Athas

Von Urik bis in die Mitte der Wüste

… Ich blicke ihm nach, diesem Halbriesen, wie er durch die Wüste rennt. Von uns weg, schneller als man es ihm bei seiner Körpermasse zutraut, hinter seinem Bottich Kaktusfeigenbrei her-
Soll ich ihm helfen? Nein, eigentlich macht dieser Riesenkerl auf mich den Eindruck, er könne das Essen auch alleine wieder beschaffen.
Das gibt mir die Möglichkeit, diesen toten Elfenkerl hier vor mir weiter nach wertvollen und nützlichen Dingen zu durchsuchen für unsere Reise durch die Wüste. Hoffentlich wird es keine Odyssee. Ich hoffe, mein Orientierungssinn lässt mich nicht im Stich.

In was bin ich hier nur hereingeraten? Aufgesammelt in der Wüste, eingesperrt im Sklavenwagen, weiterverkauft in Urik habe ich Yi’are, Goar und Lynch getroffen, die mit mir zusammen in dem Sklavenwagen eingesperrt waren.
Yi’are, der so klein ist wie Goar groß und Lynch mit seinem flotten Mundwerk, der sich für NICHTS zu schade ist. Es scheint fast so, als müsste ich mit diesen dreien zusammen versuchen, mich durch die Wüste zu schlagen. So wunderlich sie auch sein mögen, bin ich doch froh, dass ich diese Prüfung nicht alleine bestehen muss.
Yi’are ist mir sehr sympatisch, ihm geht es auch um die Erhaltung der Natur. Goar ist bestimmt sehr stark. Und Lynch hat einen unglaublichen Sinn fürs Praktische, versuchte er doch tatsächlich jeden Tag, die Fesseln durchzuknabbern. Das muss widerlich gewesen sein. Irgendwann fand ich meinen Verstand wieder (ich stand die tage vorher etwas neben mir – der Schock) und teleportierte mich aus den Fesseln, sodass ich Goar und Yi’are befreien konnte. Und plötzlich war Lynch auch frei, wie, das hab ich nicht ganz mitbekommen.

Danach wurde alles plötzlich furchbar hastig, schnell und gefährlich. Wir waren gerade frei, da wurde unser Sklaventransport angegriffen von Elfen des Stammes der Juradai. Unbemerkt entkamen wir unserem Gefängnis und fanden den Waffenraum, während sich die Sklavenhändler mit den Juradai ein erbittertes Gefecht lieferten. Nachdem ich bei dem Überfall der Wegelagerer sämtliche meiner Waffen und tragischerweise auch mein Ritualbuch verloren habe, bin ich jetzt im Besitz eines wunderbaren Obsidianschwertes. Auch Goar und Yi’are rüsteten sich aus. Ich weiß wirklich nicht, was dieser Lynch sich gedacht hat, aber er nahm viele Dolche mit, welche er in dem vollen (!) Nachttopf transportierte. Das stank erbärmlich, vor allem, nachdem er das Ganze kurze Zeit später verschüttete.
Wir hatten gerade den Wasservorrat gefunden, als uns Elfen entgegen kamen, welche uns unwirsch aufforderten, das „Schiff“ sofort zu verlassen. Ich weiß ja nicht, ob ich zu viel erwarte, wenn sie uns schon retteten, aber etwas freundlicher hätten sie schon sein können. Ich versuchte herauszufinden, wo mein Buch abgeblieben war und wurde sehr kurz abgewiesen. So unhöfliche Elfen habe ich noch nie getroffen.

Und da standen wir nun. In der Wüste, ohne Rüstung, ohne Waffen, ohne Geld, mit Karaffen Wasser und einem Bottich Kaktusbrei, welchen Goar in der Eile noch mitgenommen hatte. Und wurden von den Elfen einfach stehen gelassen. Zu Hause im Crescent Wald haben wir Reisende immer freundlich aufgenommen und bewirtet. Im Rest dieser Welt scheint man eher auf sich alleine gestellt zu sein. Frei nach dem Motto: Dir gehört nur das, was du auch verteidigen kannst.

Und ganz nach diesem Motto haben wir auch einen nachzügelnden Ameisen-Truck angegriffen, welcher langsamer war als der Rest der Karawane. Elidrion sei Dank, dass er mir einst beibrachte, meine Gestalt in die eines Tieres zu verändern. So gelang es mir, mich ganz nah an die Elfen heran zu schleichen und sie überraschend anzugreifen. Das Gefecht war kurz, aber erfolgreich. Wir schlugen sie in die Flucht. Jetzt sind wir in Besitz eines Lasttieres in Form einer riesigen Ameise und der Ausrüstung der drei niedergeschlagenen Elfen.

Goar versucht gerade, den Kaktusbrei wieder zu bekommen und Yi’are findet heraus, was die Ameise so geladen hat. Ich muss mich fünf Minuten in den Sand setzen und das alles verdauen. Die letzten Stunden, oder Tage, waren ein großer Kulturschock für mich. Der riesige Typ kennt nicht mal Bäume. Der Kleine isst MENSCHEN. Und diesen Lynch kann ich noch gar nicht einschätzen. Ich sehne mich zurück nach meinem früher so friedlichen Wald. Aber dort hat inzwischen diese harte Welt wohl auch schon Einzug erhalten. Es heißt also jetzt, fressen oder gefressen werden. Und wenn ich irgendwann etwas finden will, was meinen Wald zu retten vermag, dann sollte ich jetzt anfangen zu suchen.

