Athas

Von der Halle des Tugadai bis in die weite Steppe – im rasanten Galopp

Staubwolken am Horizont! Hört man etwa schon das Trampeln der vielen Beine der Kanks?

„Wer werden verfolgt! Reitet so schnell ihr könnt!“ Unsere flüchtige Truppe setzt sich wieder in Bewegung: Goar, Lynch, Klick-tschi-klak und ich, allesamt auf Kanks reitend und Daleth nebenher rennend zusammen mit vier weiteren unberittenen Kanks. Fort nur fort von der Festung, den Elfen entkommen, den Druiden retten – ist es nicht zuletzt mir zu verdanken, dass wir alle mit fast heiler Haut oder heilem Panzer überhaupt den starken Steinmauern der Festung entflüchten konnten.
Hätte ich mich nicht geistesgegenwärtig in eine kleine unauffällige Spinne verwandelt und wäre so den Fängen der Elfen entkommen……
Klip-klap, klip-klap, klip-klap… mit ungebremster Geschwindigkeit rennen die Kanks weiter. Unsere Verfolger werden genauso schnell sein. Vielleicht sogar schneller, sie kennen das Terrain… wir müssen uns einen Plan überlegen, wir dürfen nichts übersehen. Was genau ist nochmal passiert?

„WACHE!“ – Elfen stürmen auf uns zu.
Goar und Lynch veranstalten Tumult. – Schwupp! – Ich bin verschwunden.
Der Perspektivwechsel war nicht von schlechten Eltern. Plötzlich sind nicht die Elfen an sich das Problem, sondern die vielen durcheinander rennenden Füße. Auf schnellen Spinnenbeinen schaffe ich es mich an eine Wand zu retten. Klein und unauffällig verstecke ich mich dort – perfekt getarnt – und beobachte, wie Katschung, Katcha, Goar und Lynch abtransportiert werden.
So bald es geht, mache ich mich auf die Suche nach ihnen. Sie sind eingesperrt im Kerker, die Tür ist nicht wirklich stabil. Die Waffen stehen davor an der Wand. Ich mache mich Lynch bemerkbar und dankenswerterweise ist er genauso schnell von Begriff wie sonst und bemerkt, dass ich keine echte Spinne bin. Und wahrscheinlich sollte ich mich noch glücklicher schätzen, dass er trotz seiner eingeschränkten Lage gerade nicht darauf aus ist, noch mehr Chaos zu stiften. Ich kann mich nicht verwandeln, denn meine Energie ist beschränkt. Bevor ich mich erholen kann, habe ich nur noch genug Kraft, um mich einmal in menschliche Form und wieder in die Spinne zu verwandeln. Das muss ich mir aufsparen.
Durch simple Zeichen und Lynchs Verstand tüfteln wir einen Plan aus, der auf brennendem Müll und Goars Stärke und dem Überraschungsmoment basiert. Doch dafür muss ich erst den Druiden finden.
Also mache ich mich auf den Weg. Durch das Loch in der Tür, an der Wand entlang bis in die Halle des Tugadai und aus dem Turm heraus in den nächsten Turm. Ich habe Glück, die ganze Zeit, ich werde weder zertrampelt noch entdeckt und finde schließlich relativ schnell den Druiden – gefangen unter einer Falltür, begleitet von verschiedenen Echsen, bewacht von 6 Elfen. Ich gelange auch unbemerkt in seine Falltür und verwandele mich ebenfalls in eine Echse. Das Glück ist auf meiner Seite, denn der Thri-keen hat eine ähnliche Gabe wie Goar nur stärker ausgeprägt. Wir unterhalten uns ohne ein gesprochenes Wort von Geist zu Geist. Eine erstaunliche Erfahrung. Ich kann nur hoffen, dass er nicht immer alle Gedanken lesen kann. Dann sollte ich Lynch vorwarnen. Was in dessen Kopf rumgeistert, macht wahrscheinlich jeden zum Feind – vorallem wenn es darum geht eine gewisse Zwergenstadt zu plündern.

Ich befreie den Druiden von seinen Fesseln und mache mich auf den Weg zurück zu meinen Gefährten. Dabei merke ich, dass sich die Festung gelehrt hat. Wow, dass die alle soviel Angst vor mir haben, dass sie ganze Suchmannschaften ausschicken. Ich bin wahrlich ein bedrohlicher Feind.

Ich kriege es auch in meiner Spinnengestalt hin, mit Goar und Lynch den Plan genau auszuarbeiten. Bleibt mir nur zu hoffen, dass sie nicht Tugadai über den Weg laufen. Die Warnung des Thri-keen, sich nicht mit dem Anführer anzulegen, kann ich ihnen nämlich nicht übermitteln. Meine Ausdrucksmöglichkeiten beschränken sich auf JA – einmal hüpfen – und NEIN – zweimal hüpfen.

Und schließlich mache ich mich ein letztes Mal auf den Weg zum Druiden und warte dort mit ihm zusammen auf das Zeichen.
Goar und Lynch müssen sich erst den Weg aus ihrem Verließ freikämpfen und den Müll in Brand setzen, bevor wir uns aus dem Kerker befreien, sonst sind wir von Pfeilen gespickt, bevor wir fliehen können.
Das Zeichen ist nicht zu überhören. Ein lauter Knall erschüttert die ganze Festung. Der Druide ist nicht nur mental begabt, sondern kann auch gut zielen. Er schleudert mich in Schlangenform auf der Gittertür und ich ziehe das Gitter – mit GROßER Kraftanstrengung schließlich weg. Die Wachen, ebenfalls abgelenkt durch die Erschütterung kriegen von unserem Fluchtversuch erst recht spät etwas mit. Die Freunde des Druiden, etwa zehn Echsen, erweisen sich als nützlich, als sie die Wachen ablenken. Ich habe immernoch nicht verstanden, warum der Druide nicht einfach losgerannt ist. Er schien die Elfen wohl erledigen zu wollen, war wahrscheinlich sauer, so lange gefangen gewesen zu sein. Doch schließlich rennen wir die Treppe nach oben und springen auf die ausbrechenden Kanks. Durch das Feuer hat sich unter ihnen eine Massenpanik ausgelöst und die Stampede bewegt sich Richtung Tor – Richtung Freiheit.

Der Druide hat auch in dieser hektischen Situation eine gute Kontrolle über die Tiere und so gelingt es uns beiden, genau so wie Lynch und Goar, uns auf den Tieren zu halten und fort zu reiten. Wir haben Glück und werden von nicht allzu vielen Pfeilen getroffen.
Und wir reiten, in höchstem Tempo, weg von der Festung – bis uns plötzlich Daleth begegnet. Dass dieser Elf Lynch wirklich hörig ist hätte ich nicht gedacht. Aber er hatte über Tag unsere Kanks entführt und auf uns gewartet. Das wird uns irgendwann nochmal nützlich sein, haben wir doch den ganzen Zorn eines großen Elfenstammes durch dieses Abenteuer auf uns gezogen. Hoffentlich haben wir uns auf der anderen Seite damit die Freundschaft der Zwerge verdient. Man kann nicht immer nur Feinde haben oder sich Feine machen, so hart das Leben auch ist.

Durch Daleth angehalten fällt mir auch auf, dass wir wohl die Zwerge verloren haben. Hoffentlich konnten sie sich retten. Sie waren so nett.
Wir haben keine Zeit, nach ihnen Ausschau zu halten. Wir fliehen und fliehen und fliehen, so lange wie wir Kraft haben – meine eigene Kraft ist ziemlich am Ende – und hoffen, dass uns nicht eine der Patrouillen begegnet, die ausgezogen sind, um mich zu suchen…. Wir fliehen so lange, bis…..

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Melancholische Melodien
Die fünfte Aufführung

Ein leicht vernarbter Daumen dreht gemeinsam mit seinem ihm gegenüberliegenden Zeigefinger die Schraube an welcher sich die Saite befindet sanft straffer, bis sie auf einen prüfenden Anschlag hin richtig gestimmt zu sein scheint.
Ein einzelner Akkord.
„Nun damit kann man schon besser leben.“ Lynch setzt ein Lächeln auf und beginnt mit eine leise und nachdenkliche Waise zu spielen.

Soeben hatte er eine erneute Vorstellung auf dem Markt hinter sich gebracht und gemerkt, dass der Schlafentzug der letzten Nacht sich doch allmählich bemerkbar machte. Natürlich war er bis zum letzten Augenblick professionell und eloquent geblieben… dennoch verschwammen grade zum Ende seiner Aufführung unmerklich die winzigen Details seiner Illusionen. Lediglich der finale Ausbruch von Goars kleinem Abbild am Ende der Darbietung hatte ihn davor bewahrt herzhaft gähnen zu müssen.
Aber trotz all der Müdigkeit, die er nun in seinen Knochen verspürte, er würde nicht ums Verrecken noch einmal diesen Red Kank Nektar seine Kehle hinab zwingen.
Also lief nun Plan B. Lynch hatte sich auf seine Kiste gesetzt, seine Gitarre hervorgeholt und spielte nun ein wenig um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Gedankenverloren und mit geschlossenen Augen sitzt Lynch im Schatten des Gebäudes und beginnt den vorbeiströmenden Passanten sein Lied vorzuspielen.
Dalet hatte ihm einst dies Lied beigebracht. Der Dalet, der dem Elfenstamm der Turadey angehörte und welcher sich zumindest vorrübergehend der Abenteurergruppe angeschlossen hatte.
Im Geiste geht Lynch nochmal die eigentliche Handlung von damals, die der Aufführung zu Grunde liegt durch.

Baranos, der spärlich beharrte Zwerg und Anführer der Bewohner von Kled hatte ihnen eine recht großzügige Belohnung versprochen, wenn es Goar, Lafeya und Lynch selber gelang den Thri-Kreen Druiden der nordöstlich gelegenen Oase, aus den Händen der Turadei zu befreien.
Sowohl die naturvernarrte Eladriel, als auch der unerschütterliche Dickkopf von Goliath waren natürlich hellauf begeistert einen Druiden zu retten und sahen dies als ihre wichtigste Pflicht.
Lynch hingegen bekümmerte das Schicksal des Insektoiden nur wenig. Dennoch erklärte er sich zu jenem Zeitpunkt bereit sein Leben für den unbekannten Druiden und den Wunsch seiner Mitreisenden zu riskieren.
Seine Mitreisenden und natürlich auch Lynch selber nutzten die verbliebende Zeit in der Zwergenstadt damit sich mit Vorräten einzudecken und zu handeln. Und natürlich versuchte Lynch noch ein wenig die umstehenden Zwerge durch Musik zu bezirzen.

Lynchs Musik auf dem Marktplatz wird einen Augenblick leiser.
Zu jenem Zeitpunkt hatten sie die beiden Zwergenbrüder kennen gelernt.
Katschung und Katscha. Beide arbeiteten für die Stadtwache von Kled und erhielten von Baronos den Auftrag die Gruppe zu begleiten und als Führer zu dienen.

Lynchs Musik wird wieder lauter und ein wenig fröhlicher.
Mit einem Grinsen denkt er daran, wie er die beiden Zwerge in seiner Aufführung auftreten lässt und wie eklatant selbstmörderisch die Überlebenstaktiken ihrer beiden neuen Wüstenführer waren.

Also ging es erneut in die Wüste. Nachdem Lynch von Dalet in Erfahrung gebracht hatte, wo sich die Elfenfestung in den Bergen verbarg, ließen sie die runde Stadtmauer von Kled und auch Yi´are welcher sich entschied das Dorf zu bewachen hinter sich und wandten sich gen Nordwesten.
Goar wurde damals mit jedem Schritt, welchen sie der felsigen Umgebung näher kamen und den Sand hinter sich ließen größer und glücklicher für Lafeya und Lynch hingegen war es lediglich ein Wechsel von einer Tristheit in die nächste.
So tauschten sie den körnigen Sand gegen eine feindseelig erscheinende und spärliche Vegetation. Kakteen so weit das Auge reichte. Giftig, unnatürlich lebendig und einzelne sogar wehrsam.
Allerdings gab es in dem langsam aufwachsenden Gebirge mehr Leben als Kakteen und kleine Eidechsen. Zu Beginn ihres zweiten Reisetages stöberten sie eine schlafende Elfenwache auf, die sofort die Flucht ergriff, allerdings von dem durch das Gelände erstarkt wirkenden Goar nach einer wie toll wirkenden Hetzjagd und einem einzelnen gewaltigen Hieb zu Fall gebracht wurde.
Nachdem Lynch versuchte alle möglichen Informationen aus ihrem neuen Gefangenen herauszupressen kochten die Emotionen innerhalb der Gruppe über und die Zwistigkeiten welcher schon seit Beginn der Reise mit sich führte traten ans Tageslicht.

Lynchs Melodie welche er nun seit mehreren Minuten spielt wird melancholisch und mehrere Passanten bleiben stehen um den traurigen Tönen zu lauschen die der ansonsten so lebensfrohe Mensch darbietet. Lynchs Augen sind nach wie vor geschlossen, als seine Finger weiter über die Saiten wandern. Goar befindet sich im Notfall nur unweit von ihm und ansonsten hat Lynch auch keine weiteren Befürchtungen, dass ihm in der Nähe der offen einsehbaren Stände etwas geschehen könnte.
Also spielt Lynch zunächst weiter.

