwelt war. Seine Begleiter sind endlich auf dem Dach erschienen, auf dem Marktplatz ist sogar nun auch Lynch zu sehen.
Was war das?
Azlan stellte ihm eine Frage, gerade als er antworten will, merkt er, dass Freki verschwunden war.
VERDAMMT! Wo ist er nur? Leichte Sorge ergreift Goar als er noch seine Gedanken versucht richtig zu ordnen.
Wen sah er da auf einmal auf dem Marktplatz neben Lynch?

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Von der weiten Steppe bis in die Gruft unter dem zerfallenen Tempel

Wir ritten, in rasantem Galopp, um möglichst viel Abstand zwischen uns und unsere Verfolger zu bringen. Doch so weit die Steppe auch ist, auf jeder rasanten Flucht stößt man auf mehr oder weniger freundliche Hindernisse.
Diesmal war das Schicksal uns doch sehr wohlgesonnen. Zuerst trafen wir Dalet, den Elf, der unsere Kanks gerettet hatte und sich uns wieder anschließen wollte. Was Lynch dem wohl erzählt hat, dass er uns immer noch glaubt, nachdem wir die Festung seines Stammes in Brand setzen.
Auch unsere nächste Unterbrechung stellte sich im Nachhinein als vorteilhaft heraus. Was zunächst nach einem schwierigen Kampf aussah, war doch schnell vorbei und am Ende war unsere Reisetruppe um ein Mitglied reicher: Azlan, man könnte ihn als Dieb bezeichnen. Mit dem werde ich es mir nicht verscherzen. Sonst sind nachher meine wenigen Güter auch verschwunden. Letztendlich scheint es mir doch ganz gut, dass Azlan jetzt mit uns reist. Je größer die Gruppe, desto sicherer in der Wüste. Und wir sind ja durchaus sehr wenige.
Nachdem sich Azlan von seinen Fesseln befreit hatte und es sich auf einem der vielen Kanks bequem gemacht hatte, ritten wir weiter in schnellem Tempo. Doch wieder kamen wir nicht so weit, wie wir gerne wollten. Ich hatte ja schon gelernt, die Wüste schläft nie: und so erhoben sich die Sandkörner und wüteten für viele Stunden. Doch ich hatte ebenfalls gelernt, die Sprache der Wüste zu verstehen, und bevor der Sturm zu schlimm wurde, fanden wir Schutz hinter einer von vier Säulen, die aus dem Sand hervorragten.
In unserem Zelt, windgeschützt aufgebaut hinter den Kanks, warteten wir das Ende des wütenden Sturms ab. Es war eng, doch waren wir froh um unsere doch recht komfortable Situation im Zelt in dem Wissen, dass es auch unseren Verfolgern nicht möglich war, weiter zu reisen.

Ich nutzte die Gunst der Stunde und unterhielt mich mit dem Druiden Klick. Seine Fähigkeit, in Gedanken zu sprechen, ist echt sehr nützlich. So konnte ich erstmal in Ruhe sein Wissen in Erfahrung bringen, bevor mir ein vorlauter Lynch oder sonst jemand in meine Pläne rein redet.
Leider konnte mir der Druide selbst auch keine Antwort auf mein Problem geben, dass mein Wald nicht mehr genug Wasser hat. Doch er bot mir an, an der Oase das Ritual des Wasser reinigen zu lernen und er nannte mir eine Druidenkonklave im Meer aus Sand. Dort, so meinte er, wäre die Chance am größten, solche Informationen zu bekommen. Ich bin sehr beeindruckt von diesem mächtigen Druiden und gespannt auf das Ritual. Es ist gut, dass ich endlich wieder einmal einen wichtigen Druiden treffe, vielleicht wird er mein neuer Lehrmeister oder gibt wenigstens etwas Wissen an mich weiter. Ich würde so gerne auch in den Köpfen sprechen können. So hätte ich die Chance, meine Ausbildung zu beenden und endgültig zu meinem Stamm zurück zu kehren.

Der Sandsturm hielt an und so beschloss ich, mich auszuruhen und viel in meine Trance. Es war, als hätte mein Stamm gespürt, dass ich des Rätsels Lösung etwas näher gekommen war. Hatten sie doch seit der Abreise von Elidrion und mir nichts mehr von uns vernommen, warteten sie bestimmt schon sehnsüchtig auf unsere Rückkehr. Sie schickten mir einen Traum.
In meiner Trance war mir, als stünde ich neben MEINEM Baum im Wald, mein bester Freund, neben der großen starken Eiche, der ich in meiner Kindheit all meine Sorgen erzählt hatte, die mir Schutz und Trost geboten hatte, als meine Eltern nicht wieder zurückkehrten, die geduldig auf mich wartete. Sie war neben Elidrion die wichtigste Konstante in meinem Leben. Ich stand neben der Eiche, doch das fiel mir erst auf den zweiten Blick auf. Sie hatte ihre Blätter verloren. Ich hatte zu lange gebraucht. Mein Freund verdurstete. Ich muss mich beeilen.

Wieder aufgewacht blieb mir wahrlich nicht viel Zeit, über diese Erscheinung nachzudenken. Der Schurke Azlan war begierig darauf, eine Höhle zu erkunden, welche sich wohl unter uns befinden musste – wir hatten Schutz gefunden in den Ruinen eines alten Tempels. Ich folgte meinen Gefährten die Treppe herunter und sah eine Gruft! Stapelweise Totenköpfe, einige von ihnen in einer merkwürdigen Form, diese Lebewesen sind mir noch nie begegnet. Mir großen Hauern, größer als von Menschen, und einem hässlichen Grinsen. Es dauerte nicht lange, bis Lynch einen Stab fand. Aber langsam kenne ich diese Welt außerhalb des Waldes und es war eigentlich klar, dass uns der Stab nicht ohne Weiteres überlassen werden würde.
Es tauchte ein Gaj auf, ein übergroßer, ziemlich ekeliger Käfer. Kämpfe sind inzwischen ja wahrlich an der Tagesordnung, doch ich habe mir bis dahin nicht vorstellen können, dass sich jemand aus meiner eigenen Gruppe gegen mich. Doch so war es, plötzlich vergaß Goar, wer er war und was er wollte und kämpfte für den Käfer. Doch glücklicherweise konnten wir mit vereinten Kräften den Käfer schnell besiegen. Wir nahmen die Gegenstände mit, die uns in der Gruft noch wertvoll erschienen. Doch ich war so in Gedanken, dass ich ihnen nicht viel Beachtung beimaß.
Ich wusste, was ich tun musste, ich wusste, was mein Ziel war, ich wusste, ich brauchte Verbündete. ich wusste, ich müsste meine Gefährten überzeugen, nach einem kurzen Zwischenstopp an der Oase und eventuell in den Katakomben von Kled, mit mir in die Meere aus Sand zu kommen. Und dann könnte ich Goar vielleicht sogar zeigen, dass es wirklich Bäume gibt und dass viele Bäume an einem Ort ein Wald sind. Und wenn ich schnell genug bin, kann ich im sogar zeigen, dass dieser Wald grün ist und lebt und dass es keinen schöneren Ort gibt, um dort selbst zu leben.

