Athas

Welcome to your Adventure Log!
A blog for your campaign

Every campaign gets an Adventure Log, a blog for your adventures!

While the wiki is great for organizing your campaign world, it’s not the best way to chronicle your adventures. For that purpose, you need a blog!

The Adventure Log will allow you to chronologically order the happenings of your campaign. It serves as the record of what has passed. After each gaming session, come to the Adventure Log and write up what happened. In time, it will grow into a great story!

Best of all, each Adventure Log post is also a wiki page! You can link back and forth with your wiki, characters, and so forth as you wish.

One final tip: Before you jump in and try to write up the entire history for your campaign, take a deep breath. Rather than spending days writing and getting exhausted, I would suggest writing a quick “Story So Far” with only a summary. Then, get back to gaming! Grow your Adventure Log over time, rather than all at once.

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Prolog
Resume´ eines Wahnsinnigen

Auf einem überfüllten Marktplatz drängen sich die Menschen aneinander vorbei. Eine Vielzahl an Buden, Bauchläden, kleinen Geschäften und reisenden Händlern bieten ihre Ware der bunten Menge an Bürgern an und ringen um die Aufmerksamkeit der eventuellen Kunden.
Last- und Nutztiere stechen aus der Menge hervor wie Gebirge und ein Geruch von Leder, Gewürzen, gebratenem Fleisch und den Ausdünstungen von tausenden Wesen schwängert die Luft.

Inmitten der zahlreichen Händler am Rand des Marktes befindet sich aber auch eine Person die anscheinend eine andere Ware an die Besucher des Marktes abtreten möchte. Ein etwa 30 jähriger Mann in wettergegerbter Lederkleidung steht umringt von einigen Schaulustigen auf einer Kiste, hebt die Arme und spricht mit einer tragenden und gewandt wirkenden Stimme zu seinen Zuhörern:

„Meine sehr geehrten Ladys und Gentlemen. Freundliche Jungen und bezaubernden Mädchen. Ihr mächtigen Drakoner und stolzen Thri-Kreen.“
Der Mann setzt ein freundliches Lächeln auf und seine sich angesprochen fühlenden Zuhörer warten nach seiner Begrüßung gebannt auf das was nun kommt. Sie sehen keine Ware, die der Mann verkaufen will. Vielleicht will er etwas, was sich noch in der Kiste befindet verkaufen. Die Ungewissheit fesselt jedenfalls das Interesse der meisten Personen.

Der Mann springt von der Kiste herab stellt sich vor die Leute und beginnt erneut mit seiner charismatischen Stimme zu werben.
„Ihr habt es euch verdient, wenn auch nur kurz, all eure Sorgen zu vergessen und euch Zerstreuung zu Gute kommen zu lassen von dem trüben und farblosen Alltag. Und da es euer gutes Recht ist unterhalten zu werden kostet euch dies natürlich nur eine Kleinigkeit.“
Ein Murren geht durch die Menge und die ersten Personen wenden sich ab.
„Es wird euch eure Aufmerksamkeit und natürlich ein wenig eurer Zeit kosten. Und diejenigen, denen es auf der Seele brennt, wird es frei stehen, dem Künstler nach der Aufführung ein wenig Beifall zu zollen oder ihn ja zu bejubeln.“
Die Personen in der Menge beginnen zu Grinsen. Kostenfreie Unterhaltung ist ein gern gesehener aber seltener Gast heutzutage und so bleibt ein Großteil der Menge stehen und lauscht weiter. Es ist nicht viel für eine Show zu sehen. Wird die Person jonglieren oder Tricks vorführen? Die zahlreichen Messer, die er an seiner Kleidung befestigt hat, könnten aber auch ein Zeichen dafür sein, dass er mit diesen Kunststücke vollbringen wird.

„Ich nehme es mir heraus, ihr edlen Leute, mich euch vorstellen zu dürfen. Mein Name ist Lynch. Und ich möchte euch eine absolut faszinierende und wundersame Welt näherbringen. Eine Welt, der nur von unserer Imagination Grenzen gesetzt sind. Und alles was ich dazu benötige befindet sich hier…, hier… und hier.“
Lynch deutet an seine Schläfe, dann auf die Kiste und dann wuschelt er lächelnd durch das Haupthaar eines jungen aufgeweckt wirkenden Menschenjungens.
„Allerdings muss ich euch leider eingestehen, dass meiner Gabe Grenzen und Limitierungen gesetzt sind. Ich kann leider immer nur zwei Dutzend Leute von euch in Begeisterung versetzen und mit Geschichten voller Fantasie unterhalten. Geschichten wie sie nur das Leben erfinden kann. Abenteuer und Kämpfe, Lustiges und Lehrreiches, Tragisches und Trauriges, Triumpf und Jubel und natürlich auch die Welt die sich unserer normalen Wahrnehmung entzieht. Mit all jenem werdet ihr von mir unterhalten werden. Ich werde eine kleine Bühne erschaffen und euch in dieser Arena auf der Kiste Wunder zeigen, von denen ihr bislang nicht einmal zu träumen gewagt habt.“

Lynch tätschelt auf die Kiste und im Geist der Personen in seiner unmittelbaren Nähe entsteht auf dem Kistendeckel ein kleines Amphitheater in welchem sich kleine Personen bewegen und eine Bühne aufbauen.
„Nichts von dem was ihr bei mir sehen werdet wird mehr Substanz als ein Traum haben. Genauso wenig wird Magie in meinen Aufführungen verwendet werden, aber dennoch verspreche ich euch mystische und wundervolle Unterhaltung, die euch fesseln wird.
All jene, die ich leider mit meiner Gabe im Moment nicht erreichen kann, sei aber Erleichterung versprochen. Ich werde die Vorführung den Tag über hindurch immer wieder so oft wiederholen, wie sich ein begeistertes und freundliches Publikum findet. Und fürchtet nun nicht Stunden über Stunden auf eine neue Vorführung warten zu müssen. Meine Geschichten werden euch zwar fesseln, aber nicht eine Ewigkeit binden. Eine meiner Geschichten dauert in etwa so lange wie ein Einkauf bei Lerana, die wunderbare Tücher feilbietet, ein kleiner Imbiss bei Trek, der sich darauf versteht die besten Stücke Fleisch und Gemüse mit seinen Gewürzen zu veredeln, ein Bummel an Fangs und Witchets Rüstungs- und Waffenstand, ein Besuch an Gucks Süßwarenzelt, ein erfrischendes Getränk von Flo`s Geschäft dort drüben zu trinken oder ein Blick in die Auslage von Evylins Schmuck- und Krämerstand werfen. Ihr müsst also nicht weit umherwandern um die Zeit zu überbrücken. Bleibt in der Nähe und verpasst, so ihr dies wünscht, nicht den Beginn der nächsten Vorstellung.“

Die genannten nahe stehenden Händler lächeln beim Nennen ihrer Namen verlegen und freundlich der sich ihnen zuwendenden Menge zu. Als ob sie den charmanten Werber nun erst wirklich wahrnehmen würden. Einige der Personen in der Menge setzen ein wissendes Lächeln auf. Deswegen bietet der Unterhalter seine Dienste also ohne finanzielle Gegenleistung seitens der Besucher zum Besten. Aber ihnen soll es recht sein.

„Da ich euch, meine geliebten Spectatores, aber nicht mit meiner ewig sich wiederholenden Vorstellung langweilen möchte, werde ich jeden Tag eine neue Aufführung darbieten. Jeden Tag einen Teil eines Heldenzyklus wie er in den alten Legenden unserer Vorfahren Bestand hatte. Jeden Tag eine neue Episode voller Mystik, Spannung, Kurzweil und Abenteuer. Lasst euch von mir an Orte führen, die die mutigsten Karawanenführer scheuen. An Zeiten bringen, die vor langer Zeit waren oder in der Zukunft unserer Gedanken liegen. Macht Bekanntschaft mit Personen aus Legenden und Geschichten. Seht Helden zu und werdet Augenzeugen wie Mut, Glück und Eifer das Angesicht der Welt ändert.
Ich werde jeden Tag aufs Neue hier sein und auf euch und eure aufmerksamen Augen warten. Natürlich ist ein jeder von euch auch eingeladen meine Vorstellung auch mehrmals täglich zu besuchen. Doch möchte ich euch alle darum bitten, all jenen auch die Chance zu geben, die an diesem Tag noch nicht die Chance hatten an meinen Geschichten teil zu haben und mir zu applaudieren.“

Lynch stellt sich nun hinter die Kiste, geht in die Hocke und beginnt mit einer leicht erbosten Stimme sich selbst zu kritisieren.
„Aber warum halte ich euch alle so lange bei der Stange edle Spectatores? Es wird höchste Zeit zu beginnen. Mit dem Auftakt, dem so genannten Prolog der großen Geschichte. Sammelt euch vor meinem winzigen Theater und lasst euch entführen. Meine kleinen Helfer sollten inzwischen den Aufbau der Bühne beendet haben… Also beginnen wir mit unserem Stück. Und all ihr anderen verlauft euch nicht auf dem weiträumigen Markt. Die nächste Veranstaltung beginnt in Kürze. Doch nun, schauen wir was sich auf der Bühne tut…“

Lynch geht hinter der Kiste in die Hocke und blickt in das Publikum welches sich gebannt eingefunden hat und auf den Deckel der Kiste starrt, auf welche er mit Hilfe seines psychischen Talentes das kleine Theater projiziert in dem nun die eigentliche Aufführung begleitet von Lynchs tragender Erzählstimme beginnt.

Der Vorhang hebt sich und eine wunderschöne Oase ist zu sehen. Grünes Land, Wasser, grasende und trinkende Tiere und natürlich Menschen, die in dieser freundlichen Umgebung umhergehen.
„Einst war das Land Athas in welchem wir leben so weit das Auge blicken konnte fruchtbar. Wasser ergoss sich so natürlich über das Land, wie wir nun von Wüsten umgeben sind.“

Das Bild auf der Bühne ändert sich. Die Personen kämpfen miteinander und Magier entfesseln Zauber die das Land in Brand setzen.
„Dann kam die Finsternis über das Land. Ein Krieg entbrannte und in dem einsetzenden roten Zeitalter ging das Land in Flammen unter.“

Der Horizont des kleinen Bühnenbildes beginnt sich nun begleitend durch Lynchs Worte langsam zu verändern.
„Dann veränderten sich die Gestirne. Aus der Lebensspendenden Sonne wurde durch den rücksichtslosen Gebrauch von Magie ein monströserer Feuerball der das ohnehin brennende Land verdorren lies. Aus Feldern wurden Wüsten und während die Wälder in Flammen untergingen, verdampfte die Hitze der Sonne das Meer.“

In dem kleinen Theater entstehen und zerfallen nun riesige und wunderschöne Städte mit Palästen, hohen Türmen und Parkanlagen.
„Königreiche die in ihrer vollen Blüte standen wurden vom Krieg und dem Wandel der Welt in die Tiefe gerissen, zerstört und vergessen.“

Aus der Wüste die sich nun im Theater zeigt beginnen sich Skorpione heraus zu graben, die im Maßstab etwa der Größe von fünf Menschen haben. Tentakel schieben sich aus dem Schlickmoor, welches der ehemalige Ozean hinterließ und drachenähnliche Wesen erheben sich in den Himmel.
„Aus der Wüste, getrieben durch ihren Hunger und ihrer Mordlust, tauchten Monster auf um die wenigen Leute denen es gelungen war sich zu retten, zu plagen.“

Nun gesellt sich zu den Monstern auf dem Kistendeckel auch eine Gruppe von Personen, die die arbeitenden Menschen überfällt, ausraubt und tötet.
„Doch der schlimmste Feind waren nicht die Monster aus der Wüste. Raider, Menschen die aus dem Leid anderer, Profit für sich schlugen begannen Karawanen, Städte, Handelsposten und Forts zu überfallen und töteten um selber am Leben zu bleiben.

