Athas

Die ersten Tage in Nibenay
Die ersten Tage in Nibenay

Am gleichen Tag zur besten Schauspielzeit:

Lynch hatte wieder seinen kleinen Stand auf dem Marktplatz aufgebaut um seine Lügenshow vorzuführen. Auf dem nahe gelegenen Dach hatten sich diesmal Lafeya und Azlan häuslich eingerichtet um darauf zuachten das Lynch nicht spontan anfängt Dämonen zu beschwören. Eigentlich um darauf aufzupassen das kein Templer oder Tagedieb anfängt dem Schmierenkomödianten zu belästigen. Mit den meisten Angreifern würde Lynch zwar fertig werden oder mehr oder weniger unbeschadet flüchten. Aber die kolleteral Schäden könnten sehr viele unschöne Fragen aufwerfen und zu viele neugierige Augen anlocken.
Langsam gewann die Aussicht auf eine groß angelegte Umgestaltung des Gebietes und ein paar erschlagene Templer eine sehr große Anziehungskraft für Goar.
Der Goliat befand sich zusammen mit seinen beiden Schuppenwölfe Freki und Greki auf der anderen Straßenseite in einer Seitengasse auf einer Bank und genoss sein Essen. Die Seitengasse war voll gestopft mit kleinen Ständen und Getränkeverkäufern.

„ Was meint ihr beiden trifft das kleine Langohr unseren Entertainer?“ Die beiden Schuppenwölfe schauten zuerst ihren Meister an und dann zu Lynch. Auf dem Dach über Lynch war Lafeya gerade dabei mit einem Ziegelstein genau Maß zu nehmen. Beide gaben ein Schnaufen von sich. Ob das nun eine Antwort der Bestien auf die Frage war oder ob ein paar Sandkörner in den empfindlichen Nasen gelangt war konnten Ausstehenden nicht feststellen.
„ Ihr meint also beide das er zu Boden geht. Hmmm vielleicht habt ihr Recht. Ist ist……wie heißt das Wort noch mal…… Motiviert. Richtig Motiviert ist sie. Seine letzten Anspielungen scheint sie nicht so gut weggesteckt zu haben. Irgendwie ist sie auch noch sauer wegen den Einbrechern. Versteh ich gar nicht. Vielleicht fand sie es auch nicht so lustig das einer der Angreifer ihre Lieblingsbluse ruiniert hat. Frauen. Ich hätte nichts gegen einwenig Abwechselung gehabt. Schade das wir in der Stadt unterwegs waren als die Jungs bei ihr eingebrochen sind. Ich hätte gerne ei……..Da schaut sie wirft.“ Die Wölfe schauen von ihren Kauknochen auf, um gerade zusehen wie der Stein Lynch genau am Hinterkopf trifft. Unter dem erstaunten Raunen seiner Zuschauer bricht der Schausteller zusammen.

„Schade dabei war er gerade bei einer guten Stelle Azlan und ich bei unserem ersten Kampf in der Arena von Nibenay gegen zwei Halblinge. Das war ein Tag damals gewesen ….

….. Den ganzen Tag waren wir unterwegs gewesen um ein paar Dinge zu besorgen. Besonders Azlan war lange Zeit auf der Suche nach einem Abzeichen welches die Ehrenbürger der Stadt tragen. Das Zeichen wollten wir benutzen um in der Stadt leichter unseren Geschäften nachzugehen. Was ist daran so besonders das jemand seine Tochter an den greisen Hexerkönig der Stadt abtritt? Er hat doch nichts erreicht. Keinen Feind oder Bestie besiegt. Oder sonst irgendwas besonderes erreicht. Nur seine Tochter verkauft. Merkwürdige Leute sind das hier. So weit weg von den Gesetzen der Natur. Dieser Ort ist wirklich von den Geistern verlassen.
Selbst das Gesetz des Stärkeren scheint in den Städten nicht immer zu funktionieren.
Lafeya war den in den Schatten der Stadt abgetaucht um ihre Bekannten zu treffen. Sie sollte später wieder auftauchen mit Neuigkeiten.
Zusammen mit Lynch machte ich mich auf den Weg um unsere erbeuteten Waren an die Einwohner der Stadt zubringen. Der ein oder andere Interessent meinte noch scherzhaft, das Angebot sähe aus als hätte man eine Tri-Keen Bande ausgeraubt. Wie sehr das der Wahrheit nahe kam konnte keiner von ihnen erahnen.
Der Verkauf des Langschwertes, welches wir von den Zwergen bekommen hatten brachte am meisten und führte zu einer sehr angenehmen Überraschung. Einer der großen Sklavenhändler der Stadt erwarb es gegen viele Münzen und zwei Sklaven. Zuerst konnte ich meinen Augen kaum glauben. Aber dann kam die Erinnerung und die Erkenntnis über mich. Die Zwei gehörten zu meinem Stamm. Endlich hatte ich den Beweis das es noch Angehöriger meines stolzen Stammes gab. Ich war nicht mehr alleine.
Logan und Grim Donnerkopf, zwei Brüder die eine Hütte weiter wohnten. Keine großen Krieger aber gute Bauern. Sie konnten dem kargen Boden immer eine gute Ernte abringen. Ihr Anblick aber lies erahnen das sie die letzten Jahre eher damit zugebracht hatten Steine in irgendwelchen Bergwerken zu klopfen. Ihre Rücken waren von zahllosen Peitschenhieben gezeichnet aber zum Glück brannte in ihren Augen immer noch das Feuer eines Angehörigen der stolzen Varvar. Meine Kameraden wunderten sich zwar sehr über meine Freude und dem plötzlichen Interesse an Sklaven aber nach dem ich es ihnen erklärt hatte verstanden sie. Mit diesen Beiden kamen aber auch die Fragen.

Was machen?
Wo suchen?
Was erhoffen zu finden?
Wie lange suchen?
Was mit den Gefundenen machen?
Wieder in die Berge schicken?
Wo anders hinschicken?
Wenn woanders, wohin?

Ich beschloss damals das die meisten Fragen erstmal egal waren. Und der Rest mit weiter suchen und mitnehmen zu beantworten sei. Die Beiden sollten erstmal mit uns weiter Reisen und sich nützlich machen. Weil so würden sie nicht lange überleben. Und nach so langer suche sie wieder verlieren kam nicht in Frage.
Wir machten uns danach auf dem weg zum Elfenmarkt der Stadt um noch ein paar spezielle Artikel zu kaufen.
Während meine Kameraden in einem Zelt etwas kauften versuchte ich ein paar Kaktusfrüchte an den Mann zu bringen. Mir war einfach entsetzlich langweilig. Als Verkäufer bin ich jetzt wie auch damals ziemlich ungeeignet. Muss wohl an meinem ehrlichen, freundlichen und sanften Auftreten liegen.
Am Abend machten wir uns auf dem Weg zur Arena damit Azlan und ich ein wenig Beschäftigung bekamen. Zwei Halblinge, die aussahen als wären sie frisch von ihren Stämmen entführt worden waren unsere ersten Gegner. Die Beiden waren schnell aber ich war mit meinen längeren Beinen schneller. Was ihnen an Stärke fehlte machten sie durch Wildheit und vergifteten Waffen wieder wett. Diese kleinen Wüstenratten hatten doch tatsächlich ihre Waffen vergiftet. Wie ehrlose Geschöpfe. Während des Kampfes merkte ich damals dass sich meine Wut verändert hatte. Dadurch das ich wieder Hoffnung gefasst hatte meinen Stamm zu finden klärte sich der blutige Nebel meiner Wut. Ich nahm meine Gegner und ihre Absichten mehr waren als sonst. Statt meinen Blick zu verklären schärfte die Wut meine Sinne. Das Blut strömte immer noch feurig heiß durch meinen Körper aber in mir öffnete sich etwas. Ich sah die Geister klarer ich sah einen anderen Weg. damals sollte mir noch nicht klar sein wohin mich das führt und wie sich mein Verhältnis zu den Geistern der Welt und des Zorns verändert hatte. Aber ich erahnte das es mehr als nur den heißen Rausch des Kampfes gab. Etwas Kälteres, Schärferes und Gefährlicheres. Gefährlicher für die Wesen die sich mir in den Weg stellen wollten.
Erstmal spürten die beiden kleinen Leute was es bedeutet sich mir und meinen Kameraden in den Weg zustellen.
Obwohl ich etwas verwirrt war machten wir aus dem Ersten Kleinholz. Leider legte sich Azlan nach einem Treffer in den Sand der Arena. Dadurch fasste der andere Halbling noch einmal frischen Mut. Es half ihm aber nichts. Er musste erkennen das ich ein ganz anderes Kaliber als Gegner war als Azlan. Die Erkenntnis kam über ihn in Form meines Hammers auf seinen Schädel…..

Auf einmal hörte Goar ein leises Schaben. Lafeya hatte einen größeren brocken aus der Hauswand entfernt und war gerade dabei diesen über den Rand des Daches zu schieben. Lynch lag immer noch perfekt um den Brocken ins Gesicht zu bekommen.
Genau in diesem Augenblick bewegte sich der Gaukler und machte die Augen auf.
Freki und Greki leckten sich genüsslich über ihre Schnauzen.

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Die ersten Tage in Nibenay
Die ersten Tage in Nibenay

Am gleichen Tag zur besten Schauspielzeit:

Lynch hatte wieder seinen kleinen Stand auf dem Marktplatz aufgebaut um seine Lügenshow vorzuführen. Auf dem nahe gelegenen Dach hatten sich diesmal Lafeya und Azlan häuslich eingerichtet um darauf zuachten das Lynch nicht spontan anfängt Dämonen zu beschwören. Eigentlich um darauf aufzupassen das kein Templer oder Tagedieb anfängt dem Schmierenkomödianten zu belästigen. Mit den meisten Angreifern würde Lynch zwar fertig werden oder mehr oder weniger unbeschadet flüchten. Aber die kolleteral Schäden könnten sehr viele unschöne Fragen aufwerfen und zu viele neugierige Augen anlocken.
Langsam gewann die Aussicht auf eine groß angelegte Umgestaltung des Gebietes und ein paar erschlagene Templer eine sehr große Anziehungskraft für Goar.
Der Goliat befand sich zusammen mit seinen beiden Schuppenwölfe Freki und Greki auf der anderen Straßenseite in einer Seitengasse auf einer Bank und genoss sein Essen. Die Seitengasse war voll gestopft mit kleinen Ständen und Getränkeverkäufern.

„ Was meint ihr beiden trifft das kleine Langohr unseren Entertainer?“ Die beiden Schuppenwölfe schauten zuerst ihren Meister an und dann zu Lynch. Auf dem Dach über Lynch war Lafeya gerade dabei mit einem Ziegelstein genau Maß zu nehmen. Beide gaben ein Schnaufen von sich. Ob das nun eine Antwort der Bestien auf die Frage war oder ob ein paar Sandkörner in den empfindlichen Nasen gelangt war konnten Ausstehenden nicht feststellen.
„ Ihr meint also beide das er zu Boden geht. Hmmm vielleicht habt ihr Recht. Ist ist……wie heißt das Wort noch mal…… Motiviert. Richtig Motiviert ist sie. Seine letzten Anspielungen scheint sie nicht so gut weggesteckt zu haben. Irgendwie ist sie auch noch sauer wegen den Einbrechern. Versteh ich gar nicht. Vielleicht fand sie es auch nicht so lustig das einer der Angreifer ihre Lieblingsbluse ruiniert hat. Frauen. Ich hätte nichts gegen einwenig Abwechselung gehabt. Schade das wir in der Stadt unterwegs waren als die Jungs bei ihr eingebrochen sind. Ich hätte gerne ei……..Da schaut sie wirft.“ Die Wölfe schauen von ihren Kauknochen auf, um gerade zusehen wie der Stein Lynch genau am Hinterkopf trifft. Unter dem erstaunten Raunen seiner Zuschauer bricht der Schausteller zusammen.