„Also, auf geht’s! Verladen wir die Ausrüstung auf das Lasttier und machen uns auf nach ….!“

View
Lynch gibt sich die Ehre...
Die zweite Aufführung

Ein wenig Bratensaft läuft aus dem Mundwinkel, rinnt am Kinn herab und verschwindet in dem Dreitagebart, der einen lächelnden Mund umgibt in dem so eben der letzte Bissen eines ansehnlichen Mahls verschwunden ist.

„Mmmh. Das war lecker Trek.“
„Schön zu hören Lynch. Man tut was man kann.“
Der Halbling reibt sich ein wenig Schweiß von der Stirn und wendet sich den Spießen zu, die langsam über den Flammen garen.
Lynch streicht sich übers Kinn und säubert so gut es ihm möglich ist sein Gesicht.
„Ich weiß, dass ich es bereuen werde Trek. …Aber sag mal, was war das grade für ein schmackhaftes Tier?“
„Was du da in dich rein geschlungen hast, war die gegrillte Amphisdrüse eines Galekflüglers.“
Lynch guckt skeptisch
„Was für ne Drüse?… Ach ich wußte ich hätte nicht fragen sollen. Was schulde ich dir mein halbgroßer Freund?“
„Behalt deine Münzen. Deine Show hat mir gestern den doppelten Umsatz beschert. Und außerdem… ist mir dein Essen eh auf den Boden gefallen.“
„Ach deswegen die knusprige Kruste?“
Beide lächeln sich an und geben sich die Hand zum Abschied.

Lynch wendet sich von Treks Imbissstand ab und der auf ihn wartende kleine Gruppe von Besuchern zu, die bereits vor seinem Kistentheater Platz genommen haben.
„Sehr geehrte Spectatores, hochverehrtes Publikum, all ihr, die ihr mir die Ehre gebt euch unterhalten zu dürfen. Bitte verzeiht mir den unglaublichen Fauxpas die edelsten Personen auf dem Marktplatz warten zu lassen, doch die vorzüglichen Gerüche von Treks Köstlichkeiten hielten mich armen hungernden Künstler gefangen.“
An diesem Punkt muss Lynch kurz schmunzeln. Yi´are und Lafeya sollten momentan gerade damit beschäftigt sein, die Schmiergelder in der Stadt unter das Volk zu bringen und somit einen fruchtbaren Boden für spätere Operationen in diesem Ort vorzubereiten.

„Also werde ich mich nun sputen euch über das vor so vielen Sonnen Geschehene in Kenntnis zu setzen und euch von dem Beginn des Abenteuers zu berichten, dessen Ende nichts mehr als eine in Sand gemalte Markierung ist, veränderlich, verschwimmend und alles andere als sicher.“
Lynch wendet seine Gabe an und lässt vor den Augen der begeisterten Besucher erneut sein kleines Theater entstehen. Nachdem die ersten gemurmelten Überlegungen der neuen Besucher von den anderen Zuschauern mit lauten „PSST!“ –Lauten beendet wurden beginnt Lynch mit seiner Geschichte und lässt dazu immer wieder passende Bilder auf der umgeworfenen Kiste entstehen, welche im Nu das Publikum fesseln.

„Oh ihr edlen Besitzer von Ohren, die das Glück haben mich vernehmen zu können. Ihr alle wisst, dass Geschichten im Wüstensand in der Regel tragisch enden. Tot, Schmerz, Verlust und all jene ungebetenen Besucher, die unsere Leben ausdörren wie die brennende Sonne das Land, lauern im Sand vor den Stadttoren. Doch da meine Geschichte noch keine Ende besitzt, werden wir den Anfang leider tragisch gestalten müssen.“
Lynch beobachtet die Mienen der Menge vor ihm und schenkt ihnen ein aufmunterndes Lächeln.
„Aber bitte lasst euch hiervon nicht in Missmut versetzen. Tragik und Komik liegen dicht beieinander. Und was einst zum Weinen war, soll euch nun zur Erbauung dienen.
Diejenigen, von denen meine Geschichte heute handeln wird sind vier tapfere Seelen, die in den unendlichen Dünen der Wüste zueinander fanden.

Ein Halbling namens Yi´are. Nicht groß in Gestalt, aber gewaltig in seinem Herzen. Ein Verfechter der Natur, von weit jenseits der Berge aus einem Land in dem alles Grün und lebendig ist. Genötigt worden als Sklave sein Leben in den Mienen und Stollen verlieren zu müssen, zerschlug er seine Ketten und entkam seinem Schiksal auf gewagte Weise, nur um wenig später sich in den Fängen von Sklavenhändlern wieder zu finden.

Lafeya, eine Eladrin, deren Anmut und Schönheit nur durch ihre Naivität übertroffen wird. Geboren und aufgewachsen in einer Enklave und mit dem Wasser vieler Welten genährt, zog sie aus um für die Sicherheit und den Fortbestand ihrer Familie und ihres Volkes tapfer einzustehen. Ohne je zuvor die endlosen Dünen bereist zu haben, zog sie aus zu einer gewagten Reise mit unsicherem Ausgang. Und nachdem der grausame Wüstensand und die, die ihn durchstreifen, ihr alles genommen hatten wurde sie von zwielichtigen Gesellen aufgegriffen, die ihre Schönheit für einen Kelch Wasser an den Nächstzahlungsbereiten verkaufen wollten.