Anstelle von Mord und Tod, zeigen sich nun kleine Städte und Kommunen, die Lynch auf seinen Reisen besuchte und die vor Leben nur so wimmeln.
„Doch wie das mit dem Leben so ist. Es vergeht nicht so einfach. Es passte sich an und sammelte sich in Oasen. Orten umgeben von feindseeligen Wüsten, die den Überlebenden einen Platz zum Rückzug boten. Hier entstanden neue Städte und Orte an denen das Leben fluorierte.“

Spielende Kinder und hart arbeitende Bevölkerung tauchen nun in dem kleinen Theater auf.
„Es wurde gelebt…“

Nun sieht man einen belebten und wunderschönen Marktplatz.
„…Es wurde gehandelt…“

Jetzt treten zwei Personen in den Fokus der Arena und werden schärfer während das restliche Bild unscharf wird und verblasst. Eine junge Frau und ein junger Mann nähern sich, blicken sich tief in die Augen und küssen sich leidenschaftlich.
„… Und es wurde sich geliebt.“

Nun sieht man rotglimmende Augen unter den Sanddünen vor einer Stadt.
„Aber immer noch wandeln die Monster von einst vor den Städten umher und durchstreifen die Wüste.“

Mehrere Personen treten nun nacheinander in der kleinen Arena auf. Ihrer Ausrüstung, ihres Verhaltens und ihrer Kleidung nach handelt es sich um Abenteurer und Templer.
„Allerdings gibt es tapfere Männer und Frauen, die mit all ihrer Kraft dafür kämpfen, dass wir alle sicher in unserer neuen Welt leben können.“

Langsam verblassen die aufgereihten Helden auf Lynchs kleiner Bühne bis nur noch eine Person als scharfer Umriss zu sehen ist.
„Und unter diesen tapferen Personen findet man gelegentlich auch einen solchen der sucht. …“

„Es gibt einzelne die ein Land hinter der Wüste suchen. Einen Ort an denen Graß, grüne treibenden Bäume, Flüsse und Seen existieren. Ein Fleck Natur, der bereit ist zu schenken, Sicherheit bietet und das rote Zeitalter vollkommen unbeschadet überstanden hat. … Das grüne Land aus den Legenden, welches sich jenseits des endlosen Sandes und hinter den spitzesten Gebirgen befindet.“
Der Schattenriss der Person wandelt durch die Wüste und über Bergkämme, bevor sie letztlich durch einen dichten Nebel tritt und einer Landschaft gegenübertritt, die der utopischen Oase vom Beginn der Vorstellung von Lynch ähnelt.

„Und die Geschichte eines dieser Suchenden möchte ich euch in den kommenden Tagen näher bringen.“
Die Person die mit dem Rücken zu den Zuschauern steht wendet sich langsam um, gewinnt an Schärfe und wird größer. Nun erkennen auch die Zuschauer Lynchs Gesicht, der sie von der kleinen Bühne aus anblickt und freundlich zuzwinkert.

Nun lässt Lynch den Vorhang fallen. Das Stück ist beendet und die Menge applaudiert ihm begeistert. Viele der Herumstehenden Personen, die sich außerhalb von Lynchs Talent befunden haben, wirken verwirrt über die ausschweifenden Gefühlsausbrüche einzelner Personen, die sich die Aufführung angesehen haben. Allerdings ist die Neugierde geweckt und so verbringt Lynch den gesamten Nachmittag damit immer wieder seine kleine Geschichte vorzutragen.

Am frühen Abend beendet Lynch nun dann aber mit dem Wechsel des Publikums die Vorstellung für den Tag. Mit dem langsamen Einbrechen der Nacht werden sich nicht nur die Besucher des Marktes verändern, sondern auch andere Waren werden von anderen Händlern feilgeboten werden. Und da diese sich nicht bemüht hatten Lynch als Zuschauermagnet zu erwerben, wäre es nach Lynchs Einschätzung eine reine Ungerechtigkeit, wenn er weiter Personen an diesen Ort ziehen würde. Außerdem galt es sich auf den nächsten Tag vorzubereiten. Die Meute war nun angefüttert und neugierig auf mehr.
Also geht Lynch nun zu den sieben Händlern, die beginnen ihre Läden für die Nacht zu schließen und sammelt die ihm versprochenen Münzen ein. Das Geld würde sicher nicht reichen um die Kosten für das neue Ritual zu decken, welches er auf dem Schwarzmarkt erwerben will, aber es würde sicherlich reichen um ihm und den anderen aus seiner Gruppe heute einen angenehmen Platz zum Schlafen, ausreichend zu Essen und sicher auch genug zu trinken zu finanzieren. Und wenn Goar es nicht wieder übertrieb würde durch das zusätzlich eingenommene Trinkgeld der Menge eine nette Summe für ihn übrig bleiben.

Lynch wendet nach einigen freundlichen Worten dem Marktplatz bis morgen den Rücken zu und wandert zu einem leicht erhöhten Winkel des Marktplatzes, von dem aus man seine Kiste und die zahlreichen Wege auf den Marktplatz gut einsehen kann. Aus den Schatten tritt ein riesiger Goliath hervor und ragt wie ein Gebirgsmassiv unmittelbar vor Lynch auf.

„Deine Vorstellung war scheiße und langweilig.“

„Danke für die konstruktive Kritik Goar. Nun wenigstens bekommen wir auf diese Weise ein wenig Geld und können die Zeit in der wir auf Kaylin warten überbrücken. Nebenbei bemerkt: Die ersten Runden in der Kneipe gehen heute auf mich. Die Leute fressen mir aus der Hand und die Händler sind mehr als dankbar“

„Trotzdem war dein Auftritt lahm Lynch. Deine Jongliernummer war um Längen besser.“

„Du meinst die mit den brennenden Äxten?“

„Jo, die hatte Stil.“

„Und war genau so lange lustig, bis einer der Zuschauer auf den Gedanken kam, seine eigene wirkliche Axt dazu zuwerfen.“

„Gerade das fand ich ja so toll. Egal Kleiner. Du hast das Geld und auch wenn du wohl noch nicht die Informationen aus den Händlern quetschen konntest, die du unbedingt haben wolltest, denke ich es wird Zeit Krik-Krak von seinem Aussichtsposten im Süden zu holen und uns mit den anderen zu treffen.“

Beide Gestalten gehen gemeinsam in Richtung des südlichen Endes des Marktplatzes.

„Weisst du Lynch? Ich fand der Anblick deiner panikerfüllten Augen als du die Axt damals fallen liest und sie nur um Haaresbreite dein Gemächt verfehlte wirklich spektakulär… in dieser Form der Unterhaltung liegt das wahre Geld.“

„Ich hasse Kritik an meiner Kunst….“

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Goar`s Gedanken Teil1

An einem Ort mit erhöhter Aussicht etwas abseits vom Markt schaut sich Goar das Treiben auf dem Markt an. Dabei beobachtet er besonders was Lynch macht und ob irgendwo Templer oder andere ungeliebte Gäste auftauchen. Als Lynch mit seiner Show beginnt fängt auch Goar an sich über die schon etwas länger zurück liegenden Anfängen dieser merkwürdigen Freundschaft seine Gedanken zumachen.

Dies sind seine Gedanken:

Es gibt Tage im Leben die möchte man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen. Diese schienen solche zu werden. Dabei fing alles ganz normal an. Ich konnte mich damals mit dem Anführer der Elfenkarawane einigen: Die 3 Chitinpanzer die ich von Crummok bekommen hatte gegen Wasser und 2 Dolche. Außerdem würde ich mit der Karawane als Wächter reisen. Normale Bezahlung, Essen und einen Platz auf den Wagen den keiner freiwillig haben wollte. Elfen und ihr Tick unbedingt durch die Wüste rennen zu wollen.

Die ersten Tage schienen langweilig zu werden. Doch dann kam das Schicksal in Form von Wüstenbanditen. Zuerst sah es so aus als würden nur 15 Banditen einen der hinteren Kanks angreifen. Als die meisten Wächter nach hinten geeilt waren um die Angreifer abzuwehren, griffen von vorne und den Seiten die anderen Banditen an. Der Geist des Rage Drake verstärkte meine Wut sofort um die Gegner zurückzutreiben. Dann… nur noch Fragmente des Kampfes. Ich kann mich an nichts mehr erinnern.

Wache total zerschlagen in einem Raum aus Holz aus. Wirklich zerschlagen. Ich komme mir vor als wäre eine Herde Kanks über mich gerannt. Meine Waffen, meine Rüstung weg. Dafür verschnürt wie ein Festtagsbraten. Gefangen.

Seit einer Woche bin ich nun in diesem Holzkasten gefangen. Immer nur Tür auf, Essen rein, Fesseln überprüfen und ein paar Beschimpfungen. Was für ein Service. Naja in den letzten Umläufen habe ich einige merkwürdige Auslegungen von Gastfreundschaft kennen gelernt.
Und als ich gerade kurz davor war den nächsten Wächter einfach anzufallen, nur damit endlich mal was anderes passiert als immer der gleiche Trott, schmeißen meine Gastgeber innerhalb kurzer Zeit 3 andere fast komplett nackte Gefangene in meine Luxussuite.

Damals dachte ich noch: endlich ein Freizeitprogramm. Eine Elfe mit merkwürdigen Augen. Ein kleiner Halbling. Und als letztes ein Mensch. Zuerst war es mir zu langweilig nun habe ich 3 Mitgefangene, die nicht den Mund halten können. Erzählten alle ihre Lebensgeschichte und meinten sogar es würde mich tatsächlich interessieren. Der Halbling und das Langohr erzählten die ganze Zeit etwas von Wäldern und Flüssen und dass man diese Gegenden bewahren muss. Außerdem dass man im Einklang mit den Geistern leben soll. Keine Bäume fällen sondern auf Geschenke der Bäume warten muss. Naja wenigstens ist den beiden die Natur und der Wille der Geister wichtig dachte ich mir. Ich konnte damals wie heute nichts mit dieser Einstellung anfangen. Natürlich muss man auf dem Weg der Geister durch diese Welt gehen. Die Geister zeigen uns wie man mit der Natur lebt ohne alles zu vernichten.
Aber die Natur und Geister der Welt sind wild, stark, weise und müssen nicht wie kleine Kinder beschützt werden. Sondern eher müssen die Lebewesen lernen mit ihnen zu leben, da die Geister ewig sind. Sie überleben die kleinen Streitereien der Sterblichen.

Die drei hielten mich damals für etwas dumm und leicht zu manipulieren, das merkte ich.

Nachdem auch ich meine Geschichte erzählt habe fing der Blick des Langohrs langsam an klarer zu werden und ihr fiel ein, dass sie sich der Fesseln erledigen konnte. Sie verwandelte sich in einen Sandhummer und befreite uns von unseren Fesseln. Im dritten Anlauf ging ich auch einfach mit der Tür in den Flur des Wüstenschiffes, welches unser Sklavenheim damals war. Langes Rumsitzen war noch nie gut für mich.

Das Wüstenschiff wurde damals von einem Stamm Elfen angegriffen. Wir fanden zwar Wasser und Waffen aber leider nicht unsere damalige Ausrüstung.
Aber die gefundene Obsidianaxt war ein guter Ersatz für meine alte Steinaxt mit Knochenschaft.
Die Elfen waren echte langohrige Arschlöcher. Die hatten echt den Flur und die Küche in Brand gesteckt während wir noch drin waren.

Als wir vom Wüstenschiff gingen zeigte Lafeya wie unglaublich naiv sie war. Naja Lynch war auch nicht besser. Die zwei hatten versucht den Elfenhäuptling zu überreden uns mitzunehmen. Natürlich hat es nicht wirklich funktioniert.

Auf dem Weg durch die Elfen sahen wir einen komplett vernichteten Flecken Erde, sie hatten wohl die gesamte Energie des Landes für einen Zauber gegen das Schiff verschwendet. So ein Werk gefällt den Geistern nicht, weil die Elfen nur vernichten wollten, nichts retten, nichts erschaffen sondern einfach nur vernichten.

Wir folgten den Elfen in einigem Abstand und nach einigen Stunden war damals eine Gruppe so weit zurück gefallen, dass man sie Angreifen konnte ohne den Rest des Stammen auf sich aufmerksam zumachen. Wir ergriffen unsere Chance und schlachteten die halbe Gruppe ab. Der Rest flüchtete in die Weite der Wüste. Während des Kampfes zeigte Lafeya das sie zwar naiv aber mutig ist. Yi`are erreichte erst die Kämpfenden als die Elfen am flüchten waren. Naja wenigstens stoppte er den Kank bevor er auch abhauen konnte. Lynch zauberte aus sicherer Entfernung auf die Elfen. Naja einige Sachen sind heute noch so wie damals.

Den Geistern gefiel es, dass wir einige Elfen als Strafe für die Schändung der Natur getötet hatten. Ich spürte damals, dass die Geister wohlwollend auf unsere Tat schauten. Ich spürte wie die Stärke der Natur auf mich als Belohnung über ging.

Auf dem Dach:

Goar hört auf über die Vergangenheit nachzudenken als Yi`are sich leise auf das Dach schleicht.
„Yi´are ich weiß das du da bist. Komm da weg bevor dich einer sieht!!! Naja die Menschen in dieser Stadt schauen zwar immer nach unten auf den Boden aber man weiß ja nie. Schau dir da unten unseren verwirrend verrückten Künstler, mit der leeren Kisten und den dutzend leichtgläubigen Bekloppten an.“

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Lynch gibt sich die Ehre...
Die zweite Aufführung

Ein wenig Bratensaft läuft aus dem Mundwinkel, rinnt am Kinn herab und verschwindet in dem Dreitagebart, der einen lächelnden Mund umgibt in dem so eben der letzte Bissen eines ansehnlichen Mahls verschwunden ist.