„Schade dabei war er gerade bei einer guten Stelle Azlan und ich bei unserem ersten Kampf in der Arena von Nibenay gegen zwei Halblinge. Das war ein Tag damals gewesen ….

….. Den ganzen Tag waren wir unterwegs gewesen um ein paar Dinge zu besorgen. Besonders Azlan war lange Zeit auf der Suche nach einem Abzeichen welches die Ehrenbürger der Stadt tragen. Das Zeichen wollten wir benutzen um in der Stadt leichter unseren Geschäften nachzugehen. Was ist daran so besonders das jemand seine Tochter an den greisen Hexerkönig der Stadt abtritt? Er hat doch nichts erreicht. Keinen Feind oder Bestie besiegt. Oder sonst irgendwas besonderes erreicht. Nur seine Tochter verkauft. Merkwürdige Leute sind das hier. So weit weg von den Gesetzen der Natur. Dieser Ort ist wirklich von den Geistern verlassen.
Selbst das Gesetz des Stärkeren scheint in den Städten nicht immer zu funktionieren.
Lafeya war den in den Schatten der Stadt abgetaucht um ihre Bekannten zu treffen. Sie sollte später wieder auftauchen mit Neuigkeiten.
Zusammen mit Lynch machte ich mich auf den Weg um unsere erbeuteten Waren an die Einwohner der Stadt zubringen. Der ein oder andere Interessent meinte noch scherzhaft, das Angebot sähe aus als hätte man eine Tri-Keen Bande ausgeraubt. Wie sehr das der Wahrheit nahe kam konnte keiner von ihnen erahnen.
Der Verkauf des Langschwertes, welches wir von den Zwergen bekommen hatten brachte am meisten und führte zu einer sehr angenehmen Überraschung. Einer der großen Sklavenhändler der Stadt erwarb es gegen viele Münzen und zwei Sklaven. Zuerst konnte ich meinen Augen kaum glauben. Aber dann kam die Erinnerung und die Erkenntnis über mich. Die Zwei gehörten zu meinem Stamm. Endlich hatte ich den Beweis das es noch Angehöriger meines stolzen Stammes gab. Ich war nicht mehr alleine.
Logan und Grim Donnerkopf, zwei Brüder die eine Hütte weiter wohnten. Keine großen Krieger aber gute Bauern. Sie konnten dem kargen Boden immer eine gute Ernte abringen. Ihr Anblick aber lies erahnen das sie die letzten Jahre eher damit zugebracht hatten Steine in irgendwelchen Bergwerken zu klopfen. Ihre Rücken waren von zahllosen Peitschenhieben gezeichnet aber zum Glück brannte in ihren Augen immer noch das Feuer eines Angehörigen der stolzen Varvar. Meine Kameraden wunderten sich zwar sehr über meine Freude und dem plötzlichen Interesse an Sklaven aber nach dem ich es ihnen erklärt hatte verstanden sie. Mit diesen Beiden kamen aber auch die Fragen.

Was machen?
Wo suchen?
Was erhoffen zu finden?
Wie lange suchen?
Was mit den Gefundenen machen?
Wieder in die Berge schicken?
Wo anders hinschicken?
Wenn woanders, wohin?

Ich beschloss damals das die meisten Fragen erstmal egal waren. Und der Rest mit weiter suchen und mitnehmen zu beantworten sei. Die Beiden sollten erstmal mit uns weiter Reisen und sich nützlich machen. Weil so würden sie nicht lange überleben. Und nach so langer suche sie wieder verlieren kam nicht in Frage.
Wir machten uns danach auf dem weg zum Elfenmarkt der Stadt um noch ein paar spezielle Artikel zu kaufen.
Während meine Kameraden in einem Zelt etwas kauften versuchte ich ein paar Kaktusfrüchte an den Mann zu bringen. Mir war einfach entsetzlich langweilig. Als Verkäufer bin ich jetzt wie auch damals ziemlich ungeeignet. Muss wohl an meinem ehrlichen, freundlichen und sanften Auftreten liegen.
Am Abend machten wir uns auf dem Weg zur Arena damit Azlan und ich ein wenig Beschäftigung bekamen. Zwei Halblinge, die aussahen als wären sie frisch von ihren Stämmen entführt worden waren unsere ersten Gegner. Die Beiden waren schnell aber ich war mit meinen längeren Beinen schneller. Was ihnen an Stärke fehlte machten sie durch Wildheit und vergifteten Waffen wieder wett. Diese kleinen Wüstenratten hatten doch tatsächlich ihre Waffen vergiftet. Wie ehrlose Geschöpfe. Während des Kampfes merkte ich damals dass sich meine Wut verändert hatte. Dadurch das ich wieder Hoffnung gefasst hatte meinen Stamm zu finden klärte sich der blutige Nebel meiner Wut. Ich nahm meine Gegner und ihre Absichten mehr waren als sonst. Statt meinen Blick zu verklären schärfte die Wut meine Sinne. Das Blut strömte immer noch feurig heiß durch meinen Körper aber in mir öffnete sich etwas. Ich sah die Geister klarer ich sah einen anderen Weg. damals sollte mir noch nicht klar sein wohin mich das führt und wie sich mein Verhältnis zu den Geistern der Welt und des Zorns verändert hatte. Aber ich erahnte das es mehr als nur den heißen Rausch des Kampfes gab. Etwas Kälteres, Schärferes und Gefährlicheres. Gefährlicher für die Wesen die sich mir in den Weg stellen wollten.
Erstmal spürten die beiden kleinen Leute was es bedeutet sich mir und meinen Kameraden in den Weg zustellen.
Obwohl ich etwas verwirrt war machten wir aus dem Ersten Kleinholz. Leider legte sich Azlan nach einem Treffer in den Sand der Arena. Dadurch fasste der andere Halbling noch einmal frischen Mut. Es half ihm aber nichts. Er musste erkennen das ich ein ganz anderes Kaliber als Gegner war als Azlan. Die Erkenntnis kam über ihn in Form meines Hammers auf seinen Schädel…..

Auf einmal hörte Goar ein leises Schaben. Lafeya hatte einen größeren brocken aus der Hauswand entfernt und war gerade dabei diesen über den Rand des Daches zu schieben. Lynch lag immer noch perfekt um den Brocken ins Gesicht zu bekommen.
Genau in diesem Augenblick bewegte sich der Gaukler und machte die Augen auf.
Freki und Greki leckten sich genüsslich über ihre Schnauzen.

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Tagträume
Die vierzehnte Aufführung

…Nun noch eine letzte Weisheit den Leuten mit auf den Weg geben und Lynch würde auch heute wieder einmal eine großartige und für die Kinder lehrreiche Show gegeben haben. Was hatte ihm doch gleich noch einmal Sein Foliant heute um die Ohren gehauen?… Lynch überlegt gebannt einen Augenblick, bevor es ihm wieder einfällt. Perfekt!
Er holt ein letztes Mal tief Luft und hebt zu seinem großen Finale an als
„…und so werte Spektarores möchte ich euch nur noch folgende letzte Lebensweisheit mit auf eure Wege geben; Zieht niemals mit… Urgh!“

Das vom Dach über ihn geschleuderte Geschoß trifft ihn am Schädel und Lynch geht zu Boden wie ein Sack Brachlandrüben.
Alles um ihn herum wird auf einen Schlag finster. Der noch eben prall gefüllte Stand auf dem Marktplatz wird kleiner, irrelevant, verliert an Schärfe und reiht sich zu den zahlreichen in den Schatten liegenden Erinnerungen des Zauberers. Erinnerungen…
Was war eigentlich damals direkt nach ihrer Ankunft in Nibenay passiert?
Einzelne Passagen sickern aus Lynchs Unterbewusstsein hervor und bringen Bunte Bilder vor dem inneren Auge von ihm zum Erscheinen.

Azlan tauchte wieder auf… dafür verschwand Lafeya in den Schatten der Stadt. Ach wie angenehm es doch damals für ihn war. Sowohl der Schurke als auch der Barbar wurden damals umgehend zu den Arenakämpfen angemeldet und alle Vorbereitungen für umfangreiche Wetten wurden getroffen.
Auf dem Markt hatten sie sich dann daran gemacht, ein wenig mehr harte Münzen für die Wetten zu organisieren, wobei gerade der Verkauf eines metallenen Langschwertes sich als recht lukrativ herausstellte. Neben einer hohen Summe Keramik wurden der Gruppe von dem reichen Sklavenhändler Vitor auch zwei Sklaven überschrieben. Zu der allgemeinen Verwunderung handelte es sich um zwei Goliaths, die Goar erst nach kurzem Nachdenken erkannte. Zwei Stammesmitglieder, welche er für tot gehalten hatte. Lynch überlies die beiden Goliaths Goar Obhut und erkundigte sich in der Zwischenzeit nach dem Wohnsitz von Vitor, der allem Anschein nach der erste Trittstein seien konnte um Goars verlorenen und verschleppten Stamm wiederzufinden.
Azlan organisierte während all dies geschah ein Medaillon eines Ehrenbürgers von eben diesem um etwaige Ansprüche der Gruppe in der Stadt auch offiziell mehr Gewicht verleihen zu können.
Später wurde der Elfenmarkt unsicher gemacht. Schwarzmarktware wurde aufgetan und verborgenes Wissen wurde erworben. Letztlich gab es nur noch eins zu tun. Die Wetten abschließen und Azlan als auch Goar dabei zusehen, wie sie das Kapital der Gruppe vermehren.
Während Lynch sich damals standesgemäß in den hohen Tribünen der Besserbetuchten niederlies, kämpften seine Freunde unter ihm erbittert um ihr Leben gegen zwei blutgierige Halblinge. Doch dieser Kampf barg auch Gefahren. Lynch verschluckte sich damals beinahe an einem Stück gebratenem Fleisch als Azlan bewusstlos nieder ging und Goar den kampf alleine beendete…
Azlan bewusstlos…
Bewusstlos… Da war doch was.