Der dritte der Helden meines Epos ist ein wahrlich groß…“
Lynch hebt seine Arme so hoch er kann
„…-artiger Charakter. Lasst mich euch berichten von Goar, einem Halbgiganten aus den Giantmountains weit im Süden. Auch er wurde von der Tragik übermannt und aus einem schönen Leben heraus in die Wirren der endlosen Dünen gerissen. Er verlor seine Familie, sein Dorf, und all sein Habe durch das Tun der Schatten, die die Wüste durchreisen. Er traf in der Asche seiner Heimat einen zwielichtigen Eremiten und verbrachte Jahre mit diesem in einer Höhle. Überlegt euch nur wie grausam es sein muss als gebiergsgroße Gestalt gegenüber den kieselgroßen Menschen die Zeit unter den Felsen zu verbringen. Doch der Sand des Schicksals hatte noch mehr für den von Leid geplagten Goar bereit. Nachdem er den Eremiten verließ, geriet auch er bei der Verteidigung seiner Karawane in die Gefangenschaft und wurde in Fesseln gelegt.

Um nun das Quartett voll zu machen, erzähle ich euch noch kurz von dem vorläufig letzten Charakter meiner Geschichte. Einem harmlosen, freundlichen, gesitteten, hilfsbereiten, wunderschönen und unglaublich bescheidenen Menschen mit einer traurigen Geschichte voller Verlust, deren Wege ebenfalls hinaus in die Wüste führten….“
Lynch projiziert hier eine Gestalt die im Dunkeln sitzt und das Gesicht unter einer Kapuze hat.
„… Er wurde verkauft von den Leuten, denen er Gutes tun wollte und dafür keinen Dank aber ein paar Fesseln angelegt bekam.“
Lynch lässt nun das Gesicht unter der Kapuze sichtbar werden.
„Und dieser harmlose und bemitleidenswerte Charakter meine Damen und Herren war ich. Euer ergebener und dankbarer Lynch.“

Das Publikum grinst sich an und einzelne applaudieren verhalten zu dem Auftakt den Lynch ihnen präsentiert.

„Aber lasst mich nicht abschweifen werte Spektatores. Über den armen Lynch können wir reden, wenn wir uns des Nachts bei einem kleinen Getränk zusammensetzen. Ich möchte euch die große Geschichte wiedergeben, deren Zeuge ich sein durfte.
Wie schon gesagt, war ein jeder der vieren durch unliebsame Umstände in die Hände von Sklavenhändler getrieben worden. Sie reisten gemeinsam an Bord eines gigantischen Karawanenfahrzeugs von Urik aus gen Süden. In Fesseln gelegt, Gemeinsam in der Dunkelheit sitzend mit nur einem einzelnen Nachttopf und in den Händen von Personen, die sie einem ungewissen Schicksal entgegenbrachten.
Doch wie das Leben es liebt einem jeden von uns tagtäglich Gesträuch zwischen die Beine zu treiben, so wirft es uns bei Gelegenheit auch einen Schlauch Wasser in den Schoß. Und dieser Schlauch traf in diesem Fall auch unsere vier tragischen Gestalten. Nach Tagen der Gefangenschaft wurden ihre Versklaver von einem Elfenstamm angegriffen und überwältigt. Mit ihren zahlreichen Talenten, ihrer Redegewandtheit und ihren Fähigkeiten gelang es den vieren auf überraschende Weise, ihre Fesseln abzustreifen, die Tür ihres Gefängnisses aufzubrechen und mit dem was sie tragen konnten aus dem inzwischen brennenden Fahrzeug zu entkommen.
Leider war der ihnen zugeworfene Wasserschlauch des Schicksals nicht sehr ergiebig. Zwar befreit von den Fesseln, aber ohne Aussicht auf ein erfolgreiches Überleben in der Wüste, fanden sie sich umringt von den garstigen Elfenkriegern der Wüste. Hart wie Obsidian, unerbitterlich wie die Wüste selber und so hilfsbereit wie eine fralasische Spucktarantel überließen die Elfenkrieger die ehemaligen Sklaven ihrem Schicksal, welches hauptsächlich schien aus „Verdorren“ zu bestehen.

Aber da ich euch meine lieben Spektatores nun gegenüber stehe, lässt sich euch eindrucksvoll zeigen, dass ein jeder sein Schicksal mit einem beherzten Griff ändern kann.
Seht wie unsere vier nur spärlich gerüsteten Helden auf meiner kleinen Bühne dem Schicksal gegenüberstehen und die herzlosen Elfen in einem fairen Kampf herausfordern um sich zumindest Proviant für ihre Reise durch die Wüste zu erstreiten.“

Lynch zeigt nun in seinem kleinen Theater zahlreiche aufeinander folgende Bilder eines ehrenhaften Kampfes, wie nur er ihn sich in seinem Kopf sich ausmalen kann. Lynchs wirkliches Verhalten während des Kampfes in dem er mit Zaubern auf selbst flüchtende Opfer einschlug und den Versuch die zurückgefallene kleine Gruppe der Elfen aus dem Hinterhalt zu überfallen verschweigt er gekonnt. Solche Situationen sind zwar real aber eignen sich nicht besonders gut für einen beginnenden Heldenepos. Das Publikum jedenfalls zeigt sich begeistert von dem nahezu ritterlichen Verhalten, welches die kleinen Gestallten der Helden in Lynchs Theater gegenüber den bestienartigen Elfen zeigt.

„Letztlich obsiegten wir den sowohl zahlen- als auch ausrüstungsmäßig uns weit überlegenen Gegnern und schlugen ihn in die Flucht. Wir brachten den gefallenen Gegnern unseren Respekt entgegen und nahmen von den nun in der Geistwelt Reisenden alles an uns, was uns zum Überleben als hilfreich erschien. Daraufhin blieben uns nicht viele Möglichkeiten. Wir wendeten uns von dem brennenden Wrack des Karawanenfahrzeugs ab und entschlossen uns, nachdem wir einige fragwürdig erscheinende Spuren im Sand untersucht hatten, uns auf den Weg nach Kled zu machen.“

Lynch lässt die vier Gestalten im Theater eine Verbeugung zu den Zuschauern andeuten bevor das ganze Theater sich auflöst und lediglich die bloße Kiste sich vor ihm befindet.