„Mmmh. Das war lecker Trek.“
„Schön zu hören Lynch. Man tut was man kann.“
Der Halbling reibt sich ein wenig Schweiß von der Stirn und wendet sich den Spießen zu, die langsam über den Flammen garen.
Lynch streicht sich übers Kinn und säubert so gut es ihm möglich ist sein Gesicht.
„Ich weiß, dass ich es bereuen werde Trek. …Aber sag mal, was war das grade für ein schmackhaftes Tier?“
„Was du da in dich rein geschlungen hast, war die gegrillte Amphisdrüse eines Galekflüglers.“
Lynch guckt skeptisch
„Was für ne Drüse?… Ach ich wußte ich hätte nicht fragen sollen. Was schulde ich dir mein halbgroßer Freund?“
„Behalt deine Münzen. Deine Show hat mir gestern den doppelten Umsatz beschert. Und außerdem… ist mir dein Essen eh auf den Boden gefallen.“
„Ach deswegen die knusprige Kruste?“
Beide lächeln sich an und geben sich die Hand zum Abschied.

Lynch wendet sich von Treks Imbissstand ab und der auf ihn wartende kleine Gruppe von Besuchern zu, die bereits vor seinem Kistentheater Platz genommen haben.
„Sehr geehrte Spectatores, hochverehrtes Publikum, all ihr, die ihr mir die Ehre gebt euch unterhalten zu dürfen. Bitte verzeiht mir den unglaublichen Fauxpas die edelsten Personen auf dem Marktplatz warten zu lassen, doch die vorzüglichen Gerüche von Treks Köstlichkeiten hielten mich armen hungernden Künstler gefangen.“
An diesem Punkt muss Lynch kurz schmunzeln. Yi´are und Lafeya sollten momentan gerade damit beschäftigt sein, die Schmiergelder in der Stadt unter das Volk zu bringen und somit einen fruchtbaren Boden für spätere Operationen in diesem Ort vorzubereiten.

„Also werde ich mich nun sputen euch über das vor so vielen Sonnen Geschehene in Kenntnis zu setzen und euch von dem Beginn des Abenteuers zu berichten, dessen Ende nichts mehr als eine in Sand gemalte Markierung ist, veränderlich, verschwimmend und alles andere als sicher.“
Lynch wendet seine Gabe an und lässt vor den Augen der begeisterten Besucher erneut sein kleines Theater entstehen. Nachdem die ersten gemurmelten Überlegungen der neuen Besucher von den anderen Zuschauern mit lauten „PSST!“ –Lauten beendet wurden beginnt Lynch mit seiner Geschichte und lässt dazu immer wieder passende Bilder auf der umgeworfenen Kiste entstehen, welche im Nu das Publikum fesseln.

„Oh ihr edlen Besitzer von Ohren, die das Glück haben mich vernehmen zu können. Ihr alle wisst, dass Geschichten im Wüstensand in der Regel tragisch enden. Tot, Schmerz, Verlust und all jene ungebetenen Besucher, die unsere Leben ausdörren wie die brennende Sonne das Land, lauern im Sand vor den Stadttoren. Doch da meine Geschichte noch keine Ende besitzt, werden wir den Anfang leider tragisch gestalten müssen.“
Lynch beobachtet die Mienen der Menge vor ihm und schenkt ihnen ein aufmunterndes Lächeln.
„Aber bitte lasst euch hiervon nicht in Missmut versetzen. Tragik und Komik liegen dicht beieinander. Und was einst zum Weinen war, soll euch nun zur Erbauung dienen.
Diejenigen, von denen meine Geschichte heute handeln wird sind vier tapfere Seelen, die in den unendlichen Dünen der Wüste zueinander fanden.

Ein Halbling namens Yi´are. Nicht groß in Gestalt, aber gewaltig in seinem Herzen. Ein Verfechter der Natur, von weit jenseits der Berge aus einem Land in dem alles Grün und lebendig ist. Genötigt worden als Sklave sein Leben in den Mienen und Stollen verlieren zu müssen, zerschlug er seine Ketten und entkam seinem Schiksal auf gewagte Weise, nur um wenig später sich in den Fängen von Sklavenhändlern wieder zu finden.

Lafeya, eine Eladrin, deren Anmut und Schönheit nur durch ihre Naivität übertroffen wird. Geboren und aufgewachsen in einer Enklave und mit dem Wasser vieler Welten genährt, zog sie aus um für die Sicherheit und den Fortbestand ihrer Familie und ihres Volkes tapfer einzustehen. Ohne je zuvor die endlosen Dünen bereist zu haben, zog sie aus zu einer gewagten Reise mit unsicherem Ausgang. Und nachdem der grausame Wüstensand und die, die ihn durchstreifen, ihr alles genommen hatten wurde sie von zwielichtigen Gesellen aufgegriffen, die ihre Schönheit für einen Kelch Wasser an den Nächstzahlungsbereiten verkaufen wollten.

Der dritte der Helden meines Epos ist ein wahrlich groß…“
Lynch hebt seine Arme so hoch er kann
„…-artiger Charakter. Lasst mich euch berichten von Goar, einem Halbgiganten aus den Giantmountains weit im Süden. Auch er wurde von der Tragik übermannt und aus einem schönen Leben heraus in die Wirren der endlosen Dünen gerissen. Er verlor seine Familie, sein Dorf, und all sein Habe durch das Tun der Schatten, die die Wüste durchreisen. Er traf in der Asche seiner Heimat einen zwielichtigen Eremiten und verbrachte Jahre mit diesem in einer Höhle. Überlegt euch nur wie grausam es sein muss als gebiergsgroße Gestalt gegenüber den kieselgroßen Menschen die Zeit unter den Felsen zu verbringen. Doch der Sand des Schicksals hatte noch mehr für den von Leid geplagten Goar bereit. Nachdem er den Eremiten verließ, geriet auch er bei der Verteidigung seiner Karawane in die Gefangenschaft und wurde in Fesseln gelegt.

Um nun das Quartett voll zu machen, erzähle ich euch noch kurz von dem vorläufig letzten Charakter meiner Geschichte. Einem harmlosen, freundlichen, gesitteten, hilfsbereiten, wunderschönen und unglaublich bescheidenen Menschen mit einer traurigen Geschichte voller Verlust, deren Wege ebenfalls hinaus in die Wüste führten….“
Lynch projiziert hier eine Gestalt die im Dunkeln sitzt und das Gesicht unter einer Kapuze hat.
„… Er wurde verkauft von den Leuten, denen er Gutes tun wollte und dafür keinen Dank aber ein paar Fesseln angelegt bekam.“
Lynch lässt nun das Gesicht unter der Kapuze sichtbar werden.
„Und dieser harmlose und bemitleidenswerte Charakter meine Damen und Herren war ich. Euer ergebener und dankbarer Lynch.“

Das Publikum grinst sich an und einzelne applaudieren verhalten zu dem Auftakt den Lynch ihnen präsentiert.

„Aber lasst mich nicht abschweifen werte Spektatores. Über den armen Lynch können wir reden, wenn wir uns des Nachts bei einem kleinen Getränk zusammensetzen. Ich möchte euch die große Geschichte wiedergeben, deren Zeuge ich sein durfte.
Wie schon gesagt, war ein jeder der vieren durch unliebsame Umstände in die Hände von Sklavenhändler getrieben worden. Sie reisten gemeinsam an Bord eines gigantischen Karawanenfahrzeugs von Urik aus gen Süden. In Fesseln gelegt, Gemeinsam in der Dunkelheit sitzend mit nur einem einzelnen Nachttopf und in den Händen von Personen, die sie einem ungewissen Schicksal entgegenbrachten.
Doch wie das Leben es liebt einem jeden von uns tagtäglich Gesträuch zwischen die Beine zu treiben, so wirft es uns bei Gelegenheit auch einen Schlauch Wasser in den Schoß. Und dieser Schlauch traf in diesem Fall auch unsere vier tragischen Gestalten. Nach Tagen der Gefangenschaft wurden ihre Versklaver von einem Elfenstamm angegriffen und überwältigt. Mit ihren zahlreichen Talenten, ihrer Redegewandtheit und ihren Fähigkeiten gelang es den vieren auf überraschende Weise, ihre Fesseln abzustreifen, die Tür ihres Gefängnisses aufzubrechen und mit dem was sie tragen konnten aus dem inzwischen brennenden Fahrzeug zu entkommen.
Leider war der ihnen zugeworfene Wasserschlauch des Schicksals nicht sehr ergiebig. Zwar befreit von den Fesseln, aber ohne Aussicht auf ein erfolgreiches Überleben in der Wüste, fanden sie sich umringt von den garstigen Elfenkriegern der Wüste. Hart wie Obsidian, unerbitterlich wie die Wüste selber und so hilfsbereit wie eine fralasische Spucktarantel überließen die Elfenkrieger die ehemaligen Sklaven ihrem Schicksal, welches hauptsächlich schien aus „Verdorren“ zu bestehen.

Aber da ich euch meine lieben Spektatores nun gegenüber stehe, lässt sich euch eindrucksvoll zeigen, dass ein jeder sein Schicksal mit einem beherzten Griff ändern kann.
Seht wie unsere vier nur spärlich gerüsteten Helden auf meiner kleinen Bühne dem Schicksal gegenüberstehen und die herzlosen Elfen in einem fairen Kampf herausfordern um sich zumindest Proviant für ihre Reise durch die Wüste zu erstreiten.“

Lynch zeigt nun in seinem kleinen Theater zahlreiche aufeinander folgende Bilder eines ehrenhaften Kampfes, wie nur er ihn sich in seinem Kopf sich ausmalen kann. Lynchs wirkliches Verhalten während des Kampfes in dem er mit Zaubern auf selbst flüchtende Opfer einschlug und den Versuch die zurückgefallene kleine Gruppe der Elfen aus dem Hinterhalt zu überfallen verschweigt er gekonnt. Solche Situationen sind zwar real aber eignen sich nicht besonders gut für einen beginnenden Heldenepos. Das Publikum jedenfalls zeigt sich begeistert von dem nahezu ritterlichen Verhalten, welches die kleinen Gestallten der Helden in Lynchs Theater gegenüber den bestienartigen Elfen zeigt.

„Letztlich obsiegten wir den sowohl zahlen- als auch ausrüstungsmäßig uns weit überlegenen Gegnern und schlugen ihn in die Flucht. Wir brachten den gefallenen Gegnern unseren Respekt entgegen und nahmen von den nun in der Geistwelt Reisenden alles an uns, was uns zum Überleben als hilfreich erschien. Daraufhin blieben uns nicht viele Möglichkeiten. Wir wendeten uns von dem brennenden Wrack des Karawanenfahrzeugs ab und entschlossen uns, nachdem wir einige fragwürdig erscheinende Spuren im Sand untersucht hatten, uns auf den Weg nach Kled zu machen.“

Lynch lässt die vier Gestalten im Theater eine Verbeugung zu den Zuschauern andeuten bevor das ganze Theater sich auflöst und lediglich die bloße Kiste sich vor ihm befindet.

„Und nun meine hochgeschätzten Zuhörer, habe ich für einen Tag wahrlich genug eurer Zeit gestohlen. Schaut euch um, genießt das Leben und freut euch an der Freiheit, die ihr geniest… Ihr habt gesehen, wie wechselhaft das Leben sein kann. Und vergesst nicht. Wenn ich euch nicht zu Tode gelangweilt haben sollte, seid ihr alle eingeladen mich hier täglich zu besuchen und meinen Geschichten zu lauschen. Und nun verzeiht mir bitte, aber meine Kehle ist wie ausgedörrt.“

Das Publikum vor Lynch erhebt sich, lacht und applaudiert ihm, während eine kleine Gruppe von Zuschauern ihn auf ein oder zwei Becher fermentierte Flüssigkeit einladen.

Ein wenig Abseits an einem erhöhten Punkt mit guter Aussicht beobachtet ein Goliath in der Anwesenheit eines gerade eingetroffenen Halblings die Szenerie um Lynchs kleines Theater.
„Weist du Goar?“ Beginnt der Halbling „Seine Show ist nicht schlecht…“
„Hm…“
„Allerdings fand ich seine Vorstellung mit den Äxten damals um einiges unterhaltsamer.“
„Hab ich ihm auch schon gesagt Yi´are. Aber du weist doch, dass der große Künstler bei Kritik immer wehleidig wird."
Der Halbling schnäuzt sich einmal.
„Wie dem auch sein mag. Lass uns zu den anderen beiden gehen und was trinken Goar.“
„Guter Plan mein Großer…“ Der Goliath wendet sich vom Marktplatz ab.
„Weißt du noch wie Lynch begann zu schielen, als ihm die eine Axt fasst seine besten Stücke abgeschnitten hat?“
„Der Anblick war wirklich einprägsam.“ Der Goliath beginnt zu lächeln.
„Ich frage mich wie Lynch wohl schmeckt…“
Goars Lächeln gefriert. „Weißt du Yi´are? Jedesmal wenn du solche Sprüche bringst, wirst du ein kleines bisschen ekeliger für mich. … Du weißt doch wo der schon überall gelegen hat.“
Beide Gestallten beginnen laut zu lachen und verschwinden vom Marktplatz.