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Tumbe Schädel oder: Plötzlich ging mir nur noch dieser Käfer durch den Kopf
Die siebte Aufführung

„Verdammtes Schuppendrecksmistvieh von Wolf.“
Lynch spät in den Schatten zwischen den beiden hochaufragenden Gebäudewänden.
Einige konturlose Schemen, die auf Unrat schließen lassen… vielleicht auch den einen oder anderen Menschen der dort im stinkenden Zwielicht ein wenig nach Schlaf sucht.
Eine kleine Sandechse huscht in die Gasse.
Ein gutes Zeichen… sollte dort wirklich etwas lauern, würde dies Tier sich sicher nicht hinein wagen.
Lynch geht das Risiko ein. Schnellen Schrittes und mit angehaltenem Atem eilt er an der dunklen Öffnung vorbei.
„Oh wie ich das Vieh hasse…“ Lynch versucht so schnell es geht in Richtung Marktplatz zu eilen.
Der Zauberer zieht unmerklich sein rechtes Bein ein wenig nach und spät in jeden Schatten um nicht erneut von Goars Schoßtier überrascht zu werden.
„Da tut man mal was Nettes für das fellfreie Vieh von dem haarlosen Knilch… und was hat man davon? Anflüge von Cynophobie und Lygophobie? Verdammter Mist!“
Lynch hält inne und wuschelt sich durch sein schwarzes Kopfhaar.
„…Ich muss mich irgendwie von dem Drecksviech ablenken,… ansonsten komme ich heute nie auf dem Markt an.“
Lynch schließt seine Augen und versucht seine Gedanken weg von seiner Unruhe und hin zu der Geschichte zu lenken, die er heute den Besuchern des Marktplatzes erzählen will.
Während er im Geist noch einmal die bereits einstudierte Geschichte durchgeht, suchen sich seine Füße den Weg zu seinem Straßentheater ohne von einem überreizten Gehirn alle paar Schritte zum Anhalten oder Schleichen genötigt zu werden.

Was war gewesen?… Goar, Lafeya, Gotan, der Druide Klicktschiklack und natürlich Lynch selber waren erst vor wenigen Minuten aus der Burg des Elfenstammes der Juradai entkommen. Die beiden Zwerge die sie aus Kled heraus begleitet hatten waren verschwunden und eine Stampede von Kancks verteilte sich langsam über die Gebirgsregion.
Dann ereignete sich das Unerwartete. Dalet, der Elfentroubadour hatte sie nach ihrer Flucht abgepasst, ihnen ihre verloren geglaubte Ausrüstung zurückgegeben und sich nun letztlich vollkommen freiwillig der Gruppe angeschlossen.
Nun galt es den Druiden erst nach Kled zu bringen um die Belohnung, die Baranos versprochen hatte zu erhalten und dann den Thri-Keen zurück zu seiner Oase zu begleiten. Oh,… und es galt natürlich den Elfen zu entkommen.
Den Elfen, denen ihre kleine Gruppe genau in die Arme lief. In einem schmalen Canyon, der den einzigen Weg in Richtung Kled darstellte. Somit stand die Gruppe von Flüchtlingen erneut, mit Pfeil und Bogen bewaffneten, Spitzohren gegenüber. Ein Jagdtrupp von sechs Elfen, die einen Kanck eskortierten… und einen Menschen welcher auf den Rücken des Kancks festgebunden war.
Die Begrüßung war schnell und möglichst Schmerzvoll. Es wurden keine Grußworte oder gar Geschenke ausgetauscht. Die kleine Gruppe von Ausbrechern überritt einfach die verdutzten Elfen und Klicktschiklack überzeugte, auf Wunsch von Lafeya, mit seiner Gabe den Kanck und mit diesem natürlich auch seinen gebundenen Reiter, ihm zu folgen.

Der Kampf, wenn man ihn so nennen möchte, war schnell vorbei und es galt nun weiter den Weg in Richtung Kled einzuschlagen. Da allerdings alle Pläne, die den Faktor Zeit beinhalten zum Versagen verdammt sind, gelang eine plötzliche Weiterreise nur bedingt. Nachdem die Abenteurergruppe den Canyon verlasen hatte und der schier endlosen Wüste gegenüber standen, waren sie gezwungen zu erkennen, dass sie ihre Reise vorläufig unterbrechen und Schutz suchen mussten. Ein gigantischer Sandsturm fegte von Osten heran und würde in nur kurzer Zeit über sie hinweg rollen und in den Canyon hineinfahren.
Lafeya und Lynch suchten umgehend einen Zufluchtsort und fanden diesen in Form von vier hohen und breiten Steinsäulen, die aus dem Wüstensand emporragten und als Windbrecher fungieren würden.
Goar, der inzwischen befreite Mensch, der sich als Azlan vorstellte, Dalet und Gotan bemühten sich einen Unterschlupf gegen den Wind fertigzustellen und Klicktschiklack gab den Kancks Instruktionen wie sie die Zeit in der der Sand über sie hinweg pfiff verbringen sollten.

Als dann die ersten Sandkörner, vom Wind getrieben, anfingen zu wandern entdeckte Azlan, dass zwischen den Säulen und unter den Dünen verborgen eine Art von antikem Tempel oder Grabmal verborgen war. Die Untersuchung dieses Gebäudes musste allerdings zunächst noch warten, da der Wind das Überleben außerhalb des aufgestellten Unterstandes nahezu unmöglich machte.
Und so verbrachten die Reisenden in der Enge des aufgestellten Zeltes und umgeben von tausenden Tonnen fliegenden Sandes die Zeit mit dem gegenseitigen Vorstellen und der wohlverdienten Rast.
Azlan offenbarte sich als Glücksritter mit … nun … einem schattigen Hintergrund, den das Glück anscheinend verlassen hatte. Der junge Mensch war allem Anschein nach aus Tyr, der großen Metropole in der auch Lynchs Reise begonnen hatte und so verbrachten die beiden die Zeit ihrer gemeinsamen Wache mit zahlreichen Gesprächen und Fachsimpelei. Doch auch die unweit entfernte Ruine war Gegenstand ihrer Gedankenspiele und nach zahlreichem Hin und Her und Abwägen des geschichtlichen Hintergrundes der Region einigte man sich letztlich darauf, den Ort als eine Gruft anzusehen, in der sich höchstwahrscheinlich die Gebeine zahlreicher Krieger finden würden.