Lynch öffnet wieder die Augen und blickt in den Himmel über dem Marktplatz, an dem er vor wenigen Augenblicken die Menge unterhalten hatte.
Über ihm sieht er Lafeya kopfüber über die Dachkante zu ihm hernieder blicken. Sie lächelt ihn von oben herab böse an und nun erkennt Lynch, dass die Druidin in ihren hoch über ihren Kopf befindlichen Händen ein beachtliches Stück gelöstes Mauerwerk hält. Sie holt Schwung und schleudert es beherzt auf ihn herunter…
Ein Schatten legt sich über Lynchs in Panik und Unglauben gefrorenes Gesicht.
„Oh, oh…“

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Eindrücke
Eindrücke

Wenn ich mich an meinen ersten Besuch in einer der großen Städte erinnere wird mir heute immer noch ganz anders.
Ich mag diese merkwürdigen Ansammlungen von Leuten immer noch nicht.
All diese kleinen Leute, die wie verrückt das bisschen Macht verteidigen und ausnutzen. Ein wahnsinniger, von den Geistern verlassener, uralter Herrscher wacht über uralte verstaubte Kleinode.
Wenn man sich diesen Wahnsinn einmal genau anschaut verstehe ich wirklich nicht warum man zu mir und den meinigen Barbaren und ungebildete Wilde sagt.
Mir kommen diese Städte auch nach all dieser Zeit immer noch widernatürlich und komplett von Geistern verlassen vor. Jeder Kank hat mehr Verstand als diese Städter. Irgendwann werden ihre geliebte Mauern zerfallen und dann werden wir sehen was ihr viel gerühmtes Zivilisiert sein wert ist.
In jeder Stadt scheint es Arenen zugeben wo sich einige Kämpfer für Ruhm bekriegen. Dabei geht es in solchen Wettkämpfen doch nur darum zusehen wer der Stärkere ist. Aber nein man will ja das Publikum schockieren und amüsieren. Ich werde diese Städter nie verstehen.

Wie ich festgestellt habe leben wenigstens einige normale Personen in kleinen Enklaven in den Städten. Meistens findet man solche Oasen der Vernunft etwas versteckt in den Gegenden der Stadt in denen keiner dieser harmlosen Stadtmenschen freiwillig Gehen würde.
Kleine Baumgruppen von Druiden bewacht in Ruinen oder kleine Gemeinschaften.
Aber damals wo wir das erste Mal die Stadt Nibenay besuchten wusste ich davon noch nichts. Nur Lafeya sprach davon das ein paar Eladrin ihres Stammes unter diesen Städtern leben würden. Lynch kommentierte das nur mit Kommentaren über angeblich asoziales Müslifressendes Gesocks. Merkwürdige Worte.
Damals flohen wir gerade von unseren Raubzug aus der untoten Festung Slither mit der Blutperle.
Ein Artefakt aus der Zeit der Urahnen welches uns noch einige Probleme bereiten sollte. Das erste war das Lynch und Lafeya sie sofort in den jeweiligen Besitz übergehen lassen wollten. Sie fingen sich mitten zwischen den Leichen der Bewacher an zu streiten. Es gab keinen schlechteren Ort als diesen um sich darüber zu zanken wer die doofe rote Perle nun benutzen durfte. Nach einiger Zeit riss mir der Geduldsfaden und ich nahm beiden ihr rotglühendes Spielzeug weg.
Der Weg aus der Festung und zurück zu unserem Lager war leider sehr Ereignislos.
Naja es waren ja auch schon alle Wächter im Turm tot und die Wachen auf den Mauern wollten nur noch in ihr warmes Bett. Dem entsprechen hätten die gerade noch einen anstürmenden Meckilot bemerkt. So entkam sogar Lynch ohne sich großartige Anstrengungen. Dabei kann der Rockträge so gut Klettern wie ein Greis.

Bei diesen Worten hört Goar mit seinen kleiner Erzählung auf und schaut sich am Lagerfeuer um. Am Lagerfeuer sitzen mehrere grobschlächtige Gestalten, die gespannt seid mehreren Stunden seinen Erzählungen folgen. Den Erzählungen von Goar fehlte definitiv die Kunstfertigkeit der Geschichten der Marktbarden aber dafür hatten sie etwas anderes. Etwas was so ein Publikum sucht. Das Lagerfeuer war irgendwo mitten in den Elendsvierteln der Stadt.

„Wir machten uns auf dem schnellsten Weg nach Nibenay. Wir hatten keine Lust mit dem Schädel über die Inbesitznahme der Perle zu diskutieren. Nein wir wollten wirklich nicht in der Nähe sein wenn er merkt das ein Großteil seiner Turmmannschaft und das Teil weg waren. Obwohl der Anblick muss interessant gewesen sein. Ich glaube die verbliebenen Wachen haben sich damals gewünscht ganz ganz wo anders zu sein.
Nach ein paar Reisetagen durch die freundliche Wüstesonne an ausgebleichten Knochen und vertrockneten Kadavern vorbei sahen wir endlich das vielbesungene Nibenay. Während Azlan und Lynch leuchtenden Augen bekamen und sich schon ausmalten wie sie die Annehmlichkeiten der sogenannten Zivilisation geniessen und Bürger ausnehmen, war meine Reaktion etwas anders.
Wie konnten nur so viele Leute an einem Ort leben?
Wieso sperrten sie sich freiwillig ihr ganzes Leben hinter Mauern ein?
Wieso wurde gerade der Mann am Wegesrand halbtot geschlagen während seine Begleiter nur zuschauten?
Was stank da so?
Was ist das für eine merkwürdige Musik?

Diese Fragen stürmten auf mich ein. Mir tat mein Kopf weh. Meine Augen tränten von dem allgegenwertigen Geruch ungewaschener Leiber. Wie betäubt nahm ich die ersten Minuten meine Umgebung nur war. Nibenay war ein Alptraum. Nein musste ein Alptraum sein.
Diese Stadt war für mich nicht ein Juwel in der Wüste es war eher ein Haufen Kankscheiße.

Aber in dieser Stadt sollte ich noch einiges erleben.

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"... die Prostituierten stehen hier schon vor der Stadt?"
Die dreizehnte Aufführung

Laras Blick ruht wie gebannt auf der Szenerie vor ihr. Ein Skorpionmonster auf dessen Rücken Türme erbaut wurden. Ein Tembo, das Wesen, von dem ihre Mutter erzählte, dass es sie holen würde, wenn sie nicht regelmäßig und gewissenhaft die hauseigenen Wasserschläuche kontrollieren würde. Große giftige Spinnen, Söldner, Untote und dunkle Magie.
Nie zuvor hat die Fünfjährige so etwas gesehen. Die Geschichten von Rahek, ihrem älteren Bruder, der in der Stadtwache arbeitet, waren sicher interessant gewesen, aber gegen die Geschichten des Mannes vor ihr, wirkten die Berichte von Hinrichtungen und Scharmützeln, wie die Gutenachtgeschichten ihrer Mutter. Mitten auf einer alten Holzkiste ist der Mann mit dem langen Ledermantel, wie jeden Tag, damit beschäftigt seine Trugbilder zu erschaffen.
Um Lara herum sitzen mehre dutzend andere Leute und wirken genauso begeistert wie das kleine brünette Mädchen. Lara drückt ängstlich ihr Stofftier an sich, als das Abbild des Geschichtenerzählers von einem in Dunkelheit gehüllten Zombie angegriffen wird.
Die Stimme des Mannes schwingt tragend über der Menge und schlägt mehrere bislang nicht zusehende Besucher des Marktes in seinen Bann. Inzwischen sind sämtliche Sitzplätze vor dem Gaukler mindestens doppelt besetzt, so dass die Neuankömmlinge sich im Stehen unterhalten lassen. Lara rutscht auf dem Schoß ihres Vaters leicht nach vorne und lauscht gebannt den Worten des Mannes, den ihr Vater Lynch genannt hatte.

„… doch all dies, edle Spektatores sollte nicht alles gewesen sein. Nun hatten wir endlich die Blutperle in unseren Händen. Die unmittelbare Nähe zu dem untoten Nekromanten jedoch zeigte sich immer noch als Gefahr. Wir hatten im Namen aller atmenden Geschöpfe auf Athas, das mächtige Relikt umgehend aus der Feste des Bösen zu befreien.
Leider mussten wir einen herben Rückschlag in Kauf nehmen. Lafeya unsere tapfere Eladrinstreiterin schien von der Macht des Artefakts korrumpiert worden zu sein und verlangte die Blutperle für sich selber. Gier schimmerte in ihren Augen und die im Kerzenschein von ihr an die Wände geworfenen Schatten nahmen unwirtliche Formen an. Gier und Lust strahlten aus ihrem Gesicht als Urgh! …“

Die Menge auf dem Marktplatz atmet erschrocken ein und einige Leute erheben sich, als sie sehen, wie Lynch von einem hart geworfenen Stein an der Stirn getroffen wird und zu Boden geht. Es vergehen zwei Schrecksekunden, bevor der Gaukler sich hinter der Kiste wieder erhebt, sich das Blut von der kleinen Wunde auf seiner Stirn wegwischt, den nahegelegenen Dächern einen missmutigen Blick zuwirft und mit seiner Geschichte fortfährt.

„Nun werte Lauscher fantastischer Geschichten, wie ich schon sagte, gab es mehrere Interessenten für die Perle in unserer eigenen Gruppe. So einigten wir uns darauf, dass der an dem Gegenstand eigentlich desinteressierte Goar das Ziel unserer Begierden vorläufig verwahrte.
Nun galt es also die Feste des Nekromanten zu verlassen und möglichst unentdeckt von Slither zu entkommen. Lasst es euch sagen werte Spektatores. Es lässt sich leichter herabklettern als hinauf. Wie schon einst der Philosoph Murren Freud sagte, runter kommen sie alle. Nur das ohne gebrochene Beine Herunterkommen stellt in der Regel das Problem da.
Letztlich überwanden wir allerdings auch dieses Problem und entkamen in den Schatten der Nacht in kleinen ein bis zwei Mann Gruppen auf unterschiedlichen Wegen von der lebenden Festung Slither und begaben uns zu dem auf uns wartenden Dalet.
Seht uns bitte nach werte Spektatores, dass wir zu dieser Zeit nicht in der Lage waren diese Geißel der Wüste zu beseitigen, doch wir mussten unsere Schritte nun zügig gen Nibeney wenden um dort Gotan, Yi ´are und eine junge uns bis damals unbekannte Dame wie vereinbart zu treffen.“

Lara lächelt gespannt. Bisher war Lafeya ihr Lieblingsheld in Lynchs Geschichten gewesen. Zuhause spielte sie immer gemeinsam mit ihren Geschwistern die erzählten Abenteuer nach und nahm immer die Rolle der Druidin an. Während ihre Brüder immer Goar mit dem großen Hammer oder Azlan der geschickte Schurke sein wollten, wollte sie immer die mutige Gestaltwandlerin spielen. Lynch wollte seltsamerweise nie einer nachspielen. Zum einen wegen seiner unheldenhaften Art zu kämpfen und zum anderen wohl weil zu dem Lynchkostüm ein altes Stoffkleid ihrer Mutter als Robe oder Mantel gehörte.
Doch nun sollte bald noch eine weitere Heldin in der Geschichte auftauchen. Sie gibt ein freudiges Kichern von sich und spitzt wieder die Ohren um Lynch weiter zuzuhören.