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Von Urik bis in die Mitte der Wüste

… Ich blicke ihm nach, diesem Halbriesen, wie er durch die Wüste rennt. Von uns weg, schneller als man es ihm bei seiner Körpermasse zutraut, hinter seinem Bottich Kaktusfeigenbrei her-
Soll ich ihm helfen? Nein, eigentlich macht dieser Riesenkerl auf mich den Eindruck, er könne das Essen auch alleine wieder beschaffen.
Das gibt mir die Möglichkeit, diesen toten Elfenkerl hier vor mir weiter nach wertvollen und nützlichen Dingen zu durchsuchen für unsere Reise durch die Wüste. Hoffentlich wird es keine Odyssee. Ich hoffe, mein Orientierungssinn lässt mich nicht im Stich.

In was bin ich hier nur hereingeraten? Aufgesammelt in der Wüste, eingesperrt im Sklavenwagen, weiterverkauft in Urik habe ich Yi’are, Goar und Lynch getroffen, die mit mir zusammen in dem Sklavenwagen eingesperrt waren.
Yi’are, der so klein ist wie Goar groß und Lynch mit seinem flotten Mundwerk, der sich für NICHTS zu schade ist. Es scheint fast so, als müsste ich mit diesen dreien zusammen versuchen, mich durch die Wüste zu schlagen. So wunderlich sie auch sein mögen, bin ich doch froh, dass ich diese Prüfung nicht alleine bestehen muss.
Yi’are ist mir sehr sympatisch, ihm geht es auch um die Erhaltung der Natur. Goar ist bestimmt sehr stark. Und Lynch hat einen unglaublichen Sinn fürs Praktische, versuchte er doch tatsächlich jeden Tag, die Fesseln durchzuknabbern. Das muss widerlich gewesen sein. Irgendwann fand ich meinen Verstand wieder (ich stand die tage vorher etwas neben mir – der Schock) und teleportierte mich aus den Fesseln, sodass ich Goar und Yi’are befreien konnte. Und plötzlich war Lynch auch frei, wie, das hab ich nicht ganz mitbekommen.

Danach wurde alles plötzlich furchbar hastig, schnell und gefährlich. Wir waren gerade frei, da wurde unser Sklaventransport angegriffen von Elfen des Stammes der Juradai. Unbemerkt entkamen wir unserem Gefängnis und fanden den Waffenraum, während sich die Sklavenhändler mit den Juradai ein erbittertes Gefecht lieferten. Nachdem ich bei dem Überfall der Wegelagerer sämtliche meiner Waffen und tragischerweise auch mein Ritualbuch verloren habe, bin ich jetzt im Besitz eines wunderbaren Obsidianschwertes. Auch Goar und Yi’are rüsteten sich aus. Ich weiß wirklich nicht, was dieser Lynch sich gedacht hat, aber er nahm viele Dolche mit, welche er in dem vollen (!) Nachttopf transportierte. Das stank erbärmlich, vor allem, nachdem er das Ganze kurze Zeit später verschüttete.
Wir hatten gerade den Wasservorrat gefunden, als uns Elfen entgegen kamen, welche uns unwirsch aufforderten, das „Schiff“ sofort zu verlassen. Ich weiß ja nicht, ob ich zu viel erwarte, wenn sie uns schon retteten, aber etwas freundlicher hätten sie schon sein können. Ich versuchte herauszufinden, wo mein Buch abgeblieben war und wurde sehr kurz abgewiesen. So unhöfliche Elfen habe ich noch nie getroffen.

Und da standen wir nun. In der Wüste, ohne Rüstung, ohne Waffen, ohne Geld, mit Karaffen Wasser und einem Bottich Kaktusbrei, welchen Goar in der Eile noch mitgenommen hatte. Und wurden von den Elfen einfach stehen gelassen. Zu Hause im Crescent Wald haben wir Reisende immer freundlich aufgenommen und bewirtet. Im Rest dieser Welt scheint man eher auf sich alleine gestellt zu sein. Frei nach dem Motto: Dir gehört nur das, was du auch verteidigen kannst.

Und ganz nach diesem Motto haben wir auch einen nachzügelnden Ameisen-Truck angegriffen, welcher langsamer war als der Rest der Karawane. Elidrion sei Dank, dass er mir einst beibrachte, meine Gestalt in die eines Tieres zu verändern. So gelang es mir, mich ganz nah an die Elfen heran zu schleichen und sie überraschend anzugreifen. Das Gefecht war kurz, aber erfolgreich. Wir schlugen sie in die Flucht. Jetzt sind wir in Besitz eines Lasttieres in Form einer riesigen Ameise und der Ausrüstung der drei niedergeschlagenen Elfen.

Goar versucht gerade, den Kaktusbrei wieder zu bekommen und Yi’are findet heraus, was die Ameise so geladen hat. Ich muss mich fünf Minuten in den Sand setzen und das alles verdauen. Die letzten Stunden, oder Tage, waren ein großer Kulturschock für mich. Der riesige Typ kennt nicht mal Bäume. Der Kleine isst MENSCHEN. Und diesen Lynch kann ich noch gar nicht einschätzen. Ich sehne mich zurück nach meinem früher so friedlichen Wald. Aber dort hat inzwischen diese harte Welt wohl auch schon Einzug erhalten. Es heißt also jetzt, fressen oder gefressen werden. Und wenn ich irgendwann etwas finden will, was meinen Wald zu retten vermag, dann sollte ich jetzt anfangen zu suchen.

„Also, auf geht’s! Verladen wir die Ausrüstung auf das Lasttier und machen uns auf nach ….!“

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Von der Mitte der Wüste bis zur Oase in der Mitte der Wüste

Das diese Welt so grausam sein könnte. Ehe ich mich versehe stehe ich hier, umgeben von 30 niedergemetzelten Elfen. ELFEN!! Ich dachte immer, Elfen wären nett. Aber diese waren es nicht. Sie wollten den Mechelot töten. Aber von Anfang an:

Wir hatten den Kank erobert, wir hatten wenig Wasser, etwas Nahrung und Goar jagde gerade dem restlichen Vorrat Kaktusbrei hinterher.

Zwei arme Burschen, Überlebende des Elfenüberfalls hatten ihn geklaut. Immerhin einen ließ Lynch gnädigerweise leben. Gothan. Gothan hat große Angst vor uns, aber Lynch scheint ihn zu mögen und es gab auch keine andere Möglichkeit, als ihn mitzunehmen.
Axel, sein – toter – Begleiter wurde als Nahrungsvorrat mitgenommen. Es stinkt mit der Zeit widerlich. Ich darf gar nicht daran denken, dass der Halbling Menschen isst. Dann isst er bestimmt auch Eladrin…… Ugh.
Wir haben in Alex Tunika eine Kugel gefunden. Sie zeigt an, wo wir uns befinden. Ein kleiner Globus, sehr nützlich und bestimmt viel Geld wert.

Es war abends und wir machten uns auf den Weg in Richtung der Oase. Die Nacht war fürchterlich kalt, aber wir liefen weiter. Stehen bleiben wäre nur noch kälter gewesen. Bei der Dämmerung suchten wir uns eine geschützte Felsformation. Vermeintlich. Das nächste Mal erkunden wir unseren Schlafplatz etwas vorsichtiger. Ich hatte mich gerade entspannt gegen einen Felsen gelehnt und tagtäumte von dem gemütlichen, schattingen, freundlichen Grün der Blätter im Crescent-Wald, da wurde ich auch schon wieder unsanft von einem Warnschrei geweckt.
Wir wurden angegriffen von zwei Skorpionen und einem riesigen Echsenvieh. Einen kurzen, heftigen Kampf später häutete Goar die Echse und ich untersuchte auf Lynchs Wunsch hin die Höhle des Monsters. Der Gestank war widerwärtig, aber ich war das ja schon gewohnt. In meiner Reisegruppe befindet sich ja auch so ein Aasfresser. Nachdem ich das metallne Kurzschwert gefunden hatte, war ich für den Gestank jedenfalls entschädigt.

Am Abend zogen wir weiter. Jedoch änderten wir unsere Richtung ein wenig und folgten riesigen Bienen, welche einen Ort mit Wasser gefunden zu haben schienen. Auf jeden Fall transportierten sie Wasser weg. Ein paar Stunden später fanden wir einen schon zur Hälfte ausgedörrten Kaktus und eine Biene, welche von zwei intelligenten Geiern getötet wurden. Wir mischten uns nicht ein und als alle verschwunden waren, ernteten wir den restlichen Kaktus, gaben den verdörrten Teil unserem Kank und zogen weiter, nun wieder direkt in Richtung Oase.

Nicht nur der Fund des Kaktusses, auch meine weiteren Beobachtungen haben mir gezeigt, dass auch die Wüste ein eigenes, liebenswertes Ökosystem hat. Wenn man nur weiß, wo man suchen muss, findet man spärliche Nahrung und Leben. Es ist gut versteckt, aber es existiert. Jedenfalls werde ich nicht durch die Wüste ziehen in dem Motto, man kann ja sowieso nichts mehr kaputt machen. Auch diese Natur ist erhaltenswert und wird sich vielleicht irgendwann einmal wieder erholen. Langsam finde ich gefallen an Lynchs Idee, eine Stadt zu erobern. Dann kann man bestimmt mehr Einfluss nehmen auf diese egoistischen Magier, die nicht auf ihre Umwelt achten.

Wobei es nicht nur Magier sind, auch Elfen zerstören ihre Umwelt: An der Oase angekommen, fanden wir einen toten und einen mehr tot als lebendigen Mechelot. Und viele tote Kleintiere. Die Elfen haben das Wasser vergiftet mit einer Substanz, die nur für sie selbst und Kanks ungefährlich ist. Dies war auf jeden Fall nicht der erhoffte Handelsposten. Immerhin müssen wir uns keine Sorgen mehr um die Nahrung unseres Lasttieres machen. Aber wir konnten das Wasser nicht trinken. Lynch baute so eine komische Apparatur auf, er wollte das Wasser von dem Gift trennen. Bis jetzt weiß ich nicht, ob das geklappt hat, denn die Rauchfahne rief die Elfen erneut auf den Plan.
Wir versteckten uns, doch als sie den noch lebenden Mechelot angriffen, versuchten wir ihn zu schützen. Wir waren leider nicht schnell genug. Dieser riesige Koloss, ein Wunderwerk der Natur, liegt jetzt tot am Rand des Wassers und blutet aus.

Genauso wie die Elfen. Wo bin ich hier nur hereingeraten? Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich soviele Lebewesen töten müsste, nur um selbst zu überleben. Oder wäre das Gemetzel vielleicht auch gar nicht nötig gewesen?

Ich werde jetzt hinüber zu den zwei Kanks der Elfen gehen und sehen, ob es dort noch sauberes Wasser und Nahrung gibt. Und dann geht es in die Stadt der Zwerge.

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Werte Spectatores
Die dritte Aufführung

„Weißt du Flo? …“ Lynch nimmt das ihm entgegen gereichte Tongefäß entgegen. „Würdest du das Blau aus deinen Augen in die Becher füllen könntest du, was auch immer du dir wünschst, für einen einzigen Schluck verlangen.“
Die junge Frau lächelt ihn an.
„Schöne Worte Schausteller.“
„Nicht annähernd so schön wie die junge Frau vor mir.“
„Wenn du nun auch noch bemerkt hättest, dass ich nicht blaue, sondern braune Augen habe wäre dein unwiderstehlicher Charme noch ein klein wenig weniger geheuchelt daher gekommen Lynch.“
„Autsch!“
„Steh da nicht rum Gaukler. Trink deinen Nektar und kümmer dich um dein Publikum. Du wirst anscheinend schon sehnlichst erwartet. Und außerdem…“ Flo setzt ein schelmisches Lächeln auf „bezahle ich dich dafür die Gäste und nicht mich zu unterhalten.“
Lynch lässt ein tiefes Seufzen entweichen. „So jung, so schön und so abgebrüht. Du könntest einen naiven jungen Mann einmal sehr glücklich und dann auch wieder sehr unglücklich machen Flo.“
„Das einzige Glück, was DU jedenfalls bei mir finden wirst, befindet sich auf dem Grund des Bechers in deiner Hand Lynch und nun….trink aus und verdien dein Geld.“ Flo lächelt ihn ein letztes Mal koket an und wendet sich dann dem nächsten ihrer Kunden zu.