Es dauerte mehrere Stunden bis der Sandsturm nachgelassen hatte und mit wahrlich ergebener Dankbarkeit verließen alle Reisenden das große Zelt in dem sich Düfte manifestieren, die schon fast materielle Existenz erreicht hatten. Das Licht der Sterne offenbarte eine gänzlich veränderte Landschaft. Zwar standen sie noch immer in einer Wüste, doch die umherfliegenden und alles vernichtenden Partikel des Sturms hatten den Rückweg in den Canyon verschüttet und das was Lynch und Azlan als Kriegergrabmal beschrieben hatten nahezu gänzlich vom Sand befreit.

Vielleicht war es zu jenem Zeitpunkt keine weise Entscheidung gewesen, das Grabmal zu untersuchen, da die noch immer ihnen nachjagenden Elfen nach ihnen suchten, doch ein solches Relikt aus vergangenen Tagen wie es vor ihnen lag konnte einfach nicht ignoriert werden. Der dunkle Eingang schrie förmlich nach einer Erkundung und lockte die Abenteurer in seinen Schlund.
Goar, Lafeya, Lynch und der nun offiziell der Gruppe angeschlossene Azlan wagten den Weg in die bis vor kurzem unter dem Sand verborgenen Kammern während die übrigen zurückblieben und das Lager abbauten um möglichst zügig weiterreisen zu können.

In der muffigen Schwärze des Grabmals machten die vier Entdecker dann eine wahrlich seltsame Begegnung. Sechs Haufen von Gebeinen, jeder mit einer unbekannten Standarte aus längst vergangenen Tagen markiert, füllten den einzelnen Raum nahezu zur Gänze aus. Knochen… unzählige Knochen. Allerdings von keiner uns bekannten Rasse. Die Gebeine gehörten zweifellos zu einer humanoiden Rasse, annähernd menschengroß, allerdings kräftiger, stämmiger und robuster. Doch das Seltsame waren die Schädelknochen. Welche Wesen auch immer dort in Kriegerehre begraben wurden, sie hatten eine unglaublich breite und flache Stirn, breite Nasen und ein Gebiss, welches mit seinen markanten Eckzähnen eher an das eines Raubtieres erinnerte.
Doch dies waren nicht die einzigen bedeutenden Entdeckungen die sie machten. Gemeinsam mit den unbekannten Kriegern wurden anscheinend auch einige Waffen und Rüstungen beigesetzt und so hielt der findige Lynch schon nach einer kurzen Zeit ein uraltes Artefakt in seinen Händen.
Nun leider hielt die Freude über den Fund nicht lange, da ein gigantisches käferähnliches Wesen sich aus den Schatten erhob und mit seinen furchtbaren mentalen Kräften die vier Abenteurer angriff.
Der Gaj-Gedankenjäger bescherte, in seinem Heim in welches die Reisenden gestolpert waren, ihnen einen furchtbaren Kampf auf Leben und Tot. Vor allem die Gabe des Gaj, die Gedanken seiner Opfer zu vernebeln, stellte sich als große Gefahr dar. Besonders nachdem Goar dieser Macht verfiel und sich geifernd auf Lynch und Lafeya stürzte. Nach einem langen und wahrlich überraschenden Kampfverlauf unterlag letztlich die Bestie (… der Gaj, nicht Goar) und fiel leblos zu Boden.
Nachdem die ersten Wunden versorgt waren, erbeuteten die angeschlagenen aber siegreichen Abenteurer noch einzelne andere Gegenstände aus der Gruft, die ihnen auf ihrer noch kommenden Reise nützlich sein sollten.

Lynch tritt auf den Marktplatz und schirmt seine Augen mit seiner Hand gegen das helle Licht ab. Ein Lächeln stielt sich auf sein Gesicht als er zurück in die schattigen Gassen blickt aus denen er kommt. So überlistet man einen Verstand… Ablenkung.
Er ist fasziniert davon wie einfach und erfolgreich sich dies Vorgehen immer wieder zeigt.
Der Zauberer holt noch einmal tief Luft… das Aroma des Marktplatzes ist wirklich bemerkenswert. Schweiß und andere Körperausdünstungen mischen sich mit dem Geruch von frischem Leder, aromatischen Gewürzen, gebratenem Fleisch und süßen, verführerischen Düften.
Lynch betritt mit einem breiten Grinsen den Marktplatz und wandert zu seiner Kiste. Hier und da grüßen ihn die Leute. Ja, für so etwas wurde er geboren.
Lynch Laune befindet sich auf dem Scheitelpunkt als er sieht, dass sich bereits die ersten paar Dutzend Personen eingefunden haben um seiner Geschichte zu lauschen. Nun, er würde sich Mühe geben sie nicht zu enttäuschen. Aber vorher galt es noch sich um das leibliche Wohl zu bemühen.

Lynch wendet sich dem Thri-Kreen Guck zu und erfreut sich an dem regen Treiben, dass die zahlreichen Kinder hier veranstalten. Der gesamte Marktplatz kommt Lynch in diesem Moment vor wie eine große Bühne, die nur auf seinen heißersehnten Auftritt wartet.
Lächelnd und scherzend unterhält er sich mit dem freundlichen Händler, den netten Kindern und den begeisterten Eltern, als eine in eine Robe verhüllte Person sich an Lynch wendet und ihn mit einem leicht nasalen Tonfall anspricht.
„Lynch?“
„Hm?…“ Der Magier blickt unter die Kapuze und schlägt diese dann gegen den Willen der Person mit einer Bewegung blitzschnell zurück. Zum Vorschein kommt ein Mann der anscheinend erst vor kurzem eine Kneipenschlägerei mehr als deutlich verloren haben muss. Die hellbraunen Haare liegen wild am Kopf an und das rechte Auge ist gänzlich zugeschwollen. Ebenfalls scheinen der Person einige Zähne zu fehlen. „Entschuldigung, aber diese ganzen geheimen „Kaputzentragaktionen“ finde ich immer sehr anstrengend… ich sehe gerne mit wem ich spreche… Moment mal… Kylan? Bist du das? Meine Fresse was ist mit dir denn geschehen?“
Die Person schlägt die Kapuze wieder hoch.
„Ja, Kylan. Und ich wäre dir dankbar, wenn du meinen Namen nicht so raus brüllen würdest. Lynch.“
„Ich warte hier schon seit Tagen auf dich. Sag mal wo warst du?…“ Lynch unterdrückt ein Kichern, als er erneut in das zerschlagene Gesicht seines alten Freundes blickt „…Und was ist mit dir passiert?“
„Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat Freund. Geschäfte. Du kennst das ja. Was mein Gesicht angeht. Nun sagen wir ich hatte eine Begegnung mit einem unfreundlichen Goliath… ich bin dankbar lebend von diesem Wahnsinnigen davon gekommen zu sein. Aber lass uns später bei einem Getränk darüber sprechen. Die Leute warten anscheinend auf dich … du solltest sie nicht warten lassen. Ich bleibe in der Nähe und wenn du so weit bist, besprechen wir alles weitere.“
„Du solltest dir die Show angucken Kylan. Sie wird dir gefallen und du wirst dabei deine verlorene Prügelei vielleicht vergessen.“
„Ich dachte du hast nach diesem einen Vorfall aufgehört mit den brennenden Äxten zu jonglieren Lynch?… Schön zu sehen, dass du dich nicht entmutigen lässt.“
Lynch verdreht kurz die Augen als er seinen alten Freund und Kontaktmann an der Schulter ergreift und zur Kiste führt. Egal … er würde sich an diesem wunderschönen Tag nicht die Laune verderben lassen … und sein Hinken war auch schon fast weg.