Goar hatte die überrumpelte Elfenwache verschnürt und auf einen der Kanks gebunden, damit die Reise fortgesetzt werden konnte. Allerdings wurde die Reise schnell erneut unterbrochen. Wieder einmal stießen sie auf eine Elfenwache, die später angab geschlafen zu haben. Lynch schüttelt den Kopf und wundert sich wie diese Gestalten es nur geschafft hatten so lange in der Wüste am Leben zu bleiben. Diese Wache war allerdings schon vor dem Eintreffen der von den zwei Zwergen angeführten Gruppe überrumpelt worden. Eine junge und recht hübsche Elfin befand sich umzingelt von gut einem halben Dutzend hungriger Gith (humanoiden verkrüppelt wirkenden Wüstenjägern) und starte apathisch auf das um sie herum Geschehende.
Um den Schein der barmherzigen Retter zu wahren, entledigte sich Lynch schnell des verschnürten „Care-Elfen“ auf dem Kank indem er ihn Kopfüber in eine tiefe Schlucht stieß und gesellte sich zu dem Rest seiner Gruppe, die sich dem Kampf gegen die nach Fleisch gierenden Geschöpfe widmeten.
In seiner Vorstellung hatte Lynch den Kampf heroisch und glamourös dargestellt. In Wirklichkeit war er nur eines gewesen. Gefährlich.
Lafeya wurde im Verlauf des Kampfes beinahe getötet und selbst er musste damals sehr tief in seine Trickkiste greifen um nicht den Speeren der wie toll springenden Wesen zum Opfer zu fallen.
Nachdem Goar erneut eine seiner Waffen im Einsatz zerstört hatte (wieso schlug er auch immer so erbarmungslos fest zu) und die Zwerge ihre Nutzlosigkeit bewiesen hatten standen sie letztlich siegreich neben der irritiert wirkenden Elfin.

Wie es das Schicksal wollte, hatten sie damals allerdings nicht nur irgendeine Elfenwache gerettet, sondern die Verlobte des Elfen, den Lynch nur vor wenigen Augenblicken in der Kluft entsorgt hatte und die Tochter des inzwischen berüchtigten Tugadai dem Anführer des gesuchten Elfenstammes. Ihr Name war Jarnez wenn sich Lynch noch richtig erinnern kann und sie zeigte sich so glücklich über ihre Rettung, dass sie die Führung der Gruppe anstelle der beiden Zwerge übernahm.
Egal wie dicht die beiden Zwerge sich auch am Boden aufgehalten hatten. Den geheimen Pfad zur Burg hätten sie sicher nicht gefunden.
Durch die ortskundige Hilfe erreichten sie somit am Ende des zweiten Reisetages bereits die Festung.

Das die Elfen lediglich die Besetzer und nicht die Erbauer der Burg waren wurde allen Beobachtern sofort klar. Alles war von Dreck bedeckt und stank erbärmlich. Sie hielten ihre Kanks im Innereren der Mauern und sie entsorgten ihre Abfälle am selben Ort.
Keiner der mehr als Fünfzig Elfen an diesem Ort hatte also allem Anschein nach logistische Fähigkeiten oder das Wissen wie man eine Burg instandhält. Der gesamte marode Komplex brummte von Leben und nur nach kurzer Zeit standen Lynch und seine Gefährten dem Elfenanführer persönlich gegenüber.
Tugadai stellte sich schnell als ein hinterhältiger und nicht grade kreativer Lügner heraus, was darauf schließen lies, dass sein Potenzial als Anführer auf seinen kämpferischen Fähigkeiten beruhte.
Lynch versuchte erneut zu verhandeln, zu bluffen und alle Informationen zu erhalten, die ihm nützlich erschienen.
Der Druide befand sich anscheinend wirklich in den Händen der Elfen und sollte aus zweifelhaften Gründen hingerichtet werden.
Die einzige andere zuverlässige Information die sie erhielten bestand darin, dass Tugadai ein eher unfreundliches Wesen besaß, denn nachdem die ersten Begrüßungsformeln ausgetauscht waren stürzten sich auf seinen Befehl hin dutzende Elfen auf die Abenteurer um sie gefangen zu nehmen.
Um zumindest Lafeya es mit ihren Gaben zu ermöglichen der Gefangenname zu entkommen begann Goar die Elfen wie Puppen herumzuwirbeln, das Inventar umzudekorieren und für ein wahrlich goliathhaftes Ablenkungsmanöver zu sorgen, welches noch von den Zwergen und Lynch unterstützt wurde.
Letztlich wurden mit der Ausnahme der Eladrin alle aber doch überwältigt und in die Richtung des Kerkers davon geschleift… allerdings nicht, ohne dass Goar noch die Gelegenheit nutzte um Tugadai mit farbenfrohen Flüchen und Beleidigungen zum Zweikampf herauszufordern.

Die Stelle war Lynchs Favorit bei der Aufführung gewesen und er beginnt zu lächeln als er sich an all die vielen Einzelheiten von Goar Ausrufen erinnert. Er öffnet seine Augen und beendet seine Waise. Um ihn herum hat die Bewegung der Passanten ausgesetzt. Die Leute sind stehengeblieben und lauschten der fremdartigen Musik des Magiers die soeben verklingt. Lynch ist bei diesem Anblick wieder hellwach.
„Ah werte Spectatores. Es erwärmt mir das Herz, wie sehr ihr Anteil an meinen Melodien nehm, doch dennoch muss ich euch leider enttäuschen. Denn es ist erneut Zeit für eine meiner Geschichten.“
Mit diesen Worten legt Lynch die Gitarre beiseite, erhebt sich von seiner Kiste und beginnt an diesem Tag mit seiner zweiten Vorstellung.

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Von Kled bis in die Festung der Juradai am Rande der großen Berge

„WACHE!“ Elfen rennen auf mich zu…

Ein warmes Gefühl in meinem Bauch und plötzlich zieht sich alles zusammen. Meine wirkliche Natur übernimmt die Kontrolle. Innerhalb von einem Augenzwinkern bin ich ganz klein. Eine Spinne. Der Perspektivwechsel ist wie immer etwas irritierend. Ich weiche den vielen riesigen Füßen aus, beschuht und unbeschuht und flüchte mich an die Wand. In einer kleinen Unebenheit in der Wand verstecke ich mich, gut getarnt und beobachte, wie Lynch, Goar, Katchung und Katcha und Gothan nach anfänglichen Fluchtversuchen abgeführt werden. Gerade kann ich ihnen nicht helfen. Das wichtigste ist jetzt, erstmal nicht entdeckt zu werden und dann herauszufinden, wo meine Kameraden hingebracht werden.

Das ist ja jetzt gar nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Eigentlich wollten wir unerkannt in die Festung eindringen und den Druiden der vergifteten Oase befreien. Wo haben wir den entscheidenden Fehler gemacht?

War es bereits in Kled, als wir uns, verstärkt durch die beiden einheimischen Kämpfer-Zwerge Katchung und Katcha, aufmachten? Gut ausgerüstet mit Nahrung, Wasser und Waffen zogen wir los. Auch Daleth, der Elf vom Stamme der Juradai war dabei. Wir hoffen, er würde uns später nützlich sein um in die Festung zu gelangen. Es war ein Risiko, wohl bewusst, einen uns feindlich gesinnten Elfen mitzunehmen um ihn zu nutzen, uns Eintritt in seine Festung zu gewähren. Aber wir mussten alle Informationen haben, die wir kriegen konnten.

Oder war es gar ein Fehler, die mir eigentlich sehr sympathischen Zwerge mitzunehmen, welche anscheinend noch nicht so wirklich viel Erfahrung außerhalb ihres Dorfes hatten. Katcha versuchte gar, zwei Wachlehrlinge uns folgen zu lassen, die sich so dusselig anstellten, dass ich sie beinahe sofort entdeckte.

Vielleicht haben wir auch nicht richtig gehandelt, als wir auf die erste Wache trafen? Als die Landschaft steiniger und steiler wurde, am zweiten Tag unserer Reise, wurden wir von einem Späher entdeckt. Er war weit von uns entfernt, doch mit unseren Kanks waren wir trotzdem schneller und stellten ihn.

Er hatte wohl eine romantische Nacht hinter sich, so dass er über seine Tagträumereien eingeschlafen war. Nur deshalb hatte er uns nicht früher erkannt. Wir nahmen ihn mit um ihn vielleicht hinterher einzutauschen oder uns durch ihn den Eingang in die Festung zu bekommen. Lynch war sehr gründlich und so nahmen wir den Elfen zusammen geschnürt und bewusstlos auf einem Kank mit. Vielleicht fällt das irgendwann auf einen zurück, wenn man andere so skrupellos für eigene Zwecke benutzt.

Wahrscheinlich aber sind wir jetzt aber in dieser misslichen Situation, weil wir uns in einem Kampf einer weiteren Späherin mit Monstern einmischten.
Wir retteten die Elfe vor dem sicheren Tod. Kurz darauf erfuhren wir, dass es sich um die Tochter des Tugadai handelte. Damit hatten wir natürlich die besten Chancen, in die Festung zu gelangen – als ihre Retter.
Lynch handelte, bevor er uns fragte und „entsorgte“ den anderen Elfen an einem anderen Abhang. Damit kann ich mich immer noch nicht abfinden. Das hätte man vielleicht auch anders lösen können.
Auf dem Weg hatten wir darüber eine längere Diskussion. Es mag sein, dass wir dabei nicht so leise waren, die Gemüter wären etwas erregt. So hat die Tochter des Elfenchefs vielleicht mitbekommen, was passiert war. Wir logen ihr vor, der Späher sei von den gleichen Feinden wie sie angegriffen worden. Darüber war diese sehr bestürzt, handelte es sich doch um ihre heimliche Liebe.

Schließlich erreichten wir die Festung. Ich habe noch nie ein so großes Gebäude aus Stein mit so starken Wänden gesehen. Hier herauszukommen wird noch ein besonderes Abenteuer. Mit unserer prominenten Begleitung war es selbstverständlich ein leichtes, Einlass gewährt zu bekommen und eine Audienz bei Tugadai zu erhalten.

Lynch übernahm die Rolle des Sprechers. Er schlug dem Anführer der Elfen einen Handel vor. Er wollte das Zwergendorf „verraten“, welches die Sklavenhändler zu den Elfen geschickt hatte. Es schien alles zu einfach. Es war klar, dass es so einfach nicht sein konnte. Doch Tugadai hörte sich das alles ganz ruhig an… bis er die Wachen rief.

Irgendwo auf der Reise haben wir einen Fehler gemacht, vielleicht waren es auch mehrere Fehler.

Was mache ich jetzt? Ich könnte zurück in die Zwergenstadt gehen und erzählen, dass die ganze Gruppe verraten und getötet wurde und das nur ich entkommen konnte. Dann hätte ich mich ein für alle mal von dieser Gruppe getrennt, die für ihre eigenen Ziele manchmal über Leichen geht. Dabei wird mir immer noch übel.
Aber dann wäre ich wieder alleine.
Oder ich versuche, sie alle zu retten und mit dem Druiden zurück zu kehren. Das würde mir für meine Zukunft wahrscheinlich mehr bringen… und eine zweifelhafte Gesellschaft.
Ich werde mich jetzt erstmal auf die Suche nach dem Verließ machen. Wenn ich die Umstände genauer kenne, kann ich immer noch weiter überlegen…

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Wieder zusammen

Nachdem Goar Lynch aus seinem Zimmer vertrieben und zu den anderen Gefährten in den Gastraum der Herberge zum Frühstück getrieben wurde, macht auch er sich über das Essen her.

Die nächsten paar Minuten hört man nur gefräßiges Schweigen.
„Sag mal o großer Schausteller wie lange werden wir noch hier bleiben müssen? So langsam fange ich an mich zu langweilen. Freki gefällt es hier auch nicht all zu sehr. Wo bleibt nur der verdammte Informant? Lass mich raten. Er hat sich in der Stadt vertan?“ Fragt Goar während er sich eine Art arthasisches „Goliath Guten Morgen Sandwich“ zusammenstellt. Lafeya schaut sich die Zusammenstellung ungläubig an, in ihrem Blick kann man erkennen, dass sie es nicht ganz fassen kann, dass man Sowas morgens und in solchen Mengen essen kann.
Aus der Küche der Gaststätte hört man in der Zwischenzeit Scheppern und ein paar Flüche.

„Jaja es dauert solange wie es eben dauert. Aber ich hasse einfach Städte. So viele Leute, soviel Gestank und kein Gefühl der Weite.“ Brummt Goar nachdem Lynch ihm eine gelangweilte Antwort gegeben hatte. Irgendwie scheint der kleine Zauberer wegen Goars Weckservice leicht verstimmt zu sein. Die kleine Hausdämonin fuchtelt auch die ganze Zeit in Richtung Goar rum und zeigt ihm was er sie alles kann… so im Allgemeinen. Goar sendet ihr ein Bild ins kleine Köpfchen welches sie als strampelnder Belag des Sandwichs zeigt. Darauf hin hält sie inne und lächelt in seine Richtung. Jaja Dämonen sind alle gleich.
Nachdem Goar noch etwas mit Lafeya geredet und gescherzt hat begibt er sich in Richtung Tür.