„Und nun meine hochgeschätzten Zuhörer, habe ich für einen Tag wahrlich genug eurer Zeit gestohlen. Schaut euch um, genießt das Leben und freut euch an der Freiheit, die ihr geniest… Ihr habt gesehen, wie wechselhaft das Leben sein kann. Und vergesst nicht. Wenn ich euch nicht zu Tode gelangweilt haben sollte, seid ihr alle eingeladen mich hier täglich zu besuchen und meinen Geschichten zu lauschen. Und nun verzeiht mir bitte, aber meine Kehle ist wie ausgedörrt.“

Das Publikum vor Lynch erhebt sich, lacht und applaudiert ihm, während eine kleine Gruppe von Zuschauern ihn auf ein oder zwei Becher fermentierte Flüssigkeit einladen.

Ein wenig Abseits an einem erhöhten Punkt mit guter Aussicht beobachtet ein Goliath in der Anwesenheit eines gerade eingetroffenen Halblings die Szenerie um Lynchs kleines Theater.
„Weist du Goar?“ Beginnt der Halbling „Seine Show ist nicht schlecht…“
„Hm…“
„Allerdings fand ich seine Vorstellung mit den Äxten damals um einiges unterhaltsamer.“
„Hab ich ihm auch schon gesagt Yi´are. Aber du weist doch, dass der große Künstler bei Kritik immer wehleidig wird."
Der Halbling schnäuzt sich einmal.
„Wie dem auch sein mag. Lass uns zu den anderen beiden gehen und was trinken Goar.“
„Guter Plan mein Großer…“ Der Goliath wendet sich vom Marktplatz ab.
„Weißt du noch wie Lynch begann zu schielen, als ihm die eine Axt fasst seine besten Stücke abgeschnitten hat?“
„Der Anblick war wirklich einprägsam.“ Der Goliath beginnt zu lächeln.
„Ich frage mich wie Lynch wohl schmeckt…“
Goars Lächeln gefriert. „Weißt du Yi´are? Jedesmal wenn du solche Sprüche bringst, wirst du ein kleines bisschen ekeliger für mich. … Du weißt doch wo der schon überall gelegen hat.“
Beide Gestallten beginnen laut zu lachen und verschwinden vom Marktplatz.

View
Goar`s Gedanken Teil1

An einem Ort mit erhöhter Aussicht etwas abseits vom Markt schaut sich Goar das Treiben auf dem Markt an. Dabei beobachtet er besonders was Lynch macht und ob irgendwo Templer oder andere ungeliebte Gäste auftauchen. Als Lynch mit seiner Show beginnt fängt auch Goar an sich über die schon etwas länger zurück liegenden Anfängen dieser merkwürdigen Freundschaft seine Gedanken zumachen.

Dies sind seine Gedanken:

Es gibt Tage im Leben die möchte man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen. Diese schienen solche zu werden. Dabei fing alles ganz normal an. Ich konnte mich damals mit dem Anführer der Elfenkarawane einigen: Die 3 Chitinpanzer die ich von Crummok bekommen hatte gegen Wasser und 2 Dolche. Außerdem würde ich mit der Karawane als Wächter reisen. Normale Bezahlung, Essen und einen Platz auf den Wagen den keiner freiwillig haben wollte. Elfen und ihr Tick unbedingt durch die Wüste rennen zu wollen.

Die ersten Tage schienen langweilig zu werden. Doch dann kam das Schicksal in Form von Wüstenbanditen. Zuerst sah es so aus als würden nur 15 Banditen einen der hinteren Kanks angreifen. Als die meisten Wächter nach hinten geeilt waren um die Angreifer abzuwehren, griffen von vorne und den Seiten die anderen Banditen an. Der Geist des Rage Drake verstärkte meine Wut sofort um die Gegner zurückzutreiben. Dann… nur noch Fragmente des Kampfes. Ich kann mich an nichts mehr erinnern.

Wache total zerschlagen in einem Raum aus Holz aus. Wirklich zerschlagen. Ich komme mir vor als wäre eine Herde Kanks über mich gerannt. Meine Waffen, meine Rüstung weg. Dafür verschnürt wie ein Festtagsbraten. Gefangen.

Seit einer Woche bin ich nun in diesem Holzkasten gefangen. Immer nur Tür auf, Essen rein, Fesseln überprüfen und ein paar Beschimpfungen. Was für ein Service. Naja in den letzten Umläufen habe ich einige merkwürdige Auslegungen von Gastfreundschaft kennen gelernt.
Und als ich gerade kurz davor war den nächsten Wächter einfach anzufallen, nur damit endlich mal was anderes passiert als immer der gleiche Trott, schmeißen meine Gastgeber innerhalb kurzer Zeit 3 andere fast komplett nackte Gefangene in meine Luxussuite.

Damals dachte ich noch: endlich ein Freizeitprogramm. Eine Elfe mit merkwürdigen Augen. Ein kleiner Halbling. Und als letztes ein Mensch. Zuerst war es mir zu langweilig nun habe ich 3 Mitgefangene, die nicht den Mund halten können. Erzählten alle ihre Lebensgeschichte und meinten sogar es würde mich tatsächlich interessieren. Der Halbling und das Langohr erzählten die ganze Zeit etwas von Wäldern und Flüssen und dass man diese Gegenden bewahren muss. Außerdem dass man im Einklang mit den Geistern leben soll. Keine Bäume fällen sondern auf Geschenke der Bäume warten muss. Naja wenigstens ist den beiden die Natur und der Wille der Geister wichtig dachte ich mir. Ich konnte damals wie heute nichts mit dieser Einstellung anfangen. Natürlich muss man auf dem Weg der Geister durch diese Welt gehen. Die Geister zeigen uns wie man mit der Natur lebt ohne alles zu vernichten.
Aber die Natur und Geister der Welt sind wild, stark, weise und müssen nicht wie kleine Kinder beschützt werden. Sondern eher müssen die Lebewesen lernen mit ihnen zu leben, da die Geister ewig sind. Sie überleben die kleinen Streitereien der Sterblichen.