Etwa 90 Meter gen Westen und 13 Meter höher befinden sich Goar, Azlan und Dalet auf dem inzwischen ebenfalls bekannten Aussichtsposten.
„Was meint ihr? Ist das wohl Lynchs Kontaktmann auf den wir schon so lange warten?“
Azlan blickt über die Menge der Personen unter ihm.
„Scheint zumindest so Dalet. Lass uns mal abwarten und schauen was passiert. Oder was denkst du Goar?“
„Hmmm….“
„Goar?!“
Der Goliath wendet sich seinen beiden Begleitern zu.
„Tschuldigung… war grad in Gedanken.“
„Wegen deinem Kuschelmonster?“
„Seltsam… es sieht Freki gar nicht ähnlich sich einfach so davon zu machen. Es scheint so als habe er in der Menge etwas Leckeres gewittert. Ich hoffe es geht ihm gut.“ Goar wendet sich den beiden zu und folgt ihrem Blick über das markttreiben hin zu Lynchs Stand. „Moment mal… das Kapuzineräffchen neben Lynch kenne ich doch von irgendwoher…“
Die Stirn des Goliaths legt sich in Falten während der Elf und der Mensch einmal synchron mit den Achseln zucken. Sollte Goar nun wirklich anfangen zu denken, würde es sicherlich eine Weile dauern.

Aus einer Seitengasse beobachten zwei karmesinrote Augen wie Lynch mit einem Fremden im Arm in Richtung seiner Kiste geht. Aus Frekis Kehle dringt ein leises Knurren in dem sich mehr als bloßer Apetit wiederspiegelt…

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Frekis Revange
Goars Erinnerungen

„Komm her Freki. Lynch wollte dir doch nur helfen. Und es hat doch auch funktioniert. Dir geht’s doch wieder besser. Los komm! Der kleine Aufschneider schmeckt dir eh nicht.“…

Goar versucht den leicht verärgerten Freki weiter in die dunkle Gasse des Marktplatzes zu zerren und ihn gleichzeitig davon abzuhalten hinter den scharlatanmäßig handelnden Wunderheiler namens Lynch her zu rennen.
Freki scheint wirklich nicht ganz von Heilmethode des egoistischen Magiers begeistert zu sein.

Nachdem Goar den wütenden Schuppenwolf um einige Ecken geschoben hat und Lynch außer Sichtweite ist, beruhigt sich Freki auch einwenig und fängt an auf sein Herrchen zuhören.

Als die beiden um eine weitere Ecke Richtung ihres Aussichtspunkts gehen, spricht sie auf einmal eine in einem schwarzen Umhang gehüllte Gestalt an.
„Hey. Hättest du und dein Schossmonster nicht Lust ein paar leicht verdiente Münzen zu bekommen ? Ich suche einen Schläger, der mir und meinen Freunden helfen kann ein paar widerspenstige Sklaven zur Ordnung zu rufen. Du und dein Haustier wären genau das was ich suche um diese blöden Goliaths zu lehren wer hier der Chef ist. Kaum holt man sie aus ihren stinkenden Hütten aus den verdammten Bergen in die Stadt. Fängt dieses faule Pack auch schoooo…aaaarrgggghhh hust röchel*..“ weiter kommt die Gestalt, deren Gesicht bis vor wenigen Augenblicken von einer schlichten abgewetzten Maske bedeckt war, nicht.

Nach bester barbarischer Verhandlungsart lässt Goar seine Faust mitten in die Kapuze der Gestalt einschlagen um ihn zu zeigen was er von dem Angebot hält.
Nach dem nächsten Schlag geht nicht nur die Maske kaputt sondern auch der Kapuzenträger zu Boden, hinter der zerstörten Maske zeigt sich das blutige Gesicht eines hässlichen pockennarbigen Menschen.
Aus den Schatten lösen sich auch sofort drei weitere Gestalten, sie sollen wohl die Beschützer des Maskenträgers darstellen. Zwei von ihnen beschließen aber spontan dass sie für diesen Job definitiv nicht genug bekommen als Freki ansatzlos seine Wut an dem dritten Aufpasser auslässt. Nachdem der Schuppenwolf sich ein wenig an dem Unglücklichen abreagieren konnte.

„FREEEKKKKIIIIII SSSSTTTTOOOPPPPP!!!! Lass den Typen am Leben. Der kann ja nichts dafür das er einem Penner folgt und wir schlechte Laune haben. Außerdem will ich keine Leichen hier.“ Goar unterstützt seine Worte an Freki mit seinem geistigen Talent, während er den Schuppenwolf von seinem unglücklichen Opfer entfernt.
Bilder im Geist sind einfach besser als jeder trainierte Befehl.

„So und nun wieder zu dir. Du Penner siehst zu das du Land gewinnst bevor ich es mir doch noch anders noch überlege und deine Überreste in diesem ganzen verdammten verseuchten Viertel verteile. Einer der Händler verwandelt dich bestimmt in eine Wurst für seine behämmerten Kunden wenn er dich findet….. Bei diesen Worten gibt er dem unglücklichen ehemals Maskierten noch einen kräftigen Tritt in den Bauch, der ihn in einen Dreckhaufen in der gegenüberliegenden Gasse befördert.

Nach ein paar zusätzlichen Umwegen um etwaige Verfolger loszuwerden befindet sich Goar wieder auf dem wohlbekannten Dach in der Nähe des Marktplatzes. Auf diesem bereitet sich sein Reisegefährte Lynch auf die Vorführung des heutigen Tages vor. Die Menge um seinen improvisierten Stand ist auch heute wieder etwas grösser geworden.

„Hmmm ich verstehe einfach nicht was die Leute an seinen Lügengeschichten finden. Wenn er wenigstens wieder mit Äxten oder Feuer jonglieren würde. Aber das hier ist doch langweilig. Keine Gefahr kein Blut. Nur Worte und billige Taschenspielertricks. Menschen!!! Ich werde sie nie verstehen“…. Goar macht es sich gemütlich um in der nächsten Zeit seiner gewohnten Aufgabe auf dem Dach nachzugehen und um sich den Marktplatz und die Show anzuschauen.