„Nibenay…“ Lynch seufzt einmal als ihn glückliche Erinnerungen einholen. „ Eine Oase. Eine blühende grüne Knospe in der Wüste. Verzierte Wände, Türme, Statuen, Symbolik in jedem Winkel und ein imposantes Zikkurat. Eine Handelsstadt, die vor Leben pulsiert und deren Düfte unvorbereitete Reisende nahezu in den Wahnsinn treiben. Korruption und Macht treiben die Menschen durch die Gassen und Straßen wie das Blut durch die Venen eines großen Tieres. Die Nähe zu dem Crescent Moon Wald sorgt für einen großen Wohlstand, der sich in jeder der kunstvoll bearbeiteten Fassade der Gebäude wiederspiegelt. Tempel die den vier Elementen geweiht sind sorgen für das mentale Wohl der Bevölkerung und die Oberen der Stadt lassen den Bewohnern der Metropole jene Freiheit, die der Stadt ein wohlwollendes Wachstum über viele Jahre hinweg noch bescheren wird. Aber eine Besonderheit von Nibenay stellt alles in den Schatten“
Der Erzähler beugt sich verschwörerisch nach vorne und spricht mit gedämpfter Stimme weiter.
„Es gibt nur weibliche Templer in Nibenay und je höher eine Templerin im Rang steht, desto weniger Kleidung trägt sie neben einem Cylopswappen an einer Halskette in den Straßen zur Schau. Ein wunderbares Spektakel, dass sich all jenen bietet, die sich durch das von Musikanten belagerte Händlertor in die Stadt hineinbegeben.“
Lynch hustet einmal und erhebt wieder seine Stimme.
„Und so kamen auch wir nach einigen harten Wandertagen sicher und unbehelligt in Nibenay an. Wir verstauten unsere nicht ganz zollfreien Waren sicher unter den Schuppenwölfen von Goar und Lafeya erhob sich in der Gestalt eines Vogels über die Stadtmauern um vorab in der Stadt nach zwei Eladrin zu sehen, die sie aus ihrem Dorf kannte. Libethan und Lirana lebten in den zwielichtigen Bereichen der Stadt, im Elfenviertel. Während sie sich also in Vogelform über die Zinnen der Stadt hinwegbewegte um Informationen über ihren Wald zu erhalten, wühlte sich der Rest der Heldengruppe durch die Menge um nach einer Gaststätte zu suchen und allgemeine Informationen zu erhalten. Azlan kundschaftete die Taschen der zahlreichen Reisenden aus und sowohl Goar als auch euer werter Erzähler bewunderten die zahlreichen und zum Teil recht üppigen Vorzüge der Metropole.
Der erste Tag in der Stadt der drallen Templerinnen endete letztlich mit einem Ausblick auf etwas Großes. Nachdem ein Gasthaus gefunden und die ersten Einkäufe erledigt wurden, meldete ich mit ein wenig Überredungskunst den unbändigen Goar zu dem an, was er am besten konnte: Sinnloses Verhauen von Gladiatoren und Monstren in einer Arena. Letztere war wegen der anstehenden Festivitäten zur Feier der Hälfte der Dürre mit Kämpfen nahezu vollends ausgebucht.
Eines stand für uns fest. Wir würden noch eine Weile in der Stadt bleiben um auf unsere Kontakte zu warten, an dem Fest teilzunehmen und um mit Wetten auf Goar beim Metzeln in der Arena eine immense Summe an Geld zu verdienen.
Doch nun werte Spektatores muss ich euch leider erneut hinhalten. Ich werde die Geschichte morgen fortsetzen und würde mich freuen wenn…“

Auf einem Dach in unmittelbarer Nähe zu dem Erzählstand von Lynch sitzen zwei Gestalten im Schatten.
„Was meinst du, ist der Kerl mal bald fertig?“
„Keine Ahnung Gotan.“ Lafeya erhebt sich, streckt sich einmal und zeigt einen gereizten Gesichtsausdruck. „Der Kerl geht mir von Tag zu Tag immer mehr auf den Geist.“
„Lass mich raten. Du bist immer noch sauer wegen der Sache mit deinem Zimmer oder?“
„Natürlich bin ich sauer. Wegen dem Kerl hocken wir in einem Gasthaus, in dem gleich in der ersten Nacht meine Zimmertür aufgebrochen wird und ich mich gegen sechs Unbekannte in Kapuzen erwehren muss.“
„Wenigstens bist du unverletzt und es wurde auch nichts aus deinem Zimmer gestohlen Lafeya.“
„Das steht nicht zur Debatte Gotan. Wo auch immer der Kerl da unten uns hinführt, wartet Tot, Vernichtung und versuchter Raubmord auf uns.“
„Schade dass alle entkommen konnten, bevor du ein paar Antworten aus den Leuten herausprügeln konntest…. Jammerschade“
Lafeya seufzt einmal und hebt einen kleinen Felsbrocken mit ihrer rechten Hand auf.
„Egal Gotan. Etwas sagt mir, dass wir bald eine neue Chance erhalten werden die Leute auszufragen. So … ich würde sagen die Vorstellung ist für heute beendet.“ Lafeya zielt sorgfältig und schleudert, nach einem kurzen Abwägen des Gewichts, den Stein in Richtung des in seiner Erzählung verstrickten Lynch.

„…und so werte Spektarores möchte ich euch nur noch folgende letzte Lebensweisheit mit auf eure Wege geben; Zieht niemals mit… Urgh!
Lynch wird von dem Backstein an derselben Stelle getroffen, an der er vorher schon den Stein an die Stirn bekam und stürzt wie ein gefällter Baum um.

Gotan blickt mit Lafeya über den Sims zu dem bewusstlos niedergegangenen Zauberer.
„Guter Wurf Lafeya. Aber glaubst du nicht, dass der Stein ein bisschen groß war?“
Lafeya blickt einmal kurz von ihrer Tätigkeit auf und schaut Lynch abschätzend von oben herunter an. „Nein ich glaube nicht.“ Umgehend wendet sie sich ihrer Aufgabe wieder zu und versucht einen weiteren Brocken aus dem Mauerwerk zu lösen.

Sechs Meter tiefer auf dem Marktplatz befindet sich Lara auf den Schultern ihres Vaters. Wiedermal war es eine tolle Vorstellung gewesen… auch wenn das Ende ein wenig plötzlich eintrat. Sie freut sich schon sehr auf den frühen Abend, wenn ihre Geschwister wieder nach Hause kommen und sie beim Nachspielen des Abenteuers von heute als Lafeya grazil und elegant als bunter Vogel über die Dächer im Innenhof ihres Hauses fliegen wird.

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Besuch in Slither
Besuch in Slither

„Was riecht den hier so lecker?“ mit diesem Gedanken im Kopf wachte Goar aus seinem kleinen Nickerchen auf. Der Anblick der sich ihm bot sorgte dann aber sehr schnell dafür das auch der letzte Rest Schlaf ungewohnt schnell verschwand. Sein Zimmer stand lichterloh in Flammen. Freki und Greki hatten schon seid geraumer Zeit ohne Erfolg versucht ihr riesiges Herrchen zuwecken.
Erst der Geruch der aus Lynch brennenden Zimmer angewabert kam schaffte es den Goliath aus dem Reich der Träume zuholen.
Verdammt hat man in dieser Stadt niemals seine Ruhe?!!
Hastig packt Goar seine Sachen zusammen um sich und seine Schuppenwölfe aus der Flammenmeer zuretten.
Ein paar eingerissene Mauern und einen beherzten Sprung in die Tiefe später hatte Gaor auch schon den Vorplatz vor dem brennenden Gasthaus erreicht und schaut sich an wie der Brand, unter völliger nicht Beachtung der Löschversuche der Städter auf die umliegenden Häuser übergreift.
Grade als sich Goar schon fragte wo seine Freunde geblieben sind und ob er noch mal reingehen und sie suchen sollte brach eine große grüne Raubkatze mit einem Rucksack in Maul durch die Flammen. Die Raubkatze brachte die sich gerade bildende Löschkette gehörig durcheinander. Zum Glück war Lafeya geistesgegenwärtig genug sich erst in einer ruhigen Gasse zurück zu verwandeln. Azlan sprang kurze Zeit später von einem der Dächer und spazierte zu den anderen die während der Ablenkung durch Lafya`s Auftritt sich bei Goar eingefunden hatten.
Während sich die Gruppe das Schauspiel anschaute und rätselte wieso ihre Unterkunft spontan Feuer gefangen hatte konnte man sie einige Gesprächsfetzen aufschnappen.
„Das musste ja irgendwann passieren!“
„Hat jemand was gesehen?“
„Aus dem Zimmer dieses Schaustellers kam schon die ganze so ein Gestank. Der hat bestimmt Unsinn getrieben.“
„Nee der ist immer so nett bei seinen Vorführungen zu den Kleinen. Der hat bestimmt nichts damit zutun.“
„Aber irgendwie war der Geruch schon sehr merkwürdig. irgendwie wie alte Wäsche, Erbrochenes und verrottende Ratte.“
Zum Glück sorgte das ausbreitende Feuer dafür das die Leute sich immer mehr mit Löschen anstatt mit Quatschen beschäftigten.

Gerade als Goar den Anderen vorschlagen möchte abzuhauen und eine andere Bleibe zusuchen, sieht Lafeya 2 kleine Kinder hinter dem Fenster eines brennenden Hauses.
Dieser Anblick und die darauffolgende schnelle Diskussion samt Androhung von Gewalt von Lafeyas seite sorgen dafür das die Freunde die nächsten stunden mit der Rettung diverser Personen und notdürftigen Löschversuchen beschäftigt sind. Alle bis auf Lynch, der erst zum ende der ganzen Aktion seelenruhig die Strasse runterkommt.
Während des ganzen erinnert sich Goar an ihren ersten Einbruch in Slither. Vielleicht regte der Schein des Grossbrandes seine Erinnerung an.

Wir erklimmten den mittleren Turm der gigantischen Festung. Zum Glück hatten die meisten Wachen frei damit ihr Meister sich in Ruhe auf die Erforschung der Blutperle vorbereiten konnte.
Lynch hatte es fast hinbekommen während der kleinen Kletterpartie mehrfach abzustürzen. Klettern kann er wirklich nicht. Diese Städter sind irgendwie merkwürdig. Reden können sie aber klettern, jagen oder die Wüstenhitze ertragen ist nicht ihre Stärke. Ich lieferte mir mit Azlan einen Wettkampf wer als erstes auf der Plattform ankommt, diese kleine Wiesel schaffte es um Haaresbreite vor mir anzukommen. Liess mir aber den Vortritt um über die Brüstung zuspringen. Auf der anderen Seite erwartete mich ein schrecklicher Tempo und eine böse Überraschung. Der Tempo ein Wesen mit dem man kleinen Kindern Angst macht erwies sich als zähe Jagdtrophäe. Aber mit Hilfe der Geister und sehr viel Gewalt konnte ich das Vieh fast durch den Boden der Plattform schlagen. Die andere böse Überraschung waren vier Fallen die sofort anfingen kleine Pfeile auf uns zuschiessen sobald ich die Plattform betrat. Nach dem Kampf nam ich erst war das meine Kameraden den Kampf nicht sogut überstanden hatten wie ich. Besonders Azlan hatte tiefe Kratzspuren von dem Tempo erhalten. Das Vieh hatte ihn wohl mit seinen Lieblingskratzbaum verwechselt.
Der Kampf hatte wohl die anderen Bewacher des Turms geweckt weil danach mussten wir jedes Stockwerk von einer Horde Belgeussöldner, Sulranschamanen und allerlei Untoten befreien. Naja nachdem Sieg über den Tempo waren wir alle aber so beflügelt das wir die Gegner einfach in ihre Bestandteile zerlegten. Bevor sie wirklich gefährlich werden konnten.
Am Fusse des Turmes konnten wir auch endlich die Blutperle die von mehreren Tri-keen bewacht wurde erbeuten. Ausserdem nahmen wir bei der Gelegenheit noch mehrere Schätze mit die der Schädel freundlicher Weise für uns da aufbewahrte.