„Freki komm her und lass den Koch in Ruhe, der wird noch gebraucht. Ich begebe mich dann schon mal auf den Weg. Vor der Stadt gab es eine kleine Keillerei. Naja nun brauche ich wieder neue Kleidung. FREKI WO BLEIBST DU?!?“
Aus der Küche kommt Freki wie ein Blitz angerannt. Hinter ihm her fliegt eine schwere Pfanne, welche aber nur die Wand neben der Tür trifft.
Aus der Küche kommt ein leicht erzürnter dicker Mensch angerannt.
„Seit einer Woche versucht dieses Vieh nun schon in die Speisekammer einzubrechen. Wenn ich ihn einmal richtig erwische wird er das Mittagsspezial!!“

Nachdem Goar, sich neue Kleidung samt Kopfbedeckung besorgt hat, begibt er sich auf den Weg zu einem bekannten Ort mit wunderbarem Ausblick.
„Schon merkwürdig. Nie ist hier jemand den man vertreiben muss. Noch nicht mal Elfen verirren sich hier hin obwohl sie sich doch sonst überall verstecken. So, dann wollen wir uns mal den Markt anschauen. Vielleicht haben wir ja Glück und ein Templer lässt sich mal blicken.“ So schaute sich Goar den Marktplatz wie schon seit ein paar Tagen an und wartete auf die Aufführung seines Begleiters.

Nach einiger Zeit war auch Lynch mit seinen Vorbereitungen, dem Umschwärmen der Händler und dem Locken der Ahnungslosen fertig.
Mit einer Rede die seine Opfer umschmeichelte und leicht verspottete begann Lynch mit seiner Show und die Erinnerungen bahnten sich einen Weg in den Geist des im Schatten versteckten Goar.
Freki legte seine Schnauze in Goar`s Schoss und beobachtet seinen Herrn während seine Ohren die Umgebung nach verräterischen Geräuschen absuchten.

Goar`s Gedanken:

Kled, die Stadt der Zwerge, hatte noch ein paar Überraschungen für uns bereit aber im Moment hieß es Geschäfte auf dem Marktplatz unter Dach und Fach zu bringen um Ausrüstung für unsere Mission zu bekommen. Leider hatten die Zwerge keine Rüstung in meiner Größe. Naja, was will man schon von den kleinen Leuten erwarten.
Lynch und Lafeya versuchten ihr Glück bei den Kaufleuten während ich mir die örtliche Taverne mal kurz anschaute. Nettes Bier.
Auf einmal hörte ich die Geräusche einer Flöte über den Marktplatz schweben unterbrochen ab und an von Wortfetzen in einer merkwürdigen Sprache.
Lynch versammelte zwei griesgrämige Zwerge samt Bürgermeister und Lafeya um sich.
Die beiden Wachzwerge schienen irgendwie nicht ganz zufrieden mit Lynch zu sein.
Naja ihre Begeisterung steigerte sich nicht unbedingt als sie erfuhren, dass sie uns als Begleiter und Führer dienen sollten.

Bei diesem Gedanken schaut Goar kurz auf und auf die Szene auf Lynchs Kiste.
Ja, die Gesichter der beiden Haarlosen waren wirklich sehr begeistert…

Die Reise war für mich eine Probe an meine Geduld. Die zwei Zwerge mit ihren merkwürdigen Ansichten, Lagergewohnheiten und ihrem Dickschädel machten es einem nicht leicht.
Naja, die Entschlossenheit macht Zwerge irgendwie ein wenig sympathisch. Aber auch nur ein „kleines“ bisschen.
Als sich einer der beiden vor der Hitze in den heißen Wüstensand eingraben wollte kam ich aus dem Lachen nicht heraus.
Aber er kam auch wieder schnell aus dem Sand heraus, laut fluchend und rot wie ein Sandhummer.

Während der ganzen Reise verfinsterten sich die Gemüter immer mehr.
Auch der Anblick der Berge konnte nicht die Stimmung heben.

Unser letztes Nachtlager am Fuße der Berge bevor wir auf die Elfen treffen sollten war noch relativ ruhig.
Aber als wir in den Bergen auf einen Späher der Elfen trafen brach auch der schwelende Konflikt in unserer Gruppe an die Oberfläche.
Naja, ich bin immer noch der Meinung, dass sowas ab und an sein muss.
Nachdem ich den Elfen bewusstlos geschlagen und gefangen genommen hatte. Wollten wir ihn verhören. Lynch hatte aber wohl eher den Plan seine schlechte Laune an den Elfen auszulassen.
Einer der Zwerge ging darauf hin dazwischen. Was erst mal zu einem Streit zwischen ihm und dem kleinen verrückten Zauberer führte.

Lafeya war auch nicht gerade davon angetan das Langohr sinnlos zu quälen
Sofort brach ein halbes Dutzend Streitereien vom Zaun über die Planung, das Ziel, Lynchs Art und Weise, meine Art und warum die Elandrin überhaupt mit uns wandert.

Ich brachte erstmal den Elfen aus der Schusslinie und schaute mir das Ganze an. Sollten die sich mal richtig aussprechen.
Nachdem sich die Gemüter wieder abgekühlt hatten ging die Reise durch die Berge in Begleitung eisigen Schweigens weiter.
Naja, konnte ich erstmal in Ruhe die Schönheit der Gegend bewundern.
Es tat wirklich gut wieder in den Bergen zu sein. Auch wenn diese Berge so anders als die meiner Heimat ausschauten.

Ein paar Stunden später sahen wir eine Elfin, welche von ein paar Giths angegriffen wurde. Trotz der Hilfe des Ragedrakes war es ein harter Kampf.

Die Zwerge konnten endlich beweisen welchen Wert sie im Kampf haben. Naja ich war nicht gerade beeindruckt. Aus irgendeinem Grund hatten die Geister damals Spaß daran meinen neuen Streithammer beim ersten Schlag zerbrechen zulassen.

Die Elfe beobachtete lediglich apathisch, wie wir die Gith alle erschlugen und sie retteten. „Blöde Elfen! Wenigstens helfen könnten sie, wenn man sie retten will.“ Dachte ich damals.
Lafeya wurde von einem der Wesen halbtot geschlagen und weggeschleppt. Zum Glück konnten wir sie befreien, bevor das Wesen mit ihr verschwinden konnte.

Goar schaute wieder zu Lynch Vorstellung und musste wieder mal erkennen das das Ganze auf der Kiste heroischer aussah. Besonders die Aktionen von Lynch. Wirklich merkwürdig bei den einfachen Bildern. Gedanken verloren streichelte er Freki über den schuppigen Kopf.
Bevor er die Reaktion sehen konnte kamen aber auch schon die Erinnerungen wieder.

Die Elfin entpuppte sich als die Tochter des Anführers der Elfen Turadai. Die Geister meinten es gut mit uns. Die Kleine wollte uns direkt zu ihrem Vater führen.
Lynch versuchte sie auszuhorchen um alles Mögliche über die Elfen zu erfahren.
Naja, unter viel Angeberei erzählte sie uns auch ein wenig über den Stamm.
Außerdem erfuhren wir auch das der Druide hingerichtet werden sollte, weil er einen Elfen gegessen hätte.
Irgendwie kam mir damals das Ganze etwas merkwürdig vor.

Die Festung der Elfen war wirklich eine alte gut erhaltene Burgruine. Ich war damals ganz froh, dass sie uns direkt zu ihren Vater führte. Die Ruine war komplett von Elfen überlaufen. So viele Wesen auf einem Fleck. Ich werde mich nie an den Anblick gewöhnen sowas ist einfach gegen die Natur.

Die Elfen entleerten sogar ihre Nachttöpfe innerhalb der Burg in einen Graben vor dem Haus ihres Anführers. Bei der Erinnerung an den Gestank wird mir immer noch schlecht.

Lynch gab sich mal wieder als unser Anführer aus. Damals war es mir absolut egal. Es scheint ihm Freude zu bereiten mit diesen Leuten möglichst umständlich zureden. Der Anführer der Elfen entpuppte sich als hinterhältiger Aufschneider.
Nachdem er uns über den Stamm und den Grund für den Krieg belogen hatte, gab er den Befehl uns gefangen zunehmen.

Lynch machte ein Gesicht als hätte er sauren Kanknektar getrunken. Er hatte wohl gedacht den Elfen mit seinen Beleidigungen über die Zwerge eingewickelt zu haben. Bis heute verstehe ich nicht wieso die Zwerge die Beleidigungen einfach so hingenommen haben. Hätte er sowas über mich oder meine Leute verbreitet. Ich hätte ihn auf der Stelle seinen Kopf abgerissen. Aber die Zwerge verzogen nur etwas das Gesicht, selbst als er über das Vergiften der Wasserquelle in Kled verhandeln wollte.
Aber dann zeigte Turadai, dass er das Gastrecht doch anders versteht als wir. Er befahl seinen versammelten Wachen uns zu ergreifen und als Belohnung in die nächste Zelle zu verfrachten.
Um Lafeya etwas Zeit zu verschaffen, damit sie unbemerkt verschwinden konnte, fingen Lynch, die zwei Zwerge und ich damit an den Raum neu zu dekorieren.
Es erstaunt mich immer wieder, dass eine Menge, jedes Mal versucht geworfene Bänke zu fangen, anstatt sich zu ducken oder auszuweichen.
Leider schafften es die Elfen mich damals doch noch überwältigt, nachdem mir die Bänke und Tischen ausgegangen waren. War bestimmt ein gutes Bild ein Goliath an dem neun Elfen hängen und ihn versuchen ihn auf den Boden zu drücken.
Als sie uns zu den Gefängnissen zerrten machte ich mich ein wenig über die Eltern, die sexuellen Gewohnheiten und die Hygiene von Turadai und seiner Tochter lustig. Nach ihren hochroten Köpfen zu urteilen, muss ich wohl bei einigen meiner Mutmaßungen ins Schwarze getroffen haben.
Nachdem ich dem Anführer der Elfen auch noch vorgeworfen hatte ein kraftloser Kankliebhaber ohne Sinn für Ehre zu sein, nahm er auch meine Herausforderung zum Duell an.

An diesem Punkt schreckt Goar wieder aus seinen Erinnerungen auf. Das Knurren von Freki zerstörte seine Gedankenwelt.
Als er seinen Blick über den Mark schweifen lässt erkennt er auch, dass Lynch zum Ende gekommen ist und sich gerade wortgewaltig verabschiedet

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Der Weg zurück

Die Sonne zeigt ihr strahlend rotes Antlitz um der Wüste und ganz Athas einen neuen höllenheißen Tag zu bescheren. Auf einer Düne ca 2 Reitstunden von Tyr entfernt liegt eine verlassende Bettrolle und die Reste eines abgebrannten Lagerfeuers. In dem scheinbar verlassenen Lager liegen überall die Reste von mehreren Amphoren verstreut.

Auf einmal wird die Stille der erwachenden Wüste von einem gewaltigen Gähnen gestört.

Den Blick der Sonne zugewannt begrüßt Goar den neuen Tag mit einem herzhaften Gähnen.
„Guten Morgen Athas. Und wieder wird es ein schöner sengend heißer Tag in diesen von den Geistern fast verlassenen Land. Es scheint wieder als wolle die Sonne uns bei lebendigem Leibe garen. Oder wollen die Sonnengeister uns nur zeigen dass dieses Land besonders in ihrer Gunst steht? Und zu allem Überfluss muss ich mich gleich auf den Weg machen in diese stinkende laute und überfüllte Perversion einer Stadt, die von ihren dämlichen Bewohner für ein Juwel der Zivilisation gehalten wird.“ brummelt Goar während er neben sich nach der letzten heilen Amphore greift.

„Aber guten Kankmet können sie ja brauen. schmatz Obwohl ich nicht wissen möchte was da alles drin ist. Los komm Freki, die anderen warten bestimmt schon auf uns. Wir haben schließlich noch einen kleinen Weg vor uns.

Ein kleiner Sandhügel neben Goar fängt plötzlich an zu zittern und bricht auseinander als sich ein großes geschupptes Wesen aus ihm erhebt . Das Wesen streckt sich während es gähnt und den restlichen Sand aus seinem Schuppenkleid schüttelt.

„Du bist mir ja ein toller Wächter. Schläfst genauso tief und fest wie dein Herrchen. Dabei hattest du doch nur einen halben Liter Met.“ Der Goliant packt die paar Reste des Lagers zusammen und verstaut sie auf einem Kank, den am Fuß der Düne angepflogt ist.

Goar schwingt sich auf das Reitinsekt und reitet in Richtung des fernen Glitzerns am Horizont, welches die Goldenen Türmen von Tyr anzeigt.