Als Lynch mit seiner Show beginnt schicken auch wieder die Geister in Goars Innerem ihm die Erinnerung an vergangene Zeiten. Diesmal nur etwas stärker als zuvor. Weil diese Ereignisse für einen von ihnen von besonderer Bedeutung sind. Sie führten zu seinem Erwachen in Goars Körper.

Die Erinnerungen und Visionen eines schlichten Goliaths oder vielleicht auch nicht ganz so schlichten:

Feuchtigkeit, halbdunkel, moder und wieder gefesselt. Wie waren wir nur wieder hier rein gekommen??
Die Elfen hatten uns gefangen genommen.
Einfach in die Masse der Elfen zu springen als mir die Bänken zum werfen ausgegangen waren war wohl nicht meine beste Idee des damaligen Tages. Aber ok, ich hatte vier von ihnen unter mir begraben. Die anderen Elfen waren leider nicht so beeindruckt und stürzten sich einfach auf mich um mich am Boden zu fixieren.
Wirklich eine dumme Idee, aber auch eine lustige. Als sie uns dann, in das zum Gefängnis umfunktionierte, Kellergewölbe geschmissen hatten konnte ich mich auch nicht mehr beherrschen und erstmal richtig lachen.
Das Lachen tat wirklich gut. Der ganze Ärger der letzten Reisetage bahnte sich einen Weg aus meinem Körper in diesem Lachanfall.
Den Gesichtern meiner Reisegefährten war zu entnehmen das sie nun dachten ich wäre komplett verrückt geworden.
Als mein Lachanfall nachließ befreite ich mich von meinen Fesseln. Die Spitzohren hatten sich wirklich Mühe gegeben. Aber mit einwenig Kraftanstrengung gab das Riesenhaar auch schon nach.
Den beiden mürrischen Zwergen half ich auch aus ihren Fesseln während Lynch seine mit einer Tonscherbe zerschnitt. Irgendwie wollte er nicht dass ich Hand anlege.
Lafeya war in der Zwischenzeit erfolgreich als Spinne entkommen. Nachdem sie den Druiden gefunden hatte kam sie auch endlich als kleine Wüstenspinne zu uns ins Verlies.
Ich war sehr überrascht dass sie es fertig gebracht hatte den Druiden zu finden und nicht zertreten zu werden.
Leider verwandelte sich unser Leuchtaugenspitzohr nicht zurück in eine Eladrin.
Weil so eine Spinne nicht viel sagen kann, egal ob Druide oder nicht, war das Ausarbeiten eines Plans etwas schwieriger. Am liebsten wäre ich einfach durch diese Tür gerannt und hätte mir den Weg zu dem Druiden freigekämpft.
500 Elfen bringen aber auch mich dazu Zeitweise geduldig zu sein.
Lynch hatte mit Lafeya zusammen ein System entwickelt um mit einander zu reden. Naja er stellte nur Fragen oder machte Pläne und unsere Druidenspinne sprang einmal für ja und zweimal für nein.
Irgendwie verstand sie es aber nicht den ab und an sprang sie auch drei, vier oder zigmal.
Der Plan nahm aber trotzdem Form an und Lafeya verschwand um den Insektendruiden zu befreien.
Nachdem endlich Lynch mir die Erlaubnis gab die Tür aufzuschlagen rannte ich einfach durch sie und tötete die schlafende Wachelfe im Wachraum.
Zur damaligen Zeit fragte ich mich was mit diesen Elfen los ist jedes Mal wenn sie einen Auftrag hatten fingen sie anscheinend an einzuschlafen wenn sie nicht beobachtet wurden.
Lynch nahm die Kleidung des toten Elfen an sich um sich als Wachelf zu verkleiden.
In dieser Verkleidung sollte er zuerst die anderen Elfen in der Nähe nacheinander zu uns in den Tot locken und danach im Kanckgehege eine Explosion auslösen.
Irgendwie fielen die anderen Elfen auf unseren Krüppelelf rein. Ich verstehe einfach nicht wie dieser verrückte Magier soviel Glück haben kann. Jeden anderen hätten die Elfen sofort entdeckt und getötet.
Aber diesen verrückten Menschen konnten die Elfen einfach nicht enttarnen.
Oder wir hatten damals einfach nur verdammtes Glück.
Während ich mit den Zwergen zusammen den improvisierten Thronsaal dieses größenwahnsinnigen Elfen durchsuchte, schlich Lynch wie vorgesehen in das Kanckgehege um in der Herde den besten Platz für die Explosion zu finden.

Die Explosion die der kleine Magier auslöste war auch gleichzeitig mein Zeichen die größte Kloake in dieser Ruine anzuzünden. Einfach eine beschissene Idee seine Scheiße in einem Graben vor seinen Hauptmänner zu schütten.
Mit Hilfe einiger Fackeln brachte ich das ganze zu einer schönen Explosion. Die Kancks reagierten wie gewünscht mit noch mehr Panik.
Sie strömten nun in Richtung Ausgang und trampelten einfach alles auf ihren Weg nieder.
Sie bahnten sich ihren Weg in die Freiheit. Weg von den Feuern durch das Haupttor und uns damit einen Weg raus aus der Festung.

Ich rannte durch das Feuer der Explosion um zu den Kancks zu kommen. Vor mir war einer der von einem Elfen gerade eingefangen wurde.
Schnell sprang ich dem Elfen von hinten ins Kreuz und weiter auf den Rücken des Riesenkäfers.

Die Elfen rannten kopflos durcheinander leider waren ihre Anführer abgebrühter als uns lieb war. Sie sorgten dafür dass sich schnell Trupps organisierten um die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen und heraus zu finden, was überhaupt passiert war.

Auf unserer waghalsigen Flucht auf dem Rücken der wildgewordenen Kancks wurden wir leider schnell von ein paar Anführern entdeckt. Sie gaben Befehl an die Bogenschützen des Stammes uns unter Dauerfeuer zu nehmen.
Ihnen war komplett egal wie viele ihrer Kancks sie bei dem Versuch uns aufzuhalten verletzen oder töten würden.

Mehrere Pfeile trafen mich damals, der Geist des Ragedrages tobte in meinem Inneren.
Als ich kurz davor stand Ohnmächtig zu werden sah ich ihn in mir… an seinen Fesseln zerrend.
Er wollte raus um die Feinde die uns peinigten zu vernichten sie zu zerstampfen. Notfalls sie mit den Zähnen zu zerreißen.
Aber ich hielt ihn zurück ich durfte mich nicht der Wut hingeben. Ich musste auf diesem Riesenkäfer bleiben. Alles andere wäre mein sicherer Tod gewesen.
Der Geist schrie in mir immer weiter und auf einmal antworte ihm etwas.
Eine zweite Stimme in mir wurde immer kräftiger und ich fühlte ihre Wut, ihre Kraft. Sie schien von überall herzukommen. Die Stimme der Geister des Windes und des Sandes in den Bergen. Sie waren schon immer in mir gewesen.
Doch endlich konnte ich sie hören. Ihre Wut über das Schicksal dieser Welt und ihr Versprechen. Das Versprechen mir zu helfen.
Das Versprechen Rache an den Wesen zu nehmen, die die Welt nur vernichten wollen.