Die drei hielten mich damals für etwas dumm und leicht zu manipulieren, das merkte ich.

Nachdem auch ich meine Geschichte erzählt habe fing der Blick des Langohrs langsam an klarer zu werden und ihr fiel ein, dass sie sich der Fesseln erledigen konnte. Sie verwandelte sich in einen Sandhummer und befreite uns von unseren Fesseln. Im dritten Anlauf ging ich auch einfach mit der Tür in den Flur des Wüstenschiffes, welches unser Sklavenheim damals war. Langes Rumsitzen war noch nie gut für mich.

Das Wüstenschiff wurde damals von einem Stamm Elfen angegriffen. Wir fanden zwar Wasser und Waffen aber leider nicht unsere damalige Ausrüstung.
Aber die gefundene Obsidianaxt war ein guter Ersatz für meine alte Steinaxt mit Knochenschaft.
Die Elfen waren echte langohrige Arschlöcher. Die hatten echt den Flur und die Küche in Brand gesteckt während wir noch drin waren.

Als wir vom Wüstenschiff gingen zeigte Lafeya wie unglaublich naiv sie war. Naja Lynch war auch nicht besser. Die zwei hatten versucht den Elfenhäuptling zu überreden uns mitzunehmen. Natürlich hat es nicht wirklich funktioniert.

Auf dem Weg durch die Elfen sahen wir einen komplett vernichteten Flecken Erde, sie hatten wohl die gesamte Energie des Landes für einen Zauber gegen das Schiff verschwendet. So ein Werk gefällt den Geistern nicht, weil die Elfen nur vernichten wollten, nichts retten, nichts erschaffen sondern einfach nur vernichten.

Wir folgten den Elfen in einigem Abstand und nach einigen Stunden war damals eine Gruppe so weit zurück gefallen, dass man sie Angreifen konnte ohne den Rest des Stammen auf sich aufmerksam zumachen. Wir ergriffen unsere Chance und schlachteten die halbe Gruppe ab. Der Rest flüchtete in die Weite der Wüste. Während des Kampfes zeigte Lafeya das sie zwar naiv aber mutig ist. Yi`are erreichte erst die Kämpfenden als die Elfen am flüchten waren. Naja wenigstens stoppte er den Kank bevor er auch abhauen konnte. Lynch zauberte aus sicherer Entfernung auf die Elfen. Naja einige Sachen sind heute noch so wie damals.

Den Geistern gefiel es, dass wir einige Elfen als Strafe für die Schändung der Natur getötet hatten. Ich spürte damals, dass die Geister wohlwollend auf unsere Tat schauten. Ich spürte wie die Stärke der Natur auf mich als Belohnung über ging.

Auf dem Dach:

Goar hört auf über die Vergangenheit nachzudenken als Yi`are sich leise auf das Dach schleicht.
„Yi´are ich weiß das du da bist. Komm da weg bevor dich einer sieht!!! Naja die Menschen in dieser Stadt schauen zwar immer nach unten auf den Boden aber man weiß ja nie. Schau dir da unten unseren verwirrend verrückten Künstler, mit der leeren Kisten und den dutzend leichtgläubigen Bekloppten an.“

View
Prolog
Resume´ eines Wahnsinnigen

Auf einem überfüllten Marktplatz drängen sich die Menschen aneinander vorbei. Eine Vielzahl an Buden, Bauchläden, kleinen Geschäften und reisenden Händlern bieten ihre Ware der bunten Menge an Bürgern an und ringen um die Aufmerksamkeit der eventuellen Kunden.
Last- und Nutztiere stechen aus der Menge hervor wie Gebirge und ein Geruch von Leder, Gewürzen, gebratenem Fleisch und den Ausdünstungen von tausenden Wesen schwängert die Luft.

Inmitten der zahlreichen Händler am Rand des Marktes befindet sich aber auch eine Person die anscheinend eine andere Ware an die Besucher des Marktes abtreten möchte. Ein etwa 30 jähriger Mann in wettergegerbter Lederkleidung steht umringt von einigen Schaulustigen auf einer Kiste, hebt die Arme und spricht mit einer tragenden und gewandt wirkenden Stimme zu seinen Zuhörern:

„Meine sehr geehrten Ladys und Gentlemen. Freundliche Jungen und bezaubernden Mädchen. Ihr mächtigen Drakoner und stolzen Thri-Kreen.“
Der Mann setzt ein freundliches Lächeln auf und seine sich angesprochen fühlenden Zuhörer warten nach seiner Begrüßung gebannt auf das was nun kommt. Sie sehen keine Ware, die der Mann verkaufen will. Vielleicht will er etwas, was sich noch in der Kiste befindet verkaufen. Die Ungewissheit fesselt jedenfalls das Interesse der meisten Personen.