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Perlen vor die Säue
Die zwölfte Aufführung

„Aaah…Wie schön doch so ein aufgeräumtes Zimmer sein kann.“ Lynch steht in seinem neuen Zimmer, nachdem seine gesamte Reisegruppe wegen eines nur schwer zu löschenden und spontan ausgebrochenen Stadtbrandes in ein weniger ascheartiges Gasthaus umziehen musste. „Kein Staub, keine Essensreste auf dem Tisch, keine Reste von Kreidezeichen am Boden und vor allem, keine verwesenden Rattenkadaver vor dem Bett.“
Der Magier lächelt und dreht sich mit ausgestreckten Armen um seine eigene Achse, bevor er sich rücklings auf sein Bett fallen lässt.
Es vergehen nur wenige Augenblicke der Ruhe, bevor erneut die vor Ironie triefende und laszive Stimme von Eve erklingt.
„Ich gebe dem Zimmer maximal drei Tage Meister. Vielleicht solltest du diesmal ein wenig auf Hygiene oder zumindest Seuchenschutzbestimmungen achten.“
„Ach was Eve… das Genie beherrscht das Chaos.“ Lynch lächelt in sich hinein und schließt genüsslich die Augen.
„Nun Meister, da das letzte Zimmer nun wirklich alles andere als beherrscht gewirkt hat, stellt sich die Frage wo das Genie zugegen war als die Gaststätte abbrannte.“
Lynchs Lächeln erstirbt als er sich Mühe gibt den letzten Kommentar seiner Vertrauten zu ignorieren.
Der kleine Dämon lässt sich auf dem Tisch nieder, schlägt die Beine übereinander und macht eine nachdenkliche Miene.
„Seltsam, dass uns keines der anderen Gasthäuser aufnehmen wollte Meister.“
„Machst du dir schon wieder Gedanken Eve? Bei dem Brand ist fast ein Sechstel der Stadt in Mitleidenschaft gezogen worden. Kein Wunder, dass die noch intakten Gaststätten überlaufen werden.“
Der kleine weibliche Dämon legt den Kopf schief als er aus dem Fenster blickt.
„Mag sein Meister. Dennoch hab ich da so ein seltsames Gefühl. Überall wurden wir bereits an der Tür weggeschickt oder beim Anblick von dem großen angebratenen Klotzkopf schon zwei Querstraßen vorher verscheucht. Nur hier in diesem wunderschönen Gasthaus wurden wir mit offenen Armen empfangen und…“
Lynch fällt mit einem erneuten selbstgefällig wirkenden Lächeln seinem Vertrauten ins Wort „…Und wir bekommen für eine Woche gratis Kost und Logier weil wir so toll beim Löschen und Retten von Leuten geholfen haben.“
Der Dämon gibt ein leises Stöhnen von sich.
„Nichts gegen die Verdienste von dem Goliath, der Elandrin, dem Elfen oder euch Menschen, aber ihr ward total abgefackelt und habt gestunken wie nichts Gutes. Außerdem wurdet ihr vom Gastwirt direkt mit euren Namen angesprochen. Das Ganze wirkt doch sehr dubios, wenn nicht sogar abgekartert.“
„Katzen haben nichts damit zu tun Eve. Warum freust du dich nicht wie der Rest von uns und genießt nicht einfach mal, dass das Schicksal zur Ausnahme mal gut zu uns ist.“
Der kleine Dämon schlägt sich gegen seine Stirn und verschwindet mit einem Stöhnen und einem resignierten „Puff“ zurück in seine Nische zwischen den Dimensionen.

Lynch genießt das weiche und saubere Bett unter sich und die warme Luft, als auch die Erschöpfung des zurückliegenden Tages lässt ihn beinahe umgehend in einen tiefen Schlaf fallen. Ein Alb bringt ihm Träume von Schmerz und Tod. Die Vergangenheit holt ihn erneut ein. Bilder materialisieren sich in seinem Geist. Die Geschichte wie es damals auf der Festung Slither weiterging.

Gemeinsam waren sie unentdeckt im Innenhof angekommen. Die patroulierenden Wächter hatten bislang keine Notiz von ihnen genommen und die gigantische Bestie auf deren Rücken sie sich bewegten wirkte komplett leblos. Einzelne glühende Kugeln warfen ein schwaches Licht auf den Hof auf dem sich die Türme damals befanden. Kaum zu glauben wie unsagbar groß dieses Wesen war.

Nun galt es den zentralen Turm zu erklimmen, der in den Notizen des Spiones der veiled Aliance erwähnt wurde. Klettern. Eine reine Tortur. Lynch haste es damals wie heute. Nicht, das er je ungeschickt gewesen war, dennoch sollten vertikale Bewegungen zur Erdoberfläche seiner Ansicht nach Geckos und ähnlichen Tieren überlassen werden.
Vor seinen Augen erklommen Goar, Azlan und Lafeya in Windeseile die steile und komplett torlose Außenwand des Turms. Mit einem kurzen Stöhnen folgte Lynch damals den dreien. Die hervorstehenden Knochen und Winkel gaben hervorragende Kletterhilfen ab, dennoch war es eine Heidenarbeit.
Oben auf dem Turm angekommen wurde Lynch Zeuge eines so eben ausgebrochenen Kampfes. Seine drei Begleiter hatten auf der Turmspitze ein katzenähnliches Wesen aufgeschreckt. Einen sogenannten Tembo. Ein Monster, von denen man kleinen Kindern erzählt, dass es sie in der Nacht holen würde, wenn sie nicht artig wären. Ein mehr als nur harter Kampf.
Fallen mit Giftpfeilen und ebenfalls giftige handtellergroße Spinnen erhöhten das Kampfvergnügen auf dem mehrere Stockwerke hohen Turm und besiegelten beinahe das Schicksal von Azlan, der an diesem Ort die Packung seines damals jungen Lebens kassierte. Goar selber steckte jeden Schlag mit einem bestialischen Grinsen weg und teilte so massiv Hiebe mit seinem gigantischen Hammer aus, wie es früher wohl auch die Götter bei der Erschaffung der großen Staubebenen getan hatten, als sie die Gebirge ebneten. Lafeya entging Azlans schmerzhaftem Schicksal nur knapp und bekam den einen oder anderen Prankenhieb des Tembos zu spüren. Lynch hingegen überstand das gesamte Spektakel zwar auch nicht unverletzt, wurde aber durch ein gnädiges Schicksal dennoch nicht ernsthaft verletzt.

Nach dem der Tembo endlich niedergerungen war, arbeitete sich die Gruppe Stück für Stück den Turm herab. Die gesuchte Blutperle war irgendwo unter ihnen. Lynch konnte die pulsierende Kraft des Relikts schon beinahe spüren.
Eine Wendeltreppe führte tiefer in den Turm hinein und Raum für Raum kämpften sich die vier Abenteuerer tiefer. Vorbei an einer Horde Söldner die aus Belgeus und Sulranschamanen bestand und erlegte eine angemessene Menge an untoten Gestalten.
Überall Leichen von humanoiden Gestalten und der verwesende Hauch von Nekromantie.
Inmitten des allgegenwärtigen Todes und dem offensichtlichen Verfall von Pietät vor den Verstorbenen fand Lynch damals einen neuen Wegbegleiter, den er noch zu hassen lernen sollte. Murray. Ein verzauberter Foliant angefüllt mit Lebensweisheiten und einem eigenen Bewusstsein. Yarnard hatte anscheinend eine Seele in dieses Buch gebannt und entweder zu seiner Belustigung oder als Strafe der Seele, diese für eine spätere Konsultierung aufbewahrt. So wanderte Murray allerdings direkt in die Tasche von Lynch, der das Buch davon überzeugte, von Yarnard persönlich die Erlaubnis bekommen zu haben, diesen Folianten für eine unbestimmte Zeit auszuleihen.

Die Kämpfe zogen sich endlos hin und alle mit Ausnahme des unbezwingbar wirkenden Goar waren ermattet und bluteten aus zahllosen Wunden. Eine letzte Tür wurde aufgetreten und die dahinter befindlichen sechs Thri-Keen wurden von den vier einfallenden und extrem angefressenen Helden überwältigt. Endlich waren sie dort wo sie seien wollten. Auf einem Podest in der Mitte des Raums lag die Blutperle. Lynchs Blick wurde sofort von ihr fokussiert, so dass er keinen Blick auf die anderen Schätze in diesen Raum warf, die Yarnard hier wohl zu Forschungszwecken lagerte. Ganz sicher würde die Eladrin nicht auch diesen Schatz an sich nehmen. Dieses Juwel hatte Lynch erwählt. Er wollte… nein! er musste es in seine Obhut nehmen.
Nun galt es nur noch sicher und möglichst unbemerkt aus dem Turm zu kommen und die größtmögliche Entfernung zu Slither zurückzulegen, bevor Yarnard von dem Diebstahl etwas merkte.

Lynch dreht sich im Schlaf um und gibt ein zufriedenes Grunzen von sich. So bald würde er sicher nicht freiwillig aufwachen.
Unter der Zimmertür fällt ein schwacher Lichtschein hindurch. Ein Schatten zeichnet sich in dem Spalt ab. Ein Schatten von zwei Beinen.
Die Person im Flur löst ihr Ohr vom Türblatt, schlägt die Kapuze über den kahlgeschorenen Kopf, nimmt ihre Öllampe mit und wendet sich mit einem Lächeln den dunkel gekleideten Schemen vor den Zimmern von Lynchs Begleitern zu. Alles war dabei sich prächtig zu entwickeln.

In einer parallelen Dimension, die ausschließlich aus unzähligen Kissen, Spiegeln und mit Samt bezogenen Wänden zu bestehen scheint, sitzt eine bekannte Sukkubus auf ihrem Lieblingsplatz und starrt verärgert an die hohe Decke während sie an einem exotisch wirkenden Getränk nippt. Warum musste sie auch immer eine Schwäche für die geistig Minderbemittelten haben?

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Gedanken vor den Besuch von Slither

Mitten in der Wüste irgendwo zwischen Silver Spring Oase und Nibenay im Schatten einer Düne sitzt Goar und überprüft noch einmal seine Ausrüstung. Während er die Riemen seiner Maul kontrolliert geht ihm so einiges durch den Kopf.