Als ich wieder aus der Schwärze in mir an die Oberfläche meines Verstandes kam und wieder meine Umwelt wahrnahm, merkte ich, dass wir aus der Festung der Elfen entkommen waren. Vor uns stand Lynchs kleiner Schosself mit unseren Kancks.
Wie hatte nur dieser kleine Magier den Elfen so gut an sich binden können?

Als diese Frage in Goars Geist erscheint, wacht er wieder aus seinen Erinnerungen auf.

„Merkwürdig ich kann mich gar nicht erinnern eingeschlafen zu sein….. Gerade als Goar dies zu seiner Umwelt sagt, nimmt er noch gerade wahr wie Freki sich zu ihm umschaut und vom Dach springt, um zu Lynch zu kommen.

„Mist er scheint dem Aufschneider immer noch nicht verziehen zu haben.“ Mit diesen Worten macht sich auch der Goliath auf dem Weg um den Schuppenwolf davon abzuhalten seinen Kameraden ein wenig zurechtzustutzen.

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Pyromanie... Jetzt oder nie
Die sechste Aufführung

Ein kehliges Würgen dringt aus einer der dunkleren Seitengassen der Stadt.
Ein näherer Blick in das Zwielicht enthüllt drei Schemen. Eine große und eine eher unauffällig wirkende Gestalt hocken gebeugt über den Umrissen einer sich krampfartig bewegenden Figur.
„Hm… meinst du es ist was Ernstes?“
„Ich hoffe nicht.“
Die beiden Stimmen klingen stark unterschiedlich. Die der größeren deutlich besorgt und die andere nüchterner ein wenig irritiert.
„Sonst benimmt er sich doch nicht so oder?“
Die große Gestalt blickt den Mann erbost an.
„Nein Lynch! Er benimmt sich sonst wirklich nicht so! Ich weiß nicht warum er solche Probleme hat. Hilf mir oder verpiss dich an deinen schwulen Stand!“
Ein undeutliches und animalisch wirkendes keuchendes Würgen unterbricht das Gespräch zwischen Goar und dem irritierten Magier.
„Ruhig Freki. Herrchen ist da und passt auf dich auf.“
„Sag mal Goar. Was hat dein Kleiner denn in letzter Zeit gefressen?“
„Öh…so ziemlich alles was kleiner war als er. Mann Lynch du sandverkrustets Arschloch! Entweder machst du nun was oder gehst mir aus der Sonne. Mein kleiner hat hier echte Probleme und braucht keinen Ernährungsberater.“
Erneut dringt ein lautes Würgen aus der Gasse.
Der besorgte Goliath streichelt sorgenvoll über die einzelnen Rückenschuppen seines monströs wirkenden Haustieres.
„ich meine ja nur. Es wirkt auf mich so als habe dein kleiner was gefressen, was ihm gar nicht bekommen ist.“
Einzelne Denkfalten entstehen auf der riesigen Stirn von Goar.
„Nun… da waren die zwei dutzend Steaks, die paar Hühner, ein ganzer Schwung Eidechsen, zehn Kartons mit Eiern, Das Schoßtier von diesem ätzenden kleinen Kind, dreimal deine kleine Succubi, Lafeyas rechten Schuh, meinen Turban, drei Portionen von dem Futter, das der Halbling auf dem Markt vertickt, dann die Hand von dem Mule der ihn füttern wollte, diese Kancklarven die auf dem…“
„Whoa! Warte… Er hat dem Mule die Hand abgebissen?“
„Naja nicht ganz. Drei Finger und einen Teil von seinem Daumen.“
Lynchs Gesicht umspielt ein Lächeln
„Kannst du dich noch daran erinnern als Gotan sich an dem Geflügelknochen verschluckt hat?“
„Klar kann ich das. Ich habe ihm so stark auf den Rücken geschlagen, dass der Beinring von dem Vogel, der sich in seinem Hals verkantete hatte dir mit solcher Wucht gegen die Schläfe knallte, dass… Moment… glaubst du etwa…?“
Lynch holt mit einer Holzlatte aus und drischt dem Schuppenwolf diese mit all seiner Kraft zwischen die Schulterblätter. Das massiv gepanzerte Wesen gibt ein letztes spuckendes Keuchen von sich, bevor es kräftig und tief durchatmet und ein dunkles grollendes Knurren in Richtung von Lynch abgibt.
„Tada! Reinste Magie. Äh… Goar… ich glaube dein Freki ist sauer auf mich… würdest du bitte…Goar?… Er guckt mich so … oh oh.“
Lynch weicht vor dem drohend näherkommenden Schoßmonster von Goar zurück und stürzt auf seinen Hintern.
„Ich glaube du solltest lieber laufen Lynch. Ich versuche ihn zurückzuhalten aber ich glaube mein kleiner Freki ist in solchen Sachen nachtragend…. Aber hey, danke für deine Hilfe.“

Lynch rappelt sich hoch und taumelt schnellen Schrittes aus der Gasse, während Goar versucht den immer tiefer grollenden Freki zurückzuhalten.

Endlich raus aus der Gasse. Lynch legt die Strecke bis zum Marktplatz in einer Rekordzeit zurück und sackt letztlich laut atmend gegen eine Wand. Er gibt sich Mühe seine brennende Lunge zu kontrollieren, hält seinen Atem an und lauscht ob er entweder das warnende Knurren Frekis oder das im Galopp scheppernde Aneinanderreiben seiner Schuppen vernehmen kann.
Aber alles bleibt verhältnismäßig still. Kein Anzeichen dafür, dass ein schuppenbewehrtes Monster ihn gleich Anspringen wird.
Langsam entspannen sich Lynchs Muskeln wieder. Erst jetzt merkt er, dass er etwas aus der Gasse mitgenommen hat. Er öffnet seine rechte Hand und schaut sich die Wurzel des Unheils an. Nun eigentlich ist es mehr ein Ableger als eine Wurzel. Der Finger ist sauber abgebissen und zeigt keine Spur einer ansetzenden Verdauung und an der Fingerwurzel befindet sich ein golden glänzender leicht irisierender Ring.
„Na dann war die ganze Aufregung wenigstens für etwas gut.“
Lynch zieht den Ring ab und steckt ihn sich probehalber selber an. Ein zufriedenes Lächeln umspielt die Züge des herangehenden Tierarztes als er bemerkt wie genau der Ring passt.
Vielleicht würde es heute ja noch ein schöner Tag werden. Zumindest fing er ja vielversprechend an. Lynch wirft den nun unnützen Ringfinger des Mules über seine Schulter und tritt auf den Marktplatz.

