Lagergespräche

Erneut senkt sich die Sonne hinter Athas Horizont und die Reisenden machen sich bereit ihr Lager zu verlassen.
Lynch verstaut gerade einige seiner Dolche unter seiner Kleidung als er sich zu seinen Freunden umdreht und die Frage stellt, die allen seit einigen Tagen auf der Seele brennt.

“He! Wo gehen wir eigentlich grade hin?”
Er rückt seinen Rucksack zurecht, schnürrt seinen rechten Stiefel noch einmal nach und wendet sich den sich langsam ihm zuwendenden Gesichtern zu.
“Ja ich weiß, Druiden befreien und so… aber danach? Was wollt ihr danach erreichen?”
Lynch setzt ein gewinnendes Lächeln auf
“Was würdet ihr davon halten, wenn wir erstmal die Zwergenruinen nach was Brauchbarem durchleuchten und uns dann gen Osten in Richtung Schlickmeer aufmachen?… Ich habe Geschichten gehört, dass sich dort in den Händen einiger Kultisten mächtige Magie befindet. Diese Form der Magie, die ihr sucht um die Natur zu stärken und ich suche um aus diesem gigantischen Sandkasten herraus zu kommen.”

Auf einmal scheint zwischen Goar und Lynch eine Spannung sich aufzubauen. Auf Lynch Stirn bilden sich urplötzlich mehr Schweiß als normal. Es schein etwas in der Luft zuliegen ……… SCHLÄGE.

Die Stille wird auf einmal durch Goars Lachen zerstört.

„Muahahahaha. Ok ich bin dir nicht böse für diesen Vorschlag. Hmm Kultisten. Was beten die den an? Irgendwie gefällt mir der Vorschlag nicht ganz. Schlickmeer das hört sich eher wie eine tödliche Sackgasse an. Ich bin auch dafür das wir NACHDEM wir den Druiden befreit haben die Zwergenruinen suchen. Hört sich nach Schätzen und Geheimnissen an. Gefällt mir.
Aber ich bin dafür das wir uns dann ein paar weitere Leute suchen. Irgendwie gefällt es mir wenn wir noch etwas Verstärkung haben.

Ich habe von Crummock eine interessante Legende gehört neben denen von den Mondgeistern.
In der Wüste soll es eine riesige verlassene Stadt geben. Dort soll einmal ein mächtiger Hexenkönig gelebt haben. Als er zu mächtig wurde haben sich die anderen Könige kurzzeitig verbündet und ihn angegriffen. Der Hexerkönig wurde vernichtet. Aber gerade als die anderen die Kammern des Hexers plündern wollten um seine Macht zubekommen soll ein mächtiger Sturm über die Stadt hereingebrochen sein. Vielleicht beschworen vielleicht war es auch nur ein Zufall. Das interessante ist aber das die Macht und die Geheimnisse immer noch in der Stadt schlummern.
Wir könnten also die Macht eines Hexerkönigs finden. Ich glaube damit können wir wirklich unsere Ziele erreichen.
Oder was meint ihr?"

Goar`s Gefährten schauen ihn überrascht an. Nie hätten sie gedacht das er so eine Legende kennen würde und sie sogar noch behält.

Lynch räuspert sich verlegen. “Whoah… ähm… hey! Super Idee Goar.” Der Magier streicht sich durch die Haare, schaft es aber nicht seinen Blick von dem Goliath abzuwenden. Manchmal gründen stille, brutale und blutrünstige Gewässer doch tiefer als man denkt.
“Eine interessante Geschichte ist es auf jeden Fall…” Lynch senkt seine Stimme zu einem verlegenen Flüstern “…auch wenn ich nicht weiß wie viel Wahrheit in Geschichten des mondsüchtigen Eremiten liegt.” Lynch blickt die um ihn herumstehenden Personen an. “Wenn also keiner Einwände hat, machen wir uns nun auf den Weg zum Druiden, räumen diese seltsamen Zwergenruinen aus und suchen auf dem Weg Informationen über diese verlorene Stadt.” Lynch setzt erneut sein gewinnendes Lächeln auf und tauscht einige Laute mit Eve aus: “Und sollten wir unterwegs zufällig auf ein paar Informationen über die Beschwörungsrituale des Ctuhgakultes stoßen die wir schon die ganze Zeit suchen Eve… nun, je mehr wir über bevorstehende Situation wissen, desto besser für unsere nächsten Schritte”
Goar und Lafeya wirken leicht irritiert, als sie Lynch dabei beobachten, wie er unbestimmbare Laute mit seiner Vertrauten austauscht. Beide blicken sich an und zucken synchron mit ihren Schultern.
“Wir sollten aufjedenfall den Zwergenanführer, die Runzelzwergin und wenn er doch nicht so mundfaul ist den Druiden mal ausfragen über die Gegend hier. Nicht zuvergessen über Schlickmeere, Kultisten und verlorene Städte. Lafeya wofür bist du? Wo siehst du die grösste Chance für deinen Wald?” Sagt Goar nachdem er sich die merkwürdige Szene angeschaut zwischen Lynch und seiner Hausdämonin.