„Ohmann was mache ich hier überhaupt? Wir sind mitten in der Wüste und warten darauf das es verdammt noch mal Nacht wird. Um dann in eine der merkwürdigsten Ausgeburten der verdrehten Magie hier auf Athas einzubrechen.
Was habe ich nur falsch gemacht ihr Geister?
Was soll ich nur von dieser zu groß geratenen Verhöhnung der Natur halten?
Ein gigantisches Skelett welches auf seinen Rücken eine Festung trägt.
Wie kommt man nur auf so eine schwachsinnige Idee? Und dann dem ganzen Gebilde aus unzähligen Knochen die Form eines gigantischen Skorpions geben ? Was hat dieser Defiler nur geraucht?
Ich habe keine Ahnung wie viele Lebewesen und Geistern für diese Abnormalität ihr Leben geben mussten. Anscheinend verheert aber ihre Existenz nicht weiter die Natur.
Reicht es nur den Erschaffer zu vernichten oder muss auch dieses Gebilde vom Angesicht der Welt getilgt werden?
Momentan reicht meine Kraft zwar eh nicht aus um auch nur eines vom Beiden zu bewirken.
Aber diese Frage lässt mir keine Ruhe.
Eines ist mir aber absolut klar egal was diese Blutperle die wir stehlen wollen ist oder was auch immer sie bewirken kann.
Yarnath der Schädel darf sie nicht behalten. Jemand der so ein Gebilde erschafft, ist kein Freund der Natur.
Und warum greifen wir überhaupt diese Festung an? Lafeya meinte sie hätte eine Vision von einem Ort mit mehreren Lebensbäumen und einem Ritual gehabt. Während des Rituals wäre ein riesiger runder Edelstein vernichtet worden. Dieser Stein soll nach ihrer Meinung die Blutperle gewesen sein. Das Ritual und der Ort hätten irgendwas mit der Rettung ihres Waldes zutun gehabt.
Vielleicht hat sie von den Geistern der Natur eine Eingebung bekommen.
Oder vielleicht war das Abenteuer, welches sie während meiner Abwesenheit überstanden haben, zuviel für die Elandrin.
Ich weiß einfach nicht was ich davon halten soll.
Zuerst hat Lafeya einen Traum von der Blutperle und dann finden wir mitten in der Wüste die Leiche eines Spions der Veiled Allianz.
Nach den Berichten von Laefeya und Lynch handelt es sich bei Allianz um eine Gruppe von schwachen, idealistischen, besserwisserischen Magiern, die sich gegen die Hexerkönige auflehnen und schwer aufzufinden sind. Das einzig Gute an dieser Gruppe soll es sein das sie auf die Natur achten und die Lebensenergie von Athas beschützen. Sie benutzen nicht wie andere Magier einfach rücksichtslos die Kraft der Natur für ihre Zaubersprüche.
Lafeya meint sie wüsste wo man Angehörige dieser Gruppe in Nibenay finden könnte.
Ich habe noch nie von diesen Leuten gehört. Ok ich kenne so einige Dinge nicht die diese Städter als so wichtig ansehen.
Wenn die nur Verstehen würde wie unwichtig einige ihrer Regeln und Sitten sind.
Schade dass meine Begleiter unbedingt über Nibenay zum Staubmeer wollen. Ich hätte gerne einmal in Gulg nach Hinweisen für die Rettung des Waldes gesucht. Wieso nur wollen die unbedingt nach Nibenay?
Im grossen und ganzen ist es mir Recht das wir möglichst wenige Städte aufsuchen. Ich hasse diese stinkenden Ansammlungen von Menschen. Aber Gulg soll laut den Händlern in Silver Springs eine Waldstadt sein. Die Bewohner sollen sogar den Wald verehren und mit den Geistern sprechen. Irgendwie hört sich das für mich besser an als Nibenay, verkommene angebliche Blüte der Zivilisation.

Das Treffen mit meinen Kameraden war auch irgendwie anders als ich erwartet habe. Nach der Vision hatte ich gedacht daß sie in Schwierigkeiten stecken, stattdessen kamen sie sehr entspannt aus der Schlucht und machten dumme Witze. Ich hatte das Gefühl das Lafeya irgendwie zufrieden darüber war das ich in der Zwischenzeit einige neuen Wunden erhalten hatte. Wieso nur glaube ich das sie das nicht wegen den Geschichten die solche Narben erzählen gut fand sondern nur froh war das ich verletzt wurde?

Kurz nachdem wir den Spion auf unseren Weg durch die Wüste entdeckt hatten mussten wir gegen einen Gaj und seine Sklaven antreten. Diese Käferdinger hasse ich wirklich. Jedesmal nach einem Kampf mit ihnen kann ich mich nicht an den ganzen Ablauf erinnern, habe tierische Kopfschmerzen und einer meiner Kameraden redet wenigsten eine Stunde nicht mehr mit mir. Die Viecher kämpfen irgendwie nicht fair.

Gerade als Goar an dieser Stelle in seinen Gedanken angekommen war merkt er das die Sonne untergeht.
„Dann wollen wir mal sehen wie gastfreundlich Yarnath ist“ mit diesen Worten schultert Goar seine Sachen um mit seinen Freunden in Slither einzubrechen.

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Träume sind Schäume
Die elfte Aufführung

Die Stadt erwacht langsam und die dubiosen Gestalten die während den letzten Stunden die Gassen dominierten ziehen sich langsam zurück in ihre schattigen Unterschlüpfe. Nur um dort auf die, mit Sicherheit zurückkehrende, Nacht abzuwarten. Die ersten Strahlen des sengenden Himmelskörpers liebkosen die oberen Zinnen der Türme und wandern, einem zähen Strom gleich, langsam in die tiefer liegenden Straßenschluchten.
Die hartarbeitenden Sklaven und ihre gutverdienenden Arbeitgeber gehen ihren legaleren Geschäften nach und auch die unbescholtensten Bürger wagen sich nun im hellen Licht heraus aus ihren Kammern.
In einer inzwischen mehrmals gesehenen und bekannten Kammer wirft sich allerdings noch immer eine Gestalt in den Laken herum und kämpft mit den Alben der Nacht.

„… Geryon … Baum des Lebens … Hirseküchlein… Slyther… hmmm … sicher darf deine Schwester auch… … …“
Lynch wälzt sich unruhig in den Kissen umher und gibt nach und nach immer weniger artikulierbare Geräusche von sich. Ein kurzer Blick in das Zimmer welches er seit nun mehr als zwei Wochen bewohnt, zeigt eine gigantische Unordnung. Kleidung, Waffen, Ritualzubehör, Lebensmittel und Müll sind wild im Zimmer verteilt und die Luft wirkt sehr abgestanden. Zwischen den großen Haufen Unrat huschen einzelne Schatten umher.
Der Zauberer wirbelt, noch immer im Schlaf, um seine eigene Achse und verstrickt sich in einer letzten hastigen Bewegung vollends in seiner dünnen Bettdecke. Ein ihm auf den Lippen liegender Ausruf verändert sich plötzlich, als er so gefesselt aus dem Bett stürzt und hart etwa 50 Zentimeter tiefer aufschlägt.
„Milly!… Uargh!“
Mehrere Augenblicke rührt sich nichts im Zimmer. Dann erklingt ein leises Kichern, dass sich immer mehr zu einem prustenden Lachen entwickelt. Lynch liegt auf dem Boden neben seiner Schlafstelle und stöhnt leise.
„Ich würde sagen, dass es auch allmählich Zeit wurde Meister.“ Ein erneutes Kichern. „Der Feuerball namens Sonne ist seit gut einer halben Stunde schon über der Stadt am kreisen und beginnt das Leben aus den Leuten zu brennen.“ Eve, der kleine an Lynch gebundene Dämon, materialisiert sich auf dem nun freien Kopfkissen und gibt sich nur begrenzt Mühe ihr Amüsement über den kurzen Sturzflug ihres Meisters zu verbergen.
„Eve?“ Lynchs Stimme klingt gepresst und mühsam.
„Ja Meister?“
„Ich hasse dich.“ Langsam, sehr langsam erhebt sich Lynch vom unaufgeräumten Fußboden und nimmt nur peripher wahr, dass das Lachen seiner kleinen halbnackten Begleiterin mit seinem Erheben massiv zunimmt. „Ich habe einen Mist zusammengeträumt Eve, das glaubst du nicht.“
„Wieder die Sache mit dem Lebensbaumsamen, dem Dämon Geryon und deiner Nahetoderfahrung?“ Eve verbirgt ihren Mund mit ihren Händen und wird beim Anblick ihres Meisters vor Lachen förmlich in das Kissen gepresst.
„Manchmal vergesse ich, dass du meine Gedanken mit mir teilst. Aber was hast du kleine geflügelte… hast du mich noch nie mit einem Betttuch bekleidet gesehen? Du kannst manchmal so kindisch…“ Lynch unterbricht die Belehrung des Dämons als er an sich heruntersieht und einen Laut von sich gibt, der Überraschung und Ekel zugleich ausdrückt. „Oh mein Gott was ist das? Ieh!“
Der kleine Sukkubus ringt verzweifelt um Atem als er nun unter Tränen versucht einen erneuten Lachanfall zu bekämpfen und räuspert sich verzweifelt. „Du *hust*… du *kicher*… Meister ihr seid auf eine Ratte gefallen“ Eve beginnt erneut unkontrolliert zu lachen, als Lynch wie von Sinnen durch das Zimmer springt um mit von Ekel geprägten hastigen Bewegungen den stinkenden Schleim von seiner Brust zu wischen.
„Quatsch! Ratten sind nicht so schleimig und weich Eve.“ Der nackte und schaudernde Mann nutzt das Bettlaken um sich von den größeren klebrigen Brocken in seinem Brusthaar zu befreien.
„Es kommt darauf an, wie lange sie schon tot sind Meister.“ Das kleine ätherische Wesen erbebt erneut in einem Lachanfall, als ihr Meister in purem Ekel einen etwa zwanzig Zentimeter langen Rattenschwanz von seinem Brustkorb zieht und sich spontan in den glücklicherweise neben ihm stehenden Nachttopf übergibt.
Mehrere würgende Augenblicke später erhebt sich der Meister des Arkanen wieder und wirft einen glasigen Blick in den Raum. „Vielleicht sollten wir aufräumen Eve?“
Die Dämonin ringt nach Atem und wirft ebenfalls einen kurzen Blick in die Runde. „Vielleicht sollten wir die ganze Bude einfach niederbrennen und ein anderes Gasthaus beziehen Meister?“

Es vergeht einige Zeit, bis Lynch sich sauber genug fühlt um endlich seine Kleidung anzulegen. Er blickt ein letztes Mal in den Raum zurück. Nach einem kurzen Schaudern schlägt er schnell die Tür zu und entfernt sich hastig von dem von ihm gemieteten Zimmer. Heute würde er sicher nicht nochmal in diesem Raum übernachten.
Wie dem auch sei. Dies sollte ein Problem für einen späteren Zeitpunkt werden. Nun galt es schnellstmöglich auf den Markt zu kommen. Es war nur noch eine Frage von Tagen, bevor sein großer Plan in die Tat umgesetzt werden konnte und er musste die Geschichte noch weitererzählen.
Goar, Azlan, Lafeya, und all die anderen waren schon längst aus dem Gasthaus aufgebrochen um ihren eigenen Interessen zu frönen und würden erst heute Abend bei Sonnenuntergang wie vereinbart zurückkehren. Nur er, der noch immer irgendwie nach Ratte riechende Meister des Mystischen, hatte seinen Einsatz verpennt und musste sich nun sputen.
Wie war es damals noch gleich gewesen und was wollte er davon wirklich auf dem Markt berichten?
Während Lynch mit seinem prall gefüllten Rucksack zu seiner angestammten Kiste marschiert geht er nochmal die damaligen Ereignisse durch…

Noch immer befanden sie sich im Tempel des als Gott verehrten Dämons Geryon und bewunderten die prächtigen Formen der Natur, die mit Hilfe des Baums des Lebens in der dunklen Höhle gewachsen waren. Der nun tote untote Wächter lag zwischen Lafeya und Lynch… und Rikard der Schlächter hatte den chirurgischen Eingriff von Lynch nicht überlebt.
Nun galt es die Säcke hervor zu holen und alles einzupacken, was nicht niet- und nagelfest war. Natürlich tauchte zu dieser Gelegenheit auch der verloren geglaubte Azlan aus einem Geheimgang, der in die Wand eingelassen war, wieder auf. Während des flammenden Kampfes in der Krypta einen Tag zuvor, war er allem Anschein nach in eine Grube geschleudert worden und erst nach einer längeren Ohnmacht wieder zu sich gekommen um sich durch die Dunkelheit den Weg zurück zu der Gruppe zu suchen.
Nun waren sie also wenigstens wieder zu dritt.
Der Baum des Lebens war nach Lafeyas Einschätzung bereits in den letzten Zügen und hatte seine finale Kraft in einem einzelnen Samen konzentriert, den Azlan für die Druidin barg. Lynchs Vorschläge für die weitere Verwendung des Samens wurden leider allesamt von Lafeya abgeblockt, die den Samen wie ein Neugeborenes zu hüten begann und nicht einmal den hilfsbereiten Azlan einen weiteren Blick auf ihn werfen lies.
Nun galt es für die Eladrin Wasser des Lebens zu finden um den Baum wachsen zu lassen.