Der Mann springt von der Kiste herab stellt sich vor die Leute und beginnt erneut mit seiner charismatischen Stimme zu werben.
„Ihr habt es euch verdient, wenn auch nur kurz, all eure Sorgen zu vergessen und euch Zerstreuung zu Gute kommen zu lassen von dem trüben und farblosen Alltag. Und da es euer gutes Recht ist unterhalten zu werden kostet euch dies natürlich nur eine Kleinigkeit.“
Ein Murren geht durch die Menge und die ersten Personen wenden sich ab.
„Es wird euch eure Aufmerksamkeit und natürlich ein wenig eurer Zeit kosten. Und diejenigen, denen es auf der Seele brennt, wird es frei stehen, dem Künstler nach der Aufführung ein wenig Beifall zu zollen oder ihn ja zu bejubeln.“
Die Personen in der Menge beginnen zu Grinsen. Kostenfreie Unterhaltung ist ein gern gesehener aber seltener Gast heutzutage und so bleibt ein Großteil der Menge stehen und lauscht weiter. Es ist nicht viel für eine Show zu sehen. Wird die Person jonglieren oder Tricks vorführen? Die zahlreichen Messer, die er an seiner Kleidung befestigt hat, könnten aber auch ein Zeichen dafür sein, dass er mit diesen Kunststücke vollbringen wird.

„Ich nehme es mir heraus, ihr edlen Leute, mich euch vorstellen zu dürfen. Mein Name ist Lynch. Und ich möchte euch eine absolut faszinierende und wundersame Welt näherbringen. Eine Welt, der nur von unserer Imagination Grenzen gesetzt sind. Und alles was ich dazu benötige befindet sich hier…, hier… und hier.“
Lynch deutet an seine Schläfe, dann auf die Kiste und dann wuschelt er lächelnd durch das Haupthaar eines jungen aufgeweckt wirkenden Menschenjungens.
„Allerdings muss ich euch leider eingestehen, dass meiner Gabe Grenzen und Limitierungen gesetzt sind. Ich kann leider immer nur zwei Dutzend Leute von euch in Begeisterung versetzen und mit Geschichten voller Fantasie unterhalten. Geschichten wie sie nur das Leben erfinden kann. Abenteuer und Kämpfe, Lustiges und Lehrreiches, Tragisches und Trauriges, Triumpf und Jubel und natürlich auch die Welt die sich unserer normalen Wahrnehmung entzieht. Mit all jenem werdet ihr von mir unterhalten werden. Ich werde eine kleine Bühne erschaffen und euch in dieser Arena auf der Kiste Wunder zeigen, von denen ihr bislang nicht einmal zu träumen gewagt habt.“

Lynch tätschelt auf die Kiste und im Geist der Personen in seiner unmittelbaren Nähe entsteht auf dem Kistendeckel ein kleines Amphitheater in welchem sich kleine Personen bewegen und eine Bühne aufbauen.
„Nichts von dem was ihr bei mir sehen werdet wird mehr Substanz als ein Traum haben. Genauso wenig wird Magie in meinen Aufführungen verwendet werden, aber dennoch verspreche ich euch mystische und wundervolle Unterhaltung, die euch fesseln wird.
All jene, die ich leider mit meiner Gabe im Moment nicht erreichen kann, sei aber Erleichterung versprochen. Ich werde die Vorführung den Tag über hindurch immer wieder so oft wiederholen, wie sich ein begeistertes und freundliches Publikum findet. Und fürchtet nun nicht Stunden über Stunden auf eine neue Vorführung warten zu müssen. Meine Geschichten werden euch zwar fesseln, aber nicht eine Ewigkeit binden. Eine meiner Geschichten dauert in etwa so lange wie ein Einkauf bei Lerana, die wunderbare Tücher feilbietet, ein kleiner Imbiss bei Trek, der sich darauf versteht die besten Stücke Fleisch und Gemüse mit seinen Gewürzen zu veredeln, ein Bummel an Fangs und Witchets Rüstungs- und Waffenstand, ein Besuch an Gucks Süßwarenzelt, ein erfrischendes Getränk von Flo`s Geschäft dort drüben zu trinken oder ein Blick in die Auslage von Evylins Schmuck- und Krämerstand werfen. Ihr müsst also nicht weit umherwandern um die Zeit zu überbrücken. Bleibt in der Nähe und verpasst, so ihr dies wünscht, nicht den Beginn der nächsten Vorstellung.“

Die genannten nahe stehenden Händler lächeln beim Nennen ihrer Namen verlegen und freundlich der sich ihnen zuwendenden Menge zu. Als ob sie den charmanten Werber nun erst wirklich wahrnehmen würden. Einige der Personen in der Menge setzen ein wissendes Lächeln auf. Deswegen bietet der Unterhalter seine Dienste also ohne finanzielle Gegenleistung seitens der Besucher zum Besten. Aber ihnen soll es recht sein.

„Da ich euch, meine geliebten Spectatores, aber nicht mit meiner ewig sich wiederholenden Vorstellung langweilen möchte, werde ich jeden Tag eine neue Aufführung darbieten. Jeden Tag einen Teil eines Heldenzyklus wie er in den alten Legenden unserer Vorfahren Bestand hatte. Jeden Tag eine neue Episode voller Mystik, Spannung, Kurzweil und Abenteuer. Lasst euch von mir an Orte führen, die die mutigsten Karawanenführer scheuen. An Zeiten bringen, die vor langer Zeit waren oder in der Zukunft unserer Gedanken liegen. Macht Bekanntschaft mit Personen aus Legenden und Geschichten. Seht Helden zu und werdet Augenzeugen wie Mut, Glück und Eifer das Angesicht der Welt ändert.
Ich werde jeden Tag aufs Neue hier sein und auf euch und eure aufmerksamen Augen warten. Natürlich ist ein jeder von euch auch eingeladen meine Vorstellung auch mehrmals täglich zu besuchen. Doch möchte ich euch alle darum bitten, all jenen auch die Chance zu geben, die an diesem Tag noch nicht die Chance hatten an meinen Geschichten teil zu haben und mir zu applaudieren.“