Mit einem ein wenig irritierten Blick schaut Lynch in seinen Becher. „Red Kank“? Was lies Flo die Kanks nur fressen, damit sie diesen ungewöhnlichen gefärbten Nektar produzierten. Kanknektar war in der Regel klar oder auch gelegentlich bernsteinfarben … aber rot?
Lynch schnuppert einmal vorsichtig an der Flüssigkeit… fruchtig, süß, eine Spur säuerlich. Lynch stürzt das Getränk hinab und fühlt sich beinahe umgehend erfrischt. Kein Wunder das die Jugendlichen dieser Stadt von dem Zeug so schwärmen. Würde er sich dazu durchringen noch weitere Münzen für diesen Nektar in Flos Rachen zu werfen, würde Lynch entweder an einem Zuckerschock sterben oder wie ein Mekilot Wüstenschiffe durch die Gegend ziehen können.
Lynch fasst für sich den Entschluss, in Zukunft die Finger von diesem Teufelszeug zu lassen und zumindest für heute es bei reinem Wasser zu belassen.

Die kleine Menge die sich vor seinem gewohnten Aufführungsort inzwischen eingefunden hat, wartet geduldig auf Lynchs Ankunft und seine heutige Geschichte.
„Und erneut muss ich mich für meine Unzulänglichkeit bei euch entschuldigen werte Spectatores. Ich verdiene gar nicht das Privileg, euch unterhalten zu dürfen. Ein so edles Publikum auch nur wenige Sekunden auf die Folter zu spannen und warten zu lassen erscheint mir als eine unglaubliche Dreistigkeit welche sich mit Wasser nicht aufwiegen lässt.
So ihr denn mich nicht augenblicklich steinigt oder meuchelt, nehme ich euer Staunen als Absolution und als ein wahrlich großes Entgegenkommen von euch an. NAtürlich werde mir heute besondere Mühe geben müssen, um euch für die erhoffte Gnade zu entschädigen.“ Weder fliegen Steine, noch hat Lynch ein Messer im Rücken. Dafür wirken die Leute vor ihm aber irritiert. Von was hatte dieser seltsame Mann da grade gesprochen? Lynch merkt, dass er über das Ziel hinausgeschossen ist und erhebt schnell wieder die Stimme.
„Nun denn meine werten Gäste. Seht zu wie sich erneut ein Fenster in die Vergangenheit öffnet und euch von den Geschehnissen, deren Zeuge ich im Sand sein durfte berichtet.
Nachdem wir die gar garstigen Elfenbanditen bezwungen hatten, begaben wir uns an die Erforschung einiger Spuren im Sand und trafen auf zwei andere Überlebende der Karawane. Wachen die vergebens versucht hatten das Wüstenschiff vor dem Überfall zu verteidigen. Bei dem Versuch mit ihnen Kontakt aufzunehmen, entbrannte zwischen den erhitzten Gemütern leider eine kurze aber heftige Diskussion. Letztlich entschied sich einer der ehemaligen Wächter mit dem Namen Gotan sich unserer kleinen Gruppe anzuschließen, während sich der andere entschloss alleine für sich durch die endlosen Dünen zu reisen. Gotan stellte sich schnell als treuer Gefährte heraus und berichtete von einem Leben voller Entbehrungen und seiner großen Liebe, für die er sich sogar in die Wüste begab um die finanziellen Mittel für ein glücklicheres Leben zu verdienen. Wie sich zeigte war er ein Meister des Bogens und sollte sich später noch als große Hilfe und zuverlässiger Freund für die vier Abenteurer herausstellen.

Wir entschlossen uns, zunächst mit unserer angewachsenen Gruppe zu einer Oase aufzubrechen, von deren Existenz wir aus dem Studieren einer Karte erfuhren, die wir zu Beginn unserer unfreiwilligen Reise aus dem Wüstenschiff geborgen hatten. Da unsere Vorräte nur sehr begrenzt waren und die Strecke bis zur lebensspendenden Oase versprach sehr lang zu werden, entschieden wir uns in der Kühle der Nacht zu reisen und während des Tages stets zu rasten. Sicherlich war die Chance an diesem Ort in die Hände jener Elfen zu geraten, welche uns beinahe gemeuchelt hatten recht hoch, doch die Chance gänzlich ohne Wasser auf der Reise durch die Wüste zu verenden war deutlich höher.

Unsere mehrere Tage andauernde Reise führte uns an zahlreichen Wundern und Monstrosität der Wüste vorbei. Riesige Skorpione griffen uns in dem endlosen Sandmeer an. Ein gigantisches echsenartiges Wesen mit der Kraft Ängste in uns auszulösen, von deren Existenz wir nicht einmal wussten, lauerte uns in einem unserer Nachtlager auf und fiel letztlich nur durch unsere gemeinsamen Bemühungen. Doch wir trafen nicht nur Todbringendes auf unserer Reise. Wir entdeckten wasserspeichernde Pflanzenknollen und Kakteen in den sandigen Dünen die uns halfen unser Ziel zu erreichen. Gigantische Bienen zogen über unseren Köpfen dahin und wir entdeckten Mischlingsformen von Wesen welche wirkten wie eine Kreuzung aus Mensch und Geier. Es gibt dort draußen vor den Stadtmauern Wunder die nie zuvor jemand geschaut hat. Doch ich sollte euch an dieser Stelle warnen liebe Spectatores. Ebenfalls lauern dort Gefahren welche nie zuvor jemand überlebt hat.

Wir blieben am Leben in dem wir aßen und tranken was auch immer wir zwischen den Dünen fanden, überlebten Sandstürme und fanden am vierten Tag die von uns angestrebte Oase, nur um zu bemerken, dass wir nicht die ersten unserer Karawane waren, die es zu diesem Ort geschafft hatten. Die beiden Mekilots, die unser Wüstenschiff die gesamte Zeit unserer Gefangenschaft über tapfer durch den endlosen Sand gezogen hatten, befanden sich müde und ausgedörrt vor uns und verteidigten den siedend heiß erscheinenden, kleinen und morastartigen Tümpel um den sich herum zahlreiche Nadelhölzer zu annehmbareren Größen entwickelt hatten.
Erst bei genauerer Betrachtung bemerkten wir, dass das größere der beiden drachenartigen Lasttiere nicht so territorial auftrat wie das andere Wesen. Das Ungetüm lag apathisch, desinteressiert und relativ … nun… tot neben dem Wasser. Aber der Mekilot war nicht das einzige Wesen welches wir verendet an diesem Ort vorfanden. Vögel, Insekten, kleine Echsen, sämtliches Getier welches man an solch einem Ort zu finden erwartet lag tot, reglos und allmählich stinkend um das Gewässer herum nieder.

Liebes Publikum. Denkt über mich was ihr wollt und haltet mich für so gierig und opportunistisch wie einen Wasserhändler in den Straßen von Tyr während des Jul-Festes. Doch Mama Lynch gebar keinen Idioten. Das Wasser welches so nah vor uns war und Rettung verhieß, stellte sich als tödliche Falle heraus. Wer auch immer von dem Wasser genoss, war anscheinend so gut wie tot. Pflanzen schien das Gift im Wasser wohl nichts anzuhaben, doch von den kleinsten Tieren bis hin zu den gigantischsten Landwesen fiel sämtliches Leben dem Gift im blubbernden Nass zum Opfer. So überließen wir dem verbliebenden, noch atmenden Mekilot zunächst sein Territorium und gaben ihm die Gelegenheit um seinen gefallenen Gefährten angemessen zu trauern. Unsere kleine Gruppe suchte hingegen nach einer möglichen Ursache für die Verseuchung dieses Gebietes.

Während unserer Suche stießen wir zwar auf keinen ansässigen Druiden, dafür aber auf ein paar verdorbene Vorräte anderer Reisender, die wohl vor einiger Zeit diesen Ort besucht hatten und fanden letztlich tatsächlich die Ursache für den lauernden Tod im Wasser. Zwischen den Überresten eines uralten Steinbogens fanden wir des Rätsels grausame Lösung.
Anscheinend hatten umherziehende und skrupellose Elfen mit der Hilfe von giftigen Knollen das Wasser in der Form konterminiert, dass nur noch sie und ihre Kanks gefahrlos von der Quelle zehren konnten und alles andere tierische Leben an einem toxischen Schock verenden mussten.
Um das Trinken für uns weniger tödlich zu gestalten und wenn möglich sogar den Mekilot zu retten, begannen wir das Wasser zu destillieren. Wir entfachten ein Feuer, ließen das Wasser literweise verdampfen und fingen den giftfreien Dampf mit zahlreichen Materialien auf, welche wir in der Wüste von den dort lauernden Monstren erbeutet hatten.
Oh ja meine werten Spectatores. In der Wüste weiß man nie welches Wissen einem zu gute kommen kann. Ich hätte zu Beginn meiner Reise jedenfalls nicht erahnt, dass mein bescheidenes Wissen über die Destillation von Alkoholika mir auf diese Weise das Leben retten würde.
So benötigten wir nur Zeit und ein wenig Feuerholz um eine nahezu unbegrenzte Menge Wasser für unsere Zwecke zu reinigen und von beidem hatten wir genug… zumindest dachten wir dies.
Unsere Freude hielt nur kurz. Eine größere Gruppe von Elfen näherte sich der Oase und fiel über den stark geschwächten verbliebenden Mekilot wie ein Rudel blutdurstiger Sandflöhe her. Oh, sehr verehrtes Publikum. Mir blutet das Herz wenn meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt zurückkehren.
Yi´are, Lafeya, Goar, Gotan und ich gaben uns größte Mühe und versuchten das Leben des nahezu verdursteten Wesens zu retten und die schändlichen Elfen für ihre Taten wieder die Natur büßen zu lassen. Hartnäckigkeit, Zorn, überragende Finesse und eine Menge Glück verhalfen uns letztlich zu einem überragenden Sieg. Die finsteren Gestalten fielen unter den Klauen des sterbenden Mekilots und unseren Klingen zu Dutzenden,… bis sich die letzten Verbliebenden uns ergaben und auf unsere Mildtätigkeit hofften. Nur zu gerne hätte ich all diese sinisteren Gestalten in einem Anflug von Rache dem Tode überantwortet, denn wir standen knöcheltief in dem Preis unseres Sieges über die Elfen. Mit bestialischen Schlägen gelang es einigen der Wüstenbanditen den Mekilot so schwer zu verletzen, dass er in einem See seines eigenen Blutes vor unseren Augen verging.
Und so standen wir nun dort in der Oase, einer Zuflucht des Lebens, umgeben vom Tod und den sich uns ergebenden heimtückischen Mördern.

Doch nun werte Spectatores denke ich ist ein wunderbarer Zeitpunkt meine Geschichte für heute zu beenden. Die folgenden Geschehnisse markierten lediglich den Beginn unserer Odyssee, welche uns quer durch die Wüsten von Athas führte und mich letztlich an diesen Ort brachte um euch werte Zuschauer zu erbauen und zu unterhalten. Bitte verzeiht mir, dass ich mich nun für heute zurückziehe, doch Flos ausgezeichnete Getränke bahnen sich ihren Weg durch mein Innerstes und erwärmen mir mein Herz… und bevor sie meine Beinkleider erwärmen, sollte ich mich nun wirklich von euch verabschieden.“
Mit diesen Worten weicht Lynch unter lauter werdendem Gelächter von seiner Kiste zurück und verschwindet hinter einer Hausecke um sich zu erleichtern.

In einer unweit entfernten Gasse wächst ein breites Grinsen auf Lynchs Gesicht, während ein breiter Strom an ungereinigtem Wasser von Lynch dem Wüstenwind geopfert wird.
Was auch immer in Flos rotem Nektar war mußte eine immens treibende Wirkung gehabt haben.
„Dafür, dass du ein ach so großer Magier sein sollst Meister, war das eine unglaublich lausige Vorstellung.“
Ein kleiner, halbnackter, geflügelter und überaus weiblicher Dämon materialisiert sich neben Lynchs Ohr und haucht diese Worte leicht spöttisch in dessen Gehörgang, welcher daraufhin so stark erschrickt, dass er beinahe in seine eigene Opfergabe fällt.
„Und dafür, dass du eine kleine Ejakulationsvorlage für Minderjährige bist Eve, äußerst du ziemlich viel ungefragte Kritik an deinem Meister.“
„Ob gefragt oder nicht Meister…“ Eve blickt spöttisch lächelnd auf den Ursprung von Lynchs versiegende Opfergabe „…Kritik ist die Pflicht jedes aufmerksamen Zuschauers. Und, oh du mein werter Meister, an dem was ich nun grade erblicke könnte ich auch so manche Kritik äußern.“
Lynchs Augenbrauen ziehen sich bedrohlich zusammen als er seine kleine Vertraute aus den Augenwinkeln betrachtet.
„Meister. Ich habe mit Verlaub bemerkt schon besser ausgesta…“
Weiter kommt Eve nicht mit ihrer Ausführung, da Lynch sich auf sie stürzt und ein Handgemenge zwischen dem Hexer und dem 20 Zentimeter großen Succubus entsteht.