Wasser des Lebens… Lynch grinst kurz, als er durch die Straßen schlendert.
Die noch unerfahrene Druidin wollte mit dem Baum unbedingt ihren Wald retten, doch wusste sie bislang nicht genau wie sie dies anstellen sollte. Sie folgte einer Spur aus Brotkrumen, die von einem Unbekannten anscheinend ausgelegt wurde. Hinweis für Hinweis folgte sie Mythen in der Hoffnung, etwas Positives entstehen zu lassen. Alleine um das Ende dieser Bemühungen zu sehen, musste Lynch ihr weiter folgen… von den zahlreichen Versprechen und Schwüren mal ganz abgesehen.

Auf jeden Fall verging und verwelkte der Baum des Lebens zusehends, nachdem Azlan den faustgroßen Samen gepflückt und Lafeya übergeben hatte. Brennholz für das nächste Nachtlager zu finden gestaltete sich somit als sehr leicht. Azlan wurde auf den neusten Stand gebracht und nach einem ausgiebigen Nickerchen galt es nun zurück nach Silversprings zu reisen und Goar sowie Dalet einzusammeln. Es wurde langsam Zeit weiter gen Osten zu reisen.
In dieser letzten Nacht im Tempel von Geryon warf das Schicksal lange Schatten. Regenwolken zogen auf. Ein seltenes fast schon magisches Naturschauspiel, so dass sich die unerträgliche Wärme angenehm abschwächte. Allerdings litten auch Lynch und Lafeya unter einem magisch wirkenden Ereignis. Erneut suchten Träume die beiden heim. Eine blutrote Perle, von der eine große Menge Macht ausgeht. Lafeya träumte davon, dass sie wenn sie die Natur bewahrt die Perle zerstören würde und erzählte dies der kleinen Gruppe. Lynchs Traum über die Blutperle war… anders… fantastischer… und vollkommener. Natürlich musste Lynch die Kugel versuchen zu bewahren… so er sie überhaupt finden würde.
Kaum hatten sie ein mächtiges Relikt geborgen, wurden sie durch eine seltsame Macht auf die Spuren des nächsten Artefaktes gesetzt…. War dies vielleicht das Wirken Geryons?

Selbst nun in der Gegenwart muss Lynch bei dem Gedanken schmunzeln. Geryon…Pah! Als ob. Damals warfen diese Träume Lynch jedenfalls in ein mentales Ungleichgewicht. Auf jeden Fall wurde es Zeit den Tempel zu verlassen. Die Regenwolken hingen tief im Nordwesten an den Gebirgen und ein feiner Nebel legte sich über die morgendliche Landschaft, was ein Reisen im Tageslicht recht angenehm werden lies.
Grade außerhalb des Canyons wurde die Gruppe damals mit einem großen Unheil konfrontiert. Ein Unheil in der Form eines schwerbewaffneten und gut gerüsteten Barbaren namens Goar. Der Barbar hatte allem Anschein nach ebenfalls offenbarende Träume gehabt und sich damals aufgemacht um seinen Freunden gemeinsam mit dem elfischen Barden Dalet entgegen zu reisen. Der Halbgigant hatte wohl ein wenig eingekauft, denn er ritt damals nicht wie gewohnt auf einem Kank, sondern lies sich vom Wind in einem Wüstenkarren mit Segel vorantreiben.
Die Wiedersehensfeier gestaltete sich kurz, freundlich und sachlich. Es wurden Gedanken ausgetauscht, die Situation erfragt und Lynch brachte Goar auf den aktuellen Stand der Geschehnisse… natürlich inklusive der seltsamen Träume über magische blutrote Perlen.
Das nächste Ziel sollte nun Nibeney sein. Die Stadt an der Grenze des Halbmondwaldes und in unmittelbarer Nähe von Lafeyas Heimat. Die Druidin wollte unbedingt sich nach dem momentanen Stand der Lage des schwindenden Waldes erkundigen. Nun… es sollte ihr vergönnt sein.
Auf dem Weg in Richtung Westen wurde die Gruppe dann auf einen Schwarm Aasgeier aufmerksam, die in einem hohen Kreis um eine unbekannte Futterquelle flogen. Der verdurstete Kadaver gehörte allem Anschein nach einem Menschen in magischer Rüstung der Mitglied der Veiled Aliance war. Neben allerlei unbedeutendem Tand trug der Mann einen arkan versiegelten umfangreichen Spionagebericht bei sich.
Der Mann war laut dem Bericht in einer Räuberbande eingeschleust worden, die unter dem Befehl von „Jarnard dem Schädel“ steht. Das Areal der Räuberbande lag laut den Aufzeichnungen und Azlans Wissen über diese Bande, irgendwo zwischen Silversprings und der Nibeneystreet. Jarnard war allem Anschein nach ein von Schätzen besessener und mächtiger Magier, der vor Kurzem in einem uralten Schrein oder Tempel ein Artefakt geborgen hatte, welches nach den Aufzeichnungen des Spions, der Blutperle aus unseren Träumen sehr ähnlich war. Jarnard hatte die Blutperle nach den vorliegenden Aufzeichnungen in seine lebendige Festung mit dem Namen Slither gebracht. Eine Festung, die aus einem unheiligen Ritual mit zahlreichen Opfern hervorging. Auf dem Rücken der gigantischen Bestie hatte Jarnard Mauern errichtet und Türme aufgebaut. Die Geschichten, die Azlan der Gruppe wiedergab waren fantastisch und grausig. Jemand, der solches zu schaffen im Stande war, war eine mehr als angemessene Herausforderung für die frisch wieder zusammengefügte Gruppe. Dennoch, die Verlockung durch die Perle lies das Risiko es Wert erscheinen. Somit wurde die Reiseroute erneut überdacht. Nibeney würde warten müssen. Zunächst galt es nun Slither anhand der Aufzeichnungen des toten Spions zu finden und die Blutperle zu bekommen. Laut den Dokumenten sollte die damalige Gefahr gestellt zu werden gering sein. Jarnard hatte die meisten seiner Leute losgeschickt und nutzte die Ruhe um nahezu alleine in Slither die Geheimnisse des Artefakts zu studieren. Also eine perfekte Ausgangslage für eine kleine Gruppe wahnsinniger Abenteurer den mächtigen Mule zu bestehlen.

Die Entscheidung war schnell gefällt und so wurde Tag und Nacht marschiert. Die Reise dauerte damals anderthalb Tage und führte in die Nähe der Dragon Bowl, wo es zu einem wirklich wiederwertigen Kampf gegen einen Gajj und einem Anakore kam.
Inmitten der zweiten Reisenacht kam der kleine Trupp in der Nähe der gigantischen Festung an und späte im Schutz der Dunkelheit die Lage aus. Die Dokumente des Spions waren anscheinend stimmig gewesen. Es waren nur wenige Wächter zu sehen und so wurden Pläne geschmiedet ungesehen in die Festung zu gelangen, in den Turm mit der Nummer vier einzudringen, die Perle zu stehlen und unbemerkt wieder zu verschwinden.

Unter der Führung Azlans stahlen sich die vier Abenteuerer in die unmittelbare Nähe des gigantischen Monsters und in die Schtten der Burgzinnen auf seinem Rücken. Das Wesen war mehr als nur wiedernatürlich. Größer als zwanzig Mekilots und vom Körperbau eher an einen Skorpion erinnernd. Und mit Wehrgängen und Türmen ausgestattet.

Nun galt es in die Festung zu gelangen ohne von den patroulierenden Wächtern entdeckt zu werden. Hierbei zeigten Lafeya, Goar und Azlan die ihnen innewohnenden Talente und gelangten auf unterschiedlichsten Wegen problemlos in den Innenhof vor Turm Nummer vier. Lynch … nun… Lynch hatte es schwerer. Sein gesamtes Leben lang hatte er sich Mühe gegeben, die Fähigkeiten zu lernen, das Interesse der Leute auf sich selber zu bannen und nun, musste er genau das Gegenteil bewirken. Der Zauberer der Gruppe hatte somit naturgemäß schwere Probleme und wurde beinahe mehrmals von den Wachen bemerkt. Letztlich standen sie aber dennoch alle vor dem Eingang in Turm Nummer vier, in welchem sich die Blutperle befinden sollte… noch vollkommen unbemerkt.

Lynch blinzelt im hellen Tageslicht. Endlich war er auf dem Marktplatz angekommen. Die Leute begrüßen ihn mit Klatschen und einigen wenigen kritischen Worten zu seiner Pünktlichkeit, als er die Ärmel hochrollt, seinen Rucksack wegstellt und mit seiner Show beginnt.