Auf den Weg zurück zur Stadt genießt Goar die Zeit außerhalb der Stadtmauern so sehr das er die verdreckten Gestalten die die Straße blockieren erst im letzten Augenblick sieht. Vielleicht sind sie ihm auch einfach nur egal. Der Kank stoppt von sich aus als die Gestalten nicht aus seinem Laufweg gehen. Als das Insekt stehen bleibt hebt Goar den Kopf und mustert die vier abgerissenen Gestalten, welche ihn über eine Stunde von Tyr entfernt den Weg blockieren. Es handelt sich um einen Menschen, 2 Muls und einen vernarbten Elfen scheinbar waren die vier vor nicht allzu langer Zeit Feldsklaven.

„ Entschuldigung Reisender. Aber auf dieser Straße muss eine Benutzungsgebühr erstattet werden. Schließlich reparieren sich die Straßen von Tyr nicht von alleine. Also seid so gut und gebt uns eure Börse, euer Wasser und euren Kank damit dieser Weg auch weiterhin bewacht und gewartet werden kann. Und natürlich damit du dein Leben behältst hässlicher Goliath.“ Hört man den Menschen zu Goar sagen.

„Ich habe einen anderen Vorschlag du und deine 3 nutzlosen Begleiter verschwindet und ich werde euch nicht mit eurem Blut die Erde tränken.“
Goar klettert von seinem Kank.

„ Man höre sich nur mal diesen großmauligen Goliath an. Zu dämlich zum Zählen. Los Jungs bringen wir ihm Manieren bei.“ mit diesen Worten greifen die 4 Strauchdiebe Goar an.

Ein paar Minuten später liegen 4 übelzugerichtete Banditen ziemlich tot am Boden.

„ Verdammter Mist schon wieder eine Tunika blutig und zerschnitten. Naja wenigstens habe ich immer Ersatzkleidung dabei. Lasst mal sehen was ihr so dabei habt außer euren Knüppeln. Naja das reicht gerade mal für zwei Krüge Met. Besser als nichts und die Frühgymnastik gab auch noch dazu.“

Goar schwingt seinen massigen Leib wieder auf den Kank und reitet nun schnell zu seinen Kameraden nach Tyr. Durch den kurzen aber heftigen Kampf ist er nicht nur wach geworden sondern auch seine Gedanken wurden zu den Geschehnissen an der Oase bei Kled gelenkt wo sich die Elfen damals ergeben hatten.

Hier seine Gedanken auf den Weg nach Tyr:

Wie es nun mal bei Elfen so ist selbst wenn sie sich ergeben und man sie schont versuchen sie einen zu hintergehen. Einer hatte sich nur totgestellt und in einen unbeobachteten Augenblick zündete er einen Signalstab. Dieser blendete uns und am Nachthimmel entstand eine große leuchtende Kugel. Welche man bestimmt noch auf hunderte Kilometer sah. Seine ungeblendeten Kameraden versuchten mit den Kanks zu entkommen. Wir konnten die Kanks und 3 Elfen aber wieder einfangen. Das war ein Spaß die Elfen einfach über den Haufen zu rennen um sie zu stoppen. Einen der Elfen tötete Lynch sofort. Die anderen versuchte er so zu verängstigen das sie uns folgten. Die beiden überlebenden Elfen stimmten auch Lynchs Angebot .

Wir erfuhren auch dass in 2 – 3 Tagen eine größere Gruppe Elfen kommen würde um nachzuschauen was bei der Oase vor sich geht.
Desweiteren erzählten sie uns unter viel Geprahle das der Stamm der Juradai gegen die Zwerge und Urik Krieg führt. Weil eine Sklavenjägertruppe mehrere von ihnen verschleppt hätte. Die Zwerge hätten die Sklavenjäger zu den Elfen geführt. Deswegen vergiften sie alle Oasen in der Nähe der beiden Städte. Ich halte nichts von dieser Art Krieg zuführen. Die Geister heißen es nicht gut wenn man die Natur vernichtet nur um kleine Streitereien auszukämpfen.

Diesen Tag hielten wir uns noch in der Oase auf um die Beute zu sichten und uns auszuruhen. Während ich den Mekilot etwas bearbeitete um Teile für eine Fellrüstung zubekommen und ihm 2 Scheidezähne auszuschlagen, haben die andere eine Gruppe Zwergenkinder irgendwie aufgeschreckt. Die Kinder bemerkte ich erst als Lafeya wild auf Lynch einredend um die Ecke kam.

Aus dem Redeschwall Lafeyas bekomme ich heraus dass die winzigen Quälgeister Wasser suchen und Lynch sie einfach zum See lassen wollte. Ich gebe den kleinen Wesen einen Beutel Wasser und scheuche sie davon, während Lynch weiter mit dem Langohr streitet. Da haben sich auch zwei Quasselstrieben gefunden, nur doof das sie zwei komplett unterschiedliche Wertvorstellungen haben.

Bei der ersten Nacht außerhalb der Oase versuchte auch sofort einer der Elfen zuentkommen. Naja er schaffte es nicht weit. Er beging Selbstmordals er merkte das die Flucht gescheitert war. Verdammter feiger Idiot.

Kurze Zeit später erreichten wir die Zwergenstadt Kled. Eine riesige rote Stadtmauer umschloss eine unglaublich große Ansammlung dachloser Hütten. Das ist also eine Stadt. Sowas kann nicht der Wille der Natur sein so viele Wesen dauerhaft an einen Platz. Dieser Gestank, dieser Lärm und diese Hässlichkeit. Das nennt man wohl Hass auf den ersten Blick. Ich hasse Städte.

Die Zwerge wollten erst mal Wasser von uns damit sie uns rein lassen und mit ihren Stadtoberhaupt sprechen lassen.

Wir wurden zum einzigen Haus mit Dach geführt. Auf dem Weg dahin schaute ich in einige der kleinen Häuser rein. Naja uninteressante Wohnungen mit kleinen schlafenden Zwergen. Der Anführer entpuppte sich als alter Zwerg mit einem dünnen Kinnbart. Hmm sah so aus als hätte er einer Ziege die Haare geklaut und sich dann angeklebt. Er erzählte uns etwas über die Stadt und den Krieg mit den Elfen. Außerdem das er der Stammvater der Stadt war, eine alte Zwergenstadt sucht und Verwendung für eine Gruppe Schläger, wie wir eine sind hat. Die Verwendung war, den Druiden der der Oase zu finden, dieser wurde anscheinend von den Elfen gekidnappt. Der Druide sollte ein mächtiger und alter seiner Art sein, deswegen glaubte der Zwerg das die Elfen ihn nicht getötet haben. Als Anzahlung bekamen wir ein Langschwert aus Metall und die Stadt würde Handel mit uns treiben. Außerdem würde wir als Belohnung noch mehr Metall bekommen.

Komisch das er sich von soviel seltenen Sachen trennen wollte. Später sollten wir sehen wo drauf wir uns eingelassen haben.

Gerade als Goar bei diesem Teil der Geschichte in seinen Erinnerungen angekommen war hörte er von der Seite das laute Knurren von Freki. Aus seiner Gedankenwelt aufgeschreckt, die so manchen seiner Kameraden erstaunt hätte, merkte er dass die Tore von Tyr in der Entfernung sichtbar waren. Goar quetschte sich schnell durch den sich bildenden Strom der Händler und Arbeiter, um möglichst unkontrolliert durch gewunken zu werden.

In Tyr steuerte er das Gasthaus an, in dem seine Kameraden sich einquartiert hatten. Lafeya durfte diesmal die Unterkunft auswählen. Natürlich suchte sie sich ein gutes sauberes Gasthaus in einem ruhigen Viertel der Stadt aus. Keine Huren, keine besoffene Söldner sondern nur harmlose Gäste und Händler mit einem Wort LANGWEILIG. Goar betritt zusammen mit Freki das Haus wo schon alle bis auf Lynch beim Frühstück sitzen.

Nachdem er alle begrüßt hat geht er zu Lynch Zimmer um den Meister der Übertreibungen und der vielen merkwürdigen Worte zu wecken. Goar stößt die Tür zu Lynchzimmer auf………

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Von der Oase in der Mitte der Wüste bis in die Stadtmauern von Kled

Es scheint, als hätte ich auf meiner Odysee durch diese Wüstenwelt das erste Mal die Chance, jemanden zu treffen, der sich in der druidischen Kunst soweit auskennt, um mir vielleicht weiter helfen zu können. Dieser jemand wird zur Zeit von den Juradai gefangen gehalten. Und ich werde gleich ausziehen mit meiner Gruppe von tapferen Mitstreitern, um diesen edlen Druiden zu retten.

Waren wir in den letzten Tagen immer mit dem nackten Überleben beschäftigt, und stolperten von einem Kampf in den nächsten, um Vorräte zu sichern oder unser Leben zu retten, so ziehen wir diesmal aus mit einem Auftrag. Wir sind keine Sklaven mehr und besitzen sogar gewisse wertvolle Gegenstände. Ich habe endlich wieder ein Ritualbuch. Bis hier hin war es ein langer Weg.

Die gefangenen Elfen in der Oase blieben zum großen Teil leider nicht lange gefangen. Wir dachten gerade, wir hätten das Gröbste überstanden, da schoss einer der Elfen eine große Signalkugel in den Himmel und alle versuchten zu fliehen. Es gelang uns, die Kancks mit Vorräten und Wertsachen zu retten, doch bis auf drei Elfen entkamen alle. Lynch machte aus drei zwei. Die letzten beiden sollten mit uns kommen. Manchmal, aber nur manchmal frag ich mich, ob Lynchs Vorgehensweise nicht die beste ist. Diesen Juradai kann man einfach nicht vertrauen. Meine Gutmütigkeit und mein Vertrauen bringt uns leider immer wieder in blöde Situationen. Aber der Reihe nach.

Wir wussten, dass wir bei der Oase nicht mehr lange bleiben konnten. Der rote Lichtball würde sicher bald den Rest dieses Packs auf den Plan rufen.

Kurz bevor wir uns auf den Weg machen wollten, sahen wir eine Gruppe von Zwergenkindern – die sind echt klein – welche aus Kled gekommen waren, um Wasser zu holen. In einer sehr beeindruckenden Vorstellung (!) hielt ich sie erfolgreich davon ab. Sehr zu Lynchs Ärger warnten wir sie vor und gaben ihnen sogar etwas Wasser für den Rückweg. Hoffentlich missbrauchen die Zwerge unser Vertrauen und unsere Großzügigkeit nicht auch wie die Elfen.

Lynch scheint auf alle Fälle was gegen die Zwerge zu haben. Er ist wohl ziemlich nachtragend. Nur gegen größten Widerstand konnten wir ihn davon überzeugen, dass es das beste wäre, direkt in die Zwergenstadt Kled zu reisen. Auf dem Weg unterhielten wir uns mit den Elfen und bekamen einige wichtige Informationen: Die Juradai vergiften alle Wasservorkommen rund um Urik, um die Stadt zu erpressen, die versklavten Juradai frei zu geben und Rache zu üben. Ganz schön blöd, damit schaden sie auch allen Reisenden in der Gegend, ganz zu schweigen von den ganzen Pflanzen und Tieren, die eingehen. Als ob die Welt nicht schon genug unter diesen Magiern leiden würde. Nein, da haben sie nichts besseres zu tun, als alles noch schlimmer zu machen!

Lynch kann einem manchmal ganz schön Angst machen, also dachten wir, die Elfen würden uns nicht mehr schaden wollen. Bei meiner Nachtwache lies ich Gilan den Kanck melken. Das sollte er zumindest tun. Ich hätte mir denken können, dass er die Gelegenheit nutzt. Er startete einen erfolglosen Fluchtversuch und bezahlte dies mit seinem Leben.

Ohne größere Zwischenfälle kamen wir schließlich nach Kled. Ich habe noch nie so viele Häuser auf einer Fläche gesehen. Immerhin hatten sie keine Dächer, so dass man den Wind auf der Haut spüren kann und sich nicht so eingesperrt fühlt wie in dem furchtbaren Sklavenwagen. Anders als bei uns im Crescent Wald waren die Zwerge uns Besuchern nicht wirklich aufgeschlossen gegenüber. Schließlich gewährte man uns Einlass und auf dem Weg zu Baranos, dem Oberhaupt der Stadt, befragten wir eine Wache der Stadt, welche die Geschichte, welche uns Daleth und Gilan erzählt hatten. Auch Kled hatte die Missgunst der Juradai geerntet, indem Kled die Sklavenhändler auf deren Fährte gesetzt hatte. Deswegen hatten sie auch den Druiden der Oase entführt, welchen wir vermisst hatten. Jetzt vertraute ich auch Daleth nicht mehr.

In einem Steinhaus (mit Dach) trafen wir schließlich auf den Gründer der Stadt, Baranos, ein Zwerg mit Bart. So ungemütlich das Haus auch war, immerhin hatte er dort interessante Abbildungen an den Wänden, unter anderem das eines Kirre. Das nächste Mal verwandle ich mich nicht mehr in einen Wüstenskorpion, sondern in dieses Tier. Es sieht beeindruckend und furchteinflößend aus. Er erzählte uns von den Wasserproblemen. Und schlug uns einen Auftrag vor. Geld gegen die Errettung des Druiden. Ich hätte ihn auch für nichts und wieder nichts gerettet, wenn er mir nur hilft. Aber ich gebe zu, so ist die Situation deutlich komfortabler. Mit neuem Schwert neuem Ritualbuch und der Aussicht auf eine große Menge Geld stehen wir wirklich gut da. Auch Lynch und Goar konnten sich weiter ausrüsten. Und das alles schon, bevor wir losgezogen sind.