Lafeya sitzt gedankenverloren an einen Stein gelehnt. Ja, wo will sie eigentlich hin?
“Bis jetzt habe ich meine ganze Hoffnung in den Druiden gesetzt. Entweder kann er mir helfen oder er kennt vielleicht jemanden, der mir helfen kann. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich die Möglichkeit zu einem ausführlichen Gespräch mit ihm bekomme….. Zwergenstadt ausräumen gut und schön, ich weiß zwar nicht, was uns das bringen soll, aber wir sollten die Zwerge auf keinen Fall ausrauben. Wir könnten mit ihnen verhandeln nach dem Motto: Wir haben euch das lebenswichtige Wasser wieder gereinigt, ihr seid uns doch bestimmt SEHR dankbar!”

Lafeya verstummt erneut und starrt vor sich hin. Wie es weiter gehen soll, die Frage hat sie immer verdrängt. Bis jetzt hat sich immer alles so ergeben.
“Mit bringt es nichts, mich von euch jetzt zu trennen. Wenn ich von dem Druiden Informationen erhalte, werde ich danach entscheiden, was ich mache. Bringt mich das nicht weiter, werde ich euch folgen und auf der Reise weiter nach Lösungen und Ritualen suchen, bis ich einen Weg finde, der meinem Wald helfen könnte. Ich werde mit euch gehen, solange dies für mich die sicherste Art zu reisen ist….” Goar und Lynch werfen sich einen kurzen Blick zu. In der Gruppe zu reisen ist immer sicherer als alleine. Allein durch die Wüste wäre reiner Selbstmord. Aber ist es wirklich das, was Lafeya meinte?

GEDANKEN verloren schaut Goar in die Flammen. Was meinte Lafeya nur? Wieso ist sie nicht neugierig auf eine alte Zwergenstadt? Komisch. Die Berge scheinen wirklich nicht ihre Umgebung zu sein. Wieso versteht sie nicht das die Natur der Berge rau, stark und faszinierend ist? In den Bergen ist sehr viel Wissen versteckt was auch den Wäldern hilft.
Den Druiden helfen, Lafeya helfen, der Natur helfen, den Wäldern helfen, Lafeya helfen, Lynch`s Vorschlag , der Natur helfen ………..
Seine Gedanken drehen sich immer mehr um die Probleme die vor ihm liegen und die Frage was er machen soll. Auf einmal hört er in seinen Gedanken das Brüllen eines Ragedrakes.
In Gedanken sieht er eine Druidin seines alten Stammes die mit 3 anderen Druiden fortgeht. Nur wohin? Wohin nur? Und was hat das zu bedeuten?
Die Druidin dreht sich um, schaut ihn direkt an und ihre Stimme halt in seinen Gedanken wieder:
“ Wir schließen uns den Hütern der Natur an. Den Druiden von Shault beim Meer des Schlammes.“
Noch einmal hört er das Brüllen des Ragedrakes, als das Brüllen verstummt schreckt Goar aus seinen Gedanken auf.
„ Ich habe es. Wie konnte ich das nur vergessen. Natürlich Schlickmeer. Das Meer aus Schlamm. Schlamm das ist die Lösung. Ab und zu sieht man den Weg vor lauter Steinen nicht. Lynch. Lafeya. Ich glaube nun habe ich wirklich eine die Lösung. Lafeya ich habe von einem Ort gehört der dir helfen kann und vielleicht kennt der Insektendruide genaueres. Vor Jahren hat sich eine Druidin meines Stammes einer Gruppe angeschlossen die zum Meer des Schlammes wollten. Dort wollten sie bei den Druiden von Shault mehr über die Natur und die Geister lernen. Angeblich sind die Druiden sehr mächtig und haben sich dem Bewahren und der Pflege der Natur verschrieben. Wenn es die Druiden wirklich gibt werden sie bestimmt gegen die Kultisten kämpfen um die Natur zu bewahren. So wäre euch beiden geholfen oder?“
Groan schaut zufrieden in die Runde. Er hat vielleicht nicht das Wissen um die Natur wie ein Druide aber dafür hört er auf die Geister der Natur und lauscht ihren Geschichten.
„ Wenn ihr euch fragt was ich von der Reise hätte ganz einfach. Bei den Druiden müsste eine der wenigen Überlebenden meines Stammes sein. Außerdem hilft die Lösung von Lafeyas Problem der Natur. Auch wenn ich immer noch nicht weiß was dein Wald sein soll. Ansonsten folge ich den Weg der Geister. Wir sollten den Insektendruiden mal nach den Shault Druiden fragen.“