Endlich wird es Abend. Der geschäftige Tag findet ein Ende und Lynch, der sich soeben sein Honorar von den Händlern auf dem Marktplatz abgeholt hat macht sich auf dem Weg zurück in das Gasthaus.
„Weißt du Eve,… Ich glaube ich hätte das Zeug zu einem Politiker oder einem Gildenfürsten.“
„Warum Meister? Weil ihr hinter dem Geld anderer Menschen hinterher seid, wie ein Kirr hinter dem Wüstenfuchs? Weil ihr euer Wohl über dass aller anderen stellt? Oder weil …“
„Nein! Weil ich es schaffe, den Menschen meine Geschichten glaubhaft zu verkaufen, sie damit sogar noch unterhalte und Geld verdiene. Meine größten Lügen werden mir von den Lippen als pures Gold abgekauft.“
Der kleine Dämon überlegt einen kurzen Augenblick. „Nein Meister. Für die Politik seid ihr nicht böse und korrupt genug… egal wie viel Mühe ihr euch gebt.“
Lynch will grade zu einem bissigen Kommentar ansetzen, als er um eine Hausecke tritt und einem flammenden Inferno gegenübersteht. Das Gasthaus, in welchem er heute Morgen erwachte steht lichterloh in Flammen und zahlreiche Bürger, deren Schemen sich scharf vor den orangen Flammen abheben, versuchen verzweifelt zu löschen.
„Äh Eve… haben wir die Öllampen gelöscht als wir das Haus verließen?“
„Keine Ahnung Meister, aber ich glaube das ist nun egal.“
Eine kleine Detonation lässt die lodernden Balken erbeben und in sich zusammenstürzen, als das Feuer den selbstdestillierten Schnaps im Keller des Hauses erreicht. In einem Sturm aus emporsteigenden Funken brechen die letzten zusammenhängenden Holzgerüste auseinander und verwandeln die Gaststätte in ein recht ansehnliches Lagerfeuer, welches wie irre zuckende Schatten in die nahen Straßen wirft.
„Ich glaube wir sollten den anderen sagen, dass wir ein neues Gasthaus brauchen Eve.“
„Ich glaube sie wissen es schon, aber sag es ihnen ruhig Meister. Sie stehen da vorne bei den Leuten mit den Sandeimern und versuchen verzweifelt den Brand einzudämmen, damit er nicht auf die anderen Häuser übergreift.“
Lynch steckt die Hände tief in seine Taschen und nähert sich durch die wild arbeitenden Menschen langsam und planend den Schemen seiner Mitreisenden. Bislang wusste er nicht, was er ihnen erzählen sollte. Nun ja, wenigstens brauchte er heute nicht mehr sein Zimmer aufzuräumen.

Unbemerkt von den abgelenkten Menschen in der Straße die nach wie vor mit dem Löschen beschäftigt sind, wendet sich eine unbekannte humanoide Gestalt von dem zum Feuer gehenden Menschen namens Lynch ab. Unter der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze der Gestalt im Zwielicht sieht man kurz ein scharfzahniges Lächeln aufblitzen als die Person sich tiefer in die Schatten zurückzieht und die Reste der vor Kurzem genutzten Pechgeschosse als auch Feuerstein und Stahl achtlos in den Unrat im Rinnstein der Straße fallen lässt.

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Vom einen Schlachtfeld zum übernächsten Schlachtfeld, welches wir fast nicht mehr verlassen hätten

Wow, ich weiß gar nicht so recht, was gerade passiert ist… das erklärt mir weder mein inzwischen ausgeprägter Abenteuersinn noch die Lehrstunden meines Meisters Elidrion. Und nach dem, was ich gerade erlebt habe, kann ich nur hoffen, dass sein Geist, wo auch immer er ist, den Geist der Natur nicht verärgert hat.
Und wieder einmal frage ich mich: Wie ist es eigentlich so weit gekommen, dass auch ich die Bekanntschaft des Geistes der Natur machen musste?
Bestimmt liegt alles an Azlan! Als wir uns soweit gesammelt, Lynch den Kopf gewaschen, und uns damit abgefunden hatten, dass Ou und Ki sich nicht mit unserem Überlebensstil anfreunden konnten und lieber in der Wüste verdursteten, stellten wir fest, dass sich auch Azlan, ohne ein Wort, davon geschlichen hatten. Wir fanden ihn nicht wieder und ehrlich gesagt kann ich mir auch im Nachhinein gar nicht erklären, warum wir nicht nach ihm suchten. Immerhin findet er alle nicht-magischen Fallen sehr zuverlässig.
Wahrscheinlich war die Gier bei Lynch zu groß und bei mir das Bestreben, so schnell wie möglich meinen Wald zu retten. Kolateralschaden wird in Kauf genommen.
Wir folgten dem Gang bis wir in einen Raum mit zwei Abzweigungen kamen. Es sah aus wie ein Arbeitszimmer. Doch die Bücher, die Lynch fand, waren nicht hilfreich. Am entgegen gesetzen Ende jedoch war ein sehr mysteriöser Nebel. Schnell war uns klar: Dorthinter ist das, was wir suchen. Wie auch immer es aussehen mag.
Doch so schnell ging es nicht. Wir trafen auf die Wächter dieses unbeschreiblichen Naturguts – untote Wächter, verbittert, gelangweilt und auf ewig verdammt, den Samen zu bewachen. Es war mir sofort klar, dass nur ich mit diesen naturliebenden Kreaturen kommunizieren konnte. Und so war es ausnahmsweise nicht Lynch, der das Wort führte, sondern ich. Mit unglaublich viel Feingefühl und großer Authentizität überzeugte ich die Wesen, dass auch wir für die Natur nur das Beste wollten. Lynch versuchte zwar, meine Bemühungen zunichte zu machen und quatschte ein paar Mal in meine Argumentation hinein, aber letztendlich gelang es uns, des Kampf zu entgehen und so unsere Kräfte zu schonen.
Wir folgten dem einen Weg und gelangten in eine Höhle voller Statuen. Unter der größten Statue, einem komischen Vogelwesen, lagen viele Silbermünzen, ein Dolch, von dem wir zunächst nur einen Griff sahen, und ein Steinquader, der auf jeden Fall einer der Schlüssel für die Nebeltür sein musste.
Wieder ist es mir, meinem Mut und meinen außergewöhnlichen Fähigkeiten zu verdanken, dass wir sowohl einen Großteil der Silbermünzen, als auch den Dolch, als auch den Schlüssel ohne einen großen Kampf sichern konnten. Als kleine Spinne schlich ich mich zur Statue und nachdem ich die Beute in meinen Beutel geschöffelt hatte, teleportierte ich mich wieder raus und scheute dabei keine Angriffe der ansonsten starren Statuen.
Im anderen Raum befand sich ebenfalls eine Statue. Sie sah eher aus wie ein Engel. Doch das war nicht alles, was sich in dem Raum befand: der Geist des sonst so aufweckten Lynch wurde vernebelt von einer Banshee-Gestalt, die ihm Glauben machte, sie sei eine alte Verflossene. Während Rikkard und ich uns also mit den Untoten rumschlugen, war Lynch total von Milly eingenommen und kämpfte nicht mit, sondern gegen uns. Ich hätte erwartet, dass es mehr bedürfe, um Lynchs Bewusstsein zu verändern. Was ich eigentlich schon längst wusste, wurde hier noch einmal deutlicher: es ist besser, mit Lynch zusammen für eine Sache zu kämpfen, als gegen ihn. Denn auch wenn er sich oft als Feigling aus den Kämpfen heraushält, wenn er kämpft, dann ist er stark. Das wird mich jedoch nicht davon abhalten, mich gegen ihn zu wenden, sollte es nötig sein, um meinen Wald zu retten.
Letztendlich gelang es uns doch auch, diesen Kampf zu bestehen und den zweiten Teil des Schlüssels für die Nebeltür zu bergen. Ich kann meine Ungeduld kaum bezwingen, doch die Vernunft rät mir, dass wir uns erst ausruhen müssen, bevor wir die Tür endlich öffnen und durchschreiten.
Als wir endlich soweit sind, hat sich jede Sekunde Warten gelohnt. Wir werden belohnt mit dem Anblick der vollkommensten Natur, die ich mir je vorstellen konnte. Saftige Blätter, grüne Ranken, eine Luftfeuchtigkeit, die alles noch viel lebendiger scheinen lässt. Ich fühle das Leben regelrecht pulsieren, es strömt, es fließt in jedem grünen Grashalm, in jeder Ader jedes Blattes, das sich in dem wunderbaren Biotop hinter der Tür befindet. Mein natürlicher Instinkt lässt mich auch gleich die Quelle dieses Reichtums ausfindig machen. Ich sehe den unbeschreiblichen Samen eines Lebensbaumes. Ich kann mich nicht mehr halten und will mich darauf stürzen.
Doch wir werden aufgehalten – von Avor, der seinerzeit den Samen an seine jetzigen Platz brachte. Doch Avor ist nicht allein, er hat Unterstützung von ich weiß nicht wie vielen untoten Lakeinen. Schnell wird klar, dass dies der heftigste unserer Kämpfe wird. Wir sind nur zu dritt und haben mindestens eine doppelte Übermacht gegen uns. Doch unser Wille zu überleben wird von dem grünen Anblick noch einmal bestärkt. Wir kämpfen hart und erbarmungslos, doch letztendlich müssen wir einsehen, dass wir keine Chance haben. Aufgeben gibt es nicht. Ich kämpfe und kämpfe, ich falle, werde ohnmächtig, werde wieder wach, kämpfe weiter und taumle erneut. Diesmal ist keiner da, um mich zu retten und ich drifte ab, mache mich auf den Weg in die ewige jenseitige Natur, hoffe, dass es dort so grün ist, wie der Ort, an dem ich sterbe, denke an meine Eltern und frage mich, ob ich sie wohl bald wieder sehe, sehe vor meinem geistigen Auge nochmal den Halbmond-Wald und bedaure, dass auch ich ihn nicht retten konnte, bedaure, dass es jetzt wohl keine Rettung mehr gibt, fühle einen Augenblick eine unglaubliche Schwere und dann plötzlich bin ich wieder ganz leicht. Ich schwebe, entferne mich von den weltlichen Schmerzen und Leiden und will gerade das ewige Grün erreichen….
Da werde ich zurückgehalten! Ich begegne dem Geist der Natur. Und er macht mir ein Angebot: Ich darf zurück in die Welt und versuchen, meinen Wald zu retten. Ich bekomme eine zweite Chance. Und die Aufgabe, das zu beenden, wozu ich losgezogen bin. Erst sträube ich mich. Ich hatte schon dieses leichte Gefühl gespürt. Ich will es wieder spüren. Ich erwäge ernsthaft, weiter zu ziehen und mich nicht mehr mit weltlichen Problemen herumzuschlagen. Doch die Liebe zu meinem Volk ist zu groß. Ich nehme das Angebot des Geistes der Natur an. Doch ich frage ich, ob es einen Haken an der Sache gibt. Mehrmals. Eindringlich. Nach meinen Erfahrungen in Athas gibt es nichts umsonst. Doch es scheint anders zu sein in dieser Zwischenwelt. Auch wenn mir der Geist nicht sehr sympatisch ist, will er anscheinend keine Gegenleistung. Also beschließe ich, zurück zu kehren. Und ich beschließe, dass ich genauso schnell die lebendige Welt wieder verlassen werde, wenn sich heraus stellt, dass ich einen faulen Kompromiss eingegangen bin….
Und ich bin zurück.
Wir bekämpfen Avon und sind endlich erfolgreich. Auch Rikkard geht zu Boden. Aber wir siegen und so denke ich mir, Lynch, der sich neben ihm niederkniet, wird ihm schon helfen.
Ich gehe in die Knie und horche in mich hinein, horche in meine Umgebung, fühle die Energie des Baum des Lebens. Ich atme tief ein und, spüre das Leben nicht nur, ich rieche es auch. Ich atme noch einmal tief durch. Langsam beruhigt sich mein Puls, ich komme zur Ruhe, ich fühle mich, als würde ich aus einem Rausch erwachen. Ich fühle…. Schmerz, Verwirrung, Erschöpfung, Siegestrunkenheit, Stolz, den Drang weiter zu ziehen. Ich fühle mich… wie immer…. fast….. nein, ich fühle auch etwas anderes…. ich fühle…… mich anders.

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