Der leicht egozentrisch veranlagte Magier genießt diese Momente. Er schreitet an den Ständen vorbei und winkt seinen Auftraggebern einmal lächelnd auf dem Weg zu seiner Kiste zu.
„Ladys und Gentlemen!…“
Lynch streicht sich seine Kleidung zurecht und streckt sich einmal kurz bevor er mit seinem Auftakt fortfährt.
„Liebe Jungen und Mädchen! All ihr die, die ihr euer Geld für diese vorzüglichen Waren ausgebt und auch ihr, die ihr durch die Menge streicht und den Leuten die Geldbörsen abschneidet.“
Automatisch greift eine Großzahl der Leute in der Menge an die Stelle wo sie ihre Börsen vermuten.
Ein amüsiert wirkendes Lächeln huscht über das Gesicht des Magiers. So schnell bekommt man die Aufmerksamkeit der Menge. Er räuspert sich und trägt weiter seine einstudierte Geschichte vor.
„Verzeiht mir bitte, dass ich euch gestern an einer solch spannenden Stelle auf die Folter spannen musste. Aber vertraut mir, ich werde euch heute dafür entschädigen so ihr gewillt seid meinen Worten zu lauschen und mir ein wenig eurer Zeit zu schenken.“
Lynch gibt der ersten Gruppe von Personen Zeit sich entspannt hinzustellen und begibt sich hinter seine kleine und inzwischen auf dem Markt schon recht bekannte Kiste. Er macht eine kurze, unnütze und effekthaschende Bewegung mit seinen Händen und die winzige Arena in der er stets die Bilder zu seinen blumigen Geschichten projiziert, erscheint gemeinsam mit den stets wechselnden Bildern vor den Augen der Anwesenden.
„Gestern entließ ich euch aus meinem Bericht mit der Situation in der unsere Helden vom finsteren Elfenfürsten Tugadai gefangen genommen wurden. Goar, Katcha und Katschung die beiden uns zur Seite gestellten Zwergenwächter und ich selber sorgten durch unser Verhalten für ausreichend Ablenkung, so dass Lafeya mit der Hilfe ihrer formwandlerischen Fähigkeiten als winzige Spinne der Gefangennahme entgehen konnte.
Während also die Männer, ihren Waffen entledigt, in den Kerker gestoßen wurden, machte sich unsere weibliche Mitstreiterin, auf acht filigranen Beinen, auf den Weg die Festung zu erkunden und nach dem gesuchten Druiden zu schauen.
Goar, die Zwerge und der von euch so geschätzte Lynch mussten sich also in einem finsteren Loch unterhalb der Feste in Geduld üben, Pläne schmieden und warten bis Lafeya zu uns zurückkehrte. Allerdings nicht, um darauf zu hoffen, dass sie uns befreien würde. Die Maßnahmen, mit denen wir gefangen gehalten wurden waren nämlich nur von sehr geringer Wirkung, wenn man die Macht von Goars Muskeln und unseren Einfallsreichtum in Betracht zog. Wir warteten lediglich geduldig ab, bis unsere Spinnenlady die benötigten Informationen beschafft hatte.