Jetzt müssen wir nur hoffen, dass Tugadai den Druiden nicht längst getötet hat. Auf geht’s! Zurück in die Wüste.

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Schatten der Erinnerung
Die vierte Aufführung

Durch die einzelnen Lamellen des verschlossenen hölzernen Fensterladens fallen einsame Lichtstrahlen der aufgehenden und alles versengenden Sonne von Athas in das ansonsten finstere Zimmer.
Zwischen den zahlreichen im Licht tanzenden Staubflocken sitzen sich zwei Personen, wie sie nur schwerlich unterschiedlicher seien könnten, an einem kleinen Tisch gegenüber.

Lynch gießt den letzten Rest der sattroten Flüssigkeit aus der Flasche in seinen Kelch und erhebt sein Gefäß zu einem letzten Toast an die verschwindende Finsternis. Gemeinsam mit seinem Gegenüber hat er die gesamte Nacht damit verbracht die alkoholischen Vorräte des Gasthauses zu dezimieren und in Erinnerungen zu schwelgen.
Während die ersten wandernden Lichtstrahlen auf sein Haar fallen wischt sich Lynch eine einzelne verirrt wirkende Träne aus seinen vom Schlafmangel unterlaufenen Augen und betrachtet den kleinen Hügel aus Flüssigkeit, der unter seinem Zeigefinger sich langsam zu einem Tropfen wandelt und welcher letztlich, fast wie in Zeitlupe, auf den dünnen Teppich fällt und von den kurzen ausgeblichenen Fasern aufgenommen wird.
Es war eine lange Nacht und er hatte einfach keinen Schlaf gefunden. Die Aufführungen seiner Geschichten auf dem Marktplatz hatten angefangen an den Erinnerungen Anschluss zu finden, die er selber inzwischen als vergessen betrachtet hatte. Entscheidungen, die er vor einer Ewigkeit getroffen hatte und die ihn nun in den einsamen Nächten das Herz schwer werden ließen. Lynch hatte in seinem Leben nie besonders viel Reue für seine Taten gezeigt und war sicherlich nie wirklich der Held gewesen, als den er sich so gerne in seinen Geschichten profilierte und für den ihn das Volk beizeiten sogar liebte.
Aber wenn die zwei fahlen Monde die Wüsten von Athas beschienen und Lynch der Einsamkeit verfiel, gruben sich aus seinen Erinnerungen Emotionen hervor und erhoben sich, albtraumhafte Monstren gleich, um ihn zu quälen.
Eine dieser Nächte lag nun hinter ihm. Die anderen seiner Mitreisenden kannten Lynch nur als emotionslosen, abgestumpften und eher makaberen Menschen. Warum sollte er ihnen diese Sicht nehmen. Sie würden ihm eh nicht helfen können seine eigenen Nachtmare zu besiegen. Schuld die er sich selber schon vor so langer Zeit aufgeladen hatte.
„Was meinst du…?“ Lynchs Stimme klingt nicht im Geringsten vom Alkohol beeinträchtigt, dennoch liegt eine seltene Schwere in seinen Worten. „… Hätte ich mich damals anders entscheiden sollen?… Wäre alles anders gekommen, wenn ich einen anderen Pfad eingeschlagen hätte?“
Die Person, die ihm gegenüber sitzt, ist nach wie vor in die tiefsten Schatten gehüllt und nur mit viel Fantasie kann man die weiblichen Umrisse einer schönen Frau mit fließenden langen Haaren ausmachen. Lynch erhält keine hörbare Antwort, trotzdem nickt er nach einer kurzen Zeitspanne bedenklich.
„Wahrscheinlich hast du Recht.“ Der Zauberer lehnt sich in seinem Stuhl zurück und das alte Holz der hinteren Stuhlbeine protestiert ächzend gegen diese ungewohnte Belastung. Er überstreckt seinen Hals und Schaut über die Lehne hinweg zu dem noch verschlossenem Fenster und den einfallenden Sonnenstrahlen. „Der Tag bricht an und die Gespenster der Nacht weichen zurück…“ Lynch lacht kurz auf „Entschuldige, aber ein wenig Theater kann ich mir einfach nicht verkneifen. Und außerdem kennst du meine Vorliebe für das Melodramatische.“ Er steht auf und schreitet zum Fenster um einen Blick durch die Lamellen, auf die sich langsam im Licht abzeichnende Stadt zu werfen. „Ich lasse dir noch einen Augenblick Finsternis bevor ich die Fenster öffne und das einfallende Licht den Zauber der auf dir liegt beendet Eve.“

Der Sukkubus lässt ein leises Seufzen vernehmen, während sein Meister sich vom Fenster abwendet und sich auf die heutige Vorstellung für den Marktplatz vorbereitet. Was für weinerliche Wesen diese Menschen doch waren. Sie stellten andauernd ihr eigenes Handeln in Frage. War es richtig, was sie getan hatten oder falsch? Warum taten sie so etwas Sinnloses? Getanes konnte stets nur unter den seltensten Begebenheiten wirklich rückgängig gemacht werden und sie selber erkannte keine Notwendigkeit darin, die bisherigen Taten ihres Meisters ungeschehen zu machen.
Eve streckt die Glieder ihres Körpers und auch ihr Stuhl beginnt vernehmlich zu ächzen. Sie liebt es in dieser Gestalt auf der stofflichen Ebene zu existieren und legt ihre Füße auf den Tisch während ihr Schwanz über die leeren Flaschen auf dem Boden streicht. Es ist ewig schade, dass sie lediglich unter den Bedingungen des Rituals von Lynch und dem Fernbleiben von Sonnenlicht die Größe eines gewöhnlichen Menschen annehmen kann.
Die verfluchten Zauberrerkönige hatten der Welt so viel ihrer Magie entzogen, dass lediglich unter den Bedingungen die ihr Meister für sie schuf, sie die Fähigkeit erhielt eine „normale“ Größe anzunehmen. Sehr bedauerlich, dass heute Nacht ihr Meister lediglich einen Trinkgesellen und einen guten Freund als Zuhörer gebraucht hatte. Zu gerne hätte sie sich mal wieder ein wenig ausgelebt.

Eve zuckt mit den Schultern, streckt ihren Rücken durch und hebt Lynch gegenüber ihre weiblichen Züge in ein vorteilhaftes Zwielicht. Ergebnislos. Ihr Meister ist voll und ganz in seinen Vorbereitungen für seine heutige Aufführung gefangen.
Mit welcher Form der Selbsttäuschung mochte er wohl heute seine, so von ihm verhassten, Erinnerungen in ein heroisches Licht setzen?
Der Dämon streicht mit seinen Händen über seinen weichen Körper. Armer Meister… wenn er wüsste, was ihm in diesem Moment entging. Nun ja, Eve nimmt die kleine Kerze und die anderen Unterlagen für das Ritual in ihre Hände und entschließt ihren Herren heute Abend davon zu überzeugen, dass sich ein erneutes Ritual für ihn mehr als lohnen würde.
Eve setzt sich nun aufrecht hin, stützt ihre Ellenbogen auf die Tischfläche, bettet ihren Kopf in die Handflächen und beobachtet Lynch bei seinen kleinen niedlichen Proben.
Sie kann sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen als sie der zum großen Teil frei erfundenen aber zweifellos unterhaltsamen Geschichte ihres Meisters folgt. Und während Lynch nun immer wieder an einzelnen Szenen seiner Geschichte feilt, schweifen die Gedanken des sinnlichen Dämons in ihre gemeinsame Vergangenheit zurück.

Die besiegt geglaubten Elfen nutzten eine magisch aufflammende Leuchtkugel die sie gen Himmel schossen um alle anwesenden zu blenden und versuchten panisch zu fliehen. Nachdem die Augen ihres Meisters und jene von Goar , Lafeya und Yi´are sich wieder verwenden ließen entbrannte ein verzweifelter Versuch die fliehenden Elfen und die Kancks aufzuhalten. Leider entkamen alle Elfen bis auf drei in die Wüste, da die Sicherung der riesigen Insekten mit der Ausrüstung und dem Proviant, von den vier Abenteurern als wichtiger erachtet wurde.
Einer der Gefangenen wurde von Lynch nachdem er sich nicht kooperativ zeigte umgehend getötet. Basierend auf dem Anblick des grausamen Todes überschlugen sich die anderen beiden Elfen zwar nicht mit Hilfsbereitschaft, doch antworteten sie auf die Fragen von Eves Meister und offenbarten folgendes:

1: Der Elfenstamm der Juradai kämpft gegen die Stadt Urik.
2: Grund der Kämpfe war, dass eine große Menge an Elfen von den Einwohnern von Kled verraten und in die Sklaverei verkauft wurde.
3: Die Elfen vergiften nun seither alle Wasserquellen zwischen den beiden Orten um den Handel unmöglich zu machen und so die beiden Städte zu erpressen.
4: Erst wenn alle versklavten Juradai freigelassen werden, versprechen die Elfen unter der Führung von Tugadai, einem ehrenhaftem und starkem Mann welcher jede Herausforderung annehmen würde, aufhören die Quellen zu vergiften.

Die beiden gefangenen Elfen gaben sich jedenfalls als Dalet und Gilan aus. Der eine ein Barde und der andere ein Bogenschütze, wurden darauf eingeschworen der Gruppe als Diener beizustehen, bis ihre Schuld beglichen sei.
Eve unterbricht ihre Erinnerung als sie ein Kichern nicht mehr unterdrücken kann. Das Einstudieren von Lynchs Aufführung für den Marktplatz schreitet gut voran und ihr Meister scheint seine melancholischen Gedanken nun letztlich abgelegt zu haben.

Lynch hatte damals wie wohl auch heute zu viel Vertrauen in seine Begabung im Umgang mit den anderen Wesen auf Athas und war sich damals sicher, die beiden Elfen fest an ihre Gruppe gebunden zu haben und erteilte ihnen schnell kleine Aufgaben.
Noch während ihres Aufenthaltes in der Oase begegneten sie einer Gruppe von Zwergenkindern aus Kled, die wohl Wasser im Austausch für Opfergaben an den ohnehin verschwundenen Druiden an sich nehmen wollten. Lynch hielt sich bewundernswert gegenüber den Kindern zurück, doch die Elandriel musste sich unbedingt zwischen die vergiftete Quelle und die haarlosen Missgeburten stellen um die kleinen Schädlinge davor zu bewahren an der Tücke der Elfen zu sterben. So verließen die Zwergenkinder ohne von dem Wasser gekostet zu haben die Oase wieder und reisten zurück in die Zwergenstadt Kled.
Aus einem Eve nicht näher bekanntem Grund begab sich dann auch ihre Gruppe auf die Reise zu dem Ekel verheißenden Ort Kled. Während der einzigen Unterbrechung der Reise um der Hitze des Tages zu entgehen, versuchte einer der Elfen, Gilan, zu fliehen und mit einem der Kancks in die Wüste zu entkommen. Nachdem ihm dies allerdings nicht gelang, beendete der feige Elf sein Leben durch seine eigene Hand und stürzte sich auf sein Schwert.
Dalet, der andere Elf, hingegen wirkte schicksalsergebener. Er unterhielt sich über eine längere Zeit mit Lynch, brachte ihm einzelne Lieder bei und berichtete von den Sagen und Mythen, die von einer Ruine stammten, die wohl unter den Fundamenten der Stadt Kled und unter Tonnen von Sand begraben ist.
Kled stellte sich als deprimierend zwergbelastete Ortschaft heraus. 50 bis 60 dachlose und niedrige Hütten wurden umgeben von einer roten und kreisrunden Stadtmauer. Und in der Mitte der etwa 400 Seelen umfassenden Kommune befand sich eine große windbetriebene Wasserpumpe die spärlich das kühle Nass aus der Tiefe hervorlockte.
In diesem Ort lebten ausschließlich Zwerge, was Lynch damals mit großem Ekel registrierte. Doch das Seltsamste war die Allgegenwärtigkeit von Metall. Selbst die Waffen die anfänglich auf sie gerichtet wurden waren metalisch.
Nach einer kurzen Begrüßung und dem obligatorischen Wassertribut erhielt die Gruppe die Möglichkeit mit dem Anführer des Dorfes zu sprechen. Unterwegs zu just diesem, schafte es Lynch aus zwei Wächtern an der Wasserpumpe zu erfahren, dass Kled seit bereits 3 Wochen unter einer Wasserknappheit leiden würde und durch die Vergiftung der Oase es zunehmend zu Engpässen kommen würde. Ebenfalls erhielt die Gruppe noch einmal eine Bestätigung über die Geschichte der Elfen, dass Kled an dem Verkauf vieler Juradai an die Sklavenhändler von Urik beteiligt war.
Der Anführer von Kled stellte sich als ungewöhnlicher Vertreter der Zwerge heraus. Baranos hatte einen Vollbart und lebte zu dieser Zeit in einem großen Haus mit mehreren Stockwerken. Nach seinen Angaben war er selber der Gründungsvater von Kled und errichtete die ersten Bauten der Stadt vor 150 Jahren an diesem Ort um den verschollenen Ruinen der alten von Dalet beschriebenen Zwergenstadt Cemalok nahe zu sein.
Baranos Traum bestand darin, die Ruinen zu heben und wieder zu bevölkern. Bislang hatte er allerdings nur eine immense Menge an Metal gefunden und erklärte sich bereit seine gefundenen Schätze mit den Neuankömmlingen zu teilen, wenn diese im Gegenzug dafür sorgen würden, dass der Druide der vergifteten Oase freigelassen werden würde. Dieser halte sich, Baranos Informationen entsprechend, in der Festung der Juradai auf und würde von jenen gefangen gehalten werden.
Letztlich gelang es Lynch und Lafeya an jenem Tag noch in den Besitz zweier Ritualbücher zu kommen, nachdem sie einige Beute aus ihrem Ausflug durch die Wüste, mit der Dorfmagierin Hera getauscht hatten…