Lynch stellt sich nun hinter die Kiste, geht in die Hocke und beginnt mit einer leicht erbosten Stimme sich selbst zu kritisieren.
„Aber warum halte ich euch alle so lange bei der Stange edle Spectatores? Es wird höchste Zeit zu beginnen. Mit dem Auftakt, dem so genannten Prolog der großen Geschichte. Sammelt euch vor meinem winzigen Theater und lasst euch entführen. Meine kleinen Helfer sollten inzwischen den Aufbau der Bühne beendet haben… Also beginnen wir mit unserem Stück. Und all ihr anderen verlauft euch nicht auf dem weiträumigen Markt. Die nächste Veranstaltung beginnt in Kürze. Doch nun, schauen wir was sich auf der Bühne tut…“

Lynch geht hinter der Kiste in die Hocke und blickt in das Publikum welches sich gebannt eingefunden hat und auf den Deckel der Kiste starrt, auf welche er mit Hilfe seines psychischen Talentes das kleine Theater projiziert in dem nun die eigentliche Aufführung begleitet von Lynchs tragender Erzählstimme beginnt.

Der Vorhang hebt sich und eine wunderschöne Oase ist zu sehen. Grünes Land, Wasser, grasende und trinkende Tiere und natürlich Menschen, die in dieser freundlichen Umgebung umhergehen.
„Einst war das Land Athas in welchem wir leben so weit das Auge blicken konnte fruchtbar. Wasser ergoss sich so natürlich über das Land, wie wir nun von Wüsten umgeben sind.“

Das Bild auf der Bühne ändert sich. Die Personen kämpfen miteinander und Magier entfesseln Zauber die das Land in Brand setzen.
„Dann kam die Finsternis über das Land. Ein Krieg entbrannte und in dem einsetzenden roten Zeitalter ging das Land in Flammen unter.“

Der Horizont des kleinen Bühnenbildes beginnt sich nun begleitend durch Lynchs Worte langsam zu verändern.
„Dann veränderten sich die Gestirne. Aus der Lebensspendenden Sonne wurde durch den rücksichtslosen Gebrauch von Magie ein monströserer Feuerball der das ohnehin brennende Land verdorren lies. Aus Feldern wurden Wüsten und während die Wälder in Flammen untergingen, verdampfte die Hitze der Sonne das Meer.“

In dem kleinen Theater entstehen und zerfallen nun riesige und wunderschöne Städte mit Palästen, hohen Türmen und Parkanlagen.
„Königreiche die in ihrer vollen Blüte standen wurden vom Krieg und dem Wandel der Welt in die Tiefe gerissen, zerstört und vergessen.“

Aus der Wüste die sich nun im Theater zeigt beginnen sich Skorpione heraus zu graben, die im Maßstab etwa der Größe von fünf Menschen haben. Tentakel schieben sich aus dem Schlickmoor, welches der ehemalige Ozean hinterließ und drachenähnliche Wesen erheben sich in den Himmel.
„Aus der Wüste, getrieben durch ihren Hunger und ihrer Mordlust, tauchten Monster auf um die wenigen Leute denen es gelungen war sich zu retten, zu plagen.“

Nun gesellt sich zu den Monstern auf dem Kistendeckel auch eine Gruppe von Personen, die die arbeitenden Menschen überfällt, ausraubt und tötet.
„Doch der schlimmste Feind waren nicht die Monster aus der Wüste. Raider, Menschen die aus dem Leid anderer, Profit für sich schlugen begannen Karawanen, Städte, Handelsposten und Forts zu überfallen und töteten um selber am Leben zu bleiben.

Anstelle von Mord und Tod, zeigen sich nun kleine Städte und Kommunen, die Lynch auf seinen Reisen besuchte und die vor Leben nur so wimmeln.
„Doch wie das mit dem Leben so ist. Es vergeht nicht so einfach. Es passte sich an und sammelte sich in Oasen. Orten umgeben von feindseeligen Wüsten, die den Überlebenden einen Platz zum Rückzug boten. Hier entstanden neue Städte und Orte an denen das Leben fluorierte.“

Spielende Kinder und hart arbeitende Bevölkerung tauchen nun in dem kleinen Theater auf.
„Es wurde gelebt…“

Nun sieht man einen belebten und wunderschönen Marktplatz.
„…Es wurde gehandelt…“

Jetzt treten zwei Personen in den Fokus der Arena und werden schärfer während das restliche Bild unscharf wird und verblasst. Eine junge Frau und ein junger Mann nähern sich, blicken sich tief in die Augen und küssen sich leidenschaftlich.
„… Und es wurde sich geliebt.“

Nun sieht man rotglimmende Augen unter den Sanddünen vor einer Stadt.
„Aber immer noch wandeln die Monster von einst vor den Städten umher und durchstreifen die Wüste.“

Mehrere Personen treten nun nacheinander in der kleinen Arena auf. Ihrer Ausrüstung, ihres Verhaltens und ihrer Kleidung nach handelt es sich um Abenteurer und Templer.
„Allerdings gibt es tapfere Männer und Frauen, die mit all ihrer Kraft dafür kämpfen, dass wir alle sicher in unserer neuen Welt leben können.“

Langsam verblassen die aufgereihten Helden auf Lynchs kleiner Bühne bis nur noch eine Person als scharfer Umriss zu sehen ist.
„Und unter diesen tapferen Personen findet man gelegentlich auch einen solchen der sucht. …“

„Es gibt einzelne die ein Land hinter der Wüste suchen. Einen Ort an denen Graß, grüne treibenden Bäume, Flüsse und Seen existieren. Ein Fleck Natur, der bereit ist zu schenken, Sicherheit bietet und das rote Zeitalter vollkommen unbeschadet überstanden hat. … Das grüne Land aus den Legenden, welches sich jenseits des endlosen Sandes und hinter den spitzesten Gebirgen befindet.“
Der Schattenriss der Person wandelt durch die Wüste und über Bergkämme, bevor sie letztlich durch einen dichten Nebel tritt und einer Landschaft gegenübertritt, die der utopischen Oase vom Beginn der Vorstellung von Lynch ähnelt.