Vertaut mir liebe Zuhörer. Die Zeit die man alleine mit zwei Zwergen und einem Goliath zusammen in einem finsteren und dunklen Loch verbringt scheint sich ewiglich zu ziehen. Und so hatten wir im Gegensatz zu Lafeya nur eine wirkliche Bedrohung…Langeweile. Die Eladrin wand sich durch die Wachen und durchstreifte die Festung auf der Suche nach dem Thri-Keen während wir uns Partyspiele improvisierten. Die Zeit schien sich ewig hinzuziehen und die zahlreichen kleinen Spiele die wir im Kerker machten ließen uns langsam wahnsinnig werden. ‚Ich sehe was, was du nicht siehst‘ in Finsternis zu spielen wird nach nur wenigen Minuten wahrlich nervenzermarternd.
Als dann Lafeya letztlich in ihrer Spinnengestalt sich zu uns gesellte und uns zu erkennen gab, dass sie den gesuchten Druiden gefunden hatte, kam endlich unsere Zeit aktiv zu werden. Wir machten eine feste Zeit für unseren Ausbruch aus und planten das, was auch schon bei unserer Gefangennahme gut gewirkt hatte. Chaos. Und zwar viel Chaos.
Wir sandten Lafeya die immer noch die Gestalt der Spinne behielt los um den Druiden zu befreien und machten uns daran die nötigen Rahmenbedingungen für unser Entkommen zu schaffen.
Da die Wache vor unserer Tür eingeschlafen war gestalte sich unsere Flucht aus der Zelle, als es an der Zeit war, letztlich sehr unspektakulär. Goar und die beiden Zwerge brachen die Tür mit einem gewaltigen Schlag aus den Angeln und nachdem der Elf in Windeseile überwältigt war, verkleidete ich mich als Wächter um nach möglichen weiteren Aufpassern zu sehen und möglichst unerkannt zu bleiben. Natürlich hatten wir bei unserer Flucht aus dem Raum Lärm gemacht und tatsächlich kamen mir auf dem Weg zwei weitere Wächter entgegen, welche ich Dank meiner bescheidenen Schauspielereien versichern konnte, dass alle in Ordnung sei und sie ruhig im Keller nach dem Rechten sehen sollten während ich mich weiter oben umsehen wollte.
Goar, Katschung und Katcha machten einen kurzen Prozess mit den beiden unvorbereiteten Wächtern und ich … nun ich schaute mich weiter um. Unsere Wächter waren sehr unvorsichtig und nachsichtig gewesen und so fanden wir nur wenige Treppenstufen entfernt sämtliche uns abgenommenen Güter und Waffen wieder.
Der einzige übrig gebliebene Wächter, den ich in der Nähe unseres vorrübergehenden Gefängnisses auffinden konnte wurde letztlich auch schnell und geräuschlos von uns überwältigt.
Die Elfen in der Festung hatten anscheinend während unserer Gefangennahme verzweifelt versucht Lafeya aufzuspüren und suchten verzweifelt nach ihr. Überall wuselten sie in Gruppen herum, schauten in die Schatten und beratschlagten sich, was sie als nächstes tun sollten. Selbst Tugadai hatte seinen Thronsaal verlassen und bewegte seinen hochwohlgeborenen Allerwertesten durch die Räume seiner Festung um die Augen nach der verschwundenen Eladrin offen zu halten.
Ein gutes Zeichen aus unserer Warte. Also hatten sie Lafeya immer noch nicht gefunden und unser Plan ging auf.
Also machte ich mich in meiner Verkleidung auf den Weg durch das Lager. Ein einsamer kleiner Lynch umringt von mehreren hundert bewaffneten Feinden und doch steht er hier um davon zu berichten. Glaubt mir werte Spectatores mein Herz schlug damals so laut, dass ich befürchtete alleine durch dessen Geräusche mich zu verraten. Manchmal ist es von Vorteil sich ganz klein und unauffällig verhalten zu können um verstohlen und geheim durch die Reihen derjenigen zu schleichen, die nichts Gutes von einem wollen. So gern Goar und die Zwerge es selber getan hätten, oblag es doch mir mich durch das Lager zu bewegen und unseren Plan auszuführen. Es hätte schon besondere Begabung bedürft die Elfen davon zu überzeugen einen der dreien für einen Elfen zu halten.
Der Gedanke die beiden Zwerge aufeinander zu stellen war zwar verlockend aber leider doch unpassend.
In der Hoffnung, dass auch Lafeya in der Zwischenzeit ihren Teil des Plans ausgeführt hatte machte ich mich an die Vorbereitungen und platzierte in dem gigantischen Gehege in dem die Kancks der Elfen gehalten wurden die Ölftaschen die ich in Kled wohlweißlich erworben hatte.
Lafeya berichtete mir später von ihrer Begegnung mit dem Thri-Keen Druiden der sich Klicktschiklack nannte und auch von den Umständen ihrer Flucht, die zu dem von uns vereinbarten Zeitpunkt begann.
Ich lies das Öl in einer gewaltigen Explosion sich entzünden und schwang mich zum Beginn der einsetzenden Stampede, der in Panik durchgehenden Kancks, auf den Rücken eines der größten Tiere.
Zeitgleich schleuderte Goar Feuer in den von Unrat und leicht brennbaren Material gefüllten Graben innerhalb der Burg, der das gesamte Gelände in ein Flammenmeer verwandelte. Das von uns angestiftete Chaos entfaltete mit dem letztlichen Durchgehen der Kancks die Wirkung die wir uns erhofft hatten.
Elfen schrien und rannten durcheinander und wurden von den aus der Burg rennenden Kancks niedergetrampelt. Und lasst mich euch berichten werte Zuhörer wie sehr mir das Herz aufging, als ich beobachten konnte wie auch Lafeya in ihrer Eladringestalt in Begleitung eines Thri-Keen sich auf den Rücken zweier weiterer Kancks schwangen.
Goar und die beiden Zwergenbrüder schienen es ebenfalls zu schaffen auf die Welle der Kancks aufzuspringen und so brachen wir wieder in Richtung Freiheit auf. Leider muss ich euch an dieser Stelle gestehen, dass meine Einschätzung der Situation in einer Sache nicht gestimmt hatte. Ich war mir sicher gewesen, dass die Elfen zu lange verdutzt seien würden um etwas gegen uns zu unternehmen. Leider erholten sie sich jedoch schnell von ihrer Überraschung und schossen Pfeil auf Pfeil folgend in die tobende Menge von Kancks um uns und den Druiden an der Flucht zu hindern… und lasst euch von den zahlreichen verheilten Pfeilnarben auf meinem geschundenen Körper davon berichten… es waren ausgezeichnete Schützen.
Während die gigantischen Reitinsekten sich spuckend und alles zermalmend einen Weg aus der Festung bahnten mussten wir also einiges an Beschuss über uns ergehen lassen, bis wir auf dem Rücken der Tiere aus den Mauern herausgetragen wurden. Es muss dieser Moment gewesen sein in dem wir Katschung und Katcha das letzte Mal nach unserer Flucht gesehen hatten. Die riesige Herde aus in Panik versetzten Insekten zerstreute sich in alle Himmelsrichtungen und nur durch ein Wunder schaften es Lafeya, Goar, der von uns befreite Druide und ich zusammen zu bleiben und die sich langsam beruhigenden Tiere von der Festung wegzuführen.
Leider mussten wir mit ansehen wie die Bewohner der Elfenfestung uns umgehend nachsetzten und verfolgten. So viel also zum ruhigen Zurückreiten nach Kled.
Zu unser aller Überraschung trafen wir auf unserer Flucht einen Verbündeten den wir seit unserer Vorstellung bei Tugadai nicht mehr gesehen hatten. Dalet, der Elf dem ich ein Treueversprächen uns gegenüber abgenommen hatte, wartete gemeinsam mit unseren eigenen Kancks hinter einer Wegbiegung und begleitete uns auf unserem Weg zurück nach Kled.
Einem Weg den wir so schnell es nur irgend möglich zurücklegen mussten um den Läufern der Juradai zu entgehen.
Aber hiervon werte Spectatores werde ich euch morgen berichten.“
Lynch klatscht in seine Hände und die kleinen Gestalten auf seiner Kiste verbeugen sich in Richtung des Publikums während sie langsam verblassen.
Die Leute klatschen und einzelne der Personen, die Lynchs Geschichten schon seit Tagen begeistert folgen, schütteln ihm die Hände und wünschen ihm bis morgen alles Gute.

Lynch lässt ein Lächeln auf seinem Gesicht aufblitzen als er nach drei weiteren Vorstellungen und einem kleinen Snack von Treks Imbissstand sich an einen ruhigeren Ort zurückzieht und das Marktgeschehen zufrieden beobachtet. Alles in allem ein recht vielversprechender Auftakt für den Tag. Er hebt seine rechte Hand hoch und begutachtet wie die Scheibe der Mittagssonne auf seinem neuen goldenen Ring sich spiegelt.
„… Ein wirklich angenehmer Tag.“ Lynch beißt ein weiteres Stück von der kandierten Frucht in seiner Hand ab und lehnt sich zurück.
Ein leises, metallisch wirkendes Kratzen gefolgt von einem kehligen Knurren erklingt hinter Lynch. Der Magier erhebt seine Hand mit dem Ring und erkennt in der Spiegelung den Kopf und die gebleckten Zähne von Freki, der sich langsam aus dem Schatten hinter ihm schält.
„Oh oh…“

Auf der andern Seite des Marktes unterhalten sich Lafeya und Gotan miteinander.
„Hast du ne Ahnung wo Goar so schnell hingelaufen ist Gotan?“
„Ich glaube er ist seinem komischen Schuppenvieh nachgerannt, das eben wie von Sinnen losgehetzt ist. Meine Fresse das Vieh bereitet mir Alpträume… kannst du dir vorstellen wo das Ding so schnell hinwollte Lafeya?“
„Keine Ahnung.“ Lafeya zuckt mit den Schultern und schaut zu dem regen Treiben auf dem Marktplatz „Weißt du was Go? Ich glaube heute wird ein wirklich angenehmer Tag“

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