Dieses Ritualbuch, welches nun hier im Gasthaus vor ihr, zusammengrollt und verschlossen auf dem Tisch lag und in welchem das Ritual für ihren momentanen Zustand sich befand.
Eve lächelt in die Richtung von ihrem Meister und erhebt ihren Kopf um die Hände zum applaudieren frei zu haben. Endlich ist er auch selber mit seiner Vorstellung zufrieden und verbeugt sich nun zufrieden lächelnd vor seinem bescheidenen Publikum, welches sich soeben erhebt und ihm entgegen geht.
Eve lächelt ihn an, nimmt ihn in ihre Arme und küsst ihn auf den Hals. Endlich ist der Schatten auf dem Geist des Zauberers verschwunden. Vielleicht würde sie nun die Chance erhalten, ihren Meister glücklich zu machen.
Eve tritt einen Schritt zurück, ergreift behutsam die Hände von Lynch und legt diese auf ihre Hüften. Der junge Mann lässt es mit sich geschehen und ein seliges Lächeln beginnt in seinem Gesicht zu wachsen, als er seine Hände an der seltsamen Frau vor ihm, langsam herab wandern lässt. Die tristen Erinnerungen an seine damals so schicksalhaften Entscheidungen verblassen allmählich und rücken immer weiter in den Hintergrund als er seine Lippen befeuchtet und sein Gesicht näher an das seiner Vertrauten bewegt.
Eve beginnt nun auch zu lächeln. Es wurde auch höchste Zeit das…

Die Tür zum Flur wird mit einem gewaltigen Schlag aufgestoßen und helles Tageslicht flutet den Raum.
„Hey Lynch du Penner! Steh endlich auf und tu deine armselige Arbeit!“ Goars liebreizende Stimme bringt das Mobiliar zum Scheppern und Lynch reißt panisch erschrocken seine Augen wieder auf.
„Was zum?!… Goar?“
„Klar Goar. Wen erwartet eure Lordschaft denn sonst? Zehn nackte Jungfrauen? Dafür haben wir das verkehrte Etablissement ausgewählt… Verdammte Lafeya.“ Goar knurrt ein wenig aber man erkennt sofort, dass er es nicht wirklich ernst mit seinem Zorn auf die Eladrin meint. „Aber sag mal… was machst du da mit deiner kleinen Taschenfledermaus?“
Lynch starrt die nun wieder 20 Zentimeter große Eve an, die vor ihm in dem Lichtschein, der durch die nun offene Tür fällt, schwebt. Der zunächst verwirrte Gesichtsausdruck des Sukkubus wandelt sich zunehmend schneller in eine Maske der Frustration und des Zorns, als das winzige Wesen sich umdreht, mit schrillen quitschigen Lauten beginnt auf Goar einzuschimpfen und ihm mit ihren winzigen Fäusten droht.
„Sag mal Lynch… ich werd das Gefühl nicht los, dass sie sauer auf mich ist.“
„Vergiss es einfach Goar.“ Lynch ergreift sanft die kleine flatternde Gestalt und setzt sie auf seine Schulter. „Alles in Ordnung Goar…“ und leiser zu der kleinen Person mit dem säuerlichen Gesichtsausdruck auf seiner rechten Schulter: „Nichts was man nicht heute Abend wiederholen könnte.“ Sein Blick schweift kurz über die Ritualgegenstände auf dem Tisch, bevor er Goar aus dem Zimmer hinaus folgt.
Eve schlägt gespielt empört die Beine übereinander und gibt Goar ein frivoles Fingerzeichen, bevor sie beginnt zu lächeln, sich in der Tasche ihres Meisters versteckt und gemeinsam mit ihm sich hinaus in die helle Stadt und auf den Weg zum Marktplatz begibt.

Ihr Meister würde eine erneute schlaflose Nacht vor sich haben…

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Goars Gedanken am 2 Tag der Show

Am nächsten Tag an einem uns wohlbekannten Ort mit netter ungestörter Aussicht über den ganzen Markt sitzt Goar, während auf dem Markt sich der an leichter Selbstüberschätzung leidende Künstler Lynch seinen Auftritt vorbereitet, an einer Mauer gelehnt im Schatten versteckt und isst einen Braten mit Fladenbrot.

Seinen Blick über die Massen von Stadtbewohnern schweifend spricht Goar in Richtung einer anderen in den Schatten gelegenen Ecke: „Schau dir die ganzen Idioten an. Sie verstecken sich hinter dieser dicken Mauer, denken sie wären in Sicherheit und strahlendes Licht der Zivilisation inmitten der Dunkelheit der unzivilisierten Wüste. …Sie sind unfähig zu verstehen, dass wenn man in Gefangenschaft lebt und den Kontakt zur Natur fürchtet, die Geister sich von einem abwenden. Keiner sollte sein ganzes Leben hinter Mauern leben. Wir werden heute Nacht außerhalb der Stadt in der Wildnis schlafen. Diese Stadt mit ihren vielen dummen Einwohnern macht mich krank. Was hältst du davon?“

Aus dem Schatten hört man ein Knurren und Fauchen welches man als Zustimmung werten könnte.
Als Lynch mit seiner Show beginnt wirft Goar den Rest des Bratens in die Ecke. Ein paar Sekunden später hört man Schmatzen und das Knacken von Knochen.

Goar versinkt wieder in seinen eigenen Gedanken als die ersten Bilder auf der kleinen Kiste entstehen.

Hier die Gedanken:

Die Jagd auf den Kaktusbreiwassereimer nahm ein schnelles und für einen der 2 Diebe endgültiges Ende. Die beiden waren Wächter auf dem Sklavenwagen, der uns in diese unangenehme Lage brachte. Naja der eine war nun Proviant. Das der Halbling sowas wirklich essen kann. Komisches kleines Volk. Sollte ich jemals zu Besuch in einem Halblingdorf bin werde ich sehr genau darauf achten was es zu essen gibt und das ich nicht spontan als Festtagsbraten beim Gelage teilnehme. Der verbliebende der Diebe wurde jedenfalls damals von Lynch so sehr eingeschüchtert, dass er spontan die Waffen streckte und zu uns überlief. Auch nicht schlecht, so hatten wir wenigstens jemanden, der auf den Kank aufpasste und mir beim Tragen von Felsbrocken für das eine oder andere Nachtlager half. Meine anderen Begleiter sind ja für solche Arbeiten nicht zuhaben.

Lynch erstaunte mich sehr als er den Banditen einschüchterte und kann von Glück sprechen das ich von der Verfolgungsjagd noch außer Atem war. Ansonsten hätte ich diese kleine Dämonin, als sie auf seiner Schulter erschien, mit einem Axtschlag von derselben befreit. Naja, wer weiß. …War wohl besser, dass ich es nicht gemacht habe. Die nächsten Tage hat er sich mehrmals mit ihr beschäftigt und wenn ich mich noch an alles richtig erinnere war die Kleine nicht unbedingt immer ganz glücklich über seine Aufmerksamkeit und die damit verbundenen Scherze. Frage mich ich wie die beiden mit einander reden. Man hört vom dem kleinen Biest nur Gezwitscher.

Naja so hatte der Mensch wenigstens jemanden, der sich mit ihm beschäftigt hat, auch wenn es nicht immer freiwillig war. Yi´are und Lafeya waren nicht unbedingt mit all seinen Einstellungen zufrieden.

Das Langohr erkennt langsam, dass nicht nur in ihren sogenannten Wäldern Leben im Überfluss herrscht, sondern das auch in der Wüste so einiges an Lebewesen herum kreucht und fleucht. Es war damals schon lustig anzusehen wie Lynch extra auf ein paar Käfer gelatscht ist nur um die zwei zu ärgern. Wenn er gemerkt hätte, dass die meisten der kleinen Krabbler seine Attacken unbeschadet überstanden hatten wäre die Sache nicht ganz so amüsant für ihn gewesen. Aber was soll es. Die beiden Naturwächter haben es ja auch nicht bemerkt. Es fehlt ihnen einfach das Vertrauen in die Überlebensfähigkeiten der Natur. Aber meine Gedanken schweifen schon wieder ab.

Lynch ist mit seiner Bildershow schon bei dem Versuch mit der gefundenen Kompasskugel und unserem ersten Nachtlager.

Lafeyas Schlafgewohnheiten sind sehr praktisch wenn es darum geht Nachtwachen aufzustellen. Das Klingenohr kommt mit wenigen Stunden Schlaf, oder was sie dafür hält, aus.
So erkannte das Langohr auch das am Morgen zwei Riesenskorpionen uns als ihr Frühstück auserkoren hatten und konnte uns rechtzeitig warnen. Während des Kampfes zeigte sich auch dass wir so schlau gewesen waren und unser Lager in der Nähe der Behausung eines Id-Fiends aufgeschlagen hatten. Naja eine selten behämmerte Idee. Einen der Skorpione verwandelte Lynch spontan in eine Rauchwolke mit Hilfe eines schön farbig leuchtenden Strahls aus seinen Händen. Leider tauchte danach die Riesenechse auf und schnappte sich ihn, um ihn in angenehm maulgerechte Stücke zu verwandeln. Fast hätte das Vieh ihn auch fertig portioniert. Wenn ich an seine überraschten fast weibischen Schreie denke wird es mir gleich warm ums Herz.

Meine Hilfsaktion war zwar erfolgreich aber ohne den Beistand der Geister der Berge und des Ragedrakes hätte mich das Vieh mühelos verschlungen. Verdammt das war ein sehr harter Brocken nach dem Kampf hatte ich mehr geborgte Lebenskraft als eigene Kraft. Ich finde es immer wieder schade so eine mächtige Kreatur vernichten zu müssen aber der Erhalt der Natur hat Vorrang als die Gier eines einzelnen Magens. Es ist der Lauf der Natur, dass der Stärkere überlebt. Yi`are zeigte während des Kampfes sein Geschick und half mir gegen die übermächtige hungrige Echse.
Unser unfreiwillig freiwilliger neuer Kamerad bewachte solange den Kank.

Nach dem Kampf entledigte ich den Id-Fiend seiner Schuppenhaut, ein so starker Gegner hat es verdient, dass er geehrt wird. Sie sollte Teil meiner neuen Rüstung werden. Währenddessen untersuchten Lynch und Lafeya den Bau der Bestie und fanden auch dort ein paar nützliche Gegenstände.

In den nächsten Tagen sahen wir immer wieder Riesenbienen über uns herziehen. Nachdem wir festgestellt hatten, dass sie Wasser transportierten, entschlossen uns damals ihnen zu folgen. Die Flugschneise führte uns zu einem ungeknickten Riesenwüstenkaktus. In der unmittelbaren Nähe des Sukkulenten wurden wir Zeuge eines Kampfes zwischen einer Riesenbiene und zwei halbmenschlichen Geiern. In diesen griff Lynch mit einem Säureball auf die Biene ein. An dem Kaktus konnten wir unsere schwindenden Wasservorräte auffrischen, unseren Kank füttern und nützliche Teile der Biene mitnehmen. Das Langohr hatte sich merkwürdigerweise sehr dagegen gestrebt den Bienen zu folgen. Irgendwie verstand ich das Mädel einfach nicht. Auf der einen Seite naturverbunden und auf der anderen Seite will sie unbedingt in diese Zwergenstadt.
Was für Erwartungen hatten meine Reisekameraden nur damals an diese Stadt geheftet? Zwerge sind und bleiben einfach stur, argwöhnisch und missmutig. Wir rannten rum wie entlaufende Sklaven, die wir ja anscheinend auch waren, und die 3 erwarteten das wir freudig begrüßt würden. Ich sah eher Probleme mit dieser Stadt verbunden. OK ich war damals auch dafür, dahin zu gehen weil die einzige Alternative sich noch schlimmer anhörte. Nach wie vor kann ich Städte einfach nicht ausstehen.

Goar schreckt aus seinen Gedanken auf als ein schuppiger Schwanz sein Bein berührt. Er schaut auf das Wesen und streichelt es über das Haupt. „Nicht mehr lange und wir können gehen.“ brummt er.