Etwa 5 Minuten und zwei Querstraßen entfernt sitzen zwei alternde Gerber bei ihrem abendlichen Schachspiel und reden über das alltägliche Leben.
„Meine Güte Jule, hast du die Preise für die heutige Lieferung der Häute gesehen? Für was hält sich dieser adlige Arsch von einem Händler?“
„Hm. Ich weiß was du meinst Furgas. Mann sollte glauben, dass sich dieser Haufen Dung inzwischen an dem Herzblut unserer Börsen satt getrunken hat.“
„Ich hätte nicht übel Lust mein treues Schabmesser zu nehmen und…“
Die Unterhaltung der beiden wird unterbrochen, als ein wild auf seine Kleidung einschlagender junger Mann auf ihren Spieltisch stürzt und in einer fremden Sprache einen anscheinend unsichtbaren Gegner anschreit. Die beiden Gerber blicken zunächst sich selber und dann den vor ihnen liegenden Mann fragend an, der unter ihren Blicken sich wieder erhebt und eine kleine zappelnde Gestalt aus seiner Kleidung zieht, welche fauchend und piepsend nach der Hand die sie gepackt hält schnappt. Spitze Zähne bohren sich in die, die kleine Frau umschlingenden Finger und der Mann lässt einen gepeinigten Schrei erklingen bevor er das Wesen wegschleudert und sich den beiden ungerührt wirkenden Männern zuwendet.
„Verzeihen sie bitte vielmals die Unterbrechung meine werten Herren, aber …“
Mitten in seiner Entschuldigung wird Lynch von der kleinen Geflügelten Frau erneut attackiert, die sich nun auf sein Gesicht stürzt und sich in seiner Nase verbeißt. Lynch geht zu Boden und versucht das winzige dämonische Wesen von seinem Gesicht zu entfernen und verfällt erneut in eine Sprache, die die beiden Leute nicht verstehen.
„ Sag mal Jule. Ist das nicht der seltsame Verrückte vom Marktplatz von dem deine Tochter erzählte? Der mit seinem Illusionstheater?“
„Könnte sein… Eine ziemlich rabiate Art Werbung für sich zu machen. Findest du nicht auch?“
Die beiden Männer werden nun Zeuge wie das weibliche geflügelte Wesen trotz massiver Gegenwehr von Lynch erneut in dessen Kleidung eintaucht und dieser beginnt sehr schrill zu schreien.
„Also ich glaube wenn der Rest seiner Show so unterhaltsam ist wie dies hier, sollte ich mir morgen ein wenig Zeit für ihn nehmen.“
„Wie auch immer… lass uns das Spielbrett wieder aufbauen welches der Wahnsinnige umgeworfen hat.“

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Goars Gedanken am 2 Tag der Show

Am nächsten Tag an einem uns wohlbekannten Ort mit netter ungestörter Aussicht über den ganzen Markt sitzt Goar, während auf dem Markt sich der an leichter Selbstüberschätzung leidende Künstler Lynch seinen Auftritt vorbereitet, an einer Mauer gelehnt im Schatten versteckt und isst einen Braten mit Fladenbrot.

Seinen Blick über die Massen von Stadtbewohnern schweifend spricht Goar in Richtung einer anderen in den Schatten gelegenen Ecke: „Schau dir die ganzen Idioten an. Sie verstecken sich hinter dieser dicken Mauer, denken sie wären in Sicherheit und strahlendes Licht der Zivilisation inmitten der Dunkelheit der unzivilisierten Wüste. …Sie sind unfähig zu verstehen, dass wenn man in Gefangenschaft lebt und den Kontakt zur Natur fürchtet, die Geister sich von einem abwenden. Keiner sollte sein ganzes Leben hinter Mauern leben. Wir werden heute Nacht außerhalb der Stadt in der Wildnis schlafen. Diese Stadt mit ihren vielen dummen Einwohnern macht mich krank. Was hältst du davon?“

Aus dem Schatten hört man ein Knurren und Fauchen welches man als Zustimmung werten könnte.
Als Lynch mit seiner Show beginnt wirft Goar den Rest des Bratens in die Ecke. Ein paar Sekunden später hört man Schmatzen und das Knacken von Knochen.

Goar versinkt wieder in seinen eigenen Gedanken als die ersten Bilder auf der kleinen Kiste entstehen.

Hier die Gedanken:

Die Jagd auf den Kaktusbreiwassereimer nahm ein schnelles und für einen der 2 Diebe endgültiges Ende. Die beiden waren Wächter auf dem Sklavenwagen, der uns in diese unangenehme Lage brachte. Naja der eine war nun Proviant. Das der Halbling sowas wirklich essen kann. Komisches kleines Volk. Sollte ich jemals zu Besuch in einem Halblingdorf bin werde ich sehr genau darauf achten was es zu essen gibt und das ich nicht spontan als Festtagsbraten beim Gelage teilnehme. Der verbliebende der Diebe wurde jedenfalls damals von Lynch so sehr eingeschüchtert, dass er spontan die Waffen streckte und zu uns überlief. Auch nicht schlecht, so hatten wir wenigstens jemanden, der auf den Kank aufpasste und mir beim Tragen von Felsbrocken für das eine oder andere Nachtlager half. Meine anderen Begleiter sind ja für solche Arbeiten nicht zuhaben.

Lynch erstaunte mich sehr als er den Banditen einschüchterte und kann von Glück sprechen das ich von der Verfolgungsjagd noch außer Atem war. Ansonsten hätte ich diese kleine Dämonin, als sie auf seiner Schulter erschien, mit einem Axtschlag von derselben befreit. Naja, wer weiß. …War wohl besser, dass ich es nicht gemacht habe. Die nächsten Tage hat er sich mehrmals mit ihr beschäftigt und wenn ich mich noch an alles richtig erinnere war die Kleine nicht unbedingt immer ganz glücklich über seine Aufmerksamkeit und die damit verbundenen Scherze. Frage mich ich wie die beiden mit einander reden. Man hört vom dem kleinen Biest nur Gezwitscher.

Naja so hatte der Mensch wenigstens jemanden, der sich mit ihm beschäftigt hat, auch wenn es nicht immer freiwillig war. Yi´are und Lafeya waren nicht unbedingt mit all seinen Einstellungen zufrieden.

Das Langohr erkennt langsam, dass nicht nur in ihren sogenannten Wäldern Leben im Überfluss herrscht, sondern das auch in der Wüste so einiges an Lebewesen herum kreucht und fleucht. Es war damals schon lustig anzusehen wie Lynch extra auf ein paar Käfer gelatscht ist nur um die zwei zu ärgern. Wenn er gemerkt hätte, dass die meisten der kleinen Krabbler seine Attacken unbeschadet überstanden hatten wäre die Sache nicht ganz so amüsant für ihn gewesen. Aber was soll es. Die beiden Naturwächter haben es ja auch nicht bemerkt. Es fehlt ihnen einfach das Vertrauen in die Überlebensfähigkeiten der Natur. Aber meine Gedanken schweifen schon wieder ab.

Lynch ist mit seiner Bildershow schon bei dem Versuch mit der gefundenen Kompasskugel und unserem ersten Nachtlager.

Lafeyas Schlafgewohnheiten sind sehr praktisch wenn es darum geht Nachtwachen aufzustellen. Das Klingenohr kommt mit wenigen Stunden Schlaf, oder was sie dafür hält, aus.
So erkannte das Langohr auch das am Morgen zwei Riesenskorpionen uns als ihr Frühstück auserkoren hatten und konnte uns rechtzeitig warnen. Während des Kampfes zeigte sich auch dass wir so schlau gewesen waren und unser Lager in der Nähe der Behausung eines Id-Fiends aufgeschlagen hatten. Naja eine selten behämmerte Idee. Einen der Skorpione verwandelte Lynch spontan in eine Rauchwolke mit Hilfe eines schön farbig leuchtenden Strahls aus seinen Händen. Leider tauchte danach die Riesenechse auf und schnappte sich ihn, um ihn in angenehm maulgerechte Stücke zu verwandeln. Fast hätte das Vieh ihn auch fertig portioniert. Wenn ich an seine überraschten fast weibischen Schreie denke wird es mir gleich warm ums Herz.

Meine Hilfsaktion war zwar erfolgreich aber ohne den Beistand der Geister der Berge und des Ragedrakes hätte mich das Vieh mühelos verschlungen. Verdammt das war ein sehr harter Brocken nach dem Kampf hatte ich mehr geborgte Lebenskraft als eigene Kraft. Ich finde es immer wieder schade so eine mächtige Kreatur vernichten zu müssen aber der Erhalt der Natur hat Vorrang als die Gier eines einzelnen Magens. Es ist der Lauf der Natur, dass der Stärkere überlebt. Yi`are zeigte während des Kampfes sein Geschick und half mir gegen die übermächtige hungrige Echse.
Unser unfreiwillig freiwilliger neuer Kamerad bewachte solange den Kank.

Nach dem Kampf entledigte ich den Id-Fiend seiner Schuppenhaut, ein so starker Gegner hat es verdient, dass er geehrt wird. Sie sollte Teil meiner neuen Rüstung werden. Währenddessen untersuchten Lynch und Lafeya den Bau der Bestie und fanden auch dort ein paar nützliche Gegenstände.

In den nächsten Tagen sahen wir immer wieder Riesenbienen über uns herziehen. Nachdem wir festgestellt hatten, dass sie Wasser transportierten, entschlossen uns damals ihnen zu folgen. Die Flugschneise führte uns zu einem ungeknickten Riesenwüstenkaktus. In der unmittelbaren Nähe des Sukkulenten wurden wir Zeuge eines Kampfes zwischen einer Riesenbiene und zwei halbmenschlichen Geiern. In diesen griff Lynch mit einem Säureball auf die Biene ein. An dem Kaktus konnten wir unsere schwindenden Wasservorräte auffrischen, unseren Kank füttern und nützliche Teile der Biene mitnehmen. Das Langohr hatte sich merkwürdigerweise sehr dagegen gestrebt den Bienen zu folgen. Irgendwie verstand ich das Mädel einfach nicht. Auf der einen Seite naturverbunden und auf der anderen Seite will sie unbedingt in diese Zwergenstadt.
Was für Erwartungen hatten meine Reisekameraden nur damals an diese Stadt geheftet? Zwerge sind und bleiben einfach stur, argwöhnisch und missmutig. Wir rannten rum wie entlaufende Sklaven, die wir ja anscheinend auch waren, und die 3 erwarteten das wir freudig begrüßt würden. Ich sah eher Probleme mit dieser Stadt verbunden. OK ich war damals auch dafür, dahin zu gehen weil die einzige Alternative sich noch schlimmer anhörte. Nach wie vor kann ich Städte einfach nicht ausstehen.

Goar schreckt aus seinen Gedanken auf als ein schuppiger Schwanz sein Bein berührt. Er schaut auf das Wesen und streichelt es über das Haupt. „Nicht mehr lange und wir können gehen.“ brummt er.

Lynch ist schon bei der Ankunft in der Oase angelangt in seiner kleinen Geschichte…

Ach was haben wir damals nicht alle dumm dreingeschaut als sich der so sehr herbei gewünschte Handelsposten als unbewohnte Oase mit Moraststrand und Nadelbäumen herausstellte. Aber wir waren zur damaligen Zeit nicht die einzigen Besucher der Wasserstelle. Die beiden riesigen Mechilots unseres Wüstenschiffes waren schon vor uns da. Die beiden waren wohl einfach geradeaus weiter gegangen und später ihren Nasen gefolgt. Als wir näher kamen sahen wir, dass einer der riesigen Gesellen ziemlich bewegungslos und auch ziemlich Tod neben dem Wasser halb vom Sand bedeckt lag. Daraufhin schauten wir uns die scheinbare Idylle genauer an und entdeckten Kadaver mehrerer Tiere am und im Wasser, selbst der Morast war voller Würmer und Getier.

Wie man es so kennt werden solche Oasen eigentlich von Druiden eifersüchtig bewacht auch diesen konnten wir nicht finden. Dafür aber ein seit einiger Zeit nicht mehr benutztes Lager, welches wohl zum Druiden gehörte. Hier fanden zwar keine Spuren des Druiden aber dafür Wurzeln mit denen jemand das Wasser so vergiftet hatte, dass nur Elfen und Kanks dieses trinken konnten.