„Und die Geschichte eines dieser Suchenden möchte ich euch in den kommenden Tagen näher bringen.“
Die Person die mit dem Rücken zu den Zuschauern steht wendet sich langsam um, gewinnt an Schärfe und wird größer. Nun erkennen auch die Zuschauer Lynchs Gesicht, der sie von der kleinen Bühne aus anblickt und freundlich zuzwinkert.

Nun lässt Lynch den Vorhang fallen. Das Stück ist beendet und die Menge applaudiert ihm begeistert. Viele der Herumstehenden Personen, die sich außerhalb von Lynchs Talent befunden haben, wirken verwirrt über die ausschweifenden Gefühlsausbrüche einzelner Personen, die sich die Aufführung angesehen haben. Allerdings ist die Neugierde geweckt und so verbringt Lynch den gesamten Nachmittag damit immer wieder seine kleine Geschichte vorzutragen.

Am frühen Abend beendet Lynch nun dann aber mit dem Wechsel des Publikums die Vorstellung für den Tag. Mit dem langsamen Einbrechen der Nacht werden sich nicht nur die Besucher des Marktes verändern, sondern auch andere Waren werden von anderen Händlern feilgeboten werden. Und da diese sich nicht bemüht hatten Lynch als Zuschauermagnet zu erwerben, wäre es nach Lynchs Einschätzung eine reine Ungerechtigkeit, wenn er weiter Personen an diesen Ort ziehen würde. Außerdem galt es sich auf den nächsten Tag vorzubereiten. Die Meute war nun angefüttert und neugierig auf mehr.
Also geht Lynch nun zu den sieben Händlern, die beginnen ihre Läden für die Nacht zu schließen und sammelt die ihm versprochenen Münzen ein. Das Geld würde sicher nicht reichen um die Kosten für das neue Ritual zu decken, welches er auf dem Schwarzmarkt erwerben will, aber es würde sicherlich reichen um ihm und den anderen aus seiner Gruppe heute einen angenehmen Platz zum Schlafen, ausreichend zu Essen und sicher auch genug zu trinken zu finanzieren. Und wenn Goar es nicht wieder übertrieb würde durch das zusätzlich eingenommene Trinkgeld der Menge eine nette Summe für ihn übrig bleiben.

Lynch wendet nach einigen freundlichen Worten dem Marktplatz bis morgen den Rücken zu und wandert zu einem leicht erhöhten Winkel des Marktplatzes, von dem aus man seine Kiste und die zahlreichen Wege auf den Marktplatz gut einsehen kann. Aus den Schatten tritt ein riesiger Goliath hervor und ragt wie ein Gebirgsmassiv unmittelbar vor Lynch auf.

„Deine Vorstellung war scheiße und langweilig.“

„Danke für die konstruktive Kritik Goar. Nun wenigstens bekommen wir auf diese Weise ein wenig Geld und können die Zeit in der wir auf Kaylin warten überbrücken. Nebenbei bemerkt: Die ersten Runden in der Kneipe gehen heute auf mich. Die Leute fressen mir aus der Hand und die Händler sind mehr als dankbar“

„Trotzdem war dein Auftritt lahm Lynch. Deine Jongliernummer war um Längen besser.“

„Du meinst die mit den brennenden Äxten?“

„Jo, die hatte Stil.“

„Und war genau so lange lustig, bis einer der Zuschauer auf den Gedanken kam, seine eigene wirkliche Axt dazu zuwerfen.“

„Gerade das fand ich ja so toll. Egal Kleiner. Du hast das Geld und auch wenn du wohl noch nicht die Informationen aus den Händlern quetschen konntest, die du unbedingt haben wolltest, denke ich es wird Zeit Krik-Krak von seinem Aussichtsposten im Süden zu holen und uns mit den anderen zu treffen.“

Beide Gestalten gehen gemeinsam in Richtung des südlichen Endes des Marktplatzes.

„Weisst du Lynch? Ich fand der Anblick deiner panikerfüllten Augen als du die Axt damals fallen liest und sie nur um Haaresbreite dein Gemächt verfehlte wirklich spektakulär… in dieser Form der Unterhaltung liegt das wahre Geld.“

„Ich hasse Kritik an meiner Kunst….“

View
Welcome to your Adventure Log!
A blog for your campaign

Every campaign gets an Adventure Log, a blog for your adventures!

While the wiki is great for organizing your campaign world, it’s not the best way to chronicle your adventures. For that purpose, you need a blog!

The Adventure Log will allow you to chronologically order the happenings of your campaign. It serves as the record of what has passed. After each gaming session, come to the Adventure Log and write up what happened. In time, it will grow into a great story!

Best of all, each Adventure Log post is also a wiki page! You can link back and forth with your wiki, characters, and so forth as you wish.

One final tip: Before you jump in and try to write up the entire history for your campaign, take a deep breath. Rather than spending days writing and getting exhausted, I would suggest writing a quick “Story So Far” with only a summary. Then, get back to gaming! Grow your Adventure Log over time, rather than all at once.

View

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.