Lynch ist schon bei der Ankunft in der Oase angelangt in seiner kleinen Geschichte…

Ach was haben wir damals nicht alle dumm dreingeschaut als sich der so sehr herbei gewünschte Handelsposten als unbewohnte Oase mit Moraststrand und Nadelbäumen herausstellte. Aber wir waren zur damaligen Zeit nicht die einzigen Besucher der Wasserstelle. Die beiden riesigen Mechilots unseres Wüstenschiffes waren schon vor uns da. Die beiden waren wohl einfach geradeaus weiter gegangen und später ihren Nasen gefolgt. Als wir näher kamen sahen wir, dass einer der riesigen Gesellen ziemlich bewegungslos und auch ziemlich Tod neben dem Wasser halb vom Sand bedeckt lag. Daraufhin schauten wir uns die scheinbare Idylle genauer an und entdeckten Kadaver mehrerer Tiere am und im Wasser, selbst der Morast war voller Würmer und Getier.

Wie man es so kennt werden solche Oasen eigentlich von Druiden eifersüchtig bewacht auch diesen konnten wir nicht finden. Dafür aber ein seit einiger Zeit nicht mehr benutztes Lager, welches wohl zum Druiden gehörte. Hier fanden zwar keine Spuren des Druiden aber dafür Wurzeln mit denen jemand das Wasser so vergiftet hatte, dass nur Elfen und Kanks dieses trinken konnten.

Ich verstand und verstehe zwar wie man auf so eine Idee kommen kann aber das ist nicht der Wille der Geister und der Natur. Solch eine Tat muss bereinigt werden.
Lynch hatte die Idee, mit Hilfe eine Vorrichtung das Wasser zu reinigen, damit auch wir und der verbliebende Mechilot es wieder trinken können. Wir wollten damit das Ungetüm besänftigen und vielleicht etwas weniger argwöhnisch machen.

Es kam aber alles anders.

Yi`are sah am Horizont etwas auf uns zukommen. Dieses etwas entpuppte sich als 30 Sandrenner mit sehr spitzen Ohren, die wir aus unseren Verstecken beobachten. Die Elfen fingen auch nach einer kurzen Beratung an den Mechilot anzugreifen. Als der Kampf voll entbrannt war, griffen wir aus unseren Wartepositionen die Klingenohren an.

Die Bestie wehrte sich gut gegen die Elfen aber innerhalb weniger Sekunden konnten mehrere der Spitzohren seinen Rücken erklimmen. Leider schaffte es auch sofort ein Elf dem mächtigen Wesen eine tödliche Wunde beizubringen. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Sandflöhe innerhalb so kurzer Zeit eines der bestgepanzerten Wesen auf Athas töten konnten.

Während des Kampfes damals wurde meine Axt zerstört. Eine Schrecksekunde verging bis mich die Geister an das Schwert auf meinen Rücken welches ich komplett vergessen hatte erinnerten. Vielleicht sollte es auch eine Warnung sein. Durch den Tod des majestätischen Wesen angespornt und durch die Heilkünste Lafeyas gelang es mir die Klingenohren soweit zu verängstigen, dass sie sich uns ergaben. Naja ein paar erschlagende oder schwerverletzte Feinde, zusammen mit einem blutbesudelten Goliath dessen Wunden sich immer wieder schließen und dem der Geist eines Ragedrakes sichtbar innewohnt, können schon etwas verstörend wirken.

Zum Glück hatten die Wüstenhüpfer keine Ahnung wie knapp das Ganze damals war.

„ Wie ging das nur damals weiter? Naja vielleicht fällt es mir Morgen durch die Show wieder ein. Das war schon ein Leben auf Axtschneide damals. Hmm… heute ist es nichts anders aber …. Ach wie auch immer. Komm lass uns gehen. Ich will so schnell wie möglich ein paar Meilen zwischen mir und diesen Ort bringen.“ Brummt Goar auf dem Dach.
Aus der Ecke bewegt sich ein schuppiges Wesen schnell hinter ihm her in Richtung Wüste.

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Werte Spectatores
Die dritte Aufführung

„Weißt du Flo? …“ Lynch nimmt das ihm entgegen gereichte Tongefäß entgegen. „Würdest du das Blau aus deinen Augen in die Becher füllen könntest du, was auch immer du dir wünschst, für einen einzigen Schluck verlangen.“
Die junge Frau lächelt ihn an.
„Schöne Worte Schausteller.“
„Nicht annähernd so schön wie die junge Frau vor mir.“
„Wenn du nun auch noch bemerkt hättest, dass ich nicht blaue, sondern braune Augen habe wäre dein unwiderstehlicher Charme noch ein klein wenig weniger geheuchelt daher gekommen Lynch.“
„Autsch!“
„Steh da nicht rum Gaukler. Trink deinen Nektar und kümmer dich um dein Publikum. Du wirst anscheinend schon sehnlichst erwartet. Und außerdem…“ Flo setzt ein schelmisches Lächeln auf „bezahle ich dich dafür die Gäste und nicht mich zu unterhalten.“
Lynch lässt ein tiefes Seufzen entweichen. „So jung, so schön und so abgebrüht. Du könntest einen naiven jungen Mann einmal sehr glücklich und dann auch wieder sehr unglücklich machen Flo.“
„Das einzige Glück, was DU jedenfalls bei mir finden wirst, befindet sich auf dem Grund des Bechers in deiner Hand Lynch und nun….trink aus und verdien dein Geld.“ Flo lächelt ihn ein letztes Mal koket an und wendet sich dann dem nächsten ihrer Kunden zu.

Mit einem ein wenig irritierten Blick schaut Lynch in seinen Becher. „Red Kank“? Was lies Flo die Kanks nur fressen, damit sie diesen ungewöhnlichen gefärbten Nektar produzierten. Kanknektar war in der Regel klar oder auch gelegentlich bernsteinfarben … aber rot?
Lynch schnuppert einmal vorsichtig an der Flüssigkeit… fruchtig, süß, eine Spur säuerlich. Lynch stürzt das Getränk hinab und fühlt sich beinahe umgehend erfrischt. Kein Wunder das die Jugendlichen dieser Stadt von dem Zeug so schwärmen. Würde er sich dazu durchringen noch weitere Münzen für diesen Nektar in Flos Rachen zu werfen, würde Lynch entweder an einem Zuckerschock sterben oder wie ein Mekilot Wüstenschiffe durch die Gegend ziehen können.
Lynch fasst für sich den Entschluss, in Zukunft die Finger von diesem Teufelszeug zu lassen und zumindest für heute es bei reinem Wasser zu belassen.

Die kleine Menge die sich vor seinem gewohnten Aufführungsort inzwischen eingefunden hat, wartet geduldig auf Lynchs Ankunft und seine heutige Geschichte.
„Und erneut muss ich mich für meine Unzulänglichkeit bei euch entschuldigen werte Spectatores. Ich verdiene gar nicht das Privileg, euch unterhalten zu dürfen. Ein so edles Publikum auch nur wenige Sekunden auf die Folter zu spannen und warten zu lassen erscheint mir als eine unglaubliche Dreistigkeit welche sich mit Wasser nicht aufwiegen lässt.
So ihr denn mich nicht augenblicklich steinigt oder meuchelt, nehme ich euer Staunen als Absolution und als ein wahrlich großes Entgegenkommen von euch an. NAtürlich werde mir heute besondere Mühe geben müssen, um euch für die erhoffte Gnade zu entschädigen.“ Weder fliegen Steine, noch hat Lynch ein Messer im Rücken. Dafür wirken die Leute vor ihm aber irritiert. Von was hatte dieser seltsame Mann da grade gesprochen? Lynch merkt, dass er über das Ziel hinausgeschossen ist und erhebt schnell wieder die Stimme.
„Nun denn meine werten Gäste. Seht zu wie sich erneut ein Fenster in die Vergangenheit öffnet und euch von den Geschehnissen, deren Zeuge ich im Sand sein durfte berichtet.
Nachdem wir die gar garstigen Elfenbanditen bezwungen hatten, begaben wir uns an die Erforschung einiger Spuren im Sand und trafen auf zwei andere Überlebende der Karawane. Wachen die vergebens versucht hatten das Wüstenschiff vor dem Überfall zu verteidigen. Bei dem Versuch mit ihnen Kontakt aufzunehmen, entbrannte zwischen den erhitzten Gemütern leider eine kurze aber heftige Diskussion. Letztlich entschied sich einer der ehemaligen Wächter mit dem Namen Gotan sich unserer kleinen Gruppe anzuschließen, während sich der andere entschloss alleine für sich durch die endlosen Dünen zu reisen. Gotan stellte sich schnell als treuer Gefährte heraus und berichtete von einem Leben voller Entbehrungen und seiner großen Liebe, für die er sich sogar in die Wüste begab um die finanziellen Mittel für ein glücklicheres Leben zu verdienen. Wie sich zeigte war er ein Meister des Bogens und sollte sich später noch als große Hilfe und zuverlässiger Freund für die vier Abenteurer herausstellen.

Wir entschlossen uns, zunächst mit unserer angewachsenen Gruppe zu einer Oase aufzubrechen, von deren Existenz wir aus dem Studieren einer Karte erfuhren, die wir zu Beginn unserer unfreiwilligen Reise aus dem Wüstenschiff geborgen hatten. Da unsere Vorräte nur sehr begrenzt waren und die Strecke bis zur lebensspendenden Oase versprach sehr lang zu werden, entschieden wir uns in der Kühle der Nacht zu reisen und während des Tages stets zu rasten. Sicherlich war die Chance an diesem Ort in die Hände jener Elfen zu geraten, welche uns beinahe gemeuchelt hatten recht hoch, doch die Chance gänzlich ohne Wasser auf der Reise durch die Wüste zu verenden war deutlich höher.

Unsere mehrere Tage andauernde Reise führte uns an zahlreichen Wundern und Monstrosität der Wüste vorbei. Riesige Skorpione griffen uns in dem endlosen Sandmeer an. Ein gigantisches echsenartiges Wesen mit der Kraft Ängste in uns auszulösen, von deren Existenz wir nicht einmal wussten, lauerte uns in einem unserer Nachtlager auf und fiel letztlich nur durch unsere gemeinsamen Bemühungen. Doch wir trafen nicht nur Todbringendes auf unserer Reise. Wir entdeckten wasserspeichernde Pflanzenknollen und Kakteen in den sandigen Dünen die uns halfen unser Ziel zu erreichen. Gigantische Bienen zogen über unseren Köpfen dahin und wir entdeckten Mischlingsformen von Wesen welche wirkten wie eine Kreuzung aus Mensch und Geier. Es gibt dort draußen vor den Stadtmauern Wunder die nie zuvor jemand geschaut hat. Doch ich sollte euch an dieser Stelle warnen liebe Spectatores. Ebenfalls lauern dort Gefahren welche nie zuvor jemand überlebt hat.

Wir blieben am Leben in dem wir aßen und tranken was auch immer wir zwischen den Dünen fanden, überlebten Sandstürme und fanden am vierten Tag die von uns angestrebte Oase, nur um zu bemerken, dass wir nicht die ersten unserer Karawane waren, die es zu diesem Ort geschafft hatten. Die beiden Mekilots, die unser Wüstenschiff die gesamte Zeit unserer Gefangenschaft über tapfer durch den endlosen Sand gezogen hatten, befanden sich müde und ausgedörrt vor uns und verteidigten den siedend heiß erscheinenden, kleinen und morastartigen Tümpel um den sich herum zahlreiche Nadelhölzer zu annehmbareren Größen entwickelt hatten.
Erst bei genauerer Betrachtung bemerkten wir, dass das größere der beiden drachenartigen Lasttiere nicht so territorial auftrat wie das andere Wesen. Das Ungetüm lag apathisch, desinteressiert und relativ … nun… tot neben dem Wasser. Aber der Mekilot war nicht das einzige Wesen welches wir verendet an diesem Ort vorfanden. Vögel, Insekten, kleine Echsen, sämtliches Getier welches man an solch einem Ort zu finden erwartet lag tot, reglos und allmählich stinkend um das Gewässer herum nieder.

Liebes Publikum. Denkt über mich was ihr wollt und haltet mich für so gierig und opportunistisch wie einen Wasserhändler in den Straßen von Tyr während des Jul-Festes. Doch Mama Lynch gebar keinen Idioten. Das Wasser welches so nah vor uns war und Rettung verhieß, stellte sich als tödliche Falle heraus. Wer auch immer von dem Wasser genoss, war anscheinend so gut wie tot. Pflanzen schien das Gift im Wasser wohl nichts anzuhaben, doch von den kleinsten Tieren bis hin zu den gigantischsten Landwesen fiel sämtliches Leben dem Gift im blubbernden Nass zum Opfer. So überließen wir dem verbliebenden, noch atmenden Mekilot zunächst sein Territorium und gaben ihm die Gelegenheit um seinen gefallenen Gefährten angemessen zu trauern. Unsere kleine Gruppe suchte hingegen nach einer möglichen Ursache für die Verseuchung dieses Gebietes.