Ich verstand und verstehe zwar wie man auf so eine Idee kommen kann aber das ist nicht der Wille der Geister und der Natur. Solch eine Tat muss bereinigt werden.
Lynch hatte die Idee, mit Hilfe eine Vorrichtung das Wasser zu reinigen, damit auch wir und der verbliebende Mechilot es wieder trinken können. Wir wollten damit das Ungetüm besänftigen und vielleicht etwas weniger argwöhnisch machen.

Es kam aber alles anders.

Yi`are sah am Horizont etwas auf uns zukommen. Dieses etwas entpuppte sich als 30 Sandrenner mit sehr spitzen Ohren, die wir aus unseren Verstecken beobachten. Die Elfen fingen auch nach einer kurzen Beratung an den Mechilot anzugreifen. Als der Kampf voll entbrannt war, griffen wir aus unseren Wartepositionen die Klingenohren an.

Die Bestie wehrte sich gut gegen die Elfen aber innerhalb weniger Sekunden konnten mehrere der Spitzohren seinen Rücken erklimmen. Leider schaffte es auch sofort ein Elf dem mächtigen Wesen eine tödliche Wunde beizubringen. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Sandflöhe innerhalb so kurzer Zeit eines der bestgepanzerten Wesen auf Athas töten konnten.

Während des Kampfes damals wurde meine Axt zerstört. Eine Schrecksekunde verging bis mich die Geister an das Schwert auf meinen Rücken welches ich komplett vergessen hatte erinnerten. Vielleicht sollte es auch eine Warnung sein. Durch den Tod des majestätischen Wesen angespornt und durch die Heilkünste Lafeyas gelang es mir die Klingenohren soweit zu verängstigen, dass sie sich uns ergaben. Naja ein paar erschlagende oder schwerverletzte Feinde, zusammen mit einem blutbesudelten Goliath dessen Wunden sich immer wieder schließen und dem der Geist eines Ragedrakes sichtbar innewohnt, können schon etwas verstörend wirken.

Zum Glück hatten die Wüstenhüpfer keine Ahnung wie knapp das Ganze damals war.

„ Wie ging das nur damals weiter? Naja vielleicht fällt es mir Morgen durch die Show wieder ein. Das war schon ein Leben auf Axtschneide damals. Hmm… heute ist es nichts anders aber …. Ach wie auch immer. Komm lass uns gehen. Ich will so schnell wie möglich ein paar Meilen zwischen mir und diesen Ort bringen.“ Brummt Goar auf dem Dach.
Aus der Ecke bewegt sich ein schuppiges Wesen schnell hinter ihm her in Richtung Wüste.

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Schatten der Erinnerung
Die vierte Aufführung

Durch die einzelnen Lamellen des verschlossenen hölzernen Fensterladens fallen einsame Lichtstrahlen der aufgehenden und alles versengenden Sonne von Athas in das ansonsten finstere Zimmer.
Zwischen den zahlreichen im Licht tanzenden Staubflocken sitzen sich zwei Personen, wie sie nur schwerlich unterschiedlicher seien könnten, an einem kleinen Tisch gegenüber.

Lynch gießt den letzten Rest der sattroten Flüssigkeit aus der Flasche in seinen Kelch und erhebt sein Gefäß zu einem letzten Toast an die verschwindende Finsternis. Gemeinsam mit seinem Gegenüber hat er die gesamte Nacht damit verbracht die alkoholischen Vorräte des Gasthauses zu dezimieren und in Erinnerungen zu schwelgen.
Während die ersten wandernden Lichtstrahlen auf sein Haar fallen wischt sich Lynch eine einzelne verirrt wirkende Träne aus seinen vom Schlafmangel unterlaufenen Augen und betrachtet den kleinen Hügel aus Flüssigkeit, der unter seinem Zeigefinger sich langsam zu einem Tropfen wandelt und welcher letztlich, fast wie in Zeitlupe, auf den dünnen Teppich fällt und von den kurzen ausgeblichenen Fasern aufgenommen wird.
Es war eine lange Nacht und er hatte einfach keinen Schlaf gefunden. Die Aufführungen seiner Geschichten auf dem Marktplatz hatten angefangen an den Erinnerungen Anschluss zu finden, die er selber inzwischen als vergessen betrachtet hatte. Entscheidungen, die er vor einer Ewigkeit getroffen hatte und die ihn nun in den einsamen Nächten das Herz schwer werden ließen. Lynch hatte in seinem Leben nie besonders viel Reue für seine Taten gezeigt und war sicherlich nie wirklich der Held gewesen, als den er sich so gerne in seinen Geschichten profilierte und für den ihn das Volk beizeiten sogar liebte.
Aber wenn die zwei fahlen Monde die Wüsten von Athas beschienen und Lynch der Einsamkeit verfiel, gruben sich aus seinen Erinnerungen Emotionen hervor und erhoben sich, albtraumhafte Monstren gleich, um ihn zu quälen.
Eine dieser Nächte lag nun hinter ihm. Die anderen seiner Mitreisenden kannten Lynch nur als emotionslosen, abgestumpften und eher makaberen Menschen. Warum sollte er ihnen diese Sicht nehmen. Sie würden ihm eh nicht helfen können seine eigenen Nachtmare zu besiegen. Schuld die er sich selber schon vor so langer Zeit aufgeladen hatte.
„Was meinst du…?“ Lynchs Stimme klingt nicht im Geringsten vom Alkohol beeinträchtigt, dennoch liegt eine seltene Schwere in seinen Worten. „… Hätte ich mich damals anders entscheiden sollen?… Wäre alles anders gekommen, wenn ich einen anderen Pfad eingeschlagen hätte?“
Die Person, die ihm gegenüber sitzt, ist nach wie vor in die tiefsten Schatten gehüllt und nur mit viel Fantasie kann man die weiblichen Umrisse einer schönen Frau mit fließenden langen Haaren ausmachen. Lynch erhält keine hörbare Antwort, trotzdem nickt er nach einer kurzen Zeitspanne bedenklich.
„Wahrscheinlich hast du Recht.“ Der Zauberer lehnt sich in seinem Stuhl zurück und das alte Holz der hinteren Stuhlbeine protestiert ächzend gegen diese ungewohnte Belastung. Er überstreckt seinen Hals und Schaut über die Lehne hinweg zu dem noch verschlossenem Fenster und den einfallenden Sonnenstrahlen. „Der Tag bricht an und die Gespenster der Nacht weichen zurück…“ Lynch lacht kurz auf „Entschuldige, aber ein wenig Theater kann ich mir einfach nicht verkneifen. Und außerdem kennst du meine Vorliebe für das Melodramatische.“ Er steht auf und schreitet zum Fenster um einen Blick durch die Lamellen, auf die sich langsam im Licht abzeichnende Stadt zu werfen. „Ich lasse dir noch einen Augenblick Finsternis bevor ich die Fenster öffne und das einfallende Licht den Zauber der auf dir liegt beendet Eve.“

Der Sukkubus lässt ein leises Seufzen vernehmen, während sein Meister sich vom Fenster abwendet und sich auf die heutige Vorstellung für den Marktplatz vorbereitet. Was für weinerliche Wesen diese Menschen doch waren. Sie stellten andauernd ihr eigenes Handeln in Frage. War es richtig, was sie getan hatten oder falsch? Warum taten sie so etwas Sinnloses? Getanes konnte stets nur unter den seltensten Begebenheiten wirklich rückgängig gemacht werden und sie selber erkannte keine Notwendigkeit darin, die bisherigen Taten ihres Meisters ungeschehen zu machen.
Eve streckt die Glieder ihres Körpers und auch ihr Stuhl beginnt vernehmlich zu ächzen. Sie liebt es in dieser Gestalt auf der stofflichen Ebene zu existieren und legt ihre Füße auf den Tisch während ihr Schwanz über die leeren Flaschen auf dem Boden streicht. Es ist ewig schade, dass sie lediglich unter den Bedingungen des Rituals von Lynch und dem Fernbleiben von Sonnenlicht die Größe eines gewöhnlichen Menschen annehmen kann.
Die verfluchten Zauberrerkönige hatten der Welt so viel ihrer Magie entzogen, dass lediglich unter den Bedingungen die ihr Meister für sie schuf, sie die Fähigkeit erhielt eine „normale“ Größe anzunehmen. Sehr bedauerlich, dass heute Nacht ihr Meister lediglich einen Trinkgesellen und einen guten Freund als Zuhörer gebraucht hatte. Zu gerne hätte sie sich mal wieder ein wenig ausgelebt.

Eve zuckt mit den Schultern, streckt ihren Rücken durch und hebt Lynch gegenüber ihre weiblichen Züge in ein vorteilhaftes Zwielicht. Ergebnislos. Ihr Meister ist voll und ganz in seinen Vorbereitungen für seine heutige Aufführung gefangen.
Mit welcher Form der Selbsttäuschung mochte er wohl heute seine, so von ihm verhassten, Erinnerungen in ein heroisches Licht setzen?
Der Dämon streicht mit seinen Händen über seinen weichen Körper. Armer Meister… wenn er wüsste, was ihm in diesem Moment entging. Nun ja, Eve nimmt die kleine Kerze und die anderen Unterlagen für das Ritual in ihre Hände und entschließt ihren Herren heute Abend davon zu überzeugen, dass sich ein erneutes Ritual für ihn mehr als lohnen würde.
Eve setzt sich nun aufrecht hin, stützt ihre Ellenbogen auf die Tischfläche, bettet ihren Kopf in die Handflächen und beobachtet Lynch bei seinen kleinen niedlichen Proben.
Sie kann sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen als sie der zum großen Teil frei erfundenen aber zweifellos unterhaltsamen Geschichte ihres Meisters folgt. Und während Lynch nun immer wieder an einzelnen Szenen seiner Geschichte feilt, schweifen die Gedanken des sinnlichen Dämons in ihre gemeinsame Vergangenheit zurück.

Die besiegt geglaubten Elfen nutzten eine magisch aufflammende Leuchtkugel die sie gen Himmel schossen um alle anwesenden zu blenden und versuchten panisch zu fliehen. Nachdem die Augen ihres Meisters und jene von Goar , Lafeya und Yi´are sich wieder verwenden ließen entbrannte ein verzweifelter Versuch die fliehenden Elfen und die Kancks aufzuhalten. Leider entkamen alle Elfen bis auf drei in die Wüste, da die Sicherung der riesigen Insekten mit der Ausrüstung und dem Proviant, von den vier Abenteurern als wichtiger erachtet wurde.
Einer der Gefangenen wurde von Lynch nachdem er sich nicht kooperativ zeigte umgehend getötet. Basierend auf dem Anblick des grausamen Todes überschlugen sich die anderen beiden Elfen zwar nicht mit Hilfsbereitschaft, doch antworteten sie auf die Fragen von Eves Meister und offenbarten folgendes:

1: Der Elfenstamm der Juradai kämpft gegen die Stadt Urik.
2: Grund der Kämpfe war, dass eine große Menge an Elfen von den Einwohnern von Kled verraten und in die Sklaverei verkauft wurde.
3: Die Elfen vergiften nun seither alle Wasserquellen zwischen den beiden Orten um den Handel unmöglich zu machen und so die beiden Städte zu erpressen.
4: Erst wenn alle versklavten Juradai freigelassen werden, versprechen die Elfen unter der Führung von Tugadai, einem ehrenhaftem und starkem Mann welcher jede Herausforderung annehmen würde, aufhören die Quellen zu vergiften.

Die beiden gefangenen Elfen gaben sich jedenfalls als Dalet und Gilan aus. Der eine ein Barde und der andere ein Bogenschütze, wurden darauf eingeschworen der Gruppe als Diener beizustehen, bis ihre Schuld beglichen sei.
Eve unterbricht ihre Erinnerung als sie ein Kichern nicht mehr unterdrücken kann. Das Einstudieren von Lynchs Aufführung für den Marktplatz schreitet gut voran und ihr Meister scheint seine melancholischen Gedanken nun letztlich abgelegt zu haben.