Lynch, der den einen Augenblick wie hypnotisiert vor sich hin starrenden Goliath genau gemustert hat, ist von seinem plötzlichen Aufruf nahezu so entsetzt wie Eve, die von seiner Schulter stürzt und mit einem leisen “Plumps” auf dem Boden aufschlägt.
Lynch sitzt auf seinem Hosenboden im Staub und schaut Goar mistrauisch und ein wenig verstört an.
Langsam wächst aber ein Lächeln auf den Zügen des Magiers und eine nach oben gewanderte Augenbraue gibt seinem Gesich ein glückliches Aussehen.
“Also für mich liegt somit unsere kommende Reiserute klar vor uns. Was denkst du Lafeya?”

Die Eladrin lächelt zurück und stellt insgeheim fest, dass glückliche Gesichter außerhalb ihres Waldes in Athas relativ selten vorkommen. Sie erhebt sich von ihrem Stein, klopft den Dreck von ihrem Umhang und fängt an, ihren Rucksack zu packen.
Brot, Trockenfleisch, Feuerstein, Seil, Wasserschlauch, Ritualbuch, Heilkräuter, alles, was man für das Überleben in Athas braucht.
“Also Jungs, worauf wartet ihr noch? Auf in die Schlickmeere!”

Lynch schlägt sich mit der flachen Hand gegen die Stirn
“Argh… das hätte ich fast vergessen. Können wir noch einen ein bis zweitage Abstecher nach Tyr machen? Ich habe da jemandem versprochen seine Verlobte aus der Sklaverei frei zu bekommen.” Er guckt ein wenig zerknirscht zu Gotan. “Entschuldigung, dass ich nicht eher dran gedacht habe. Was meint ihr? Können wir unserem Scout wohl seine große Liebe aus den Ketten der Sklaverei eben schnell befreien?”

“Verlobte? Ach ja, ich erinnere mich.” antwortet Lafeya. Sie geht auf Lynch zu und flüstert ihm ins Ohr: “Warum willst du sie abholen. Uns reicht doch Gotan, wir haben doch dringendere Pläne.” Und laut sagt sie: “Vielleicht liegt aber Tyr ja auf unserem Weg. Meine Geografiekenntnisse sind nicht so gut, wo liegt das noch mal?”

Lafeya packt weiter ihren Rucksack. Gerade als sie ihre Decke platzsparend zusammen rollt, ruft sie laut aus: “Schlickmeere! Meer aus Sand! Wir haben ganz vergessen, was der Druide Klick gesagt hat: Ich möchte zu der Druidenkonklave. Die Zeit drängt. Vielleicht wissen die, wie man Wasser vermehrt. Sind die Schlickmeere und das Meer aus Sand das Selbe? Wenn nicht, dann bin ich aber entscheidend dafür, erst zu den Sandmeeren zu gehen. Da haben wir mehr als nur eine Vermutung. Da haben wir eine echte Empfehlung. Das sollten wir nicht übergehen.”

Die Eladrin schaut ihre Mitreisenden erwartungsvoll an: Lynch, Goar, Gotan und… “Azlan, schön dass du auch aufwachst. Du hast ein interessantes Gespräch verpasst. Wir reisen jetzt ins Meer aus Sand. Kommst du mit?”

Lagergespräche

Athas Stina