Während unserer Suche stießen wir zwar auf keinen ansässigen Druiden, dafür aber auf ein paar verdorbene Vorräte anderer Reisender, die wohl vor einiger Zeit diesen Ort besucht hatten und fanden letztlich tatsächlich die Ursache für den lauernden Tod im Wasser. Zwischen den Überresten eines uralten Steinbogens fanden wir des Rätsels grausame Lösung.
Anscheinend hatten umherziehende und skrupellose Elfen mit der Hilfe von giftigen Knollen das Wasser in der Form konterminiert, dass nur noch sie und ihre Kanks gefahrlos von der Quelle zehren konnten und alles andere tierische Leben an einem toxischen Schock verenden mussten.
Um das Trinken für uns weniger tödlich zu gestalten und wenn möglich sogar den Mekilot zu retten, begannen wir das Wasser zu destillieren. Wir entfachten ein Feuer, ließen das Wasser literweise verdampfen und fingen den giftfreien Dampf mit zahlreichen Materialien auf, welche wir in der Wüste von den dort lauernden Monstren erbeutet hatten.
Oh ja meine werten Spectatores. In der Wüste weiß man nie welches Wissen einem zu gute kommen kann. Ich hätte zu Beginn meiner Reise jedenfalls nicht erahnt, dass mein bescheidenes Wissen über die Destillation von Alkoholika mir auf diese Weise das Leben retten würde.
So benötigten wir nur Zeit und ein wenig Feuerholz um eine nahezu unbegrenzte Menge Wasser für unsere Zwecke zu reinigen und von beidem hatten wir genug… zumindest dachten wir dies.
Unsere Freude hielt nur kurz. Eine größere Gruppe von Elfen näherte sich der Oase und fiel über den stark geschwächten verbliebenden Mekilot wie ein Rudel blutdurstiger Sandflöhe her. Oh, sehr verehrtes Publikum. Mir blutet das Herz wenn meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt zurückkehren.
Yi´are, Lafeya, Goar, Gotan und ich gaben uns größte Mühe und versuchten das Leben des nahezu verdursteten Wesens zu retten und die schändlichen Elfen für ihre Taten wieder die Natur büßen zu lassen. Hartnäckigkeit, Zorn, überragende Finesse und eine Menge Glück verhalfen uns letztlich zu einem überragenden Sieg. Die finsteren Gestalten fielen unter den Klauen des sterbenden Mekilots und unseren Klingen zu Dutzenden,… bis sich die letzten Verbliebenden uns ergaben und auf unsere Mildtätigkeit hofften. Nur zu gerne hätte ich all diese sinisteren Gestalten in einem Anflug von Rache dem Tode überantwortet, denn wir standen knöcheltief in dem Preis unseres Sieges über die Elfen. Mit bestialischen Schlägen gelang es einigen der Wüstenbanditen den Mekilot so schwer zu verletzen, dass er in einem See seines eigenen Blutes vor unseren Augen verging.
Und so standen wir nun dort in der Oase, einer Zuflucht des Lebens, umgeben vom Tod und den sich uns ergebenden heimtückischen Mördern.

Doch nun werte Spectatores denke ich ist ein wunderbarer Zeitpunkt meine Geschichte für heute zu beenden. Die folgenden Geschehnisse markierten lediglich den Beginn unserer Odyssee, welche uns quer durch die Wüsten von Athas führte und mich letztlich an diesen Ort brachte um euch werte Zuschauer zu erbauen und zu unterhalten. Bitte verzeiht mir, dass ich mich nun für heute zurückziehe, doch Flos ausgezeichnete Getränke bahnen sich ihren Weg durch mein Innerstes und erwärmen mir mein Herz… und bevor sie meine Beinkleider erwärmen, sollte ich mich nun wirklich von euch verabschieden.“
Mit diesen Worten weicht Lynch unter lauter werdendem Gelächter von seiner Kiste zurück und verschwindet hinter einer Hausecke um sich zu erleichtern.

In einer unweit entfernten Gasse wächst ein breites Grinsen auf Lynchs Gesicht, während ein breiter Strom an ungereinigtem Wasser von Lynch dem Wüstenwind geopfert wird.
Was auch immer in Flos rotem Nektar war mußte eine immens treibende Wirkung gehabt haben.
„Dafür, dass du ein ach so großer Magier sein sollst Meister, war das eine unglaublich lausige Vorstellung.“
Ein kleiner, halbnackter, geflügelter und überaus weiblicher Dämon materialisiert sich neben Lynchs Ohr und haucht diese Worte leicht spöttisch in dessen Gehörgang, welcher daraufhin so stark erschrickt, dass er beinahe in seine eigene Opfergabe fällt.
„Und dafür, dass du eine kleine Ejakulationsvorlage für Minderjährige bist Eve, äußerst du ziemlich viel ungefragte Kritik an deinem Meister.“
„Ob gefragt oder nicht Meister…“ Eve blickt spöttisch lächelnd auf den Ursprung von Lynchs versiegende Opfergabe „…Kritik ist die Pflicht jedes aufmerksamen Zuschauers. Und, oh du mein werter Meister, an dem was ich nun grade erblicke könnte ich auch so manche Kritik äußern.“
Lynchs Augenbrauen ziehen sich bedrohlich zusammen als er seine kleine Vertraute aus den Augenwinkeln betrachtet.
„Meister. Ich habe mit Verlaub bemerkt schon besser ausgesta…“
Weiter kommt Eve nicht mit ihrer Ausführung, da Lynch sich auf sie stürzt und ein Handgemenge zwischen dem Hexer und dem 20 Zentimeter großen Succubus entsteht.

Etwa 5 Minuten und zwei Querstraßen entfernt sitzen zwei alternde Gerber bei ihrem abendlichen Schachspiel und reden über das alltägliche Leben.
„Meine Güte Jule, hast du die Preise für die heutige Lieferung der Häute gesehen? Für was hält sich dieser adlige Arsch von einem Händler?“
„Hm. Ich weiß was du meinst Furgas. Mann sollte glauben, dass sich dieser Haufen Dung inzwischen an dem Herzblut unserer Börsen satt getrunken hat.“
„Ich hätte nicht übel Lust mein treues Schabmesser zu nehmen und…“
Die Unterhaltung der beiden wird unterbrochen, als ein wild auf seine Kleidung einschlagender junger Mann auf ihren Spieltisch stürzt und in einer fremden Sprache einen anscheinend unsichtbaren Gegner anschreit. Die beiden Gerber blicken zunächst sich selber und dann den vor ihnen liegenden Mann fragend an, der unter ihren Blicken sich wieder erhebt und eine kleine zappelnde Gestalt aus seiner Kleidung zieht, welche fauchend und piepsend nach der Hand die sie gepackt hält schnappt. Spitze Zähne bohren sich in die, die kleine Frau umschlingenden Finger und der Mann lässt einen gepeinigten Schrei erklingen bevor er das Wesen wegschleudert und sich den beiden ungerührt wirkenden Männern zuwendet.
„Verzeihen sie bitte vielmals die Unterbrechung meine werten Herren, aber …“
Mitten in seiner Entschuldigung wird Lynch von der kleinen Geflügelten Frau erneut attackiert, die sich nun auf sein Gesicht stürzt und sich in seiner Nase verbeißt. Lynch geht zu Boden und versucht das winzige dämonische Wesen von seinem Gesicht zu entfernen und verfällt erneut in eine Sprache, die die beiden Leute nicht verstehen.
„ Sag mal Jule. Ist das nicht der seltsame Verrückte vom Marktplatz von dem deine Tochter erzählte? Der mit seinem Illusionstheater?“
„Könnte sein… Eine ziemlich rabiate Art Werbung für sich zu machen. Findest du nicht auch?“
Die beiden Männer werden nun Zeuge wie das weibliche geflügelte Wesen trotz massiver Gegenwehr von Lynch erneut in dessen Kleidung eintaucht und dieser beginnt sehr schrill zu schreien.
„Also ich glaube wenn der Rest seiner Show so unterhaltsam ist wie dies hier, sollte ich mir morgen ein wenig Zeit für ihn nehmen.“
„Wie auch immer… lass uns das Spielbrett wieder aufbauen welches der Wahnsinnige umgeworfen hat.“

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Von der Mitte der Wüste bis zur Oase in der Mitte der Wüste

Das diese Welt so grausam sein könnte. Ehe ich mich versehe stehe ich hier, umgeben von 30 niedergemetzelten Elfen. ELFEN!! Ich dachte immer, Elfen wären nett. Aber diese waren es nicht. Sie wollten den Mechelot töten. Aber von Anfang an:

Wir hatten den Kank erobert, wir hatten wenig Wasser, etwas Nahrung und Goar jagde gerade dem restlichen Vorrat Kaktusbrei hinterher.

Zwei arme Burschen, Überlebende des Elfenüberfalls hatten ihn geklaut. Immerhin einen ließ Lynch gnädigerweise leben. Gothan. Gothan hat große Angst vor uns, aber Lynch scheint ihn zu mögen und es gab auch keine andere Möglichkeit, als ihn mitzunehmen.
Axel, sein – toter – Begleiter wurde als Nahrungsvorrat mitgenommen. Es stinkt mit der Zeit widerlich. Ich darf gar nicht daran denken, dass der Halbling Menschen isst. Dann isst er bestimmt auch Eladrin…… Ugh.
Wir haben in Alex Tunika eine Kugel gefunden. Sie zeigt an, wo wir uns befinden. Ein kleiner Globus, sehr nützlich und bestimmt viel Geld wert.

Es war abends und wir machten uns auf den Weg in Richtung der Oase. Die Nacht war fürchterlich kalt, aber wir liefen weiter. Stehen bleiben wäre nur noch kälter gewesen. Bei der Dämmerung suchten wir uns eine geschützte Felsformation. Vermeintlich. Das nächste Mal erkunden wir unseren Schlafplatz etwas vorsichtiger. Ich hatte mich gerade entspannt gegen einen Felsen gelehnt und tagtäumte von dem gemütlichen, schattingen, freundlichen Grün der Blätter im Crescent-Wald, da wurde ich auch schon wieder unsanft von einem Warnschrei geweckt.
Wir wurden angegriffen von zwei Skorpionen und einem riesigen Echsenvieh. Einen kurzen, heftigen Kampf später häutete Goar die Echse und ich untersuchte auf Lynchs Wunsch hin die Höhle des Monsters. Der Gestank war widerwärtig, aber ich war das ja schon gewohnt. In meiner Reisegruppe befindet sich ja auch so ein Aasfresser. Nachdem ich das metallne Kurzschwert gefunden hatte, war ich für den Gestank jedenfalls entschädigt.

Am Abend zogen wir weiter. Jedoch änderten wir unsere Richtung ein wenig und folgten riesigen Bienen, welche einen Ort mit Wasser gefunden zu haben schienen. Auf jeden Fall transportierten sie Wasser weg. Ein paar Stunden später fanden wir einen schon zur Hälfte ausgedörrten Kaktus und eine Biene, welche von zwei intelligenten Geiern getötet wurden. Wir mischten uns nicht ein und als alle verschwunden waren, ernteten wir den restlichen Kaktus, gaben den verdörrten Teil unserem Kank und zogen weiter, nun wieder direkt in Richtung Oase.

Nicht nur der Fund des Kaktusses, auch meine weiteren Beobachtungen haben mir gezeigt, dass auch die Wüste ein eigenes, liebenswertes Ökosystem hat. Wenn man nur weiß, wo man suchen muss, findet man spärliche Nahrung und Leben. Es ist gut versteckt, aber es existiert. Jedenfalls werde ich nicht durch die Wüste ziehen in dem Motto, man kann ja sowieso nichts mehr kaputt machen. Auch diese Natur ist erhaltenswert und wird sich vielleicht irgendwann einmal wieder erholen. Langsam finde ich gefallen an Lynchs Idee, eine Stadt zu erobern. Dann kann man bestimmt mehr Einfluss nehmen auf diese egoistischen Magier, die nicht auf ihre Umwelt achten.

Wobei es nicht nur Magier sind, auch Elfen zerstören ihre Umwelt: An der Oase angekommen, fanden wir einen toten und einen mehr tot als lebendigen Mechelot. Und viele tote Kleintiere. Die Elfen haben das Wasser vergiftet mit einer Substanz, die nur für sie selbst und Kanks ungefährlich ist. Dies war auf jeden Fall nicht der erhoffte Handelsposten. Immerhin müssen wir uns keine Sorgen mehr um die Nahrung unseres Lasttieres machen. Aber wir konnten das Wasser nicht trinken. Lynch baute so eine komische Apparatur auf, er wollte das Wasser von dem Gift trennen. Bis jetzt weiß ich nicht, ob das geklappt hat, denn die Rauchfahne rief die Elfen erneut auf den Plan.
Wir versteckten uns, doch als sie den noch lebenden Mechelot angriffen, versuchten wir ihn zu schützen. Wir waren leider nicht schnell genug. Dieser riesige Koloss, ein Wunderwerk der Natur, liegt jetzt tot am Rand des Wassers und blutet aus.

Genauso wie die Elfen. Wo bin ich hier nur hereingeraten? Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich soviele Lebewesen töten müsste, nur um selbst zu überleben. Oder wäre das Gemetzel vielleicht auch gar nicht nötig gewesen?

Ich werde jetzt hinüber zu den zwei Kanks der Elfen gehen und sehen, ob es dort noch sauberes Wasser und Nahrung gibt. Und dann geht es in die Stadt der Zwerge.

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