Lynch hatte damals wie wohl auch heute zu viel Vertrauen in seine Begabung im Umgang mit den anderen Wesen auf Athas und war sich damals sicher, die beiden Elfen fest an ihre Gruppe gebunden zu haben und erteilte ihnen schnell kleine Aufgaben.
Noch während ihres Aufenthaltes in der Oase begegneten sie einer Gruppe von Zwergenkindern aus Kled, die wohl Wasser im Austausch für Opfergaben an den ohnehin verschwundenen Druiden an sich nehmen wollten. Lynch hielt sich bewundernswert gegenüber den Kindern zurück, doch die Elandriel musste sich unbedingt zwischen die vergiftete Quelle und die haarlosen Missgeburten stellen um die kleinen Schädlinge davor zu bewahren an der Tücke der Elfen zu sterben. So verließen die Zwergenkinder ohne von dem Wasser gekostet zu haben die Oase wieder und reisten zurück in die Zwergenstadt Kled.
Aus einem Eve nicht näher bekanntem Grund begab sich dann auch ihre Gruppe auf die Reise zu dem Ekel verheißenden Ort Kled. Während der einzigen Unterbrechung der Reise um der Hitze des Tages zu entgehen, versuchte einer der Elfen, Gilan, zu fliehen und mit einem der Kancks in die Wüste zu entkommen. Nachdem ihm dies allerdings nicht gelang, beendete der feige Elf sein Leben durch seine eigene Hand und stürzte sich auf sein Schwert.
Dalet, der andere Elf, hingegen wirkte schicksalsergebener. Er unterhielt sich über eine längere Zeit mit Lynch, brachte ihm einzelne Lieder bei und berichtete von den Sagen und Mythen, die von einer Ruine stammten, die wohl unter den Fundamenten der Stadt Kled und unter Tonnen von Sand begraben ist.
Kled stellte sich als deprimierend zwergbelastete Ortschaft heraus. 50 bis 60 dachlose und niedrige Hütten wurden umgeben von einer roten und kreisrunden Stadtmauer. Und in der Mitte der etwa 400 Seelen umfassenden Kommune befand sich eine große windbetriebene Wasserpumpe die spärlich das kühle Nass aus der Tiefe hervorlockte.
In diesem Ort lebten ausschließlich Zwerge, was Lynch damals mit großem Ekel registrierte. Doch das Seltsamste war die Allgegenwärtigkeit von Metall. Selbst die Waffen die anfänglich auf sie gerichtet wurden waren metalisch.
Nach einer kurzen Begrüßung und dem obligatorischen Wassertribut erhielt die Gruppe die Möglichkeit mit dem Anführer des Dorfes zu sprechen. Unterwegs zu just diesem, schafte es Lynch aus zwei Wächtern an der Wasserpumpe zu erfahren, dass Kled seit bereits 3 Wochen unter einer Wasserknappheit leiden würde und durch die Vergiftung der Oase es zunehmend zu Engpässen kommen würde. Ebenfalls erhielt die Gruppe noch einmal eine Bestätigung über die Geschichte der Elfen, dass Kled an dem Verkauf vieler Juradai an die Sklavenhändler von Urik beteiligt war.
Der Anführer von Kled stellte sich als ungewöhnlicher Vertreter der Zwerge heraus. Baranos hatte einen Vollbart und lebte zu dieser Zeit in einem großen Haus mit mehreren Stockwerken. Nach seinen Angaben war er selber der Gründungsvater von Kled und errichtete die ersten Bauten der Stadt vor 150 Jahren an diesem Ort um den verschollenen Ruinen der alten von Dalet beschriebenen Zwergenstadt Cemalok nahe zu sein.
Baranos Traum bestand darin, die Ruinen zu heben und wieder zu bevölkern. Bislang hatte er allerdings nur eine immense Menge an Metal gefunden und erklärte sich bereit seine gefundenen Schätze mit den Neuankömmlingen zu teilen, wenn diese im Gegenzug dafür sorgen würden, dass der Druide der vergifteten Oase freigelassen werden würde. Dieser halte sich, Baranos Informationen entsprechend, in der Festung der Juradai auf und würde von jenen gefangen gehalten werden.
Letztlich gelang es Lynch und Lafeya an jenem Tag noch in den Besitz zweier Ritualbücher zu kommen, nachdem sie einige Beute aus ihrem Ausflug durch die Wüste, mit der Dorfmagierin Hera getauscht hatten…

Dieses Ritualbuch, welches nun hier im Gasthaus vor ihr, zusammengrollt und verschlossen auf dem Tisch lag und in welchem das Ritual für ihren momentanen Zustand sich befand.
Eve lächelt in die Richtung von ihrem Meister und erhebt ihren Kopf um die Hände zum applaudieren frei zu haben. Endlich ist er auch selber mit seiner Vorstellung zufrieden und verbeugt sich nun zufrieden lächelnd vor seinem bescheidenen Publikum, welches sich soeben erhebt und ihm entgegen geht.
Eve lächelt ihn an, nimmt ihn in ihre Arme und küsst ihn auf den Hals. Endlich ist der Schatten auf dem Geist des Zauberers verschwunden. Vielleicht würde sie nun die Chance erhalten, ihren Meister glücklich zu machen.
Eve tritt einen Schritt zurück, ergreift behutsam die Hände von Lynch und legt diese auf ihre Hüften. Der junge Mann lässt es mit sich geschehen und ein seliges Lächeln beginnt in seinem Gesicht zu wachsen, als er seine Hände an der seltsamen Frau vor ihm, langsam herab wandern lässt. Die tristen Erinnerungen an seine damals so schicksalhaften Entscheidungen verblassen allmählich und rücken immer weiter in den Hintergrund als er seine Lippen befeuchtet und sein Gesicht näher an das seiner Vertrauten bewegt.
Eve beginnt nun auch zu lächeln. Es wurde auch höchste Zeit das…

Die Tür zum Flur wird mit einem gewaltigen Schlag aufgestoßen und helles Tageslicht flutet den Raum.
„Hey Lynch du Penner! Steh endlich auf und tu deine armselige Arbeit!“ Goars liebreizende Stimme bringt das Mobiliar zum Scheppern und Lynch reißt panisch erschrocken seine Augen wieder auf.
„Was zum?!… Goar?“
„Klar Goar. Wen erwartet eure Lordschaft denn sonst? Zehn nackte Jungfrauen? Dafür haben wir das verkehrte Etablissement ausgewählt… Verdammte Lafeya.“ Goar knurrt ein wenig aber man erkennt sofort, dass er es nicht wirklich ernst mit seinem Zorn auf die Eladrin meint. „Aber sag mal… was machst du da mit deiner kleinen Taschenfledermaus?“
Lynch starrt die nun wieder 20 Zentimeter große Eve an, die vor ihm in dem Lichtschein, der durch die nun offene Tür fällt, schwebt. Der zunächst verwirrte Gesichtsausdruck des Sukkubus wandelt sich zunehmend schneller in eine Maske der Frustration und des Zorns, als das winzige Wesen sich umdreht, mit schrillen quitschigen Lauten beginnt auf Goar einzuschimpfen und ihm mit ihren winzigen Fäusten droht.
„Sag mal Lynch… ich werd das Gefühl nicht los, dass sie sauer auf mich ist.“
„Vergiss es einfach Goar.“ Lynch ergreift sanft die kleine flatternde Gestalt und setzt sie auf seine Schulter. „Alles in Ordnung Goar…“ und leiser zu der kleinen Person mit dem säuerlichen Gesichtsausdruck auf seiner rechten Schulter: „Nichts was man nicht heute Abend wiederholen könnte.“ Sein Blick schweift kurz über die Ritualgegenstände auf dem Tisch, bevor er Goar aus dem Zimmer hinaus folgt.
Eve schlägt gespielt empört die Beine übereinander und gibt Goar ein frivoles Fingerzeichen, bevor sie beginnt zu lächeln, sich in der Tasche ihres Meisters versteckt und gemeinsam mit ihm sich hinaus in die helle Stadt und auf den Weg zum Marktplatz begibt.

Ihr Meister würde eine erneute schlaflose Nacht vor sich haben…

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Von der Oase in der Mitte der Wüste bis in die Stadtmauern von Kled

Es scheint, als hätte ich auf meiner Odysee durch diese Wüstenwelt das erste Mal die Chance, jemanden zu treffen, der sich in der druidischen Kunst soweit auskennt, um mir vielleicht weiter helfen zu können. Dieser jemand wird zur Zeit von den Juradai gefangen gehalten. Und ich werde gleich ausziehen mit meiner Gruppe von tapferen Mitstreitern, um diesen edlen Druiden zu retten.

Waren wir in den letzten Tagen immer mit dem nackten Überleben beschäftigt, und stolperten von einem Kampf in den nächsten, um Vorräte zu sichern oder unser Leben zu retten, so ziehen wir diesmal aus mit einem Auftrag. Wir sind keine Sklaven mehr und besitzen sogar gewisse wertvolle Gegenstände. Ich habe endlich wieder ein Ritualbuch. Bis hier hin war es ein langer Weg.

Die gefangenen Elfen in der Oase blieben zum großen Teil leider nicht lange gefangen. Wir dachten gerade, wir hätten das Gröbste überstanden, da schoss einer der Elfen eine große Signalkugel in den Himmel und alle versuchten zu fliehen. Es gelang uns, die Kancks mit Vorräten und Wertsachen zu retten, doch bis auf drei Elfen entkamen alle. Lynch machte aus drei zwei. Die letzten beiden sollten mit uns kommen. Manchmal, aber nur manchmal frag ich mich, ob Lynchs Vorgehensweise nicht die beste ist. Diesen Juradai kann man einfach nicht vertrauen. Meine Gutmütigkeit und mein Vertrauen bringt uns leider immer wieder in blöde Situationen. Aber der Reihe nach.

Wir wussten, dass wir bei der Oase nicht mehr lange bleiben konnten. Der rote Lichtball würde sicher bald den Rest dieses Packs auf den Plan rufen.

Kurz bevor wir uns auf den Weg machen wollten, sahen wir eine Gruppe von Zwergenkindern – die sind echt klein – welche aus Kled gekommen waren, um Wasser zu holen. In einer sehr beeindruckenden Vorstellung (!) hielt ich sie erfolgreich davon ab. Sehr zu Lynchs Ärger warnten wir sie vor und gaben ihnen sogar etwas Wasser für den Rückweg. Hoffentlich missbrauchen die Zwerge unser Vertrauen und unsere Großzügigkeit nicht auch wie die Elfen.

Lynch scheint auf alle Fälle was gegen die Zwerge zu haben. Er ist wohl ziemlich nachtragend. Nur gegen größten Widerstand konnten wir ihn davon überzeugen, dass es das beste wäre, direkt in die Zwergenstadt Kled zu reisen. Auf dem Weg unterhielten wir uns mit den Elfen und bekamen einige wichtige Informationen: Die Juradai vergiften alle Wasservorkommen rund um Urik, um die Stadt zu erpressen, die versklavten Juradai frei zu geben und Rache zu üben. Ganz schön blöd, damit schaden sie auch allen Reisenden in der Gegend, ganz zu schweigen von den ganzen Pflanzen und Tieren, die eingehen. Als ob die Welt nicht schon genug unter diesen Magiern leiden würde. Nein, da haben sie nichts besseres zu tun, als alles noch schlimmer zu machen!

Lynch kann einem manchmal ganz schön Angst machen, also dachten wir, die Elfen würden uns nicht mehr schaden wollen. Bei meiner Nachtwache lies ich Gilan den Kanck melken. Das sollte er zumindest tun. Ich hätte mir denken können, dass er die Gelegenheit nutzt. Er startete einen erfolglosen Fluchtversuch und bezahlte dies mit seinem Leben.

Ohne größere Zwischenfälle kamen wir schließlich nach Kled. Ich habe noch nie so viele Häuser auf einer Fläche gesehen. Immerhin hatten sie keine Dächer, so dass man den Wind auf der Haut spüren kann und sich nicht so eingesperrt fühlt wie in dem furchtbaren Sklavenwagen. Anders als bei uns im Crescent Wald waren die Zwerge uns Besuchern nicht wirklich aufgeschlossen gegenüber. Schließlich gewährte man uns Einlass und auf dem Weg zu Baranos, dem Oberhaupt der Stadt, befragten wir eine Wache der Stadt, welche die Geschichte, welche uns Daleth und Gilan erzählt hatten. Auch Kled hatte die Missgunst der Juradai geerntet, indem Kled die Sklavenhändler auf deren Fährte gesetzt hatte. Deswegen hatten sie auch den Druiden der Oase entführt, welchen wir vermisst hatten. Jetzt vertraute ich auch Daleth nicht mehr.

In einem Steinhaus (mit Dach) trafen wir schließlich auf den Gründer der Stadt, Baranos, ein Zwerg mit Bart. So ungemütlich das Haus auch war, immerhin hatte er dort interessante Abbildungen an den Wänden, unter anderem das eines Kirre. Das nächste Mal verwandle ich mich nicht mehr in einen Wüstenskorpion, sondern in dieses Tier. Es sieht beeindruckend und furchteinflößend aus. Er erzählte uns von den Wasserproblemen. Und schlug uns einen Auftrag vor. Geld gegen die Errettung des Druiden. Ich hätte ihn auch für nichts und wieder nichts gerettet, wenn er mir nur hilft. Aber ich gebe zu, so ist die Situation deutlich komfortabler. Mit neuem Schwert neuem Ritualbuch und der Aussicht auf eine große Menge Geld stehen wir wirklich gut da. Auch Lynch und Goar konnten sich weiter ausrüsten. Und das alles schon, bevor wir losgezogen sind.

Jetzt müssen wir nur hoffen, dass Tugadai den Druiden nicht längst getötet hat. Auf geht’s! Zurück in die Wüste.

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